Waffen Wartung und Reinigung

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14.01.2010 08:10
#1
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Waffenreinigen war bei uns eine Sache von Minuten. Auf dem Weg
vom Hof in den Keller, wo die Waffenkammer war ist das meist erledigt gewesen. Man hat sich ja bemüht z.B. bei Regen die
Kaschi unterm Regenumhang, Lauf nach unten (trotz Verbotes) zu tragen, damit sie ja nicht nass oder schmutzig wird.
Einmal hat es mich gerade mit dieser Trageweise böse erwischt.
Hinter unserer Kompanie verlief der Rustebach, um abzukürtzen
u. schnell ins Bett zu kommen, lag dort eine Bohle drüber,etwas tiefer als die Böschungskante. Unsere Regenumhänge wählten wir ja extra groß um auch wirklich alles drunter trocken zu halten, was mir in diesem Fall zum Verhängnis wurde.
Schichtende so gegen 02.00 Uhr morgens- Regen(Kaschi unterm Umhang- Lauf nach unten) und total übermüdet. Ab in die Kompanie. Schnell abgekürtzt über den Bach. Wer das Eichsfeld kennt, kennt auch den lehmigen Boden, der sich bei Regen in Schmierseifeähnliche Substanz verwandelt.
Im Gänsemarsch rauf auf die Bohle über den Bach, fast drüben angekommen passierte es:

Beim hochsetzen des Fußes auf die Böschung trat ich auf den
viel zu langen Regenumhang und damit auf den glitschigen Lehmboden. Was jetzt kam war klar, ich fiel nach vorn über und rutschte auf dem Bauch liegend in den Bach. Rechtzeitig
abstützen konnte ich mich auch nicht, da ich ja beide Hände
unterm Regenumhang tief vergraben in den Hosentaschen hatte.
Fazit: Ich kam total verdreckt und nass in der Kompanie an.
Was aber noch schlimmer war, beim Sturtz, tauchte der Lauf
der Kaschi schön tief in den matschigen Lehmboden ein und
war somit bis zu einem Drittel mit dieser Pampe gefüllt.
Toll, nichts mit gleich schlafen gehen- es war jetzt ausgiebiges Waffenreinigen sowie Putz-u.Flickstunde angesagt.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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14.01.2010 08:49
#2
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Moin RF,

wie heißt es so schön, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Aber ich glaube das haben alle mal mitgemacht!
Gruß H.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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14.01.2010 08:58 (zuletzt bearbeitet: 14.01.2010 08:59)
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#3
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Hallo rustenfelde,

fuer die "Kaschi" gibt es hier jede Menge kleine "Reinigungskits?" zu kaufen. Hier ein angebliches DDR-Kit.

Habt Ihr die "Kits" so gehabt?
Was war die uebliche Reinigungsprozedur?

Vielen Dank!
Berliner


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14.01.2010 09:36
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#4
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S51

Sorry, kann die Datei mit meinem Rechner mal wieder nicht sehen.
Bei der Fahne gab es draußen einen kleinen schwarzen Metallbehälter. Etwa 10 cm hoch, 5 cm breit und 1,5 cm tief. In diesem befanden sich ein Ölkännchen aus Plast, eine Ölbürste in einer Kunststoffhülle, eine Schmutzbürste (in deren Mitte Messingdraht gewickelt war) und ein oder zwei Dochte sowie die Reinigungsschnur mit Gewicht und eine ganz dünne Bürste für den Gaskanal der Kaschi sowie ein kleiner Pinsel. Dazu gab es eine schwarze Tasche mit grobem Lappen, Ersatzdochten. In die wurde alles eingewickelt, dann zusammengerollt und gut war.
In der Kompanie haben wir für das Waffenreinigen jedoch Lappen, Bürsten, Reinigungsschnur, Dochte und Ölkännchen aus der Reinigungskiste der Waffenkammer benutzt.
Gehandhabt hat das jeder nach Vorgabe der Vorgesetzten und auch eigenem Gusto mal mehr, mal weniger.
Ich habe meine Waffen als Arbeitsgerät betrachtet, von denen mein Leben abhängen konnte. Ein Versagen wegen mangelnder Reinigung wäre im ernstfall ein Fall für den Darwin Award (unabhängig davon, dass wir den damals nicht kannten) gewesen. Das hätte ich als oberdämlich betrachtet. Demzufolge waren die in Ordnung.
Ich war zufrieden, wenn ich sie nicht brauchte aber wenn, dann sollten sie funktionieren.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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14.01.2010 09:40
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#5
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14.01.2010 09:50
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#6
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S51

Ja, genau das war es. Ich hatte Schraubenzieher und Dorn vergessen. Das Ölkännchen ist noch die ältere Ausführung aus Blech. Es gab eine auch neuere aus Kunststoff, die etwa so hoch war, wie die Schutzhülle für die Ölbürste hier rechts daneben.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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14.01.2010 09:55
avatar  Brandy
#7
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Ja,Ja das Waffen warten u. reinigen war so eine Sache man muste halt warten und nicht der erste sein der nach dem grenzdienst seine kaschi abgab.Der Uffz.von der Waffenkammer wollte ja auch zum essen nach Dienstschluss.Ich habe erst mein Dienstfahrzeug,P3,gewartet und war dann einer der letzten in der Waffenkammer meine Kaschi.war immer sauber u.einsatzbereit wie sollte sie auch im Auto schmutzig werden?


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14.01.2010 10:11
#8
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Zitat von Berliner
Hallo rustenfelde,

fuer die "Kaschi" gibt es hier jede Menge kleine "Reinigungskits?" zu kaufen. Hier ein angebliches DDR-Kit.

Habt Ihr die "Kits" so gehabt?
Was war die uebliche Reinigungsprozedur?

Vielen Dank!
Berliner



Ja diese Kits hatten wir! Aber unerläßlich war natürlich dazu der obligatorische Rasierpinsel und das
Fleckenwasser- Fleckenentferner. Dieses Mittelchen reinigte wunderbar Öl-und Fettrückstände. Was aber
das entscheidende war, es gab der Waffe diesen unverwechselbaren metallischen Glanz was natürlich die Waffe eines altgedienten Grenzers ausmachte.
Dadurch war natürlich die Brünierung weg, aber dass war egal.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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14.01.2010 10:20
#9
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Wir haben unsere Waffen,wenn möglich,im "Trockenen", sprich LO gelassen. Die haben beim Arbeiten nur gestört. Auch hat der Waffen-Ufz. ab und an die Kaschi gereinigt, wenn er Langeweile hatte.

Grüße, Theo85/2


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14.01.2010 10:28
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#10
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Naja, das mit der Waffe im "Trockenen" lassen, war so eine Sache, denn wenn der Kommandeur plötzlich neben einem stand und die Knarre war 20 Meter weg im LO, gab's mächtig Stunk.
Udo


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14.01.2010 10:44
#11
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Zitat von Udo
Naja, das mit der Waffe im "Trockenen" lassen, war so eine Sache, denn wenn der Kommandeur plötzlich neben einem stand und die Knarre war 20 Meter weg im LO, gab's mächtig Stunk.
Udo



Das stimmt natürlich, was du sagst. Wenn wir am GSZ gearbeitet haben, haben wir schon mitbekommen, wenn uns einer "besucht " hat, ansonsten ging das nur, wenn wir allein waren. Das waren wir aber fast immer. So eine Art "selbständige Einheit". 1 Unteroffizier oder 1 Soldat und der Fahrer. Auch war das Verhältniss zu fast allen Vorgesetzten recht locker und die Offiziere und Unteroffiziere an der Grenze waren meist froh, wenn alles wieder in Ordnung war und sie Lage beenden konnten.Das war der Grund, warum wir manchmal kleine gewisse Freiheiten hatten, wie gesagt, nicht immer!!

Gruß Theo


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14.01.2010 10:48
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#12
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@Theo: Ich hab gerade mal in Dein Profil geschaut und festgestellt, dass wir denselben Job gemacht haben.


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14.01.2010 10:55
#13
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Zitat von Udo
@Theo: Ich hab gerade mal in Dein Profil geschaut und festgestellt, dass wir denselben Job gemacht haben.



@Udo,Dann weißt Du ja Bescheid, was ich gemeint habe in meinem vorherigen Beitrag.



Gruß Theo


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14.01.2010 11:16 (zuletzt bearbeitet: 14.01.2010 11:17)
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Kleine Epsisode zum Waffenwarten.
Während der Ausbildungswochen wurde einer von uns - der einfach nur ein Pechvogel war und von Anfang an oft krank - vom KC im Gelände massivst schikaniert dafür.

Die komplette Kompanie erhielt den Befehl beide Magazine die wir jeweils am Mann hatten mit Platzpatronen zu füllen. Der einzige aber der dann alle diese Magazine auf Befehl leerschoss, war besagter Pechvogel. In allen Anschlagsarten. Liegend, knieend, stehend.

Könnt ihr Euch vorstellen wie der Mann und die Elly danach ausgesehen haben? Ein Schornsteinfeger ist gar nichts dagegen.

Und man widmete ihm an diesem Tag nach "Ausbildungsende" viel Zeit, um ihm beim "Waffenwarten" zu zusehen. Bis in die Nacht hat er gewirbelt.

Mag für den einen oder anderen lustig klingen, war es aber für diesen Glatten ganz sicher nicht.


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14.01.2010 11:25 (zuletzt bearbeitet: 14.01.2010 11:25)
#15
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Wir waren immer bemüht,so wenig wie nur möglich Platzpatronen zu verschießen, denn der Reinigungsaufwand
danach war extrem hoch.Es gab aber auch immer schießgeile Soldaten die gern unsere Platzer verschossen.

Gruß RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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