Wer hat in diesen Haeusern gewohnt und wie wurde das finanziert?

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26.12.2009 17:42
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#1
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In der DDR waren die Gehaelter staatlich geregelt und niedrig.

Beim ersten Hinsehen schien mir es deswegen unmoeglich, dass sich jemand im Sozialismus so ein Haus leisten konnte. Auch die Unterhaltskosten waeren ja enorm gewesen.

Wer hat zu DDR-Zeiten in diesen Haeusern gewohnt und wie wurde das finanziert?

Berliner




Quelle: Mauerflug


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26.12.2009 19:01
avatar  Alfred
#2
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Berliner,

es gab da wohl verschiedene Möglichkeiten.

Es bestand ja auch die Möglichkeit Häuser zu mieten und da waren die Mieten gering, wie üblich.


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26.12.2009 19:10
avatar  icke46
#3
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Hallo,

Alfred hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wurden die Villen am Griebnitzsee bereits während der Nazizeit enteignet (da ein Grossteil der Besitzer jüdischer Herkunft war). Dann wurden sie wohl an UFA-Stars weitergegeben (Marikka Röckk und Heinz Rühmann fallen mir auf die Schnelle ein). Nach 1945 kamen diese Villen in staatliche Verwaltung und hatten wohl die selben Mietpreise wie anderer Wohnraum in der DDR auch - also äusserst günstig.

Was mich aber interessieren würde: Diese Villen lagen ja wirklich direkt an der Grenze - dass heisst, das Ende des Gartens markierte auch unübersehbar das Ende des DDR-Gebiets. Wer hat nun zu DDR-Zeiten dort gewohnt? Ich könnte mir schon denken, dass die Bewohner einem besonderen Auswahlverfahren unterlagen.

Gruss

icke


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26.12.2009 20:04
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#4
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Zitat von icke46
Hallo,

Alfred hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wurden die Villen am Griebnitzsee bereits während der Nazizeit enteignet (da ein Grossteil der Besitzer jüdischer Herkunft war). Dann wurden sie wohl an UFA-Stars weitergegeben (Marikka Röckk und Heinz Rühmann fallen mir auf die Schnelle ein). Nach 1945 kamen diese Villen in staatliche Verwaltung und hatten wohl die selben Mietpreise wie anderer Wohnraum in der DDR auch - also äusserst günstig.

Was mich aber interessieren würde: Diese Villen lagen ja wirklich direkt an der Grenze - dass heisst, das Ende des Gartens markierte auch unübersehbar das Ende des DDR-Gebiets. Wer hat nun zu DDR-Zeiten dort gewohnt? Ich könnte mir schon denken, dass die Bewohner einem besonderen Auswahlverfahren unterlagen.

Gruss

icke


Icke,kommt da nicht noch Spurensicherungsstreifen und Kolonnenweg mit BT und dann das Ende?


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26.12.2009 20:15
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#5
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Häuserbesitzer konnten ihre Häuser nicht nur vermieten, sie mussten es sogar zu staatlichen Bedingungen. Es bestand bis zum Ende der DDR eine Wohnungsnot. Hier kamen Vertreter der Stadt sogar in ein Haus, wenn sie erfuhren, dass jemand ausgezogen war und der Vermieter nun allein wohnte oder der Besitzer auch im Westen war.

Natürlich konnte kein Eigentümer zu den Mietpreisen von ca. 30-40 DDR-Mark Instandsetzungsmaßnahmen durchführen. Wenn eine Heizung ausging, hatten auch die Mieter keine Ansprüche gegen den Eigentümer, wie man sie heute hat. Dieser sagte dann meist nur: Dann zieht doch aus. Ich kann es nicht instand setzen.
Ich kann mich an einen Fall erinnern, wo ein Eigentümer ein 8-Fam.-Haus verschenkt hatte bzw. verschenken musste, weil es völlig marode war.

Gruss, AZ


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26.12.2009 20:16
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#6
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@ Zermatt,
ich hatte einen Kollegen, der ist ans DEFA - Sinfonieorchester gegangen( Babelsberg ).
Der hat in einer solchen Villa eine Wohnung bekommen. Der Gartenzaun war wirklich die Grenze.
Besuch gabs nur nach Anmeldung ( Sperrgebiet ). Ich wüßte nicht, dass der in der Partei o.ä. gewesen wäre. War ein feiner Kerl und lustig, wir haben uns oft gekrümmt vor lachen.
VG Affi


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26.12.2009 20:20
avatar  icke46
#7
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Hallo, Zermatt,

ich will das jetzt nicht beschwören - da müssten vielleicht die Grenzspezialisten hier im Forum ran: Aber meines Wissens gab es direkt am Ufer die Mauer und dahinter den Kolonnenweg - der ja zu Nachwendezeiten bis heute für Streit sorgt, weil der Kolonnenweg dem Land Brandenburg gehört und als öffentlicher Weg ausgewiesen wurde, was dann heutigen Besitzern nicht gefällt, weil dann Normalmenschen quasi vor ihrem Garten am See entlang gehen können.

Vielleicht mal ein Link zur Info:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brande...;art128,2776920

Wie gesagt, ich kenne die Gegebenheiten nur von einer Schiffsfahrt im Frühjahr 1990, wo man erstmals nach ewigen Zeiten durch den Teltowkanal und den Griebnitzsee in Ufernähe fahren durfte - und nach meiner Erinnerung gab es in Ufernähe die Mauer, dann vom Wasser her gesehen das Grundstück und danach die Villen - das es da auch einen Spurensicherungsstreifen gab, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Gruss

icke


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26.12.2009 20:24
#8
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Ein Stück Mauer steht noch heute dort, direkt am Wasser, so wie Icke46 es beschreibt, war es auch.


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26.12.2009 20:50
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#9
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Jörg, das mit der Wohnungsnot zu DDR-Zeite bestreite ich schon mal. Logisch, das nicht jeder an eine Neubauwohnung kam, aber es gab zum Beispiel in der Großstadt Leipzig genügend Gründerzeithäuser, wo Wohnungen leer standen.
Wollte ich eine Wohnung, musste ich mich drehen, mit dem Arsch aus dem Sessel kommen.
So wie vorher schon geschrieben, es haben Leute zu sehr niedrigen Mietpreisen in Villen gewohnt, die wohl irgendeinem Juden einmal gehört haben.
Nach der Wende, so schnell konntst du nicht gucken, waren sie alle da und Zack, war der ehemalige Mieter draußen.
Davon kannte ich mindestens zwei Dutzend Fälle, weil ich vorher bei ihnen zugange war in Feierabendtätigkeit.
Wie geschrieben, die die dachten, die gebratenen Tauben kommen ins Wohnzimmer geflogen, sie gab es schon zu meiner Zeit....hatten dann halt ne lange Nase, wenn es um Wohnraum ging.

R-M-R


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27.12.2009 07:17
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#10
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Nun Rainer-Maria,

hier mal ein Beitrag zur "nicht vorhandenen Wohnungsnot":

http://www.mdr.de/damals/lexikon/1540422.html


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27.12.2009 10:27
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#11
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Gut,Wohnungsnot gab es angeblich nicht,müssten andere was zu sagen.

Wie sah es eigentlich mit Eigentumswohnungen aus und wie war das Angebot ? Was kostete z.b.
eine 3 Raumwohnung. Gab es auch das "Hausgeld" ?


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27.12.2009 11:29
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#12
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Und wie hat man es mit der Vergabe von Wohnungen (AWG+KWV) entlang der Grenze gehandhabt? Ich bekam weder die Wohnung (Kiefholzstraße) zugesprochen die durch den Wohnungstausch meiner Mutter angestrebt werden sollte noch eine an der Oberbaumbrücke.
Mischte das MfS in den oben genannten Gesellschaften mit?


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27.12.2009 12:07
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#13
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Hallo Rainer, du kannst es zwar bestreiten, dass es in der DDR eine Wohnungsnot gab, aber ich habe aus meinem Erleben berichtet. Nun kann es sein, dass des regional unterschiedlich war. Meine Mutter war bis 1985 in einer Wohnungsbaugenossenschaft für die Vergabe von Wohnungen tätig, hier konnte ich viel erfahren, was nicht in der Zeitung stand.

Und was das Haus betraf, wo man von der Stadt kam und einen Mieter einsetzen wollte, war das Haus meiner Schwiegereltern, und die Stadt kam mit den Worten: "Sie wissen doch, dass wir offiziell noch ein Wohnungsproblem in der DDR haben, und deshalb müssen wir Sie fragen, ob Sie Wohnraum....".
So war es.

Gruss, Jörg


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27.12.2009 13:30
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#14
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Hallo Berliner,
ein interssantes Video hast Du da eingestellt. Ich kenne diese Gegend auch von der Grenzsicherung her. Die meisten der Häuser lagen ausserhalb des Grenzgebietes, sodass man keinen Passierschein benötigte. In vielen Villen waren auch öffentliche Einrichtung wie z.B. Kindergärten untergebracht.
Interessant ist vielleicht für dich, dass in der Zeit des "Potsdamer Abkommens" in jeweils einer eigenen Villa Truman, Stalin und Churchill gewohnt haben. Ansonsten wohnten zu DDR Zeiten da auch ganz normale Leute. Mietpreise wie auch Grundstückspreise waren ja gesetzlich festgeschrieben. Ein Immobilienmarkt gab es demzufolge nicht.

Aus dem sonnigen Brandenburg

exgakl


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27.12.2009 13:49
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#15
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Zermatt, über die " Eigentumswohnungen" zu DDR-Zeiten könnte dir ein Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft eher Auskunft erteilen.
Vielleicht findet sich hier Einer im Forum, der auch heute noch in seiner Wohnung wohnt.

R-M-R


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