Gestern, 29.12.09 22:05 Uhr im MDR: "Geheime Treffen zwischen Ost & West"

30.12.2009 08:22
avatar  josy95
#1
avatar

Gestern Abend lief im MDR leider mal wieder schon zu fortgeschrittender Stunde (22:05) die Sendung "Geheime Treffen zwischen Ost und West".

Wer hat`s gesehen?

Fand die Sendung sehr sachlich, realistisch und auch gut recherchiert. Vor allen Dingen haben mir die Interwiev`s mit den Zeitzeugen/ Beteiligten sehr gut gefallen.

Das es 1981/ 82 einen derartigen Vorfall gab, war mir in dieser Form noch nicht bekannt, obwohl ich nie ausgeschlossen habe, das es inoffizielle (geheime) Treffen wenn nicht sogar gewisse Freundschaften ähnlich wie der dargestellte Fall zwischen GT- Angehöhrigen und BGS/ Zoll gegeben hat.
Bei uns wurde früher immer erzählt, das von BGS oder Zoll schon mal die eine oder andere Schachtel Zigaretten, ein Päckerl Kaugummi oder eine Tafel Schokolade "durch den Zaun gereicht wurde". Der Fall hat`s ja erwiesen, das das trotz der großen Gefahr, erwischt und bestimmt hart bestraft zu werden, der eine oder andere GT- Angehöhrige doch "weich" geworden ist.

Wer weiß mehr, gab es noch andere ähnlich gelagerte Fälle

josy95


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 08:53
#2
avatar

Josy95,

das kam schon mal, hatten auch einen ausführlichen Thread

topic-threaded.php?forum=45&threaded=1&id=2181&message=43028

Es ist für mich aber unglaublich.

Gruß

Reinhard


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 09:38
avatar  S51
#3
avatar
S51

Ich habe mir den Bericht auch angesehen. Schon vorstellbar aber meist war man wohl etwas schlauer. Wie der Ex-Fähnrich schon sagte, war es der absolute Leichtsinn, davon Fotos zu machen, die man dann bei einer Durchsuchung finden konnte. Alles hätte man erklären können, diese Bilder nicht.
Und für jeden vom Fach war doch klar, dass es eine Untersuchung geben würde. Selbst, wenn die Geschichte mit dem Wurstbeutel noch abgebogen wurde, haben doch dann bei der Abwehr die Glocken geläutet. Spätestens dann hätte ich alles entsorgt oder (was schwerlich machbar war) sicher abgelegt.
Heute sind sie eine Erinnerung. Für die Einen eine Schöne, für die Soldaten, die erst hinterher geguckt haben und dann in den Kahn gewandert sind, wohl doch keine ganz so Gute.
Was die geflüchteten Arbeiter betrifft: Auch, wenn ihr es mir übel nehmt, ihr habt eure Kumpel übel eingetunkt. Man könnte das auch Verrat nennen.


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 09:50
avatar  ( gelöscht )
#4
avatar
( gelöscht )

Habe die Sendung auch gesehen und fand sie spannend und sehr informativ bis zum Schluß.
Und auch ich habe mich gefragt, aus welcher Motivation jemand flieht, alles zurückläßt, dann wieder zurückkehrt und nach zwei Jahren dann doch in die Bundesrepublik ausreist.
Die Fotos zu machen und sie dann bei der Flucht zurückzulassen, war meiner Meinung nach grober Leichtsinn.


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 10:06
avatar  ( gelöscht )
#5
avatar
( gelöscht )

Das Thema hatten wir ja gestern schon einmal in einem anderen Fred.(Siehe auf Schreibers Verweis)
Kopiere meinen Beitrag hier nochmal rein.
Habe den Beitrag auch eben gesehen.
Ist ja fast unglaulich was da so abging.
Diese Geschichte trug sich während meiner Dienstzeit zu,also zur der Zeit ,in welcher ich auch an der "Latte" stand.
Na da hätte man doch gerne mitgemacht.
Nur das am Schluß die Grenzer die angeschmierten waren.Und dann fragt man sich auch noch für was nur?
Die vier Bauarbeiter gingen in die DDR zurück und bekamen alles was sie wollten vom Staat,doch die Grenzer saßen im Knast.
Brauchten zwar nur die Hälfte absitzten,aber immerhin.
Und zwei Familien durften dann nach zwei Jahren komplett ausreisen,dass find ich ja Klasse.
Aber da soll einer die Logik verstehen,die dahinter steht.Steht da überhaupt eine hinter???
Da wäre es doch für die Grenzer besser gewesen,sie wären auch mitgegangen.
Wahrscheinlich wären sie danach noch belohnt worden.
Was ging da manchmal nur ab?Werden wir wohl leider nie erfahren.

Gruß ek40


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 10:34
avatar  S51
#6
avatar
S51

Zitat von ek40
...Nur das am Schluß die Grenzer die angeschmierten waren.Und dann fragt man sich auch noch für was nur?
Die vier Bauarbeiter gingen in die DDR zurück und bekamen alles was sie wollten vom Staat,doch die Grenzer saßen im Knast.
Brauchten zwar nur die Hälfte absitzten,aber immerhin.
Und zwei Familien durften dann nach zwei Jahren komplett ausreisen,dass find ich ja Klasse.
Aber da soll einer die Logik verstehen,die dahinter steht.Steht da überhaupt eine hinter???

Gruß ek40



Unabhängig von einem gewissen Grad von Unbedarftheit ist dies wohl eines der typischen Beispiele dafür, dass unser damaliger Staat teilweise so blöd war, die Treue seiner Leute auch noch zu bestrafen.
Auch, wenn ich jetzt manchem auf den Schlips trete, es war so und es gäbe deren noch mehr Beispiele. Gut, die haben hier Mist gebaut. Disziplinverstöße noch und nöcher aber ausgebüxt sind sie nicht. Das hätte man anders regeln müssen, nicht mit Degradierung, unehrenhafter Entlassung und gar Knast. Die sind bestraft worden dafür dass andere noch mehr Mist gebaut haben, gewissermaßen stellvertretend und genaugenommen auch dafür, trotzdem treu geblieben zu sein. Diese Keule war einfach unangemessen zu groß.
Unsere Justiz hat da manchmal Feinde im wahrsten Sinne des Wortes erst produziert und das manchmal komplett unnötig.


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 10:56
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

Zitat von S51

Unsere Justiz hat da manchmal Feinde im wahrsten Sinne des Wortes erst produziert und das manchmal komplett unnötig.



Genau so sehe ich es auch S51, wobei man das Wort Justiz gegen viele sogenannte Vertreter und Mitläufer dieses Staates, die ihre kleine aufgebaute Macht erhalten und festigen wollten, ersetzen könnte.
Dieser Staat hat seine eigene Jugend zunächst mühevoll herangezogen und dann später versucht, die neuen Ideen dieser Jugend im Keim zu ersticken.

Gruss, AZ


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 12:38
avatar  josy95
#8
avatar

Zitat von Heldrasteiner
Habe die Sendung auch gesehen und fand sie spannend und sehr informativ bis zum Schluß.
Und auch ich habe mich gefragt, aus welcher Motivation jemand flieht, alles zurückläßt, dann wieder zurückkehrt und nach zwei Jahren dann doch in die Bundesrepublik ausreist.
Die Fotos zu machen und sie dann bei der Flucht zurückzulassen, war meiner Meinung nach grober Leichtsinn.




Heldrasteiner & S51, keine andere Meinung zu den vier Aspiranten. Da haben sie den beiden Grenzern ganz schön was eingebrockt. Ohne jetzt deren sträflichen Leichtsinn mit den Fotos ect. gut zu heißen. Sträflicher Leichtsinn? So hart es klingen mag, das hat schon mehr an Dummheit gegrenzt...!


josy95


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 13:55
avatar  ( gelöscht )
#9
avatar
( gelöscht )

Zitat von josy95

Zitat von Heldrasteiner
Habe die Sendung auch gesehen und fand sie spannend und sehr informativ bis zum Schluß.
Und auch ich habe mich gefragt, aus welcher Motivation jemand flieht, alles zurückläßt, dann wieder zurückkehrt und nach zwei Jahren dann doch in die Bundesrepublik ausreist.
Die Fotos zu machen und sie dann bei der Flucht zurückzulassen, war meiner Meinung nach grober Leichtsinn.




Heldrasteiner & S51, keine andere Meinung zu den vier Aspiranten. Da haben sie den beiden Grenzern ganz schön was eingebrockt. Ohne jetzt deren sträflichen Leichtsinn mit den Fotos ect. gut zu heißen. Sträflicher Leichtsinn? So hart es klingen mag, das hat schon mehr an Dummheit gegrenzt...!



Klar, die waren jung und haben in diesen Momenten nicht an die harten Konsequenzen gedacht....trotzdem schöne Reportage!

MfG
josy95



 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 14:17
#10
avatar

In meiner Grenzzeit 58-60 war es überhaupt nicht selten, dass uns die Zöllner oder der BGS mal eine Schachtel Zigaretten bei der Strichkontrolle rüberwarfen. Kam nur darauf an mit wem du unterwegs warst. Gegrüßt wurde meistens und wir grüßten zurück.
Es war halt noch nicht so kalt wie es nach 61 wurde. So oft sind unsere Offiziere auch nicht raus, max. einer einmal am Tag. Der KC sowieso nicht und der Polit ein oder zweimal im Monat.
Der V0 kam einmal im Monat und schnüffelte, Zuträger waren ganz selten, und die waren ganz schnell isoliert, so schnell wie die dann versetzt wurden konnten wir gar nicht gucken.


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 15:21
avatar  ( gelöscht )
#11
avatar
( gelöscht )

Dank dem Augenzeugen konnte ich jetzt die Wiederholung sehen.
Sehr Eindrucksvoll.


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 15:46
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Habe den Beitrag leider nicht sehen können,weiss aber das es in unseren Grenzabschnitt ähnliche Treffen gegeben haben muss.Es durfte in einer bestimmten Zeit,nienand von uns Soldaten in einen bestimmten Abschnitt hinein.Das war allerdings selten der Fall.Wir machten uns so unseren eigenen Reim zur Sache.Bis bald der Schreiberer


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 16:41
avatar  ( gelöscht )
#13
avatar
( gelöscht )

Bewegender Film.....der aber auch alles sagt; geduldet und am Ende gab es nur ein Bauern "Opfer" [Politik]....


 Antworten

 Beitrag melden
30.12.2009 17:27
avatar  ( gelöscht )
#14
avatar
( gelöscht )

Habe das auch gesehen und frage mich nun wie es sein kann, daß die 4 Bauarbeiter rübergehen, dann unter Zusicherung von Straffreiheit wieder zurück sind, um dann wiederrum Jahre später offiziell mit ihren Familien ausreisen zu dürfen?! Nicht nur das, kaum wieder in der DDR wurde ihnen auch noch jeder Wunsch (Telefon etc.) erfüllt, wovon jeder normale Mensch hier nur träumen konnte.
Aus Sicht der damaligen Zoll/BGS Beamten sehr mysteriös, aus Sicht der beteiligten GT mehr als das! Da die vier alle aus einem kleinen Ort kamen gingen schnell Gerüchte rum und ehrlich gesagt, wären mir die Leute bekannt, dann hätte ich einen großen Bogen um sie gemacht und würde das auch noch heute tun!
Meiner Meinung nach wurden sie "gekauft", aber das wird wohl ihr ewiges Geheimnis bleiben.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!