Kulinarisches aus Ostdeutschland/DDR

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19.01.2010 12:47 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2010 12:53)
#1
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Bitte den Titel nicht falsch verstehen, will es mal so beschreiben und wissen was es für besonderheiten beim Essen gibt/gab.

Als ich 2004 meine bessere Hälfte kennen gelernt habe, habe ich doch feststellen müssen, das in Ostdeutschland doch anders gesgessen wird. Teilweise jedenfalls.

Mein Fast-Schwiegervater hat abends mal etwas gekocht, er sagte Svenni jetzt koch ich was, was ich früher immer gern gessen habe. Nun gut dachte ich lass mal kommen. Es gab Puddingsuppe, das kannte ich wahrlich noch nicht und war unheimlich lecker. Zwieback vorm Essen rein und das macht satt.

Oder ich freute mich als es hieß heute Mittag gibts Jägerschnitzel, wow dachte ich richtig mal nen Schnitzel. Umso erstaunter war ich als dann zwei panierte Wurststücke auf meinem Teller lagen. Schmeckte auch sehr lecker. Also vieles von meinen Fast-Schwiegereltern habe ich hier mit nach Hause gebracht.

Und dann gabs auch mal Topfwurst (Tote Oma), wobei mein Schwiegervater ergänzte das wird auch in Berlin gegessen, sah zwar unappetilich aus, war aber auch echt lecker. Sauerkraut dazu und fertig ist die Laube!

Was esst Ihr denn so zu Hause?

Ein Essen fällt mir noch ein "süß-saure Eier". Sah auch erst nicht lecker aus, aber man muss ja alles probieren! Auch mega lecker!!

Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!


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19.01.2010 12:53
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#2
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Na das ist doch mal wieder ein tolles Thema. Da werde ich gleich mal meinen Senf dazugeben. Seit meinen vielen Exkursionen in den Ostharz bin ich ein Soljanka- Liebhaber geworden. Die Suppe schmeckt mir verdammt gut. Ich bin nun kein ausgewiesener Kenner der Suppe, und es gibt sicherlich auch Unterschiede. Aber hier im "Westen" gibt es z. B. bei Edeka auch die Suppe von Ostdeutschen Herstellern und die schmeckt mir. Ebenfalls positiv ist mir aufgefallen, das im Harzer Gebiet die Wurstwaren stärker geräuchert und gewürzt sind, als es hier der Fall ist. Das ist natürlich Geschmackssache, aber mir gefällt das. Als dritte Annehmlichkeit möchte ich eine Lanze für Kukis Gulaschkanonen brechen. Ein Besuch bei den mobilen Stationen gehört so oft wie möglich dazu. Das ist eine der schönen und tollen Besonderheiten die es im Ostharz gibt.


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19.01.2010 12:56
#3
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Ja stimmt Soljanka, das gibts stellenweise auch hier, man muss nur echt suchen im Supermarkt. Diese mobilen Gulaschkanonen kenne ich als sog. Feldküchen! Im Bördekreis (Sachsen-Anhalt) habe ich das schonmal gesehen.

Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!


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19.01.2010 13:42
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#4
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Zitat von karl143
Na das ist doch mal wieder ein tolles Thema. Da werde ich gleich mal meinen Senf dazugeben. Seit meinen vielen Exkursionen in den Ostharz bin ich ein Soljanka- Liebhaber geworden. Die Suppe schmeckt mir verdammt gut. Ich bin nun kein ausgewiesener Kenner der Suppe, und es gibt sicherlich auch Unterschiede. Aber hier im "Westen" gibt es z. B. bei Edeka auch die Suppe von Ostdeutschen Herstellern und die schmeckt mir. Ebenfalls positiv ist mir aufgefallen, das im Harzer Gebiet die Wurstwaren stärker geräuchert und gewürzt sind, als es hier der Fall ist. Das ist natürlich Geschmackssache, aber mir gefällt das. Als dritte Annehmlichkeit möchte ich eine Lanze für Kukis Gulaschkanonen brechen. Ein Besuch bei den mobilen Stationen gehört so oft wie möglich dazu. Das ist eine der schönen und tollen Besonderheiten die es im Ostharz gibt.


__________________________________________________

Soljanka vom EDEKA.... Karl..... bitte...... Brauchst Du ein gutes Rezept dafür? Schmeckt auch garantiert besser als vom Supermarkt.


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19.01.2010 14:18
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#5
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Soljanka gab es vor gut 2 Stunden bei mir. Die Alternative aus dem Supermarkt finde ich zum würgen, vor allem weil es ja ein leckeres Süppchen ist, das zur Resteverwertung diente. Am Wochenende ist bei uns so einiges an Wurst und Schnitzel übrig geblieben, das schmeißt man klein geschnitten in einen Topf brät es scharf an 1 EL Tomatenmark hinzu, Zwiebel glasig mit andünsten, Wasser drauf Saure Gurken mit rein und abschmecken, fertig ist der Suppentopf. Dazu saure Sahne und Buttertoast.
Außerdem gibts bei uns immer Hackepeter oder mal ne richtige Erbsensuppe, Königsberger Klopse sowie Senfeier und Hühnerfrikassee, Linsensuppe süß-sauer.
Das alles hab ich mit nach Bayern exportiert und es kommt auch hier gut an, bis auf den Hackepeter, den muss ich immer alleine essen.

Gruß Fela


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19.01.2010 14:36
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#6
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Also...was ich noch weiß ging so los: (bitte Ablauf beachten)

Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden und glasig anbraten
Paprika in kleine dünne Streifen schneiden und anbraten
saure Gurken (vorzugsweise Spreewaldgurken )in Streifen schneiden und anbraten
Tomatenmark, zusätzlich etwas Ketschup dazu geben
Wurst (am besten Jagdwurst, Kassler(ich nehme auch des öfteren mal guten luftgetrockneten Schinken mit rein für die gewisse Note)in Streifen schneiden und mit dem Sud weiter anbraten
etwas würzen mit etwas Salz, einem Pimentkorn, einem Lorberrblatt einer Priese Zucker und viel Pfeffer (Geschmacksache)und jetzt kommts...mit klarer Fleisch oder auch Gemüsebrühe auf füllen!
Manche machen auch Sauerkraut mit dabei, mag ich aber persönlich nicht...


MfG


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19.01.2010 14:38
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#7
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Und weil es so schön ist.....da gab es noch und gibt es immer noch das allseits beliebete Würzfleisch!

Eines meiner Leibspeisen, natürlich selbst gemacht und nicht aus der Konserve!

MfG


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19.01.2010 14:45
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#8
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Zitat von Svenni1980
Bitte den Titel nicht falsch verstehen, will es mal so beschreiben und wissen was es für besonderheiten beim Essen gibt/gab.

Als ich 2004 meine bessere Hälfte kennen gelernt habe, habe ich doch feststellen müssen, das in Ostdeutschland doch anders gesgessen wird. Teilweise jedenfalls.

Mein Fast-Schwiegervater hat abends mal etwas gekocht, er sagte Svenni jetzt koch ich was, was ich früher immer gern gessen habe. Nun gut dachte ich lass mal kommen. Es gab Puddingsuppe, das kannte ich wahrlich noch nicht und war unheimlich lecker. Zwieback vorm Essen rein und das macht satt.

Oder ich freute mich als es hieß heute Mittag gibts Jägerschnitzel, wow dachte ich richtig mal nen Schnitzel. Umso erstaunter war ich als dann zwei panierte Wurststücke auf meinem Teller lagen. Schmeckte auch sehr lecker. Also vieles von meinen Fast-Schwiegereltern habe ich hier mit nach Hause gebracht.

Und dann gabs auch mal Topfwurst (Tote Oma), wobei mein Schwiegervater ergänzte das wird auch in Berlin gegessen, sah zwar unappetilich aus, war aber auch echt lecker. Sauerkraut dazu und fertig ist die Laube!

Was esst Ihr denn so zu Hause?

Ein Essen fällt mir noch ein "süß-saure Eier". Sah auch erst nicht lecker aus, aber man muss ja alles probieren! Auch mega lecker!!



Also, Puddingsuppe gab es im Westen auch. Topfwurst (Tote Oma) kannte ich als Rinder- oder Semmelwurst. Die Begriffe Topfwurst und Tote Oma kannte ich vor der Wende nicht. Süß-saure- oder saure Eier gab es auch im Westen.

Zitat von karl143
Na das ist doch mal wieder ein tolles Thema. Da werde ich gleich mal meinen Senf dazugeben.


Zum Thema passend bitte den guiten Bautzner!

Zitat von karl143
... Seit meinen vielen Exkursionen in den Ostharz bin ich ein Soljanka- Liebhaber geworden. ... Ebenfalls positiv ist mir aufgefallen, das im Harzer Gebiet die Wurstwaren stärker geräuchert und gewürzt sind, als es hier der Fall ist. ... Als dritte Annehmlichkeit möchte ich eine Lanze für Kukis Gulaschkanonen brechen. Ein Besuch bei den mobilen Stationen gehört so oft wie möglich dazu. Das ist eine der schönen und tollen Besonderheiten die es im Ostharz gibt.


Soljanka kannte ich vorher auch nicht. Mir viel auch auf, dass die Wurst im Kreis Halberstadt viel schärfer gewürzt war. Was mir durchaus gefiel. Aber Gulaschkanonen gab es auch im Westen.

Zitat von fela123
Soljanka gab es vor gut 2 Stunden bei mir. ...


Äußerst nett von dir, dass hier zu schreiben. Bitte das nächste Mal mit Voranmeldung, dass ich mich einladen kann.

Zitat von fela123
... Außerdem gibts bei uns immer Hackepeter oder mal ne richtige Erbsensuppe, Königsberger Klopse sowie Senfeier und Hühnerfrikassee, Linsensuppe süß-sauer.
Das alles hab ich mit nach Bayern exportiert und es kommt auch hier gut an, bis auf den Hackepeter, den muss ich immer alleine essen.

Gruß Fela



Hackepeter kannte ich zwar auch unter dem Namen, bei uns (im Raum Helmstedt) nannte man es aber Mettgut. "Richtige Erbsensuppe" kannst du auch von mir essen. Auch vor der Wende schon. Königsberger Klopse, Senfeier Hühnerfrikassee und Linsensuppe auch.

Vieles wurde einfach nur anders genannt. Bestes Beispiel sind wohl die Broiler. Ich dachte damals, dass es sich um Boiler handelt. Wie man sich irren kann!!!
Viele Grüße
Micha


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19.01.2010 14:59
#9
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Na dass ist ja mal ein geiles Thema!

Spreewälder Quark, mit LEINÖL, Zwiebeln und dazu Pellkartoffeln- oberlecker!
Einige werden jetzt bestimmt sagen, mit Leinöl streiche ich meinen Gartenzaun! Die wissen nicht was ihnen entgeht.
Was macht den Spreewälder stark?
Kneedeln, Leineel und Quark.
Was schmeckt am zur Sonntagsruh?
Kaffee und Plinse dazu.
Was werd er immer lieben?
Gritzwurscht mit großen Grieben.
Was gibt am Mut und Zorn?
Alter Cottbuser Korn.
Was klärt den Kopp bei Mann und Frau?
Saure Gurken aus Lübbenau.

Gruß RF (Andreas)

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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19.01.2010 15:08
#10
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OK-Dann mal ein Tip den Karl schon ansprach-und zwar Kukkis-Erbseneintopf.Gelegen im Harz an der B 27 zwischen Elend und Braunlage.Am ersten ehm.Grenz-Zaun (GSZ) gelegen.
Ich persönlich fahre öfters mal ran da,wenn ich in der Nähe bin.
Hier mal 3 Fotos.

19.01.2010 16:02
#11
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Zitat von fela123
Soljanka gab es vor gut 2 Stunden bei mir. Die Alternative aus dem Supermarkt finde ich zum würgen, vor allem weil es ja ein leckeres Süppchen ist, das zur Resteverwertung diente. Am Wochenende ist bei uns so einiges an Wurst und Schnitzel übrig geblieben, das schmeißt man klein geschnitten in einen Topf brät es scharf an 1 EL Tomatenmark hinzu, Zwiebel glasig mit andünsten, Wasser drauf Saure Gurken mit rein und abschmecken, fertig ist der Suppentopf. Dazu saure Sahne und Buttertoast.
Außerdem gibts bei uns immer Hackepeter oder mal ne richtige Erbsensuppe, Königsberger Klopse sowie Senfeier und Hühnerfrikassee, Linsensuppe süß-sauer.
Das alles hab ich mit nach Bayern exportiert und es kommt auch hier gut an, bis auf den Hackepeter, den muss ich immer alleine essen.

Gruß Fela



Hallo Fela

Du wirst mir immer Symphatischer. Die gleichen Gerichte gibt es bei uns auch öfters zu Hause. Wir nennen nur einige Gerichte anderst so heisst bei uns die Linsensuppe - dreckige Suppe und der Hühnerfrikassee ist bei uns das gesprengte Huhn. Hackepeter muß ich immer alleine essen meine Frau mag es lieber als Gehacktesklöschen. Da ich gelernter Fleischer bin mache ich das Gehacktes natürlich selber.
Da ich aus der Thüringischen Rhön stamme gibt es bei uns die Thüringer Klöße mit vielen Zulagen wie Rouladen mit Rotkraut.Bei uns werden die Klöß die Mittag übrig bleiben dann am Abend aufgeschnitten und dann gebraten siehe 2.Bild.
Auch gibt es bei uns die Kartoffelpuffer ( Tetscher) des öfteren.





Gruß Rhöni

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.


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19.01.2010 16:06
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Zitat von Rhönräuber





Gruß Rhöni



Also wenn ihr wollt, dass ich hier in diesem Thread weiterschreibe, dann solltet ihr nicht solche leckeren Bilder einstellen. Da tropft einem ja der Zahn!!!


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19.01.2010 16:24
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Leinöl aus dem Spreewald habe ich auch immer im Haus für den Quark.

Feldküchen - Die Feldküchen der NVA haben es sogar bis hier an die Weser geschafft. Auf dem Wochenmarkt in Nienburg steht jeden Mittwoch und Samstag eine. Erbsensuppe mit Wurst für 2,50 Euro.

Soljanka. Nicht jeder ist damit groß geworden. Auch wenn ihr die Dose verabscheut, wenn man es nicht anders kennt, mir schmeckt die auch. Das ist so, als wenn ihr Grünkohl und Pinkel aus einem Fertiggericht esst. Das wird hier auch liebevoll selber zubereitet. Auf alle Fälle stimmt es, das im Harzer Raum anders gewürzt wird. Ich bin ein Freund von Würze.

Das Hackfleisch heißt hier nur "Mett". Wenn ich in Karlsruhe bin, vermisse ich das immer. Je weiter man nach Süden kommt, desto seltener wird es. Dort gibt es eigentlich nur Bratenmett, aber kein Hackepeter oder Mett.
Kuriosum: Grobe Mettwurst hieß die in Braunschweig/Wolfenbüttel. Hier an der Weser heißt die Wurst dann "Braunschweiger".


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19.01.2010 16:29
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Mensch Rhöni... die Bilder sind ja fürchterlich, ich will momentan Diät machen und dann sowas.


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19.01.2010 16:39
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#15
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Zitat von exgakl
Mensch Rhöni... die Bilder sind ja fürchterlich, ich will momentan Diät machen und dann sowas.



Siehste Rhöni, was du da angerichtet hast?


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