Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

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04.02.2010 18:22
avatar  Zermatt
#1
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Der 21-jährige Gefreite gehörte zur 2. Grenzkompanie Liebenrode.Am Tag seiner Flucht,am 7
Januar 1980, wurde er im Rahmen der Grenzüberwachung zum Frühdienst als Postenführer einer
Doppelstreife eingesetzt.Gegen 4.15 ging der Gefreite mit einem Soldaten auf dem Feldscheunenweg von Branderode in Richtung Grenze.
Auf dem Kolonnenweg gingen sei nach rechts einen kleinen Hang hinauf,vornweg der Soldat.
Nach etwa 50m nahm der Gefreite seine Maschinenpistole in Hüftanschlag und lud die Waffe
durch.
Dem Soldaten befahl er,die Tasche abzustellen und seine Kalaschnikow abzulegen.Dann befahl er ihm,fünf Schritte nach vorne zu machen und sich auf den Boden zu legen.Den Soldaten beruhigte
er mit dem Hinweis,dass ihm nichts passieren werde,wenn er den Anweisungen folgte.
Der Gefreite nahm Waffe und Tasche des Soldaten und lief zu einem unverminten Durchlass am
doppelten Metallgitterzaun.
Die beiden Waffen warf er über die erste Reihe des Zaunes,die Tasche hakte er mit einem Karabinerhaken daran fest und benutzte sie als Kletterhilfe.
Im Durchlass nahm er die beiden Waffen wieder auf und ging zu zweiten Zaunreihe,die er ebenfalls kletternd überwand.Nachdem er die Waffe des Soldaten weggeworfen hatte,lief er mit seiner Waffe zu Grenzlinie,die er an dem BGS Hinweisschild ausmachen konnte.
Bei dem Schild legte er seine Waffe und verschiedene Ausrüstungsgegenstände ab und ging in
Richtung Walkenried weiter.
Der zurückgebliebende Soldat zündete dann ein Handsignalgerät und verschoss eine gelbe Leuchtkugel.Gegen 5.35 Uhr wurde der Gefreite von einem Zollbeamten angehalten und zum
Zollkommissariat Bad Lauterberg gebracht,von wo er an dem BGS Duderstadt zur Befragung weitergeleitet wurde.


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04.02.2010 18:30
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#2
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Gut gemacht und ohne Verluste, Toll.


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04.02.2010 18:35
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#3
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Zitat von Bergmensch
Gut gemacht und ohne Verluste, Toll.



Besser konnte man sich nicht verabschieden, einfach -SUPER-


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04.02.2010 18:38
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#4
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@Bergmensch,
kann man nicht anders sagen. Gut durchdacht, obwohl gefährlich - gut gegangen!!!
Tolle Geschichte @Zermatt, iss man immer leicht mit aufgeregt.
VG Affi


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04.02.2010 19:05
avatar  josy95
#5
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Das ist der eindeutige Beweis, das mit ein wenig Sinn, Verstand und Überlegung, etwas Clevernis sowas auch ohne Gewalt, sprich Verletzen oder gar töten des Anderen ging!


josy95


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04.02.2010 19:16
#6
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Selbst wenn ich die Republikflucht mal außer acht lasse, so kann ich doch die Begeisterung für eine Fahnenflucht nicht ganz nachvollziehen. Das hier keine Toten und Verletzten zu verzeichnen waren macht die Fahnenflucht auch nicht weniger schlimm, dieser Umstand ist wohl eher dem Zufall zuzuschreiben. Wäre hier irgendetwas nicht nach Plan verlaufen, so hätte der Abzugsfinger in dieser letzten Phase der Flucht sicher recht locker gesessen.

Aber da nun die Geschichte geschrieben ist und auch die damaligen Gesetze nur noch der Vergangenheit angehören kann man nur hoffen, dass er danach auch was aus seinem Leben gemacht hat und nicht im "goldenen Westen" der große Absturz kam wie bei so vielen.


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04.02.2010 19:20
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#7
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Ach Feliks, damit habe ich gerechnet das du es wieder so siehst.


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04.02.2010 19:26
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#8
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Zitat von Feliks D.
Selbst wenn ich die Republikflucht mal außer acht lasse, so kann ich doch die Begeisterung für eine Fahnenflucht nicht ganz nachvollziehen.



Das macht nichts Feliks....wat denkste, wat ham meine Mutter und ich vorm Fernsehen gehockt und mitgelitten beim Film *Night Crossing*(mit dem Wind nach Westen), war auch supergefährlich und es hätt ständig was scxhreckliches passieren können aber wir sassen echt angespannt auf'm Sofa und die Tränen liefen literweise....

....bei jeder bekannt gewordenen glücklichen Flucht war man erleichtert und bei jeder misglückten Flucht fielen einem die krassesten Schimpfwörter ein in Bezug auf's System.....das war halt so....

groetjes

Mara


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04.02.2010 19:36
avatar  seaman
#9
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Ja,so eine Flucht sollte schon gut vorbereitet sein.
Kamen nach diesem neuen Schritt ins weitere Leben doch meist mehr als jahrelange Trennung von der Familie und andere persönliche Nicklichkeiten auf die Betroffenen zu.

seaman


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04.02.2010 19:45
avatar  icke46
#10
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@mongibella:

Es passt zwar eigentlich nicht so ganz hier rein - aber wenn Du den Film "Mit dem Wind nach Westen" erwähnst, muss ich sagen, dass ich den Film eher schlecht gemacht finde; was für mich ein generelles Problem bei Filmen ist, die von einer amerikanischen Produktionsfirma für den amerikanischen Markt gemacht wurden. Ich habe da teilweise mein Land (Alt-BRD) nicht wieder erkannt, und das, was ich von der DDR kannte, kam auch nicht richtig in dem Film rüber.

Unabhängig davon wäre die Geschichte der Ballonflüchtlinge, Familie Strelczyk und noch eine, einen eigenen Thread wert - gerade auch, wie es nach der geglückten Flucht weiter ging.

Gruss

icke


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04.02.2010 19:53
#11
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Denkt mal einer an den Posten???

Was der hinterher durchmachen musste???

Ob er evtl. verurteilt wurde???

Gibt es dazu nachvollziehbare Informationen?

Kann den Beifall auch nicht verstehen!
Würde den Kerl, der mir den Heimgang versauen wollte heute noch hassen.
Ich versuche bei der Klärung meiner Befindlichkeiten andere rauszulassen.

westsachse


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04.02.2010 19:56
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#12
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Naja Icke, ja der Film ist nich der Beste, es ging aber bei den Gefühlen eher um die Sache....und wenn du mal hier im Forum die Suchfunktion benutzt, da lässt sich was finden zum Thema....

....ich hab echt mitgefiebert wo ich den Film Mitte der 80er in der DDR gesehen hab....und ja, ich hab ihm auf'm PC im Orginalton.....ich weiss, englisch kommt der erstma noch schlechter....aber wie gesagt, es ging um die Geschichte ansich, die einem die Tränen rollen liess....

groetjes

Mara


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04.02.2010 19:58
avatar  glasi
#13
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Zitat

Zitat von westsachse
Denkt mal einer an den Posten???

Was der hinterher durchmachen musste???

Ob er evtl. verurteilt wurde???

Gibt es dazu nachvollziehbare Informationen?

Kann den Beifall auch nicht verstehen!
Würde den Kerl, der mir den Heimgang versauen wollte heute noch hassen.
Ich versuche bei der Klärung meiner Befindlichkeiten andere rauszulassen.

westsachse


ich auch nicht. obwohl ich jeden flüchling bewundere. aber westsachse hat recht. denkt mal an denn posten


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04.02.2010 20:00
avatar  Sonne
#14
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Alle Achtung
gut und durchdacht ausgeführt-sicher kannte der Postenführer den Soldaten und seine eventuelle Reaktion.Was wird wohl aus ihm gewurden sein???


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04.02.2010 20:00
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#15
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Ja okee, der Posten hat sich wohl einiges anhören müssen, vielleicht ist er auch discipliniert worden....aber was will er tun, wenn er mit einer Waffe bedroht wird...???? Den Heldentot sterben gar.....?????

Mara


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04.02.2010 20:10
#16
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Zitat von Feliks D.
Selbst wenn ich die Republikflucht mal außer acht lasse, so kann ich doch die Begeisterung für eine Fahnenflucht nicht ganz nachvollziehen. Das hier keine Toten und Verletzten zu verzeichnen waren macht die Fahnenflucht auch nicht weniger schlimm, dieser Umstand ist wohl eher dem Zufall zuzuschreiben. Wäre hier irgendetwas nicht nach Plan verlaufen, so hätte der Abzugsfinger in dieser letzten Phase der Flucht sicher recht locker gesessen.
Aber da nun die Geschichte geschrieben ist und auch die damaligen Gesetze nur noch der Vergangenheit angehören kann man nur hoffen, dass er danach auch was aus seinem Leben gemacht hat und nicht im "goldenen Westen" der große Absturz kam wie bei so vielen.



Wieviele sind denn abgestürzt?


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04.02.2010 20:10
avatar  glasi
#17
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ich denke mal davor hat sich jeder grenzer gefürchtet. grenzdurchbruch, fahnenflucht des kamaraden. jeder war doch froh wenn er nach seiner wehrdienstzeit durchs karsernentor war. ODER ?


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04.02.2010 20:11
#18
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der Posten hat in seiner Person vollkommen richtig gehandelt (Hardcore) man kannsich soetwas bestimmt nicht vorstellen vielleicht ist man auch mal zusammen im ausgang gewesen und man ist zusammenn mit Schleuderschuh zur Kompanie zurück (((Alptraum)))


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04.02.2010 20:13
#19
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sorry (Albtraum)))


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04.02.2010 20:16
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#20
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( gelöscht )

Ich halte es mit Westsachse. Was war mit dem Zurückgebliebenen, was war mit ihm?
Der, dem die Flucht gelungen ist, mag es gur gegangen sein. Seiner Familie?
Aber sein unmittelbarer Kamerad...und ich hasse das Wort " Kamerad", weil es mich an die Wehrmacht erinnert.
Er, der Flüchtling war ein Lump, eine gewissenlose Type, ein Egoist, und es gab bestimmtXmal andere Möglichkeiten, sich aus dem Staub zu machen, ohne den Anderen reinzureiten.
Und ich weiß, von was ich spreche, weil ich mindestens selbst ein Dutzend Mal die Gelegenheit hatte, ohne einen " Kameraden" in die Pfanne zu hauen.
Ich wäre weg gewesen, im dichten Unterholz auf vorgelagertem Gebiet, und mein Minentrupp hätte es erst nach einer Minute mitbekommen.
Hatt einer schon mal gestoppt, wie lange eine Minute sein kann?

R-M-R


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