Wieso war Schabowskis Versprecher so ein wichtiges Ereignis?

  • Seite 2 von 4
04.01.2010 00:35von ( gelöscht )
Frage
avatar
( gelöscht )
Wieso war Schabowskis Versprecher so ein wichtiges Ereignis?

Der Betreff erklaert die Frage.

Es wurden viele Dokufilme um dieses Ereignis gedreht, wobei es m.E. nur ein dummer Faux pas war. Die Grenze waere sowieso innerhalb 12 Stunden aufgewesen.

Wieso machte man um dieses Ereignis so viel Wirbel?

Berliner

05.01.2010 17:40von ( gelöscht )
Antwort
0

Wie hoch ist eigentlich die Zahl derjenigen,die in dieser Nacht(vom 9 zum 10.11)von ihrem
Ausflug in den Westteil Berlins nicht mehr zurück kehrten und dort blieben-nach dem Motto:
Jetzt oder nie.Gibt es da eine Zahl ?
Der Standardspruch an diesem Abend hiess ja" Wir wollen nur mal kucken,nur mal kucken"

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 17:47von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von Zermatt
Wie hoch ist eigentlich die Zahl derjenigen,die in dieser Nacht(vom 9 zum 10.11)von ihrem
Ausflug in den Westteil Berlins nicht mehr zurück kehrten und dort blieben-nach dem Motto:
Jetzt oder nie.Gibt es da eine Zahl ?
Der Standardspruch an diesem Abend hiess ja" Wir wollen nur mal kucken,nur mal kucken"



Nee du, eine Zahl kann es da nicht geben, höchstens falsche Zahlen. Schau mal, in dieser Nacht bewegten sich viele Berliner irgendwo in Ost oder West ohne Kontrolle, als wo sollte man hier Zahlen hernehmen?
Manche Westberliner besuchten ihre Verwandten auch ausserhalb Berlins. Normalerweise war da noch der Zwangsumtausch fällig gewesen....dieser setzte am Folgetag aber wieder ein.....letztlich war es egal.

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 18:32von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von GilbertWolzow
*die vorsicherung der vp wurde auf befehl eines osl der vp (aus feigheit ?) zurückgezogen. somit lastete die gesamte verantwortung auf der pke


Berliner




Quelle: 9. November 1989, Schabowskis Zettel

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 18:43von ( gelöscht )
Antwort
0

Danke Duane für diesen Clip. Die versuchte heimliche Ausbürgerung war der letzte Streich dieser realitätsfremden Regierung gegen ihre Bürger. Hier hat Herr Jäger menschlich reagiert. Für ihn war das Maß voll. Wenn sich die Hardliner durchgesetzt hätten und die Mauer wieder zugemacht hätten, ja dann hätte man Hn. Jäger garantiert abserviert.

Übrigens, wenn die DDR allen normal Ausgereisten auch die sofortige Einreise zwecks Besuchs erlaubt hätte, ich bin mir sicher, dann hätte es nicht bis 1989 gedauert.....


Gruss, Jörg

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 19:08von ( gelöscht )
Antwort
0

Die Maßnahme mit dem abgestempelten Lichtbild galt für alle Übergangstellen, dazu kam ein Fernschreiben von ganz oben. Bis zu dieser Zeit wurde nur den Bürgern die Ausreise erlaubt, die sich durch nichts davon abbringen ließen, auszureisen. Zu denen musste dann ein Fernschreiben abgesetzt werden (BV, HA VI usw.) Naturgemäß hielt diese Variante nur kurz an.

Die Wiedereinreise mit abgestempelten Lichtbild stellte so wie beim Jäger auch in Mbn./A. kein Problem dar. Wir waren nur leicht irritiert, dass die Leute gar nicht wegbleiben wollten und eben meist nach kurzer Zeit wieder in der Einreise erschienen, wie die Ärztin, von der ich schon berichtete.

Ich glaube, wenn die Sache wie geplant erst nachts drei Uhr verkündet worden wäre, hätte es zwar einheitliche Befehle gegeben und geordneter angegangen worden, doch die Situation an den GÜST wäre innerhalb kurzer Zeit die gleiche gewesen. Da war dann nicht mehr viel zu kanalisieren.

OH

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 21:33von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von GilbertWolzow
[quote="GilbertWolzow"]deshalb fing man auch bei der pke bornholmer strasse an, deren ausweise unbrauchbar zu stempeln.

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;
[quote="wosch"]Obwohl diese "Abgestempelten" gar nicht "ständig Ausreisen" wollten??
Tut mir leid, das verstehe ich nicht

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;
Zitat von Gilbert:
ja, so war es. am anfang hoffte man noch ruhe* vor der güst bornholmer str. zu bekommen in dem man einzelne "schreihälse" heraussortierte und diese ausreisen lies. dabei stempelte man deren personalausweise mit dem stempel der güst auf das passbild ungültig. ihnen wäre unter normalen umständen eine wiedereinreise unmöglich gewesen. diejenigen die somit ausreisten ahnten nichts davon...


*die vorsicherung der vp wurde auf befehl eines osl der vp (aus feigheit ?) zurückgezogen. somit lastete die gesamte verantwortung auf der pke



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

"Schreihälse" und "aus Feigheit?", was für eine sachliche Disskussion?

Schönen Gruß aus Kassel

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 21:39von Alfred
Antwort
0

Augenzeuge,

die GÜST sollten doch überhaupt nicht wieder geschlossen werden.

05.01.2010 22:07von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von Alfred
Augenzeuge,

die GÜST sollten doch überhaupt nicht wieder geschlossen werden.



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Alfred, auch für die auf dem Paßbild "Abgestempelten" nicht?? Also was denn nun? Hop oder Top??
Schönen Gruß aus Kassel

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 22:10von westsachse
Antwort
0

Mal langsam würde der Sachse sagen,

Schabowski erzählte auf der Pressekonferenz auch etwas von (sinngemäs):"Visa sind ohne vorliegen von Gründen kurzfristig zu erteilen." Hätte sich ein DDR- Bürger - und das haben viele - sich nach diesen Richtlinien Verhalten, wäre das meiner Meinung nach wie folgt abgelaufen.

Am nächsten Tag wäre keiner zur Arbeit gegangen und es hätten sich kilometerlange Schlangen vor den VPKA's gebildet. Den zuständigen Mitarbeitern dort wären als erstes die Stempelkissen kaputtgegangen oder die Tinte wäre alle geworden.

Die GT und PKE hätten aber noch Zeit bis etwa 8.00 Uhr gehabt, um die eigenen Leute auf die neue Situation einzustellen.

Man hörte aber - besonders in Berlin - nur mal wieder das, was man hören wollte:"unverzüglich" und rannte ohne Visum zur GÜST.

Ich glaube nicht, dass die nachfolgende Entwicklung anders abgelaufen wäre. Die Sache zeigte nur, dass die Uberschten keinen Plan mehr hatten und auf sie auch nicht mehr gehört wurde.

Gruß und was mann sich dieser Tage so wünscht

westsachse

05.01.2010 22:15von Alfred
Antwort
0

Wosch,

bleiben wir bei den Tatsachen. Auch die Personen die einen Stempel auf dem Passbild hatten, durften wieder einreisen.

05.01.2010 22:21von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von Alfred
Wosch,

bleiben wir bei den Tatsachen. Auch die Personen die einen Stempel auf dem Passbild hatten, durften wieder einreisen.



Richtig, Alfred, aber wenn wir bei den Tatsachen bleiben, dann musst du auch erwähnen, das dies nicht der Regierungsentscheidung zunächst entsprach. Oder wer kam auf die Idee mit dem Stempel auf das Passbild....

AZ,

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 22:24von ( gelöscht )
Antwort
0

Hallo Woschiii
ich komm nicht ganz klar, bitte erklärs mir

avatar
( gelöscht )
05.01.2010 22:30von Mike59
Antwort
0

Zitat von Alfred
Wosch,

bleiben wir bei den Tatsachen. Auch die Personen die einen Stempel auf dem Passbild hatten, durften wieder einreisen.


----------------------------------
Ja, Alfred da hast du wohl recht. Diese Tatsache stellt ja alle heutigen Fragen etwas ad absurdum. Was - wäre - wenn ? alles kalter Kaffee.
Was wäre gewesen wenn Adolf H. geborener Schickelgruber, bei dem ersten auf Ihm verübten Attentat ums Leben gekommen währe?

Ich halte diese Art von Beiträgen für nicht besonders konstruktiv. Im Nachhinein ist leicht plaudern.

Mike59

06.01.2010 00:28von ( gelöscht )
Antwort
0

Zitat von Mike59

Zitat von Alfred
Wosch,

bleiben wir bei den Tatsachen. Auch die Personen die einen Stempel auf dem Passbild hatten, durften wieder einreisen.


----------------------------------
Ja, Alfred da hast du wohl recht. Diese Tatsache stellt ja alle heutigen Fragen etwas ad absurdum. Was - wäre - wenn ? alles kalter Kaffee.
Was wäre gewesen wenn Adolf H. geborener Schickelgruber, bei dem ersten auf Ihm verübten Attentat ums Leben gekommen währe?

Ich halte diese Art von Beiträgen für nicht besonders konstruktiv. Im Nachhinein ist leicht plaudern.

Mike59




;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;,

Die Abstempelung auf den Paßbildern war doch der Beweis dafür, daß es mit der Reisefreiheit anders geplant war, als daß es, nachdem die Entscheidung der Grenzöffnung durch die Bevölkerung erzwungen wurde, von der "bekrenzten" Führung im Nachhinein dargestellt wurde. Man wollte lediglich ein "Ventil" öffnen, Westreisen sollten auch weiterhin staatlicher Genehmigung bedürfen, auch wenn man diese nicht mehr begründen hätte brauchen. Was von so einer Reiseregelung zu halten gewesen wäre, mag jeder selbst für sich entscheiden. An die Schlußakte von Helsinki hat sich die DDR nicht gehalten, die Wahlen wurden permanent gefälscht, die Flüchtlinge wurden zu Verbrechern deklariert und die Belege ihrer Untaten verschwanden in den Reißwölfen!! Warum sollte man diesen Leuten Vertrauen schenken???
Schönen Gruß aus Kassel

avatar
( gelöscht )
06.01.2010 08:34von Alfred
Antwort
0

wosch,

es istb immer wieder schön wie Du alles in einen Sack haust.

Was wäre so schlimm gewesen, wenn ich mir z.B. ein Visa hole und erst dann reisen kann. Gibt es doch auch heute, oder. Das verstößt doch gegen keine Regeln.

Fakt ist, dass es von der Regierung der DDR keine Maßnahmen gab, die GÜSt nach dem 9. 11. 1989 wieder zu schließen, aus dem Grund gab es auch seit den sehr frühen Morgenstunden des 10.11. eine operative Führungsgruppe, aber dies wirst Du ja sicher alles wissen.

Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!