Die Stille Nach dem Schuss...

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09.12.2009 16:21 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2009 16:24)
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#1
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...habe ich mir gestern Abend angesehen. Die Stille Nach dem Schuss

Ich meinte ich bekomme Einblick in das Alltagsleben der DDR vor dem Mauerfall, auch in die Denkweise der Staatsicherheit.

Liege ich da falsch? Was habt Ihr vom Film gemeint?

Berliner


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09.12.2009 17:28
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#2
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Hallo Duane,

habe nur den Link angesehen, den Film kannte ich bisher noch nicht. Es liest sich sehr realistisch, finde ich. Genaueres könnte ich sagen,wenn ich den Film gesehen hätte....


Gruss, Jörg


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09.12.2009 18:12
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#3
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ABV

Ich habe den Film vor ein paar (drei?) Jahren gesehen. Er gehört meines Erachtens zu den besten und realistischen Filmen, welche sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit beschäftigen. Die Darstellung der Staatssicherheit ist ebenfalls relativ realistisch. Die Szene mit dem Hund, an dem die Wirkungsweise einer auf ein Fahrzeug abgeschossenen Panzerfaust erprobt wurde, ist übrigens historisch verbürgt. Das frühere MfS-Gelände auf dem die Terroristen untergebracht waren, kann heute besichtigt werden. Es befindet sich in der Nähe von Briesen, ca. 20 km von Frankfurt (Oder) entfernt, mitten im Wald. Das die früheren Terroristen mit ihrer überzogen idealistischen Weltsicht mit dem Alltag der DDR nicht klar kommen, hätte den Verantwortlichen aber vorher bewußt sein müssen.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de

09.12.2009 18:40
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#4
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Der Film „Die Stille nach dem Schuß“ (D 2000) beschreibt das Exil, welche Teile der RAF mit Hilfe des MfS in der DDR gefunden haben. Im Mittelpunkt steht hierbei die Terroristin Rita Voigt, welche sich mit Hilfe der DDR- Staatssicherheit ein „neues Leben“ aufbauen will….
Die Handlung um die Filmterroristin Rita Voigt ist stark an die Autobiographie der Terroristin Inge Viett angelehnt.

Ich kann ABV nur zustimmen: Es ist einer der besten Filme, welcher sich realistisch mit einem sehr düsteren Kapitel innerdeutscher Geschichte beschäftigt.

Gruß
Daniel


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09.12.2009 18:51 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2009 18:52)
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#5
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Zitat von ABV
Er gehört meines Erachtens zu den besten und realistischen Filmen, welche sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit beschäftigen. Die Darstellung der Staatssicherheit ist ebenfalls relativ realistisch.


Zitat von Danny_1000
Es ist einer der besten Filme, welcher sich realistisch mit einem sehr düsteren Kapitel innerdeutscher Geschichte beschäftigt.



Danke Uwe und Daniel, das habe ich tatsaechlich gehofft. Der Film hat mir sehr gut gefallen und ich meinte auch, der sei realistisch. Jetzt werde ich mir den naeher beaeugen muessen...

Zitat von ABV
Die Szene mit dem Hund, an dem die Wirkungsweise einer auf ein Fahrzeug abgeschossenen Panzerfaust erprobt wurde, ist übrigens historisch verbürgt. Das frühere MfS-Gelände auf dem die Terroristen untergebracht waren, kann heute besichtigt werden. Es befindet sich in der Nähe von Briesen, ca. 20 km von Frankfurt (Oder) entfernt, mitten im Wald.


hier ist der Clip:




Quelle: Die Stille nach dem Schuss


Berliner


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09.12.2009 18:59
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#6
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Sorry, ich verstehe den Sinn mit dem Hund nicht.....wer so was macht ist für mich nicht normal.


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09.12.2009 19:13
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#7
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Völliger Schwachfug !
freifalli


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09.12.2009 20:41 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2009 20:45)
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#8
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Zitat von Augenzeuge
Sorry, ich verstehe den Sinn mit dem Hund nicht.....wer so was macht ist für mich nicht normal.




Was gibt es da nicht zu verstehen????


Wer bei dem Hund zögert, der wird bei einem Menschen im Auto erst recht nicht abdrücken. Da der Wachhund nicht scharf genug für den Einstatz als DH war, wurde er halt hier zur mentalen Vorbereitung des Schützen auf Einsätze gegen Lebendziele genutzt. Nichts weiter als eine schlichte Übung zur Gewöhnung der Psyche an Leid und Tod. Bei der Dame hätte ich jedoch bedenken, die würde im Einsatz sicher zögern oder total versagen. Hier ist sicher noch eine längere Ausbildungzeit erforderlich.

Inwiefern die Ausbildung so für RAF-Mitglieder erfolgte entzieht sich meiner Kenntnis. Ist sicher nur Fiktion, dass dieser Personenkreis bei uns dementsprechend ausgeblidet wurde.


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09.12.2009 22:11
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#9
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@abv, du schreibst, dass die szene mit dem hund verbürgt ist. von wem bzw. durch wen ?
obwohl ich die szene mit dem stehenden hund und die aussage "ist vom personenschutz" völlig daneben empfinde, da es keine kunst ist, etwas stehendes zu treffen, sondern etwas was sich bewegt.... (10 meter daneben steht ein zu übungszwecken abgestellter t 34. der war bei der rpg ausbildung in der ddr üblich)

*p.s. bei welcher diensteinheit sollte denn angeblich der hund "abgeschrieben" werden ???


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09.12.2009 22:18 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2009 22:21)
avatar  Pitti53
#10
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gw da kriegen wir bestimmt gleich eine "fachmännische" antwortirgendwer wird den armen hund schon kekannt haben oder einen kennen der....einen kannte


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09.12.2009 23:04
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#11
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Inge Viett schreibt im Buch" Nie war ich furchtloser"
Um Gottes Willen, ich bin in der Falle und will wieder raus.Da sehe ich ihn vor der Ausfahrt auf der Straße stehen, das Mofa zwischen den Knien. Er ruft in sein Sprechfunkgerät. Was soll ich tun?
Hinter einem Auto versteckt, im Halbdunkel der Garage, beobachte ich ihn. Dann ziehe ich meine Waffe und trete hervor, richte sie auf ihn und sage: " Jetzt verschwinde." Ungläubig, dümmlich ist sein Blick. Sekundenlang, dann greift er langsam zu seiner Waffe in ungeheuerlicher Verkennung der Situation. Ich starre versteinert auf ihn, er wird kleiner und kleiner, seine langsame Bewegung zur Pistole wischt wie ein Schatten über meine Augen.
Dann fällt der Schuss. Ich habe geschossen.

Gruß Rainer- Maria


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09.12.2009 23:22 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2009 23:23)
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#12
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Inge Viett schreibt im Buch" Nie war ich furchtloser"
Um Gottes Willen, ich bin in der Falle und will wieder raus.Da sehe ich ihn vor der Ausfahrt auf der Straße stehen, das Mofa zwischen den Knien. Er ruft in sein Sprechfunkgerät. Was soll ich tun?
Hinter einem Auto versteckt, im Halbdunkel der Garage, beobachte ich ihn. Dann ziehe ich meine Waffe und trete hervor, richte sie auf ihn und sage: " Jetzt verschwinde." Ungläubig, dümmlich ist sein Blick. Sekundenlang, dann greift er langsam zu seiner Waffe in ungeheuerlicher Verkennung der Situation. Ich starre versteinert auf ihn, er wird kleiner und kleiner, seine langsame Bewegung zur Pistole wischt wie ein Schatten über meine Augen.
Dann fällt der Schuss. Ich habe geschossen.


Hallo Rainer-Maria,

jemand der, das Buch gelesen hat. Find ich sehr gut...

Hier ein Clip aus dem Film. Nicht ganz so wie im Buch aber vielleicht trotzdem interessant.

Berliner




Quelle: Die Stille Nach dem Schuss


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09.12.2009 23:35
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Ich würde meinen, mein junger Freund Berliner, die Szene im Film entspricht so überhaupt nicht der aus dem Buch, den hier, im Film sieht es aus wie eine Hinrichtung, wohingegen im Buch....
Aber der Kinokunde sieht es und meint" Diese Terroristen, nein, skrupellos, hinterhältig, und, und ,und...
So formt sich sein Bild und es ist ein falsches Bild.
Aber das mit dem Hund, wie vorher schon angesprochen...so verbürgt...würde mich auch interessieren?

Gruß Rainer- Maria


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10.12.2009 00:01
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#14
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Inge Viett schreibt weiter: Obwohl selbst daran beteiligt, lässt die Dynamik eines solchen Geschehnisses keinen Platz und keine Zeit zu selbstbestimmten Entscheidungen.
Darum verweigert das Bewustsein auch die Verantwortzng für dieses Geschehen. Verweigert überhaupt eine emotionale Beziehung dazu. Ich habe all die Jahre nicht das geringste Bedauern für den niedergeschossenen Polizisten empfinden können.
Er war keine konkrete Person, nicht mal der konkrete Feind.Er ist nur in einem Moment als Verhängnis in meinem Leben aufgetaucht, und dieses Verhängnis wurde von der Situation, die im wesendlichen ein Ergebnis seiner Entscheidungen war, als seines bestimmt. Eine winzige Verschiebung im Ablauf, und es ebenso meines sein können.

Gruß Rainer- Maria


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10.12.2009 00:04 (zuletzt bearbeitet: 10.12.2009 00:07)
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#15
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Panzerfaust-Training und DDR-Unterricht

Auf dem Höhepunkt der „RAF-Stasi-Connection“ richtete die die Abteilung XXII eine eigene Anlaufstelle für Aussteiger und Unterkunft für aktive Terroristen ein: das Objekt 74, ein Forsthaus im brandenburgischen Briesen, direkt an der Spree. Silke Maier-Witt bescheinigte der Unterkunft in einem Interview den Charme einer Jugendherberge.

"Dort wurden die ausstiegswilligen RAF-Mitglieder zum DDR-Bürger ausgebildet“, erzählt Wunschik. Neben ostdeutschem Dialekt, Vokabular und Verhalten mussten die Terroristen für ihre neue Identität im Arbeiter- und Bauernstaat auch ihre von der Stasi ausgetüftelten Biografien auswendig lernen. „Die Lernerfolge hielten sich aber in Grenzen“, betont Wunschik. So habe sich Inge Viett gleich bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte als DDR-Bürgerin verraten, indem sie in einem Restaurant einen Cognac bestellte – französischen Weinbrand.

Gnadenschuss für Schäferhund

Auf dem ostdeutschen Terroristenstützpunkt erhielten die RAF-Angehörigen von Stasi-Leuten auch Waffen-Unterricht. „Christian Klar übte in Briesen den Umgang mit einer Panzerfaust am lebenden Objekt. Er feuerte auf ein Auto, in dem ein Schäferhund angekettet war“, berichtet Wunschik. Der Hund überlebte die Detonation schwer verletzt. Ein Stasi-Offizier gab ihm den Gnadenschuss.

http://www.focus.de/politik/deutschland/..._aid_55580.html


Politisch ungleich schwerer wiegt die massive Unterstützung für die noch aktiven Terroristen. So konnten die meistgesuchten RAF-Führer Inge Viett, Adelheid Schulz, Helmut Pohl und Christian Klar jahrelang nahezu beliebig in den Stasi-Staat ein- und ausreisen und sich dort dank MfS sicher und versorgt fühlen.

Für die aktiven Kader gab es zudem in der DDR theoretische Terrorismus-Schulung und praktische Übungen für den Untergrundkampf: Spreng- und Schießausbildung mit östlichem und westlichem Gerät.

Im MfS-Ausbildungslager "Forsthaus an der Flut" (Tarnname: "Objekt 74"), das ebenfalls versteckt im Wald bei Briesen lag und abgeschottet war, drillte die Stasi Anfang der achtziger Jahre fast die gesamte damalige Kommandoebene der RAF. Im "Forsthaus" büffelten die Terroristen Theorie, morgens wurde Frühsport betrieben, abends gebechert.

Schieß- und Sprengausbildung hingegen verabreichte die Stasi den Terroristen auf nahe gelegenen Truppenübungsplätzen. Die Gäste von der RAF traten in Uniformen der Nationalen Volksarmee an. Höhepunkt des Trainings war die Unterweisung an der sowjetischen Panzerfaust RPG 7, mit der auf einen Panzer und auf eine alte Mercedes-Limousine geschossen wurde.

Um einen Anschlag so lebensnah wie möglich zu simulieren, war der Mercedes mit vier Strohpuppen und einem lebenden Schäferhund besetzt. Bei einem Volltreffer wurde der Wagen zerstört. "Der im Fahrzeug angebundene Schäferhund", so ein Teilnehmer der makabren Übung, "war von dem Gasstrahl der Granate getroffen und war am Verenden."

Bei den Anwesenden, erinnert sich Voigt, blieb "ein ungutes Gefühl" zurück; den RAF-Mitgliedern, die sonst rücksichtslos Menschen töteten, "war das auch nicht recht, daß dort auf Lebewesen geschossen wurde". Voigt: "Auf alle Fälle hat das Problem mit dem Hund dort Unbehagen ausgelöst."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13489790.html


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