Video zur Besetzung der US-Botschaft am 4.10.1989

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03.01.2010 22:05
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#1
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Am 4.10.89 bemühte sich die US-Botschaft in Ostberlin um die Ausreise von 18 DDR-Bürgern, die die Botschaft besetzt hatten. Doch noch Weitere versuchten während der Pressemitteilung hineinzukommen....


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04.01.2010 06:21
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#2
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An dem Tag ging es darum (aus US-Amerikansicher Sicht) keinen weiteren Asylsuchenden in die Botschaft eindringen zu lassen. Die Marineinfantristen (im Video in Zivil bekleidet) hinter den Volkspolizisten hatte strenge Anweisungen erhalten, keinen durchzulassen. Intern wurden diese DDR-Buerger beschimpft, weil sie durch diese Aktion, die schon ueberlasteten Beziehungen zwischen USA und DDR weiter verkomplizierten. Eine Einfache Uebergabe dieser Personen an die VP wurde auch besprochen. Genaus das entsprach dem Protokoll vergangener Jahre. Ein junger Dresdner hat sich in den spaet 80er Jahren geweigert, die Botschaft zu verlassen. Dieser wurde ohne weiteres der VP uebergeben. Bei Kontrollen der DDR-Ausweise fuer die Bibliothek-Besucher war speziell auf Personen aus Sachsen zu achten. Das war eine ganz boese Zeit.

Jens


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04.01.2010 06:31 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2010 07:29)
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#3
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Zitat von KID
Ein junger Dresdner hat sich in den spaet 80er Jahren geweigert, die Botschaft zu verlassen. Dieser wurde ohne weiteres der VP uebergeben. Bei Kontrollen der DDR-Ausweise fuer die Bibliothek-Besucher war speziell auf Personen aus Sachsen zu achten.


Hallo Jens, vielen Dank.

war diese extra-Kontrolle besonders fuer Personen aus Sachsen, als Reaktion auf dieses Ereignis Ende der 80er gedacht, oder gab's da Deines Wissens noch weitere Gruende (Leute aus Sachsen zu verdaechtigen)?

Duane


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04.01.2010 07:44
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#4
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Wegen der Unberechenbarkeit. Viele, die aus den Suedbezirken kamen, waren mit der spezifischen Lage der US-Botschaft in Berlin nicht vertraut. Allein die Tatsache, dass diese diplomatische Vertretung "Die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika...ZU der DDR... in Berlin" hiess, deutet schon auf eine gewisse politische Problematik. Dass die sowjetische Besaztungsmacht allein Verantwortung fuer die oestlichen Stadtbezirke Berlins trug, war immer ideologischer Standpunkt der USA. Insoweit waren alle solchen Zwischenfaelle zu vermeiden, da eine eventuelle Zusammenarbeit oder offfizielle Gespraeche zu einer unerwuenschten (wenn auch unabsichtliche) Anerkennung der Staatsmacht der DDR auf dem Territorium des Besetzten Berlins fuehren koennte. Um den Zugang fuer legitime Besucher der Botschaft aufrechtzuerhalten, musste die Botschaft ein gewisses Arrangement mit VP und Schutzpolizei fuer diplomatische Vertretungen ausarbeiten. Asylsuchenden aus der DDR waren in der Regel abzuweisen. Die Bibliothek und der Zugang zu deren Zimmer wurden umgebaut, um die Besucher staerker zu kontrollieren. Zugang zu den Raeumen und Bueros der Konsularabteilung usw. erfolgte nur in Begleitung vom Botschaftspersonal am Haupteingang. Die Bibliothek lag vorne gleich am Eingang aber vor der Haupteingangskontrolle, wo Marineinfantristen auf 'Post 1" fuer Ordnung und Sicherheit sorgten. Eine Wiederholung der BRD-Botschaftskrise in Prag wollten sie unbedingt vermeiden.

Jens


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04.01.2010 10:25
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#5
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Zitat von KID
Ein junger Dresdner hat sich in den spaet 80er Jahren geweigert, die Botschaft zu verlassen. Dieser wurde ohne weiteres der VP uebergeben.
Jens




Hallo Jens,

Soweit ich weiß, war es nicht nur ein Dresdner, es war eine Familie. (Nachdem im Januar 1984 die kurzfristige Besetzung zu sehr schnellem Erfolg der Ausreisewilligen geführt hatte, war klar, das hier noch Nachahmer kommen werden. Dies erfolgte auch, in vielen Botschaften.) Als einmaliger Fall der erfolglosen Besetzung der US-Botschaft in Ostberlin erwies sich die Besetzung einer Familie mit 2 Kindern am 27.6.1984. Ich denke, dies meinst du.
Der Mann drohte mit Selbstmord in der Botschaft. Daraufhin wurde er übermannt und auf den Bürgersteig getragen. Das Ehepaar wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, die Kinder kamen bei den Grosseltern unter. Verantwortlich für den Rauswurf war Frau Ridgeway, damals Botschafterin der USA.

Im Übrigen gab es danach stets immer sehr enge Kontakte der US-Diplomaten zu den westdeutschen Vertretern. Meines Wissens gab es danach nur noch einmal die erfolglose Besetzung der dänischen Botschaft, hier erkannten die dänischen Behörden sehr schnell ihren Fehler und wirkten auf eine vorzeitige Abschiebung der Verurteilten erfolgreich hin.

Gruss, AZ


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04.01.2010 10:55
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#6
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Zitat von Berliner

Zitat von KID
Bei Kontrollen der DDR-Ausweise fuer die Bibliothek-Besucher war speziell auf Personen aus Sachsen zu achten.


Hallo Jens, vielen Dank.
war diese extra-Kontrolle besonders fuer Personen aus Sachsen, als Reaktion auf dieses Ereignis Ende der 80er gedacht, oder gab's da Deines Wissens noch weitere Gruende (Leute aus Sachsen zu verdaechtigen)?
Duane




Hallo zusammen, ergänzend möchte ich hier folgendes hinzufügen. Nicht nur die Leute aus den Südbezirken waren in der Unkenntnis der Lage. Das waren fast alle ausserhalb Berlins.
Fakt war, dass die Südbezirke die höchste Zahl der Ausreisewilligen hatten. Die Bezirke Erfurt, Karl-Marx-Stadt und Sachsen führten die Liste an.
Schon allein deshalb ergiff das MFS bereits Anfang 1984 Massnahmen gegen Ausreisewillige.
Viele Übersiedlungsersuchenden wurden an der Ausreise aus der DDR in die CSSR gehindert und einer hier meistens entmündigenden Befragung zugeführt. Verantwortlich war Oberst Ziegenhorn, Leiter der HA VI. Generalmajor Büchner hatte die Verantwortung für die Unterbindung der Reisen. Generalmajor Fister sprach schon damals davon "besonderes auf die Schwerpunkte in den Bezirken Dresden und Karl-Marx-Stadt, sowie den Flughäfen Leipzig und Berlin-Schönefeld zu achten". Die Botschaftsfälle hatten bei den MFS-Abteilungen eine regelrechte Hysterie ausgelöst, der Chef der Zentralen Koordinierungsgruppe des MfS, Niebling sprach davon, bereits den Antritt der Reisen in die befreundeten Länder zu verhindern. Allein 2000 Ostberliner standen demnach auf der Fahndungsliste. Ihm war wohl klar, ganz im Gegensatz zu Honecker, dass das Erreichen der diplomatischen Missionen für die Ausreisewilligen meist erfolgreich sein würde.

Gruss, AZ


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04.01.2010 11:24
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#7
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danke @augenzeuge für den eingestellten film bzgl. der versuchten botschaftsbesetzung. bei diesem film kamen bei mir wieder ein paar dinge hoch... diese sogenannten menschlichen schutzschilde, die man auch bei den demonstrationen im herbst 1989 in berlin anwendete. mütter mit kindern wurden in die erste reihe gestellt, wohl wissend, dass die staatsmacht dann nicht reagiert...

man sollte sich den v.g. film unter diesem gesichtspunkt noch einmal in ruhe ansehen...


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04.01.2010 11:30 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2010 11:34)
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#8
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Zitat von GilbertWolzow
danke @augenzeuge für den eingestellten film bzgl. der versuchten botschaftsbesetzung. bei diesem film kamen bei mir wieder ein paar dinge hoch... diese sogenannten menschlichen schutzschilde, die man auch bei den demonstrationen im herbst 1989 in berlin anwendete. mütter mit kindern wurden in die erste reihe gestellt, wohl wissend, dass die staatsmacht dann nicht reagiert...

man sollte sich den v.g. film unter diesem gesichtspunkt noch einmal in ruhe ansehen...




Diese Beobachtungen sind mir auch bekannt! Allerdings nicht von den Demos in Berlin, die ich nicht näher verfolgt habe. Von den Belagerungen der BV's sind mit diese Szenen jedoch in guter Erinnerung geblieben. Frauen und Kinder in die erste Reihe und dahinter die Helden der Herren Bürgerbewegten mit der großen Fresse.

Einfach nur widerlich


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04.01.2010 13:19
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#9
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Zitat von Feliks D.
Frauen und Kinder in die erste Reihe und dahinter die Helden der Herren Bürgerbewegten mit der großen Fresse.

Einfach nur widerlich



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So kann man es natürlich auch sehen. Wahrlich kein Beitrag zur objektiven Betrachtung der damaligen Verhältnisse!!
Einfach nur widerlich!!!
Schönen Gruß aus Kassel


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04.01.2010 13:48
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#10
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weisst du wolfgang, wenn man keine ahnung hat, sollte man einfach mal...
bist du dabei gewesen? hast du diese auseinandersetzungen erlebt? der derzeitige mainstream in der öffentlichkeit ist doch, dass alles ganz nett und friedlich ablief. dem widersprach ich schon immer. es hat gewalt auf beiden seiten gegeben und man hat in berlin dazu z.t. menschliche schutzschilde benutzt. die krakeeler standen genau hinter diesen schutzschilden...und genau das hatte @feliks gemeint. mit deiner farblichen kenntlichmachung ergibt der satz nun einen völlig anderen sinn. war das dein ziel ?


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04.01.2010 14:29 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2010 14:30)
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#11
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Zitat von GilbertWolzow
weisst du wolfgang, wenn man keine ahnung hat, sollte man einfach mal...
bist du dabei gewesen? hast du diese auseinandersetzungen erlebt? der derzeitige mainstream in der öffentlichkeit ist doch, dass alles ganz nett und friedlich ablief. dem widersprach ich schon immer. es hat gewalt auf beiden seiten gegeben und man hat in berlin dazu z.t. menschliche schutzschilde benutzt. die krakeeler standen genau hinter diesen schutzschilden...und genau das hatte @feliks gemeint. mit deiner farblichen kenntlichmachung ergibt der satz nun einen völlig anderen sinn. war das dein ziel ?



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Gilbert, Du mußt mir nicht zu erklären versuchen, was Felix gemeint hat, denn ich kann lesen und damit Du das auch mitbekommst, habe ich die für mich relevante Passage extra rot hervorgehoben!! Du mußt mir auch nicht sagen wann ich lieber mal die Klappe halten sollte, das entscheide ich nämlich immer noch selbst! Daß Du Dich in alter Verbundenheit hinter Feliks seine Äusserung stellst nehme ich zur Kenntnis, hätte ich auch gar nicht anders von Dir erwartet! Und Deinen kannst Du Dir meinetwegen sonstwohin stecken!
Schönen Gruß aus Kassel


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04.01.2010 14:54 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2010 14:55)
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#12
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Wolfgang Wolfgang, was soll ich da jetzt sagen?

Spontan fällt mir nur ein du warst nie dabei und beziehst dein Wissen über die Demos sicher aus dem TV, aber dies wäre nicht zielführend.

Jetzt stell dir mal vor, eine Menschenmenge demonstriert vor dem Objekt. Die ersten 2 Reihen der Menge bestehen NUR aus Muttis mit Kinderwagen und Kleinkindern. Dahinter dann erst die werten Herren, die sich so geschützt nun alle Frechheiten rausnehmen, mit Beschimpfungen nicht sparen und auch mal den einen oder anderen Gegenstand werfen. Das jetzt die eine oder andere Mutti ins Gemenge kam darf nicht verwundern, wenn es galt den einen oder anderen Provokateur und Anheizer zuzuführen.
Dieses war nichts anderes als ein Missbrauch dieser Frauen und Kinder als lebendige Schutzschilde und mir taten in dieser Situation immer die WSE'ler leid die dort am Tor standen.


Dieses Verhalten nennst du nicht widerlich und feige???



P.S. Es freut mich, wenn hier im Forum deine Erwartungen erfüllt werden! Jedoch bin ich nicht der Meinung, dass @Gilbert mir nun aus alter Verbundenheit beipflichtet sondern eher der Wahrheit wegen. Sicher können dir auch andere Mitglieder hier im Forum, denen du keine Verbundenheit unterstellst, die eine solche Demo mal gesehen haben dir bestätigen, dass die o.g. Schilderung der Realität entspricht.


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04.01.2010 15:01
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#13
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Zitat von wosch
Du mußt mir nicht zu erklären versuchen, was Felix gemeint hat, denn ich kann lesen und damit Du das auch mitbekommst, habe ich die für mich relevante Passage extra rot hervorgehoben!!


das du lesen kannst habe ich nie bezweifelt, nur mit dem verstehen deinerseits hab ich ab und zu so meine bedenken, sonst hättest du meine aussage entsprechend gewürdigt...

Zitat
mit deiner farblichen kenntlichmachung ergibt der satz nun einen völlig anderen sinn. war das dein ziel ?


Zitat von wosch
Du mußt mir auch nicht sagen wann ich lieber mal die Klappe halten sollte,


ich weiss, das du damit ein problem hast...


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04.01.2010 15:06
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#14
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[quote="Feliks D."]Wolfgang Wolfgang, was soll ich da jetzt sagen?

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Wenn Du mich fragst Feliks, Du mußt mehr nachdenken!!!
Schönen Gruß aus Kassel


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04.01.2010 15:16 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2010 15:17)
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#15
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Zitat von wosch
[quote="Feliks D."]Wolfgang Wolfgang, was soll ich da jetzt sagen?

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Wenn Du mich fragst Feliks, Du mußt mehr nachdenken!!!
Schönen Gruß aus Kassel




Nun, dann lass uns doch teilhaben an deinen Gedanken.


Erklär mir was du an dem geschilderten feigen Verhalten des Verwendens menschlicher Schutzschilder so achtenswert findest, dass du Kritik daran als widerlich und unobjektiv bezeichnest? Das reicht dann zum Nachdenken, sonst denke ich nachher noch, was wohl für ein Charakter o.g. Verhalten gutheißen würde.


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