Gefangen in der DDR-Vergangenheit

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09.11.2008 14:18 (zuletzt bearbeitet: 29.09.2010 19:19)
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#1
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Die Vergangenheit holt ihn ein in einem Hotelzimmerflur. Zimmer 107 liegt am Ende des langen Ganges. Die Türen, die rechts und links abgehen, erinnern Manfred Springer an die Zellen des Untersuchungsgefängnisses. Er atmet tief ein und geht die ersten Schritte. Sein Herz beginnt zu rasen, die Hände zittern. "Ich schaff das", sagt er sich. "Ich schaff das."

Er schafft es nicht. Tränen laufen über seine Wangen, als er die Dame an der Hotelrezeption bittet, ihm ein anderes Zimmer zu geben. Eines, das nicht am Ende des Ganges liegt - wie damals in der U-Haft.

Erinnerungen wie diese suchen Manfred Springer regelmäßig heim. Er ist ein Opfer der Staatssicherheit. 48 Monate saß er als politischer Häftling in unterschiedlichen Anstalten ein - davon 15 Monate in Isolationshaft. Nach seiner Freilassung - er wurde vom Westen freigekauft - zog er über West-Berlin nach Hamburg. 40 Jahre liegt seine Haftzeit zurück. Die Mauer ist längst weg. "Aber die Angst, die ist geblieben", sagt der Mann und ringt um Fassung.

Morgen jährt sich der Fall der Mauer zum 19. Mal. In Tagen wie diesen, wenn die Rede ist von der DDR und von Wiedervereinigung, dann schnürt es dem 64-Jährigen den Hals zu. Zwar gehört die Stasi-Diktatur der Vergangenheit an, doch die Erinnerungen an die Grausamkeiten, die ihm während der Inhaftierung angetan wurden, holen ihn immer noch ein. Es schmerzt ihn, über das Erlebte zu sprechen. Dennoch hat er sich bereit erklärt, für ein Forschungsprojekt zur politischen Verfolgung am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg über seine Erfahrungen zu berichten. "Die Opfer dürfen nicht verstummen", sagt Springer.

Aufgewachsen in einem regimegegnerischen Elternhaus, fällt der junge Mann mit kritischen Kommentaren bereits in der Schule auf. Nach einem Pro-forma-Beitritt in die FDJ wird ihm eine Lehrstelle als Heizungsinstallateur bewilligt. Als er und Freunde zum Dienst bei der Nationalen Volksarmee eingezogen werden - und die Mauer mit Waffengewalt verteidigen sollen -, beschließt er, zusammen mit 15 anderen über die Mauer nach West-Berlin zu fliehen. Zwei Tage vorher, am 25. April 1963, wird der damals 18-Jährige mit vier anderen Männern auf der Autobahn angehalten, festgenommen und ins Untersuchungsgefängnis nach Magdeburg gebracht.

Was folgt, ist die Hölle. Schlafentzug, Schikane, Demütigungen, seelische und körperliche Misshandlungen - auch sexueller Art. "Als ich meinen Vernehmer auf die katastrophalen Zustände im Zellentrakt hinwies, zuckte der mit den Schultern. Das Schlimmste war diese Entrechtung: Man wurde behandelt wie ein Tier, nicht wie ein Mensch", erinnert sich der heute 64-Jährige. Nach drei Monaten kommt es zur Verhandlung - zur Abschreckung der Bevölkerung wird Manfred Springer öffentlich der Prozess gemacht. Als er sich das erste Mal nach seiner Festnahme zufällig in einem Spiegel erblickt, sieht er ein Gespenst. Die Haft hat ihn gezeichnet. "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt."

Manfred Springer wird wegen versuchter Republikflucht und Anstiftung zu selbiger zu 48 Monaten Zuchthaus verurteilt. Statt wie viele andere zu resignieren und die Haft fortan wortlos über sich ergehen zu lassen, gibt er Widerworte und lässt sich nicht einschüchtern. "Ich habe Kraft geschöpft, indem ich mich von denen nicht entrechten ließ." Sein Verhalten wird mit Sanktionen bestraft: Nach dem Haftarbeitslager in Gera wird der junge Mann Ende 1963 ins berüchtigte Zuchthaus Waldheim versetzt, wenige Monate später ins geheime "Lager X" in Berlin-Hohenschönhausen. Weil er auf Ausreise am Tage seiner Haftentlassung in den Westen drängt, wird Haftverschärfung erteilt. Er kommt in die Berliner Haftanstalt Rummelsburg, wird anschließend in ein Zuchthaus nach Brandenburg verlegt. Am 3. Februar 1967 kommt er endlich frei, am selben Tag fährt Manfred Springer an der Seite des vermittelnden Rechtsanwaltes Wolfgang Vogel im Schritttempo in die Freiheit nach West-Berlin. Im Juli 1970 zieht er nach Hamburg, wo er Verwandtschaft hat. Er heiratet, wird Vater von zwei Töchtern - und beginnt ein neues Leben. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Auf einer Raststätte auf der Höhe der ehemaligen Grenze erleidet er einen Nervenzusammenbruch, er leidet an Verfolgungswahn und Panikattacken. Doch er gibt nicht auf, engagiert sich in Opferverbänden. Als Entschädigung für seine Haftzeit werden ihm einmalig 14 000 Euro gezahlt, als er eine Opferrente beantragt, erfolgt die Ablehnung, da er mehr verdient als 1380 Euro. Wenn man die psychologischen Gutachten durchliest, die er zur Ermittlung seiner Folgeschäden erstellen ließ, klingen die Zeilen wie Hohn. Da heißt es: "Der zu Begutachtende ist damit ... im Vergleich zu den Torturen, die die Stasi-Haft für andere nach dem HHG Entschädigung suchende Häftlinge bedeutet hat, vergleichsweise glimpflich davongekommen."

Er liest den Satz vor, bis ihm die Stimme versagt. Die Opferrenten-Regelung sei ein "Schlag ins Gesicht aller SED-Opfer", sagt er. Der zuständigen Versorgungsstelle geht es ums Prinzip - denn das entscheidet über Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe. Einem wie Manfred Springer aber geht es um Wiedergutmachung. Um das Eingeständnis, dass ihm und Tausenden anderen unschuldigen Menschen Unmenschliches angetan wurde.

Wenn es schon keine lückenlose Aufdeckung der DDR-Machenschaften gebe, dann zumindest Verständnis für die Opfer, sagt er. Nur so könne man ihnen helfen, mit der Vergangenheit abzuschließen. Er selbst, fügt er hinzu, sei davon weit entfernt.

Quelle: unbekannt


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29.09.2010 20:46
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#2
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S51

Gesetze und Entschädigungsregeln können nicht jedem gerecht werden denn manches wird persönlich anders empfunden als es objektiv tatsächlich war. Und manchmal wird es im Verlaufe der Zeit im Gedächtnis nicht leichter sondern schwerer. Das ist nicht nur in diesem Falle so, das gilt ganz allgemein.
Hier hat einer gegen den Stachel geblockt und hat erleben müssen, dass immer wieder auch gegengehalten wurde. Mancher täuscht sich, wenn er denkt, es bringe Kraft, Widerworte zu geben, vielleicht aktiv zu handeln. Es kann auch Kraft kosten. Es dient nicht immer der Selbstachtung, wenn man sich auflehnt, es kann vor allem dann, wenn sich die Gegenseite als stärker herausstellt auch Folgen für die eigene Psyche haben. Die eigene Selbstachtung kann Schaden nehmen. Wäre er leiglich ein renitenter Krimineller sonstwo gewesen, würde man sagen: Selbst schuld, allenfalls Pech gehabt. Er jedoch zählt wegen der Art seiner Taten als politisch verfolgt, das macht es kompliziert.
Man kann ihm nicht einfach sagen, er solle sich eine andere Art von Hilfe für seine Psyche holen. Es täte not.
Er will wieder nicht klein beigeben, lehnt sich wieder auf. Doch manchmal ist es besser auch für einen selbst, den Aufstand zu beenden. Viele waren wirklich schlimmer drann.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
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29.09.2010 20:56
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#3
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bausoldaten bei der nva jetzt auf phoenix eine schande. ich hasse den osten.


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29.09.2010 21:00
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#4
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Zitat von Granate
bausoldaten bei der nva jetzt auf phoenix eine schande. ich hasse den osten.



ist ja gut.kommt auch mal was konstruktives? nebenbei das mit den bausoldaten war eine gute idee.gab es nur in der ddr im warschauer pakt.heute sind es die zivis


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29.09.2010 21:02
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#5
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Ach Granate, du lachst so schön auf deinem Avatar, du hasst doch nicht den Osten. Warst du Bausoldat mit allem wenn und aber?

Rainer-Maria


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29.09.2010 21:04
avatar  Pitti53
#6
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Ach Granate, du lachst so schön auf deinem Avatar, du hasst doch nicht den Osten. Warst du Bausoldat mit allem wenn und aber?

Rainer-Maria



rmr guck in sein profil:nach seinen angaben war er grenzer


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29.09.2010 21:05
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#7
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S51

"bausoldaten bei der nva jetzt auf phoenix eine schande. ich hasse den osten"

Wieso? Ich fand die Idee damals recht gut. Es war eine Variante, dem Dienst an der Waffe auf eine Weise zu entgehen. Wenn einer keine Waffe aber auch nicht wegen Wehrdienstverweigerung in das Gefängnis wollte, war dies eine Alternative. Wir aktiven Soldaten haben die Bausoldaten immer ein bischen beneidet, denn deren Freiheiten waren um einiges größer. Doch andererseits empfanden wir uns wieder als etwas Besseres, eben weil wir uns nicht vor der Waffe gedrückt haben.
Aber jeden sein Gusto.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.11.2010 19:57
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#8
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Hallo,

Ich verweise darauf, daß die DDR als einziger Staat im Warschauer Vertrag die Möglichkeit bot, den Wehrdienst als Bausoldat zu leisten.
Davon ab, wie die betroffenen Männer darüber gedacht haben, empfand ich das damals als eine gute Entscheidung. Christen wurde
die Chance gegeben ihre Pflicht zu erfüllen und gleichzeitig nicht mit ihren Glaubensbekenntnis in Koflikt zu kommen.

Rabe


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19.11.2010 20:07
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#9
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Zitat von S51
"bausoldaten bei der nva jetzt auf phoenix eine schande. ich hasse den osten"

Wieso? Ich fand die Idee damals recht gut. Es war eine Variante, dem Dienst an der Waffe auf eine Weise zu entgehen. Wenn einer keine Waffe aber auch nicht wegen Wehrdienstverweigerung in das Gefängnis wollte, war dies eine Alternative. Wir aktiven Soldaten haben die Bausoldaten immer ein bischen beneidet, denn deren Freiheiten waren um einiges größer. Doch andererseits empfanden wir uns wieder als etwas Besseres, eben weil wir uns nicht vor der Waffe gedrückt haben.
Aber jeden sein Gusto.




Oh, oh S 51,
ich will mich nicht schon wieder zu weit aus dem Fenster lehnen.
Kannte wirklich auch nicht all zu viel über die Soldaten.
Das hat sich etwas geändert.
51 ich rate dir mal dich in einem Forum der Bausoldaten einzulesen.
Sollte dein o.g. Satz wirklich deine Überzeugung sein, wirst du sie ändern (müssen).

Oss`n


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19.11.2010 20:15
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#10
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94

Zitat von Angelo
Quelle: unbekannt

Die Welt 7.11.2008

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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19.11.2010 20:19
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#11
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Zitat von Rabe
Hallo,

Ich verweise darauf, daß die DDR als einziger Staat im Warschauer Vertrag die Möglichkeit bot, den Wehrdienst als Bausoldat zu leisten.
Davon ab, wie die betroffenen Männer darüber gedacht haben, empfand ich das damals als eine gute Entscheidung. Christen wurde
die Chance gegeben ihre Pflicht zu erfüllen und gleichzeitig nicht mit ihren Glaubensbekenntnis in Koflikt zu kommen.

Rabe



Und das könnte man natürlich dann auch als Beweis gelten lassen, daß die DDR ein Staat war, in dem die Religion eine ganz bedeutende Stellung einnahm und die christlichen Werte unter dem ganz besonderen Schutz der Staatsführung standen?
Schönen Gruß aus Kassel.


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19.11.2010 21:13
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#12
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Zitat von Rabe
Hallo,

Ich verweise darauf, daß die DDR als einziger Staat im Warschauer Vertrag die Möglichkeit bot, den Wehrdienst als Bausoldat zu leisten.
Davon ab, wie die betroffenen Männer darüber gedacht haben, empfand ich das damals als eine gute Entscheidung. Christen wurde
die Chance gegeben ihre Pflicht zu erfüllen und gleichzeitig nicht mit ihren Glaubensbekenntnis in Koflikt zu kommen.

Rabe





Na Rabe,

Möglichkeit klingt ja mal gut,nur wie hier schon mal erwähnt,auch Angehöhrige der Bausoldaten Einheiten mussten teilweise am Schiessen mit AK teilnehmen.
Aus meiner Armeezeit kann ich mich nicht daran erinnern,das es den "Spatis"irgendwie besser ging als anderen Einheiten,eher wurden sie "geschnitten" und haben sehr hart arbeiten müssen.
Wie hier im Thread schon erwähnt könntest Du,insofern es Dir beliebt,ein Forum der "Spatis"besuchen und dich sachkundig machen.
Das "unbequeme"(nach Musterung)ab Mitte der 80iger Jahre fast nicht mehr eingezogen wurden,dürfte Dir nicht entgangen sein.
Du wirst viele Zeitzeugen finden imNet,die Ihre Sicht der Dinge darstellen und Auskunft über die "Armeezeit"geben.
Viel Erfolg dabei.


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19.11.2010 22:54
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#13
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S51

Zitat von wosch
...Und das könnte man natürlich dann auch als Beweis gelten lassen, daß die DDR ein Staat war, in dem die Religion eine ganz bedeutende Stellung einnahm und die christlichen Werte unter dem ganz besonderen Schutz der Staatsführung standen?



Wosch, ich weiß gar nicht, was du willst.
1989 gab es in der DDR noch ca. 6,6 Millionen Gläubige, die sich zu irgendeiner der vielen Konfessionen bekannten. Das wäre damit beinahe ein Drittel der Bevölkerung gewesen (Quelle Wikipedia). Zwar gab es Kirchen (die Katholiken zum Beispiel), welche sich bewußt vom Staat abgrenzten aber auch viele, wie die im Bund der evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossenen, welche sich bei aller ideologischer Abgrenzung direkt einbrachten. Es gab eigene Angestellte, so kenne ich meinen Pfarrer noch persönlich, eigene Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und, natürlich, auch Friedhöfe. Die Kirchen besaßen und besitzen eigene Häuser (ganz schön groß, einige...), Ländereien, Felder und Wälder.
"Die Kirche" dürfte so ziehmlich die einzige nichtstaatliche Gruppierung in der DDR gewesen sein, welche eigene Studenten ausbildete. Theologen genannt. Sie kassierten von ihren Mitgliedern sogar Steuern - falls diese freiwillig zahlten. Das tat wohl etwa nur die Hälfte.
Das in einem Staat, der die Trennung von Staat und Glauben (von einem gewissen Siegglauben mal abgesehen) strikt verfolgte. Welche nichtstaatliche Organisation konnte noch für sich in Anspruch nehmen, Jugendliche auf das Erwachsenenleben vorzubereiten (Konfirmation), zu schulen und ihnen Freizeitbeschäftigungen unter reger staatlicher Aufsicht und Fürsorge zu bieten?
Na gut, es könnte scheinen, dass es mitunter ein wenig zu viel der Aufsicht war...
Heute wären viele Eltern froh, wenn sie irgendwann mal lesen könnten, was ihre Sprößlinge so alles angestellt, gelesen und geredet hätten. Mit wem vor allem und wann und wie lange... Nur mal so zu mitschreiben.
In der Berufswahl erfreuten sich die Mitglieder der Kirchen größtmöglicher Hilfen. Bestimmte Berufe blieben ihnen nahezu erspart, schon, um unnötige Gewissenskonflikte zu vermeiden. Andere blieben ihnen nahezu ausschließlich vorbehalten. Viele von ihnen haben nach der Wende außerordentliche Karierren gemacht. Da waren Ministerpräsidenten, Inquisitoren, Verteidigungsminister und, und, und dabei.
Zu DDR-Zeiten hatte ein Geistlicher nicht das Problem, am Hindukusch seinen Schäflein zu erzählen, warum sie dort kämpften und vielleicht auch etwas vorzeitig nach Hause kämen. Religionskriege, für welche deutsche Landen in den Jahrhunderten davor geradezu schicksalhaft bestimmt schienen, gab es in der DDR also nicht. Konnte es nicht geben. Ein Geistlicher hätte in der DDR eher die Aussicht gehabt, einen Spaten zu bekommen und in der Braunkohle den zeitlichen Widerspruch zwischen Schöpfungsgeschichte und der Existenz des schwarzen Zeugs dort zu ergründen. Freiwillig natürlich oder doch beinahe. Wo heute an den orginären Arbeitsstellen der Geistlichen außer zu Weihnachten und Ostern außerordentliche Ruhe herrscht, war zu DDR-Zeiten noch Leben in der Bude.
Jemandem, der in der Kirche stark engagiert war, konnte es in der DDR kaum passieren, dass er des Nächtens allein und einsam irgendwo verunfallte. Es wäre eigentlich nahezu immer kompetente Hilfe in der Nähe gewesen.
Die Kirche war also sehr sicher und geschützt in der DDR. Ihre größeren Häuser waren praktisch sogar so etwas wie exterritoriale Gebiete, wo man nicht so einfach hineinkonnte ohne schwersten Politärger zu bekommen.
Jedenfalls galt dies für uniformierte Staatsbedienstete wie mich seinerzeit. Woran auch wieder den besonderen Schutz des Staates vor allen Unwägbarkeiten (vor allem lästige Meckerer) erkennt.
Also, was gefällt dir daran nicht?

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.11.2010 23:30
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#14
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S51

Zitat von Oss`n
...51 ich rate dir mal dich in einem Forum der Bausoldaten einzulesen.
Sollte dein o.g. Satz wirklich deine Überzeugung sein, wirst du sie ändern (müssen)...



Hallo Oss`n!
Ich habe in meiner Bekanntschaft ehemalige Bausoldaten. Ich weiß schon, dass sie es nicht leicht hatten. Allerdings ist es eben immer eine Frage des Standpunktes.
Als Wehrdienstleistender, noch dazu mit der Waffe an der Grenze hast du immer über Möglichkeiten, was so passieren könnte, nachgedacht. Eben auch darüber, dass es bei dir durchaus ganz plötzlich schiefgehen könnte. Beim Soldaten mit dem Spaten auf den Schulterstücken aber nicht. Nicht so.
Das hatte er dir (bzw. mir) eben voraus. Darauf konnte man in gewisser Weise auch neidisch sein. Auf andere Umstände dieser Art von Dienst freilich weniger.
Als Grenzer, noch dazu als GAK hatte ich schon einige Freiheiten mehr als der normale Soldat, womöglich noch bei den Muckern, sorry, Mot-Schützen. Doch ich kannte aus meiner Uffz-Schülerzeit durchaus den unangenehmen Streß des grüßen müssens, der ständige die Ruhe störenden Befehle, Ausbildung und so weiter. Und wir stellten uns das Leben als Bausoldat durchaus als eine befehls- und somit nahezu streßfreie Zeit vor. Den Rest blendet man da einfach mal aus. Umgekehrt ja schließlich auch.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.11.2010 23:45 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2010 23:56)
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#15
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Hallo !!!

DDR, Kirche, SED und MfS da prallen doch wohl Welten aufeinander… Kenne selber aus meinem privaten Umfeld Menschen, die das nicht mehr hören möchten und es selber, damals aus eigenen negativen Erfahrungen erleben mussten.
Die Prozentzahl für die SED bei Wahlen in der damaligen DDR sagt doch alles. „Erfüllt“ !!!
Das Volk wählt (mit ein paar Minus von nur 0,0… %) die Macht der DDR.
Schade… Wo ist hier der Arbeiter, Bauer, Christ usw. geblieben??? Was wäre, wenn es eine CDU/CSU oder sonst wer in der DDR an Parteien an die Macht gekommen wäre…

Eins wäre doch NIEMALS passiert, eine andere Partei. Die ja auch nur eins wollte, Macht und eigenes Wohlergehen und das auf Knochen der lieben Arbeitern und Bauern.

Das gefällt bestimmt nicht.


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