Der Westen würde den Osten gern abtreiben

07.01.2010 16:46
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#1
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Vor über 20 Jahren fiel die Mauer, doch zusammengefunden haben Ost und West noch lange nicht. Die junge Polin Anna Wakulik erkundete Berlin mit dem Fahrrad. Auf sie wirkt die deutsche Metropole wie eine schlecht genähte Wunde. Sie fragt sich, wie die Leute es schaffen, hier normal zu leben. Im Allgemeinen überquere ich die Grenze zwischen Ost und West dreimal in der Woche auf meinem Fahrrad der Marke Diamant. Dann fahre ich von Kreuzberg bis Lichtenberg, raus aus der Buntheit arabischer Marktstände, hinein in die postindustrielle Leere einer verschlafenen Plattenbausiedlung.

Berlin mit dem Fahrrad zu befahren gleicht ein wenig einer Reise durch ein fiktives Eurasien, das auf das Territorium eines einzigen Landes reduziert ist. Als bewege man sich durch eine Kulisse, für deren künstlichen Aufbau man die ganze Stadt geopfert hat.

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http://www.welt.de/kultur/article5748351...-abtreiben.html


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07.01.2010 17:14
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#2
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- man könnte aber auch sagen, von Kreuzberg bis nach Lichtenberg fährt man aus einer zerschrammten, bekrakelten und teilweise verslammten Gegend in eine beinahe noch heil aussehende Gegend, in der diese Erscheinungen gerade erst beginnen. Und man sollte die Strecke nicht nachts fahren, zumindest nicht als Frau in Kreuzberg und nicht allein.
Das ist eben alles Ansichtssache.


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07.01.2010 17:26
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#3
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Zitat von S51
- man könnte aber auch sagen, von Kreuzberg bis nach Lichtenberg fährt man aus einer zerschrammten, bekrakelten und teilweise verislammten Gegend in eine beinahe noch heil aussehende Gegend, in der diese Erscheinungen gerade erst beginnen.




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07.01.2010 17:58
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#4
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Zitat von S51
Und man sollte die Strecke nicht nachts fahren, zumindest nicht als Frau in Kreuzberg und nicht allein.



Mit einer Kollegin war ich mal in den 90gern zu einen Lehrgang bei Berlin, in einem ehemaligen Schulubgsobjekt des MfS in Gosen. Abends machten wir uns auf ins Zentrum, mal durchs Brandenburger Tor, Käffchen im Fernsehturm usw. Nachts auf dem Rückweg musste ich ihr versprechen, dass ich sie nicht durch kreuzberg fahren lasse. In Ermangelung eines vernünftigen Globusses von Berlin fuhren wir einige Ehrenrunden nur mit einem ganz kleinen Stadtplan und natürlich durch Kreuzberg. Ich sagte es ihr aber erst danach, ein Theater und Geschimpfe - wie se nun mal sind, die Tanten - aber sie erinnert sich heute noch gern dran. Nur mal so am Rande.

OH


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07.01.2010 18:46
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#5
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Zitat
Im Allgemeinen überquere ich die Grenze zwischen Ost und West dreimal in der Woche auf meinem Fahrrad der Marke Diamant.



Ist sicher, dass man ihr das Fahrrad nicht in Kreuzberg geklaut hat???


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07.01.2010 19:44
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#6
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Einige Zeit nach der Wende hatte ich für einen Leipziger Kunden im Westteil Berlins bei der BEWAG zu tun.
Wie ich so durch die Straßen fuhr auf der Suche nach der jeweiligen Baustelle dachte ich so bei mir" so ein Multikulti, so viel Graphiti, so ein Gehetzte" und ich beobachte gerne Menschen, so wenn ich an der Kreuzung stehe und auf Grün warten muss.
Schon damals dachte ich" das nimmt kein gutes Ende mit diesem schönen Deutschland" und " was machen wir hier überhaupt?"
Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, noch mehr Multikulti, noch mehr Graphiti, noch mehr Gehetzte....mir wird himmelangst.
Bin ich heute mal in der Großstadt, egal welcher und aus beruflichen Gründen bin ich heilfroh, Abends wieder in meinem Dorfparadies zu sein.
Ich küsse meine kleine Enkelin, mache drei Kreuze und sage: "Der Opa ist wieder da, gottseidank".

R-M-R


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