ein Staatsschutz DDR

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21.01.2010 14:23
#16
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Peter,da stimme ich Dir voll zu.Es ist normaler Weise schwer,das MfS zu beurteilen.Weil in dieser Behörde alle Abteilungen unter einen Dach waren.Es gab dort Abteilungen die,die gleiche Arbeit taten wie jeder Geheimdienst dieser Welt es auch tut.Und weil alles unter einen Dach war,sieht und hört man heute nur das Wort--MfS und Stasi--und so werden alle über einen Kamm gezogen und immer druf mit den Knüppel.
Ich stimme Dir auch zu,es ist unter dem Namen (MfS)auch sehr viel Unrecht geschehen.Was die Unterdrückung und Überwachung gegen das eigene Volk an geht.


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21.01.2010 14:32
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#17
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ABV

Zitat von turtle
Hallo Leute Stasi, Stasi, und kein Ende! Ist ja auch nicht verwunderlich. Die Stasi hatte ja viele unterschiedliche Aufgaben Bereiche. In Unkenntnis oder Unwissen haben viele das alles in einen Topf geworfen und so war das Feindbild Stasi mehr oder weniger ausgeprägt! Nach der Wende kam nun auch vieles Negative an die Öffentlichkeit! Klar jeder Staat hat seine Truppe die im Hintergrund tätig ist! Mossad,CIA,KGB,SIS, etc. Logisch wird bei denen auch mit unsauberen Mitteln gearbeitet. Den militärischen Bereich der zu diesen Aufgabenbereich gehört möchte ich einmal ausklammern da er für mich fast normal ist!
Spione, Überläufer, etc. gehörten schon immer zu diesem Geschäft. Nun kann keiner Abstreiten das die Überwachung der Bürger in der DDR von der Stasi besonders ausgeprägt war! Die Anzahl der IM’s spricht für sich! Ich möchte niemand verdammen der aus Überzeugung für seinen Staat DDR für die Stasi gearbeitet hat, und heute noch dazu steht.
Was Unrecht war sollte diese Person aber inzwischen erkannt haben. Unsere Ex-Stasi Mitarbeiter hier im Forum zähle ich zu diesen Personen. Vieles Unwissende und interessantes über die Tätigkeiten bei der Stasi haben sie uns wissen lassen. Das sie überwiegend ihre Tätigkeiten in einem für Sie günstigem Licht schildern ist menschlich und entlockt mir hier und da ein grinsen. Mag ja sein das bei Bürgern deren Unschuld klar zu erkennen gewesen war so etwas wie eine Rehabilitation erfolgte! Doch die Akten welche dazu angelegt wurden blieben erhalten, vielleicht war da doch etwas? Das Tätigkeiten welche mit Verrat bespitzeln ,beobachten, abhören zusammenhängen nun einmal nicht den besten Ruf haben ist nicht neu. Viele haben nach der Wende in mancher Hinsicht dafür gezahlt. Das tut mir Leid. Doch wie viel Unrecht wurde durch die Tätigkeit der Stasi vielen Bürgern angetan?
Sicherlich gab es bei der Stasi nicht nur Schergen. Lumpen gibt es überall, das ist nicht nur bei der Stasi so gewesen! Meine persönliche Einstellung ! Mitarbeiter der Stasi welche aus Überzeugung Dienst für ihren Staat getan haben und dabei nicht gegen Menschenrecht verstoßen haben müssen nicht unbedingt meine Freunde werden. Ich habe aber nichts dagegen mich mit ihnen an einen Tisch zu setzen um zu reden oder auch ein Bier zu trinken. Natürlich müssen sie genauso meine Vergangenheit und die daraus entstandene Einstellung akzeptieren!
Die Zeit wird noch mehr Wunden heilen wo oder wem es möglich ist sollte die Hand zu Versöhnung ausstrecken. Ich halte meine hin. Auch vergeben verlangt Größe! Auch wenn sich jetzt mancher Ex-Stasi Mitarbeiter sagt ,was will er Vergeben, ich habe nicht Unrechtes getan. Der Eine oder Andere wird verstehen was damit gemeint ist!

Nun genug geschrieben . Möchte noch einen Satz zu den letzten Unstimmigkeiten der letzten Tage los werden. Lasst nach den letzten Unruhen wieder Ruhe im Forum einkehren! Mich hat zwar nicht jede Antwort überzeugt ,einiges sehe ich auch jetzt noch mit einem anderem Blickwinkel . Trotzdem die Mehrheit möchte wieder Ruhe im Forum dazu gehöre auch ich!
Gruß Peter(turtle)



Bravo Peter!! Besser kann man man die ganze Problematik wohl nicht ausdrücken.
Chucky und Rostocker: 1989 war das MfS für mich auch noch ein ganz normaler Geheimdienst, wie ihn sich jeder Staat leisten muss. Diese Meinung beruhte auf meinem damaligen Wissen, oder besser gesagt Nichtwissen. Heute stehen uns aber genügend Dokumente, Filme, Zeitzeugenberichten, etc. zur Verfügung die etwas ganz anderes besagen. Die Stasi war nicht nur ein Geheimdienst, sondern ein wahnsinnig aufgeblähter Sicherheitsapparat. Hier vermengten sich polizeiliche, geheimdienstliche und militärische Strukturen, was in Europa nicht normal sein dürfte. Schon die ungeheure Zahl der Mitarbeiter, gemessen an den wenigen DDR-Bürgern, ist ein Indiz dafür das es sich um keinen normalen Staatsschutz oder Geheimdienst gehandelt haben kann.
Aber ich schließe mich jetzt auch wieder Peter an, lasst Frieden in das Forum einkehren. Bei solchen Diskussionen dreht man sich wie die Katze um den eigenen Schwanz. Oder anders ausgedrückt, die Fronten verhärten sich, ohne das ein Ergebnis erzielt werden kann.

Gruß an alle
Uwe

21.01.2010 15:11
avatar  Alfred
#18
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ABV,

man sollte einen Geheimdienst nun nicht an der Zahl seiner Mitarbeiter messen, dies ist wohl ein wenig zu einfach. Wenn ich mich richtig erinnere hatte Merkur zu diesen Thema schon mal was geschrieben.


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21.01.2010 18:04
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#19
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( gelöscht )

Zitat von Alfred
ABV,

man sollte einen Geheimdienst nun nicht an der Zahl seiner Mitarbeiter messen, dies ist wohl ein wenig zu einfach. Wenn ich mich richtig erinnere hatte Merkur zu diesen Thema schon mal was geschrieben.



Nicht nur, stimmt, Alfred, aber hauptsächlich. Die Zahlen im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung spiegeln schon eine gewisse "Notwendigkeit" bzw. "Unsicherheit" wider. Letztlich sollte man auch differenzieren, ob die Mitarbeiter mehr zum Schutz des Volkes von aussen- oder mehr zur Sicherung vor inneren "Feinden" eingesetzt werden.....Erhöhten sich die Zahlen in den letzten Jahren, weil gleichzeitig die Zahl der "inneren Problemfälle" stieg?


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21.01.2010 18:21
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#20
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ABV

Nicht nur, stimmt, Alfred, aber hauptsächlich. Die Zahlen im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung spiegeln schon eine gewisse "Notwendigkeit" bzw. "Unsicherheit" wider. Letztlich sollte man auch differenzieren, ob die Mitarbeiter mehr zum Schutz des Volkes von aussen- oder mehr zur Sicherung vor inneren "Feinden" eingesetzt werden.....Erhöhten sich die Zahlen in den letzten Jahren, weil gleichzeitig die Zahl der "inneren Problemfälle" stieg?
[/quote]

Genau so ist es! Vergleiche doch bitte mal die Zahl der Mitarbeiter des BND oder des VS und vergleiche sie mit der Anzahl der Bevölkerung des heutigen Deutschlands. Wozu brauchte man denn für alle Bereiche des Lebens eine eigene Hauptabteilung. Hier zeigt sich ein latentes Mißtrauen gegen das eigene Volk. Mitverantwortlich war sicher auch das Trauma des 17.Juni 1953. Damals ist ja die Staatssicherheit dafür gescholten worden, dass sie die Unruhen nicht vorausgesehen hatte. Dabei wäre es wohl besser gewesen, wenn die SED die Ursachen der Proteste analysiert hätte, statt sie pauschal als " faschistischen Putsch" zu diffamieren.

Gruß an alle
Uwe

21.01.2010 18:50 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2010 18:51)
avatar  Alfred
#21
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ABV,

wie viele operative Mitarbeiter hatte denn das MfS ?

Auch hatte ja das MfS nicht nur Aufgaben die heute vom Verfassungsschutz oder dem BND erledigt werden, oder ?

Was sagen Zahlen ?

Die BRD gab vor 1989 rund 50 Milliarden DM pro Jahr für den Verteidigungshaushalt aus. Heute, wo es keinen Warschauer Vertrag mehr gibt rund 27 Milliarden Euro.....


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21.01.2010 19:00 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2010 19:02)
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#22
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Macht 52.807.410.000 DM, abzüglich der Inflationsrate seit `89 dürften das weniger wie 50 Mrd. DM sein


Allerdings ist deine Zahl falsch, für 2009 sind 31 Mrd. € veranschlagt, dann wirds eindeutig mehr!


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21.01.2010 19:11
avatar  glasi
#23
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hallo . was nützt das geld. manchmal hat das mfs sich ganz schön dilitantisch verhalten. dann aber aber auch wieder sehr clever.


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21.01.2010 22:38
#24
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Zitat von glasi
hallo . was nützt das geld. manchmal hat das mfs sich ganz schön dilitantisch verhalten. dann aber aber auch wieder sehr clever.


::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Ja bei jeden Geheimdienst gibt es Höhen und Tiefen,


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21.01.2010 22:43
#25
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und was unterscheidet jetzt das MfS von anderen Geheimdiensten?

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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21.01.2010 22:58
#26
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Zitat von mannomann14
und was unterscheidet jetzt das MfS von anderen Geheimdiensten?


::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Ja das sie sich nicht in die Karten schauen lassen,sonst wären sie ja keine Geheimdienste.


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22.01.2010 10:17 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2010 10:19)
avatar  seaman
#27
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Wird nicht jedermanns Meinung sein:
Sehe immer drei Kriterien,wenn die verordnete Stasikeule geschwungen wird.
1.)Es gab Menschen,die sich mit dem Staat DDR identifizierten,für die war eine Einrichtung Staatssicherheit normal und notwendig.
2.)Es gab Menschen in der DDR,die vom MfS zu Unrecht als Staatsfeinde behandelt wurden und Repressalien erlitten.Zu Recht haben diese Menschen eine andere Wahrnehmung des MfS.
Auf diese Schiene springen Leute auf,die vom MfS zu Recht für Taten,die in jedem anderen Land der Welt als kriminell geahndet werden,bestraft und verurteilt wurden ,auf.
3.)Ja,dann gibt es noch die ehemaligen Bürger eines damals als "Feindstaat" deklarierten Landes,die heute einen Beitritt mit einem gewonnenen Krieg verwechseln.
Ausländer, damals(Bundesbürger),die ostdeutsche Städte 1989 nicht richtig schreiben konnten(und kannten) und geographisch nach Obervolta einordneten.Ausländer,die heute jedem "Ostgeborenen" erklären wie die Welt heute läuft und damals in der DDR lief.
Joo,
wenn es gegen Stasi geht wird sogar verbal das Grundgesetz ausgehebelt....

seaman-
mein Ton ist rauh,aber herzlich...


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22.01.2010 10:41
avatar  Alfred
#28
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mannomann,

der Unterschied zwischen dem MfS und anderen Geheimdiensten besteht u.a. darin, dass man heute an viele Akten kommt, die Archive West sind zum größten Teil geschlossen.

Bei einigen würde ERSTAUNE ausbrechen, wenn alle Archive offen wären....


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22.01.2010 12:26 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2010 12:37)
avatar  ABV
#29
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ABV

Zitat von Alfred
ABV,

wie viele operative Mitarbeiter hatte denn das MfS ?

Auch hatte ja das MfS nicht nur Aufgaben die heute vom Verfassungsschutz oder dem BND erledigt werden, oder ?

Was sagen Zahlen ?

Die BRD gab vor 1989 rund 50 Milliarden DM pro Jahr für den Verteidigungshaushalt aus. Heute, wo es keinen Warschauer Vertrag mehr gibt rund 27 Milliarden Euro.....



Die Zahl der operativen MfS-Mitarbeiter lag angeblich bei 12084. Ob und wie weit man dieser Quelle, DDR-Lexikon im Internet, Glauben schenken darf, entzieht sich meiner Kenntnis. Es geht auch nicht um Zahlen. Für mich sind Aufgabenvielfalt und Befugnisse des MfS, das entscheidende, gegenüber anderen Geheimdiensten abgrenzende Kriterium. Meiner Meinung nach ist gerade diese Aufgabenfülle Ausdruck eines starken Mißtrauens, nicht nur gegenüber der Bevölkerung sondern auch gegen die anderen " bewaffneten Organe". Warum hat man denn den Personenschutz und die Ermittlungen bei bestimmten gegen die staatliche Ordnung und Sicherheit gerichtete Straftaten nicht der Polizei überlassen? Ermittlungsführung ist keineAufgabe eines Geheimdienstes. Warum wurde die Passkontrolle an den Grenzübergängen nicht den eigentlich dafür zuständigen Grenztruppen überlassen? Warum mussten diese Aufgaben von "handverlesenen " MfS-Mitarbeitern übernommen werden? Die klassischen heute noch gültigen Aufgaben eines Geheimdienstes sind Abwehr und Beobachtung von inneren und äußeren Gegnern. Das MfS hatte dagegen weit mehr Aufgaben zu bewältigen und griff damit immer wieder in die Kompetenzen anderer Behörden / Sicherheitsorgane ein. Aus diesem Grunde stand das MfS auch im Ruf eines "Allmachtsuperministerium" das über all zu entscheiden hatte. Das entsprach auch der Wirklichkeit in der DDR. Niemand konnte ohne das abschließende Votum des MfS Polizist werden, oder in den "Westen" reisen. Ich habe selbst erlebt, dass jemand 1988 unter Alkohol einen Verkehrsunfall verursacht hatte. Und ich sehe ihn noch den Leiter der Verkehrspolizei des VPKA angrinsen und sagen: " Du weißt doch das ich meine "Fleppen" bald wieder bekomme." Es war schon damals ein offenes Geheimnis, dass dieser Mann IM der Kreisdienststelle war. Und tatsächlich fuhr er bald wieder durch die Landschaft, obwohl auch sein Alkoholproblem kein Geheimnis, sondern eine Tatsache war. Ich glaube kaum das der VS heute solche Macht hätte, um einen Spitzel vor dem Führerscheinentzug zu bewahren. Das in den verschlossenen Akten des BND und "Soprengstoff" lagert, der diesen Behörden unangenehm werden könnte, bezweifele ich ja nicht. Man denke nur an den aufgedeckten Waffenschmuggel in den Iran, an dem auch der BND beteiligt war. Geheimdienste operieren nicht selten in einer Grauzone der Legalität und überschreiten diese Grenze auch hin und wieder. Vielleicht können künftige Generationen in Zukunft ganz auf Geheimdienste verzichten??

Gruß an alle
Uwe

Gruß an alle Uwe

22.01.2010 12:45
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#30
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( gelöscht )

Zitat von seaman
Wird nicht jedermanns Meinung sein:
Sehe immer drei Kriterien,wenn die verordnete Stasikeule geschwungen wird.
1.)Es gab Menschen,die sich mit dem Staat DDR identifizierten,für die war eine Einrichtung Staatssicherheit normal und notwendig.
2.)Es gab Menschen in der DDR,die vom MfS zu Unrecht als Staatsfeinde behandelt wurden und Repressalien erlitten.Zu Recht haben diese Menschen eine andere Wahrnehmung des MfS.
Auf diese Schiene springen Leute auf,die vom MfS zu Recht für Taten,die in jedem anderen Land der Welt als kriminell geahndet werden,bestraft und verurteilt wurden ,auf.
3.)Ja,dann gibt es noch die ehemaligen Bürger eines damals als "Feindstaat" deklarierten Landes,die heute einen Beitritt mit einem gewonnenen Krieg verwechseln.
Ausländer, damals(Bundesbürger),die ostdeutsche Städte 1989 nicht richtig schreiben konnten(und kannten) und geographisch nach Obervolta einordneten.Ausländer,die heute jedem "Ostgeborenen" erklären wie die Welt heute läuft und damals in der DDR lief.
Joo,
wenn es gegen Stasi geht wird sogar verbal das Grundgesetz ausgehebelt....

seaman-
mein Ton ist rauh,aber herzlich...


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Dein Artikel gefällt mir sehr gut Seaman


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