Häftlingsfreikauf, wie habt ihr das empfunden

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22.12.2009 20:08von ( gelöscht )
Frage
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Häftlingsfreikauf, wie habt ihr das empfunden

Grüß Gott zusammen.Heute habe ich wieder eine Frage die ich von Euch gern beantwortet hätte.Ihr habt ja bestimmt vom Häftlingsfreikauf gehört,zu den gekauften gehöre ich auch,es ist schon lange her 71.Wir fuhren von Chemnitz über die Autobahn bis Eisenach West.Damals war die Autobahn nicht durchgängig,dann auf die Landstr.(Sperrgebiet)bis zur Werra,vor die Brücke rechts ins Wäldchen nahe des Dorfes Spichra.Dort durften wir umsteigen und es ging dann bei offenen Schlagbaum für LKWs über die Grenze Herleshausen.Wer dort Dienst gemacht hat muß doch dieses Schauspiel mitbekommen haben,was habt Ihr gedacht bzw.was wurde Euch erzählt ???

23.09.2015 21:04von passport
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@diefenbaker,

Du verkennst die Tatsache das hier im Forum z.Z.keine Zeitzeugen zu o.g. Problematik zur Verfügung stehen.


passport

23.09.2015 21:13von ( gelöscht )
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23.09.2015 21:15von exgakl
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@damals wars du wirst es kaum glauben, das ist uns allen schon aufgefallen!!!

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23.09.2015 23:12von Major Tom
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Ab 1988 und eventuell schon vorher wurden die Häftlinge mit der Bahn in den Westen geschickt, die Bahntickets in Höhe von 95 Mark musste jeder Häftling aus seinen Rücklagen bezahlen. Das MfS transportierte die Leute mit einem Zivilbarkas zum Bahnhof Karl-Marx-Stadt von wo ein Zug nach Frankfurt/ Main fuhr. Während der Fahrt war keine Bewachung im Zug, eventuell einzelne zivile MfS Angehörige welche aufpassten dass auch niemand der Freigekauften noch vor der Grenze ausstieg. Von Frankfurt/ Main ging es dann direkt weiter nach Giessen. Für diese letzte Fahrt in der DDR bekam jeder Freigekaufte eine Art provisorischen Asweis mit Foto und Ausreisestempel welche nur an diesem Tag gültig waren.

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24.09.2015 08:13von eisenringtheo
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Zitat von Major Tom im Beitrag #34
Ab 1988 und eventuell schon vorher wurden die Häftlinge mit der Bahn in den Westen geschickt, die Bahntickets in Höhe von 95 Mark musste jeder Häftling aus seinen Rücklagen bezahlen. Das MfS transportierte die Leute mit einem Zivilbarkas zum Bahnhof Karl-Marx-Stadt von wo ein Zug nach Frankfurt/ Main fuhr. Während der Fahrt war keine Bewachung im Zug, eventuell einzelne zivile MfS Angehörige welche aufpassten dass auch niemand der Freigekauften noch vor der Grenze ausstieg. Von Frankfurt/ Main ging es dann direkt weiter nach Giessen. Für diese letzte Fahrt in der DDR bekam jeder Freigekaufte eine Art provisorischen Ausweis mit Foto und Ausreisestempel welche nur an diesem Tag gültig waren.

Das müsste wohl eine Identitätsbescheinigung mit Foto und Ausreisevisum gewesen sein? Da der Übersiedler aus der DDR Staatsbügerschaft entlassen wurde, wollte man vermutlich keinen DDR Pass mehr ausstellen.
Theo

24.09.2015 10:43von diefenbaker
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #35

...
Das müsste wohl eine Identitätsbescheinigung mit Foto und Ausreisevisum gewesen sein? Da der Übersiedler aus der DDR Staatsbügerschaft entlassen wurde, wollte man vermutlich keinen DDR Pass mehr ausstellen.
Theo


Um das Bild abzurunden wäre vielleicht von Interesse zu wissen, dass die freigekauften Häftlinge der frühen Zeit wie z.B. 1971 nicht aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen wurden und völlig ohne eigene Papiere die Grenze überquert haben.

Gruss Wolfgang

25.09.2015 01:20von Major Tom
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Mir wurde in Karl-Marx-Stadt schon fast feierlich ein Dokument übergeben welches ich unterzeichnen sollte, das war glaube ich am Tag vor der grossen Reise. Somit war ich aus der DDR-Staatsbürgerschaft entlassen, den anderen Papierkram hatten wir ja schon die Tage zuvor erledigt. Es ging dann noch zum “Einkaufen“, es musste bis auf die letzte Mark alles an Rücklagen ausgegeben werden, das in einem kleinen Laden im Gefängnis der ganz erstaunliche westliche Sachen anbot. So kam ich dann mit zwei grossen Tüten wieder zurück in die Zelle, die letzte Nacht lebten wir wie Götter hinter Gitter In der Zelle gab es warmes Wasser und so kippten wir einen Kaffee Haag nach dem anderen hinter die Binde.

Was ich noch bemerken möchte: Die Behandlung in Karl-Marx-Stadt war sehr freundlich, die Verpflegung vorbildlich. Es wurde auch peinlichst darauf geachtet dass jeder gepflegt im Westen ankam, will heissen wir mussten uns rasieren und wer keine Jacke hatte musste sich eine kaufen. Ganz so wie es in einer Reportage berichtet wird dass die Gefangenen sich im Gefängnis fast frei bewegen konnten war es aber auch nicht, wir waren 23 Std am Tag eine ganze Woche lang in der Zelle.

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25.09.2015 09:36von ( gelöscht )
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Häftlingsfreikauf, wie habt ihr das empfunden ?

Dazu brauche ich nur ein Wort. Menschenhandel !!

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25.09.2015 10:37von diefenbaker
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Zitat von turtle im Beitrag #38
Häftlingsfreikauf, wie habt ihr das empfunden ?

Dazu brauche ich nur ein Wort. Menschenhandel !!


Diese Bezeichnung ist wohl zutreffend, allerdings mit einer Abweichung von der üblichen Bedeutung dieses Begriffes,
hier war die Handelsware froh, dass dieser Handel stattgefunden hat.

Gruss Wolfgang

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25.09.2015 10:58von eisenringtheo
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Ja. Nach der UNO Definition ist Menschenhandel "die Ausbeutung einer Person gegen ihren Willen durch eine andere Person mit Hilfe verschiedener Mittel, wie z.B. Androhung von Gewalt, Täuschung, Betrug oder Missbrauch"
Quelle WIKI
Das was die DDR betrieben hat, würde nach dem Verständnis im heutigen Recht unter den Begriff staatliches "Schlepperwesen" fallen. OT. Ich hoffe nur, dass die 5000 Euro, welche die syrischen Flüchtlinge für den Transport zahlen, nicht gleich in die Kassen syrischer Rebellen wandern. Schlepperei zur Finanzierung von Rüstungskosten...
Theo

25.09.2015 23:15von Major Tom
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Zitat von turtle im Beitrag #38
Häftlingsfreikauf, wie habt ihr das empfunden ?

Dazu brauche ich nur ein Wort. Menschenhandel !!



Nun, einen Handel betreiben immer mindestens zwei Parteien, der Westen wusste sehr wohl dass er da für Menschen bezahlt. Und ich als Betroffener war über diesen Handel damals sehr erfreut. Von daher hatte damals jeder Beteiligte an diesen Freikäufen profitiert.

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