Michael Heide:Der Saboteur von Bad Saarow

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12.01.2010 12:29
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#16
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Wenn dieser Fähnrich wirklich so schlau war, und er einschätzen konnte, was durch sein Handeln passieren würde, wenn der Fall eingeträten wäre - in Bad Saarow hätte man sich gewundert, wenn plötzlich vor dem Tor die Krankenwagen und die SANKRA's mit Verwundeten/Verletzten gestanden hätten ohne dass man in BS durch eine Auslösung einer Stufe der EB/GB vorinformiert gewesen wäre. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen wären dort durchgeführt worden, ob so oder so. Wenn dadurch eine Verzögerung eingetreten wäre, dann hätte sein Handeln als Folge Menschenleben (das der Verletzten) gekostet, weil sie nicht schnellstmöglich einer medizinischen Behandlung hätten zugeführt werden können.
Dafür gehörte er heute noch vor ein Gericht gestellt und nicht in einer Zeitung als Held dargestellt.

Der Fähnrich meinte er wäre Leiter Nachrichten gewesen: Leiter nachrichten gabs in den WBK's oder den MB's bzw. in den Divisionen. In den Truppenteilen hießen sie OOffz.-Na und in den WKK's waren das die Leiter der Nachrichtenzentralen (LNZ - Planstelle Stfw.) und wurden später umbenannt in Gefilfen für Nachrichtenverbindungen (GNV - Planst. Fähnrich). Soviel zum Wahrheitsgehalt diesbezüglich.

Jeder, der in NVA gedient hat, kennt Offiziere (auch im Truppendienst), die Brillenträger waren. Warum hat man denn wohl die Schutzmaskenbrillen erfunden?

Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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12.01.2010 13:15
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#17
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Hier mal zwei Aussagen von Herrn Heide zu seinen Zielen und Plänen. Ich werte diese jetzt mal absichtlich mit Blick auf die Forenregeln nicht.



Zitat
Ich freue mich über die Resonanz und die einzelnen Wortmeldungen außerordentlich, sind sie doch ein SPIEGEL unserer Meinungen. Der hier dargestellte Tatsachenbericht ist eine Kurzfassung; bestimmte Details sind der Übersichtlichkeit wegen weggelassen worden. Besonders zu dem Kalkül und den Zielen der Aktion kann ich noch einige vertiefende Anmerkungen machen. Die Militärmedizinische Akademie hatte innerhalb der NVA eine herausgehobene Sonderfunktion durch ihren Status als Universitätsklinikum und genoss nicht nur in der DDR, sondern auch im (westlichen) Ausland ein gewisses Maß an Ansehen. Dies war für eine militärische Dienststelle ungewöhnlich. Zurückzuführen ist das u. a. auf die wissenschaftlichen Leistungen der MMA, die u. a. auch durch die internationale Gesellschaft für Militärmedizin publiziert wurden. Der ständige Vertreter der DDR/NVA Oberst Prof. Dr. Kalthoff, der übrigens damals mein Vorgesetzter war, nahm dazu häufig an internationalen Kongressen im auch westlichen Ausland teil. Somit stand die MMA in gewissen Umfang im Zentrum des Interesses; besondere Entwicklungen – gleich welcher Art - würden gerade im Sommer 1989 nicht ungehört bleiben. Im Rahmen einer Alarmierung wären auf die MMA höchstwahrscheinlich „nur“ sicherstellende Aufgaben zugekommen, doch hätten mit Sicherheit die Angehörigen einer alarmierten Mot. Schützendivision Zweifel zum bevorstehenden Einsatz gegen die eigene Bevölkerung bekommen, wenn gleichzeitig wichtige Dienststellen wie die MMA nicht, oder nur mit Einschränkungen zur Verfügung stehen. Selbst die Alarmierung über Reservekanäle, etwa über den SAS-Chiffrierdienst hätte für Zeitverzug und zwangsläufig für erhebliche "Unruhe" gesorgt, nach außenhin unübersehbar. Über alle Dienstgradgruppen hinweg gab es zu dieser Zeit Kräfte in der NVA, die eine harte Auseinandersetzung nicht befürworteten. Die entscheidende Frage war nun: welche Kräfte bekommen die Oberhand! Mit der Operation „Sperrfeuer“ sollte im Ernstfall diesen Militärangehörigen Vorschub und Beistand gegeben werden. Dabei war es extrem wichtig, dass dieser Impuls von innen kam, praktisch aus einer der Machtsäulen selbst, und nicht etwa von außen lanciert wurde. Westliche Medien hätten danach die weitere Publizierung, wenn nötig, schon übernommen.




Zitat
Ich selbst hatte nie persönliche Vorteile von der „Operation Sperrfeuer“ erwartet oder in jeglicher Form erhalten, obwohl es sicherlich eine 1a-Eintrittskarte für eine Weiterbeschäftigung bei der Bundeswehr gewesen wäre. Ich bin am 31.12.1990 in Ehren mit dem Dienstgrad Oberfeldwebel auf eigenen Wunsch aus der Bundeswehr entlassen worden und seit dem mit kurzen Unterbrechungen in der Mobilfunkbranche tätig. Als ein weiterer Beleg dafür mag mein fast 20jähriges Schweigen gelten. Es gibt zwei wesentliche Gründe für die jetzt erfolgte Veröffentlichung. Zum einen haben mir namhafte militärhistorische Einrichtungen zur Publizierung ausdrücklich geraten und mich dabei tatkräftig unterstützt und zum anderen gaben bestimmte aktuelle innen- und außenpolitische Entwicklungen den endgültigen Ausschlag dazu.


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12.01.2010 13:37
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#18
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Zitat von Feliks D.

Zitat
doch hätten mit Sicherheit die Angehörigen einer alarmierten Mot. Schützendivision Zweifel zum bevorstehenden Einsatz gegen die eigene Bevölkerung bekommen, wenn gleichzeitig wichtige Dienststellen wie die MMA nicht, oder nur mit Einschränkungen zur Verfügung stehen.




Schon klar, Herr Heide, mit ein paar super gefechtsbereiten sankras im rücken und der aussicht auf vorgewärmte betten in Bad Saarow hätte es uns gleich doppelt so viel freude bereitet, unsere familien abzuknallen, nur weil die zufällig gerade an einer demo teilnahmen.

Schon mal daran gedacht, dass ein solcher schiessbefehl klar verfassungswidrig und somit nicht auszuführen war?

Und bei aller bescheidenheit, ich habe noch kurz vor der entlassung mit einem skalpell heimlich den schlagbolzen unserer gulaschkanone entfernt, und somit noch sehr viel mehr mögliches unheil verhindert! Wat sachste nu?


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12.01.2010 13:40
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#19
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Zitat von Skydiver


Und bei aller bescheidenheit, ich habe noch kurz vor der entlassung mit einem skalpell heimlich den schlagbolzen unserer gulaschkanone entfernt, und somit noch sehr viel mehr mögliches unheil verhindert! Wat sachste nu?



Taktisch und Moralisch auch sehr viel wirksammer. Denn wie hieß es so schön: "Ohne Mampf keinen Kampf!".


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12.01.2010 13:41
avatar  Alfred
#20
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Mal wieder ein Beispiel was rauskommen kann wenn einen "militärhistorische Einrichtungen einen war raten oder gar unterstützen".....


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12.01.2010 13:47
avatar  Corres
#21
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Ich hoffe mal, dass diese Zeitung eine ordentlich große Auflage hat und sie auf grund des
abenteuerlichen Artikels einen Superumsatz gemacht hat - ungeachtet dessen , dass dieser Herr Heide
sich dadurch völlig zum Affen hat machen lassen.
Geld regiert die Welt. Hoffentlich ist auch bissel davon
beim Herrn Heide hängengeblieben.

Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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12.01.2010 17:37
avatar  ABV
#22
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ABV

Mutig war die Aktion auf jeden Fall. Sie war aber auch sinnlos, weil sie, außer einer Haftstrafe in Schwedt, nichts gebracht hätte.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de

12.01.2010 17:56 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2010 18:18)
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#23
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Zitat von CaptnDelta
Allerdings muss man sagen das auch der Spiegel/SPON in den letzten 20 Jahren qualitaetsmaessig gewaltig abgebaut hat, wenn man hanebuechene Stories wie diese zu lesen kriegt (und die ist tatsaechlich auf SPON).


Zitat von AOL News
Women Hold Signs Admitting Theft

Fifty-six-year-old Evelyn Border and 35-year-old Tina Griekspoor stood outside the court for 4 1/2 hours Tuesday. They held signs that read: "I stole from a 9-year-old girl on her birthday! Don't steal or this could happen to you!"
Because the women agreed to hold the signs, Bedford County District Attorney Bill Higgins says he'll ask for probation instead of jail when they plead guilty to the theft.
Higgins says they swiped a gift card that the girl set on a shelf while a Walmart employee helped her.
The girl's mother planned to drive by the courthouse to teach her daughter the importance of obeying the law.



Zitat von Uebersetzung
Frauen halten Schilder, die ihren Diebstahl zugeben

sechsundfuenfzig-jaehrige Evelyn Border und 35-jaehrige Tina Griekspoor standen am Dienstag fuer 4 1/2 Stunden vor dem Gerichstgebaeude. Sie hielten Schilder auf denen stand: "Ich beklaute ein 9-jaehriges Maedchen an ihrem Gebursttag! Wenn Du stehlst, kann Dir auch dasselbe passieren!"
Weil die Frauen damit einverstanden waren die Schilder zu halten, hat sich Bedford County Staatsanwalt Bill Higgins bereit erklaert, Bewahrung zu beantragen, wenn die zwei sich vor Gericht auf schuldig plaedieren.
Higgins belegt die Frauen stahlen eine Geschenkskarte, dass das Maedchen auf ein Regal legte, waehrend ihr ein Walmart-Angestellte half.
Die Mutter des Maedchens hat vor am Gerichstgebaeude vorbeizufahren, um dem Maedchen die Wichtigkeit der Gesetzestreue zu zeigen.



Quelle: http://news.aol.com/article/evelyn-borde...ter-tina/750757

Damit ist mein Plan am Wochenend ein Maedchen zu beklauen wohl pfutsch...

Berliner


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17.01.2010 18:13
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#24
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Echtes Heldentum!

Vor einigen Tagen wurde, natürlich unter Einsatz von Nacht und Nebel, durch zwei Offiziere der NVA in einer (mindestens) konspirativen Wohnung ein 500kg Tresor nach 20 Jahren zwangsweise geöffnet. Fabrikat des Tresors war ausdrücklich nicht Franz-Jäger-Berlin. Der Plan funktionierte.

Nach fast 20 Jahren konnte einer der letzten Geheimnisträger der bewaffneten Organe der DDR nunmehr befreit werden. Der muss so geheim gewesen sein, dass er nur im Tresor schlafen durfte. Muss aber vergessen worden sein.

Wir kamen etwas zu spät.

Der Weichmolch

17.01.2010 18:21
#25
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Bei uns in der Schule war er auch anwesend da hatte er den Namen " Herbert"
mannomann

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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17.01.2010 18:27
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#26
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ausdrücklich nicht Franz-Jäger-Berlin.

@Weichmolch,
kein Wunder das ihr den aufbekommen habt, Egon hat`s ja schliesslich auch immer geschafft.
Hat er denn wenigstens noch die "Hundemarke" zur Identifizierung umgehabt????
VG Affi


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17.01.2010 18:32
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#27
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@Affi976

Nein - keine Hundemarke. Ein Grund mehr, den Militärkollegen, wegen Verstoß gegen die DV 010/0/003 Innendienstvorschrift, zu bestrafen.
Jedoch kann er zum 1.März 2010 belobigt werden mit: Streichung einer Strafe. Grund: Konsequente, aufopferungsvolle Einhaltung der DV 010/0/009. Das geht natürlich nur posthum.

Der Weichmolch


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17.01.2010 19:13
avatar  S51
#28
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S51

Zitat von Corres
Ich hoffe mal, dass diese Zeitung eine ordentlich große Auflage hat und sie auf grund des
abenteuerlichen Artikels einen Superumsatz gemacht hat - ungeachtet dessen , dass dieser Herr Heide
sich dadurch völlig zum Affen hat machen lassen.
Geld regiert die Welt. Hoffentlich ist auch bissel davon
beim Herrn Heide hängengeblieben.



Und Glück hatten er und seine Kollegen auch. Im Falle des Falles hätte er mit seiner Aktion allenfalls ein paar Verletzte, somit Wehrlose, umgebracht oder schwer geschädigt, weil er vielleicht nur verhindert hätte, dass ihnen rechtzeitig Hilfe zugekommen wäre.
Ein Held?

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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09.01.2012 10:14
#29
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Keine Ahnung von "Befehlsketten. Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, die Befehlskette in ein Spital zu sabotieren. Falls es zu vielen Verletzten gekommen wäre, könnte es ja sein, dass das Spital gar nicht darauf vorbereitet gewesen wäre und es so mehr Tote gegeben hätte. Sabotage und Anschläge auf Schulen, Spitäler und andere Orte mit vielen Personen, wird Angst und Schrecken in der Bevölkerung auslösen und sind deshalb ein beliebtes Ziel von Terrroristen.

Theo


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09.01.2012 12:42 (zuletzt bearbeitet: 09.01.2012 14:40)
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#30
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Wie kann man so einen Gestrichen - denk auch Du an die Regeln des Forums; Weichmolch "Helden"nennen.Ein Krankenhaus zu sabotieren, mit Patienten und Pflegepersonal,bleibt ein Verbrechen.Der "Feine Herr" hätte ja die Freunde (CA) ärgern können, die es ja auch reichlich gab, in und um Bad Saarow,einschliesslich deren Kureinrichtung damals.
Ich hab dort auch damals das Licht der Welt erblickt,wie viele andere auch.So was zu stören,abartig!
Das Klinikum ist nach etlichen Jahren der Sanierung und Trägerwechseln endlich fertiggestellt worden im letzten Jahr. Leider gibt es hier auch den Mangel an Pflegepersonal,aber das Problem ist ja kein regionales.


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