Postenbestrafung bei Grenzdurchbruch

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19.01.2010 00:14
#31
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Ich kann dazu nur sagen.Während meiner ganzen Dienstzeit am Kanten hatte ich das Glück gehabt und musste nicht einmal die Waffe durch laden,und das war gut so.Ok-muss Anmerken,entsichert habe ich sie doch schon mal.Aber nur dann,wenn sich von der Trasse hin und wiedermal ein Hund los gerissen hat und ich ihn irgenwo wieder festmachte.Oder man saß in irgendeiner Gegend und hörte sonst was für Gräusche oder man sah im Nebel sonst was für Gestalten und das gerade in der Nachtschicht.Und ich glaube hier wird mir jeder ehm.Grenzer Beipflichten wie sich das anhört wenn ein Igel Nachts bei toten Stille durchs Unterholz oder durchs Laub läuft.
Aber ne kleine Anekdote zum Durchladen der Waffe habe ich noch.
War zum Reservistendienst in Pallingen am Kanten,mußte UVD spielen.Die Kompanie hatte Parktag,ich mußte den neuen Posten rausbringen und den Alten rein holen (also Wachablösung-Objektwache)kontrolliere beim abgelösten Posten die Waffe.Der sagte,Waffe entladen-Patronenlager frei.War ja alles so weit ok,aber bei mir vergaß ich das Magazin zu entfernen und tat das gleiche.Ich lud die Waffe durch und drückte ab,es ging ein kurzer Feuerstoß raus.etwas weiter nach rechts gehalten und der Fahrer vom LO der auf der Waschrampe stand wäre runter gefallen.Was meint ihr--wie mir der Arsch auf Grundeis ging.


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19.01.2010 00:19
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#32
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@Rostocker: Jepp, da wär mir auch die Puperze auf Grundeis gegangen...;o) Kommandos sind Alles. Damals war´s die Waffe. Heute sagt man beim ablegen des Sportbootführerschens: "Achteraus frei!" LoL
Gruß,
DHF_GT


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19.01.2010 00:26
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#33
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Hallo Leute.wir hatten mal einen Durchbruch von WEST nach OST.Der Kerl wollte zu seiner Freundin nach Sommersdorf,kam den Bahndamm entlang,Streichhölzer angezündet und Hallo Polizei gerufen,aber nichts(Obwohl laut Postenplan dort besetzt war.Er weiter richtung Birkenwäldchen wo er kurz an einen Laufhund vorbei ist und Richtung Barneberg.Da hatte er das Licht gesehen und sich durch lautes Hallo rufen gemeldet.Der Posten dachte der Spinnt und wollte den Passierschein sehen ,und sah nur den Westdeutschen Pass.Danach holte er den UvD und die Sache wurde geklärt.Er wurde nach Magdeburg gebracht.Der Durchbruch wurde genau rekonstruiert,der Posten(die lagen einige Meter weiter in einem Erdbunkerund haben gepennt) Der Postenführer wurde mit Knast bestraft und mußte die Zeit nachdienen. Wie lange ,kann ich nicht sagen.EsDer Hund wurde ausgewechselt.Es wurde nicht immer geschossen sondern auch mal geschlafen.GESCHICHTE wurde nicht erfunden.Gruß Greso.


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19.01.2010 00:46
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#34
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@Greso: Schöner Beitrag...;o) Die Trassenhunde waren bis auf einige Ausnahmen, so denke ich, eher zahm. Sie bekamen von den Kameraden immer (zusätzlich) zu essen. Den ersten Hund den ich bekam als DHF, war ein Riesenschnautzer, von der Trasse, der Kamerad hat sich dann erst mal in meinen Oberschenkel verbissen als ich ihm zur Gewöhnung aus der Tagespresse vorlas...LoL Jut, das lag aber nicht an mir, der Junge war einfach, so denke ich heute, früher mal der Chef (Rudelführer) an der Anlage. Und dem bring mal bei, dass "er" jetzt einen Chef hat... Die Hunde waren nicht ganz unkompliziert...;o)
Gruß,
DHF_GT


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19.01.2010 09:01
avatar  Alfred
#35
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Greso,
einen Hinweis.

Nach bestimmten Vorkommnissen wurden die Personen zum Teil in andere Truppenteile versetzt. Für viele Außenstehende entstand der Eindruck, die Leute sitzen im Knast. Einige haben dies aber auch geäußert, als eine Art Abschreckung.


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19.01.2010 18:03
avatar  Greso
#36
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Hallo, DHF_GT,Danke und Du hast Recht,aber wir gaben immer unsere Postenbrote in der Hoffnung sie würden bellen
sollte eine Kontrolle kommen aber sie taten es nicht.(Postenbrote gefressen und uns angebellt.Desweiteren ware
wir fast alle immer erleichtert wenn ein Hund auf den LKW einen Korb trug.( Habe selber Hunde ( Boxer)Gruß Greso


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19.01.2010 18:13
avatar  Greso
#37
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Alfred,Hallo das mag sein Abschreckung ist ja auch eine Waffe,Gruß Greso


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19.01.2010 19:21
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#38
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Eierfeile, wenn mich nicht alles täuscht, war dein Einstiegsbeitrag hier im Forum sehr gut, bekam auch gute Statements.
Nur jetzt mit dem Wort" Schießgeilheit" in deinem Text kann ich irgendwie nichts anfangen.
Nun war ich nicht auf Kompanie, nur Stab, also Pioniere( grenzunterstützende Einheiten, aber ich kann es nachvollziehen, wenn sechs Meter neben dir Männer vom BGS/ZGD liefen,auf gleicher Höhe durch aber auch nichts getrennt, so als könntest du ihnen die Hand reichen und ich immer im Hinterkopf hatte: Wenn hier jetzt einer losrennt, von deinen eigenen Leuten, dann überschlägt sich die Situation, dann erschießen dich entweder deine eigenen Leute vom nächsten BT11 im Streufeuer oder du landest in Schwedt, weil du nicht gehandelt hast.
" Gehandelt?"
Eine gute Frage, etwa den eigenen Mann erschießen und die vom BGS/ZGD gleich mit?
Ich denke, man macht es sich heute mit der Fragestellung" Was wäre wenn" zu leicht.
Jede Situation war einmalig, mit der anderen nicht zu vergleichen, und sollte auch nur eine Wildsau im Busch geraschelt haben, dann war in der Aufregung und Ungewissheit das schießen vielleicht die beste Sache, es hätte ja auch ein Weinhold sein können?
Aber wie gesagt, ich war nicht auf Kompanie.

R-M-R



Hallo R-M-R,
bin wieder Online und habe gerade die Beiträge seit gestern mal durchgerüsselt. Wenn ich mir dein Statement so durchlese, da läuft mir ja glatt ein eiskalter Schauer über den Rücken. Also Steven King ist ein Kindergeschichtenerzähler im Vergleich zu dir.
Nein mal im Ernst, was du da konstruierst mit einem flüchtenden Posten bei 6m Abstand zum BGS u.s.w. ,das ist natürlich eine hypothetische Extremsituation die du da schilderst, die aber fern jeglicher Realität für "normale" Grenzposten war. Die sind immer diesseit des letzen Zauns eingesetzt gewesen, also mal kurz rüberhuschen ging nicht. Mir ist auch kein Gelände bekannt, wo Posten in so einem geringen Abstand zur Grenzline patrouiliert sind. Dieses "Privileg" ist doch eigentlich nur GAKs vorbehalten gewesen. Wie die sich gegenseitig gesichert haben weis ich nicht, da bin ich kein insider. Wäre schon interessant, wenn sich diesbezüglich mal einer äußern würde. Ich denke man muss garnich solche Extrembeispiele bemühen. Es konnte zu jeder Zeit, an jedem Ort passieren dass die Situation, eine Waffe einsetzen zu müssen eintrat. Ich gebe dir und anderen hier in diesem Thread völlig recht, das jede Situation einmalig und das entsprechende Handeln vorher nicht berechenbar ist. Das war ja auch immer mein ureigenstes Problem, das ich mich selbst für unberechenbar hielt wie ich im Fall des Falles reagierten würde. Dabei wäre ein bewaffneter Angriff durch einen potentiellen "Gegner" (Weinhold)zwar die gefährlichste aber vom moralischen Stanpunkt die einfachste Option gewesen. Hier hätte die Verteidigung der eigenen Unversehrtheit einen Waffeneinsatz in jedem Fall gerechtfertigt. Ich denke, dass mit diesem Gedankengang jeder mitgehen kann. In allen anderen Fällen musst du dich in Bruchteilen von Sekunden für das "Richtige" entscheiden. Alle Beteiligten, Posten und GV, sind augenblicklich in einer psychischen Stresssituation, in der koordiniertes und zielgerichtetes Handeln bei den meisten Menschen kaum noch möglich ist. Darum kam es auch immer wieder zu falschen und vor allem überzogenen Aktionen.
R-M-R, was den Begriff "Schießgeilheit" anbelangt, so ist das keine Erfindung von mir und auch keine Verherrlichung des Waffeneinsatzes, um Gottes Willen! Wenn das so rübergekommen ist, so möchte ich das hier definitiv Klarstellen. Es handelt sich dabei um einen umgangssprachlichen Begriff, wie er bei uns im Grenzer-Slang für spezielle, wenige Typen verwendet wurden, die keinen Hehl daraus gemacht haben, im Fall des Falles die Waffe bedenkenlos einzusetzen. Ob die das wirklich gemacht hätten sei dahingestellt.


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19.01.2010 19:43
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#39
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Tach Rostocker,

na da haben wir ja was gemeinsam...mit dem Magazin und dem Feuerstoss......dieser Fauxpas ist mir auch passiert,aber als Posten.Über diese Geschichte werde ich mal gesondert schreiben.

Gruß ek40


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19.01.2010 19:51
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#40
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Zitat von DHF_GT
@Greso: Schöner Beitrag...;o) Die Trassenhunde waren bis auf einige Ausnahmen, so denke ich, eher zahm. Sie bekamen von den Kameraden immer (zusätzlich) zu essen. Den ersten Hund den ich bekam als DHF, war ein Riesenschnautzer, von der Trasse, der Kamerad hat sich dann erst mal in meinen Oberschenkel verbissen als ich ihm zur Gewöhnung aus der Tagespresse vorlas...LoL Jut, das lag aber nicht an mir, der Junge war einfach, so denke ich heute, früher mal der Chef (Rudelführer) an der Anlage. Und dem bring mal bei, dass "er" jetzt einen Chef hat... Die Hunde waren nicht ganz unkompliziert...;o)
Gruß,
DHF_GT




Rob, es freut mich, dass ich mich hier an einen Insider wenden kann, der mir vielleicht mal Auskunft über die "armen Hunde" an der Grenze geben kann.
Um es vorweg zu sagen, ich bin kein militanter Tierschützer und esse auch ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, Fleisch in jeder Form (außer von Hunden). Meine Einstellung zu Tieren ist eher von Respekt und der Verantwortung des höheren gegenüber dem niedrigen Intellekt geprägt. Weil das so ist, taten mir die Trassenhunde am Kanten immer unendlich leid und ich bezweifle bis heute die Wirksamkeit dieser "Waffe" im Bezug auf die Grenzsicherung. Das waren doch zum Teil regelrechte Krüppel, die da angeleint waren und bei Wind und Wetter draußen verharren musten. Ich habe öfter die Fütterung dieser Tiere beobachtet. Die haben denen Gedärme von Schlachttieren hingeworfen, die bis zum Himmel stanken. Ist sowas eigentlich legitim. Es gab da richtig scharfe Hunde aber auch welche die kaum noch Zähne im Maul hatten und keinen Pieps mehr von sich gaben, ungelogen. Am Schlimmsten war es aber im Winter. Ich erinnere mich an die Lauftrassen in Schierke am Fuß des Brockens. In dem beschissenen Winter 78/79 gab es Massen von Schnee und Eis. Der Schnee in den Lauftrassen der Hunde waren da blutrot gefärbt. Offensichtlich haben sich die Tiere an den Eisschichten die Füße aufgerissen. Für mich war das einfach nur Tierquälerei. Kannst du dazu mal aus deiner Sicht was sagen?


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19.01.2010 19:52
avatar  glasi
#41
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Zitat

Zitat von Alfred
Greso,
einen Hinweis.

Nach bestimmten Vorkommnissen wurden die Personen zum Teil in andere Truppenteile versetzt. Für viele Außenstehende entstand der Eindruck, die Leute sitzen im Knast. Einige haben dies aber auch geäußert, als eine Art Abschreckung.


muste das denn sein. waren die jungen männer nicht schon genug gestraft. von frau und kinder getrennt am anderen ende der ddr. und dann noch abschreckung.


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19.01.2010 20:21
avatar  Greso
#42
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Hallo Eierfeile,6m Abstand war selten,Zoll kamen immer zu zweit und oft mit Rad,Waren schnell in ihre Hütte verschwunden und grüßten freundlich.Manchmal winkten sie uns ran und warfen Zigarettenschachteln rüber die mit Blechplatten befestigt waren,so wegen der Weite.BGS kam selten unter 4Mann und waren nicht so gesprächig.Haben
wir auch selten gesehen .Es sei denn es wurden von unserer Seite mal Flugblätter rübergeschossen und die sammelte der BGS ein.PS.Ich lief mal Grezstreife mit meinem KC,er stur in Gummistiefel fast im Laufschritt den K10 entlang und
da lag eine Schachtel JUNO und er,Neumann keinen Gedanken daran verschwenden,bleibt liegen.Schade hatte doch einen Liebhaber gefunden. Gruß Greso


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19.01.2010 20:31
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#43
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Hallo Eierfeile
spannend Dein Bericht im letzeten Abschnitt,hatte ja gestern über mein Erlebnis berichtet,man weiss nicht wie wir beide gehandelt hätten
wenn mann uns Angegriffen hätte mit gut zurufen oder halt stehen bleiben wäre aus heutiger sicht vielleicht auch nicht viel geworden


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19.01.2010 21:02 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2010 21:22)
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#44
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( gelöscht )

Zitat von Feliks D.
Frag mal Mara @Mike, die wär ja ohne die Hilfe der BV Rostock beinahe für 6 Monate dort eingezogen.



Feliks, wobei es aber vielleicht nur zur Einschüchterungstaktik gehörte, mir das halbe Jahr anzudrohen.....wer weiss das schon.....allerdings ist es schon der Hammer gewesen für die Staatsanwaltschaft, da ich ja als Soldat der DDR den Staat als Scheissstaat bezeichnet habe und mein Ausreisewunsch einer kleinen Gruppe Reisender und der Trapo lautstark mitgeteilt haben soll....und weiter hab ich die Trapo als Rote bezeichnet und blöde Kommunisten.....angekommen ist es in etwa so alsob ich se als Faschos bezeichnet hab....hab ich vielleicht wohl insgeheim auch so gemeint....

groetjes vanuit Wijchen

Mara

PS: Für Interessierte --> http://www.militaergefaengnis-schwedt.de/1.html


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19.01.2010 21:35
avatar  Greso
#45
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09.09.1966

Barneberger Straße / Versuchte Flucht
Hallo zum Fluchtversuch!!!
Ein 20 jähriger Mann trat bei seiner Flucht O/W auf eine Mine im Doppelzaun.Offleben gegenüber der Kneipe(war eine Gasse die in etwa 4Wochen zuvor neu vermint wurde.Die Flüchtlinge(es ware drei)hatten einen Plan mit Gasse nicht vermint) Dabei verlor er sein Bein bis zum Oberschenkel.Hätte er schneller Hilfe bekommen wäre das Bein nicht verloren.Es verging eine Ewigkeit bis das Räumkommando aus Halberstadt kam und den Minenweg zeichnete Grenzsoldaten haben den Mann geborgen und abtransportiert.Das Bein wurde erst beim heben auf die Trage verloren.Hilfe wurde von
westlicher Seite angeboten aber durch Waffengewalt eines Majors vom Stab verhindert.Die zwei Anderen wurden ohne Verletzungen festgenommen.Es ereignette sich in der Morgenstunde 4.30 bis 5.00 Uhr.Ich hatte GvD und war in der GK
als der Befehl kam Nebeltöpfe zur Barneberger Str.zu bringen denn es hatten sich eine Menge Leute und Fernsehen
angesammelt.
Die Nebeltöpfe gingen nach hinten los
Gruß Greso PS.Über den Fluchtversuch gab es auch einen Filmbericht.Aber ich habe es so erlebt.


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