Als der Ostblock Geschichte wurde - Ungarn

03.01.2010 07:28
avatar  Angelo
#1
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Am 19. August 1989 wird ein Grenztor zwischen Ungarn und Österreich für kurze Zeit geöffnet. Der Grenzsoffizier Árpád Bella entscheidet, nicht gegen Fluchtwillige einzugreifen. Das ist das Ende des Eisernen Vorhangs.Ungarn 1989 - Ein Land im Umbruch. Hardliner und Altstalinisten sind auf dem Rückzug, aber immer noch gefährlich. Die Oppositionsbewegung fordert freie Wahlen, Demokratie und ungarische Souveränität. Die dramatischen Ereignisse von 1956 gelten nicht länger als "Konterrevolution", sondern als legitimer Volksaufstand gegen die sowjetisch gelenkte Diktatur. Obwohl es 1989, im Zeitalter von Glasnost und Perestroika, unwahrscheinlich scheint, dass Moskau den ungarischen Reformbestrebungen mit Waffengewalt begegnen wird, wissen die Politiker in Budapest nur zu genau: Ungarn ist weiterhin in den Warschauer Pakt und das sowjetische Imperium eingebunden. Unabgestimmte Schritte bedeuten Gefahr.Gleichzeitig hat die ungarische Öffnungspolitik mit dem Sommeranfang zehntausende Ostdeutsche ins Land gelockt, die angesichts der starren Haltung der DDR-Regierung ihre Zukunft woanders suchen wollen. Von Ungarn aus hoffen sie auf Fluchtmöglichkeit in den Westen. Doch die Abkommen innerhalb des Warschauer Pakts verpflichten den Donaustaat, Bewachung der Grenze mit unveränderter Strenge fortzusetzen. Dadurch stecken massenhaft DDR-Bürger in Ungarn fest. Sie campieren in riesigen Zeltlagern oder besetzen die BRD-Botschaft. Eine Rückkehr in die DDR verweigern sie.

Diese Reportage lief gestern um 21.00 Uhr auf Phönix war wirklich sehr informativ hat diese noch jemand gesehen ?

http://www.phoenix.de/content/phoenix/di...atum=2010-01-02


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03.01.2010 10:14
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#2
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Ja ich hab es auch gesehen,das legendäre Picknick an der Grenze Österreich/Ungarn.Nach dieser
Aktion war er bei den Grenzkollegen nicht mehr sehr beliebt.


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03.01.2010 10:57
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#3
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Das muß eine Wiederholung gewesen sein, weil ich diesen Bericht vor ein paar Wochen schon einmal samstagabends auf Phönix gesehen habe - sehr gute Doku!

Nächster Teil ist am 12.01.10 um 13.15 Uhr die Folge "Russland - Der Fotograf der Perestroika". Hier eine kurze Inhaltsangabe:
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/276486


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15.01.2010 20:37
avatar  Chaymos
#4
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ich kann mich noch daran errinnern als die Grenzen zu Ungarn geöffnet wurden das die Westgrenze uninteressant für Republikflüchtige wurde.Daher wurden wir meist Grenzaufklärer abkommandiert an die polnische Grenze um die Massenflucht Richtung Ungarn auch über die Oder einzudemmen.Wir wurden mit Sack und Pack also Motorrödern und voller Doppelbewaffnung in Marsch gesetzt Richtung Grenzkommando Ost ,damals mit sitz in Frankfurt/oder.Von dort wurden wir alle verteilt nach Norden und Süden ,ich selbst hatte das Glück nach 10 stunden W50 fahrt in Frankfurt /O.bleiben zukönnen im Objekt einer Nachrichteneinheit der NVA.Man bestaunte uns da wir mit Bewaffnung zum Frühstück immer erschienen und Felddienstuniform,da es leider keine Waffenschränke für uns gab und man es sicher vergessen hatte mit bereitzustellen .Wir sollten damals die Leute an der Oder aufhalten die beabsichtigten über Polen nach Ungarn zu kommen und von dort in den Westen .
Die Grenzöffnung erlebte ich dort an der Ostgrenze mit und man stellte sich die Frage:"Was machen wir eigentlich noch hier,wenn die Grenze zur BRD offen ist?"Es dauert nicht lange und nach 2 Tagen kam der Befehl zum Rückmarsch an die Grüne Grenze und wir staunten Bauklötzer wa dort alles los war.Fahrzeugschlangen in Richtung westen ,da kam wohl jeder von uns ins Grübeln.......


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10.09.2014 23:22
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#5
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Zitat von Angelo im Beitrag #1
Am 19. August 1989 wird ein Grenztor zwischen Ungarn und Österreich für kurze Zeit geöffnet. Der Grenzsoffizier Árpád Bella entscheidet, nicht gegen Fluchtwillige einzugreifen. Das ist das Ende des Eisernen Vorhangs.Ungarn 1989 - Ein Land im Umbruch. Hardliner und Altstalinisten sind auf dem Rückzug, aber immer noch gefährlich. Die Oppositionsbewegung fordert freie Wahlen, Demokratie und ungarische Souveränität. Die dramatischen Ereignisse von 1956 gelten nicht länger als "Konterrevolution", sondern als legitimer Volksaufstand gegen die sowjetisch gelenkte Diktatur. Obwohl es 1989, im Zeitalter von Glasnost und Perestroika, unwahrscheinlich scheint, dass Moskau den ungarischen Reformbestrebungen mit Waffengewalt begegnen wird, wissen die Politiker in Budapest nur zu genau: Ungarn ist weiterhin in den Warschauer Pakt und das sowjetische Imperium eingebunden. Unabgestimmte Schritte bedeuten Gefahr.Gleichzeitig hat die ungarische Öffnungspolitik mit dem Sommeranfang zehntausende Ostdeutsche ins Land gelockt, die angesichts der starren Haltung der DDR-Regierung ihre Zukunft woanders suchen wollen. Von Ungarn aus hoffen sie auf Fluchtmöglichkeit in den Westen. Doch die Abkommen innerhalb des Warschauer Pakts verpflichten den Donaustaat, Bewachung der Grenze mit unveränderter Strenge fortzusetzen. Dadurch stecken massenhaft DDR-Bürger in Ungarn fest. Sie campieren in riesigen Zeltlagern oder besetzen die BRD-Botschaft. Eine Rückkehr in die DDR verweigern sie.

Diese Reportage lief gestern um 21.00 Uhr auf Phönix war wirklich sehr informativ hat diese noch jemand gesehen ?

http://www.phoenix.de/content/phoenix/di...atum=2010-01-02


Los ging es schon am 11.09.2014.

Morgen,also vor 25 Jahren, öffnete Ungarn die Grenze zu Österreich für DDR-Bürger
Wahnsinn wie die Zeit rennt.......

"Die ungarische Regierung öffnet in der Nacht zum 11. September die Grenze zu Österreich für DDR-Bürger. Zehntausende von DDR-Bürgern reisen in den nächsten Tagen und Wochen über Österreich in die Bundesrepublik aus. KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow bestätigt später, dass die Ungarn für diesen Schritt nicht mehr in Moskau um Erlaubnis gebeten hatten."
Quelle: http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...ember/year/1989

Mit Video: http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...nical/year/1989

ek40


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10.09.2014 23:44
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#6
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Und Arpad Bella war ein Guter.

Viel Spaß beim anschauen.



http://www.dw.de/heimliche-helden-der-un...lla/av-17771156

ek40


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02.11.2017 23:29
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#7
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Gute Eintrag, nur eine Sache, worin Phoenix sich geirrt habe, und das war zu berichten, Hardliner und Altstalinisten waren noch gefährlich. In der moderne Geschichte Ungarns, Leiter des Volkes kamen aus Transdanubien, weil Károly Grósz aus der nordöstlicher Region stammte. Er war Hardliner und ersetzte Kádár nach dem er schwer krank wurde aber er war völlig taktlos im Ausland und zu Hause und wurde von Miklós Németh ersetzt der im Westen gelernt hatte.

Es gab kein Risiko die Zaun abzubauen weil es mit der Einstimmung Moskaus stattfand und wir konnten eh schon seit 1986 jeder 3 Jahre samt Familie überall ausreisen. Natürlicherweise hat Der Schwarze Kanal darüber geschwiegen um nicht Ideen zu geben Ungarisch zu bekommen.


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03.11.2017 12:00
avatar  andyman
#8
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Zitat von Verlorene Deutscher im Beitrag #7
seit 1986 jeder 3 Jahre samt Familie überall ausreisen. Natürlicherweise hat Der Schwarze Kanal darüber geschwiegen um nicht Ideen zu geben Ungarisch zu bekommen.

Das die Ungarn das durften war zumindest in den Regionen mit ungarischen Gastarbeitern(wie z.B.KKW Lubmin) bestens bekannt.Das hat ausreisewilligen DDR Bürgern aber auch nichts nutzen können.
Lgandyman


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03.11.2017 18:17
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#9
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Ungarisch zu werden heisst es ja doch dass man Staatsbürgerschaft wechselt. Die Ungarn haben dasselbe getan schon viel eher als 1986 mit Ehen in Backa und Banat womit man Jugoslawien viel leichter verlassen konnte.


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03.11.2017 18:51
#10
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Off topic, kommst du ursprünglich aus Debrezin @Verlorene Deutscher ?
Ich hatte dich anfangs eher Umgebung Ödenburg "verortet", jetzt sehe ich aber die große reformierte Kirche auf deinem Profilbild.


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03.11.2017 19:03
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#11
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Dort wurde ich geboren, ja. Aus Erfahrung mag ich Deutsche Stadtnamen dass man besser kennt. Witzig ist ja nur dass Eintöpfe auf Szegediner Art stammt aus Österreich und solle Szekler sein (in Wirklichkeit ist es keine)


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03.11.2017 20:38
#12
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Gulascheintopf Szegediner Art, Ödenburger Nudelauflauf wie auch Königsberger Klopse, Schlesische Gurkenhappen, Karlsbader Oblaten.....

Debrezin liegt sehr weit im Osten, ich/wir haben leider Ungarn weiter östlich der "Nord-Süd-Linie" Budapest-Sechshard noch nicht bereist.
Ich weiß nur, dass Debrezin, im Gegensatz zu dem Hauptteil Ungarns, nicht römisch-katholisch geprägt ist, sondern evangelisch/calvinistisch.....deine Vorfahren auch?


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03.11.2017 21:49
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#13
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Aber klaro, die kamen mit der ersten Welle zum Ostenteil da es versprochen wurde, Religion könne man behalten, die Ostmarker haben gelogen, wie viele andere, Deutschen wurden auch geziehlt für Rückkonversion zum Katholizismus. Für einige Jahre war ich selber Calvinist und ich habe es nur hetzutage gelernt, es hat kein guten Namen hier im Westen.

Was größere Gebiete Ungarns betrifft, eine Flucht der gar nicht war, ein Deutscher Professor hat Reisen im Ungarn in den 60er untergenommen und er geriet ins Visier der Stasi. Warum? Weil die davon überzeugt waren, Ostdeutschen interessieren sich nur fürs Plattensee und Budapest, gehst du irgendwohin anders, du willst fliehen. In Wirklichkeit interessierte er sich nur lediglich für Urlaubsorte im Gebirge.


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