Differenzierung bei MfS-Tätigkeiten

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03.12.2009 14:38
avatar  Angelo
#1
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Der sächsische Stasi-Landesbeauftragte Michael Beleites spricht sich gegen eine generelle Gleichsetzung von Tätigkeiten im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR aus. So sei der Dienst im Stasi-Wachregiment «Feliks Dzierzynski» eine andere Form der Tätigkeit gewesen als die eines Inoffiziellen Mitarbeiters (IM), sagte Beleites der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Der Militärdienst im Wachregiment sei damals dem persönlichen Umfeld bekannt gewesen.

Der frühere Bürgerrechtler bezog sich auf den Fall des Potsdamer Landtagsabgeordneten Michael Egidius Luthardt (Die Linke). Dieser hatte am Mittwoch einen dreijährigen Soldatendienst im Wachregiment eingeräumt, jedoch betont, nie als IM gearbeitet zu haben.

Beleites gab zu bedenken, dass der Dienst bei «Feliks Dzierzynski« freiwillig gewesen sei. Auf jeden Fall sollte jeder Einzelne gefragt werden, warum er diesen Dienst angetreten habe. Von der Bewertung des konkreten Falles Luthardt abgesehen sei es aber wichtig, dass die Personen offen darüber sprächen. Es wäre »kein gutes Zeichen«, wenn der Abgeordnete den Dienst geheimgehalten hätte. Luthardt hat aber nach eigenen Angaben vor seiner Nominierung für Wahlen die Partei über seinen Dienst im Wachregiment informiert. Er habe sich damals für drei Jahre verpflichtet, weil er anschließend habe studieren wollen.


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03.12.2009 18:31
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#2
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Zitat von Angelo
Der sächsische Stasi-Landesbeauftragte Michael Beleites spricht sich gegen eine generelle Gleichsetzung von Tätigkeiten im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR aus. So sei der Dienst im Stasi-Wachregiment «Feliks Dzierzynski» eine andere Form der Tätigkeit gewesen als die eines Inoffiziellen Mitarbeiters (IM), sagte Beleites der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Der Militärdienst im Wachregiment sei damals dem persönlichen Umfeld bekannt gewesen.

Der frühere Bürgerrechtler bezog sich auf den Fall des Potsdamer Landtagsabgeordneten Michael Egidius Luthardt (Die Linke). Dieser hatte am Mittwoch einen dreijährigen Soldatendienst im Wachregiment eingeräumt, jedoch betont, nie als IM gearbeitet zu haben.

Beleites gab zu bedenken, dass der Dienst bei «Feliks Dzierzynski« freiwillig gewesen sei. Auf jeden Fall sollte jeder Einzelne gefragt werden, warum er diesen Dienst angetreten habe. Von der Bewertung des konkreten Falles Luthardt abgesehen sei es aber wichtig, dass die Personen offen darüber sprächen. Es wäre »kein gutes Zeichen«, wenn der Abgeordnete den Dienst geheimgehalten hätte. Luthardt hat aber nach eigenen Angaben vor seiner Nominierung für Wahlen die Partei über seinen Dienst im Wachregiment informiert. Er habe sich damals für drei Jahre verpflichtet, weil er anschließend habe studieren wollen.



Angegeben hat er nur das er seinen Wehrdienst geleistet hat, Wehrdienst waren aber nur 18 Monate ! Kam man zum Wachregiment als Wehrpflichtiger, oder hat man sich freiwillig gemeldet ?


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03.12.2009 19:30
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#3
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3 jahre waren pflicht im wr


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03.12.2009 20:48 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2009 20:49)
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Zitat von Pitti53
3 jahre waren pflicht im wr



@dein1945

und nach DDR- Lesart zählte das hier zum Wehrdienst:

§ 18. Arten des aktiven Wehrdienstes.

(1) Der aktive Wehrdienst wird
a) als Grundwehrdienst,
b} als Dienst auf Zeit oder
c) als Dienst in militärischen Berufen geleistet.

Quelle: Wehrdienstgesetz der DDR von 1982


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03.12.2009 21:57
avatar  Merkur
#5
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Allerdings war der Dienst im Wach Rgt. F. Dzierzynski kein Wehrdienst sondern Wehrersatzdienst.


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04.12.2009 07:25
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#6
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Zitat von Merkur
Allerdings war der Dienst im Wach Rgt. F. Dzierzynski kein Wehrdienst sondern Wehrersatzdienst.



Das ist interessant - habe ich bisher noch nicht gehört.
Kannst Du irgendwie näher erklären, was das bedeutet und wie das begründet wurde?
Wie war denn "Wehrdienst" in der DDR definiert?
Haben den Bereitschaftspolizisten und Bausoldaten streng genommen auch keinen Wehrdienst geleistet?


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04.12.2009 08:38
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#7
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Wahrscheinlich hat er einfach Wehrdienst angegeben und keiner hat gefragt wo...Zumal sich die WRler die ich kenne nicht unbedingt als dem MfS zugehörig betrachteten.
Mich kotzt (sorry) es aber auch an,laufend diese Meinungen zu lesen:Ich habe drei Jahre machen müssen-wollte ja studieren. Kann keiner sagen-"Jawohl,daß war damals meine Überzeugung und ich stehe dazu!"?

Bepo war auch Wehrersatzdienst.Meine Laufbahn auch.Spatis?Keine Ahnung.

Drewitz


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04.12.2009 08:49
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#8
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Zitat von Merkur
Allerdings war der Dienst im Wach Rgt. F. Dzierzynski kein Wehrdienst sondern Wehrersatzdienst.



Das sagt Wiki dazu:

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bedeutete der Wehrersatzdienst einen Dienst bei der Volkspolizei, der Transportpolizei, im Ministerium für Staatssicherheit, den Einheiten der Zivilverteidigung oder den Baueinheiten der Nationalen Volksarmee (Bausoldaten). Neben der Ausbildung in militärischen Handlungen kamen weitere spezifische Ausbildungsinhalte hinzu. In den „Kasernierten Einheiten des MdI“ der DDR für die (Mot.-)Schützeneinheiten beispielsweise die Handlungen als geschlossene Formationen bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.


Die Frage die sich mir stellt, wie kam jemand, der sich für 3 Jahre Armee verpflichtet hatte, ohne eigene Wunschäusserung zum Wehrersatzdienst?

Gruß, AZ


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04.12.2009 08:53
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#9
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Zitat von Drewitz
Mich kotzt [sorry) es aber auch an,laufend diese Meinungen zu lesen:Ich habe drei Jahre machen müssen-wollte ja studieren. Kann keiner sagen-"Jawohl,daß war damals meine Überzeugung und ich stehe dazu!"?



Da magst Du sicher teilweise recht haben. Aber das können eben nur die sagen, deren Überzeungung das damals war, und die dazu stehen.
Selbst wenn es für manche entmutigend sein sollte, muss man sich aber auch mit der anderen Seite der Wahrheit abfinden können, nämlich dass viele junge Männer länger gedient haben, einzig und allein um ihren späteren Lebensweg zu erleichtern.
Selbst wenn einen diese Aussage ankotzt, macht es sie noch lange nicht unwahr.
Mal abgesehen von der (wohl unbestritten) positiven Auswirkung auf die Studienplatzvergabe kann ich sagen, dass wir "GWD-Studenten" unsere Uffz-Komilitionen oft ordentlich beneidet haben. Die waren meist finanziell gut besattelt, hatten oft sogar schon ein Auto, während wir bis dahin kaum Gelegenheiten hatten, an die 300 Mark im Monatsdurchschitt ranzukommen.
Aber gut, ich will mich gar nicht beklagen...18 Monate Lebenszeit gespart auf dem selbst gewählten Lebensweg sind aus heutiger Sicht ja auch etwas.
Der Ehrlichkeit halber sei aber auch erwähnt, dass es bei weitem nicht erforderlich war, länger zu dienen, um studieren zu dürfen. Ohne genaue Erhebungen angestellt zu haben, würde ich sagen in meinem technischen Studiengang waren mehr als die Hälfte ehemalige Grundwehrdienstler.


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04.12.2009 08:58
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#10
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Gute Frage!

In dem man irgendwann mal seine Bereitschaft dazu erkennen ließ...Wenn man sich für 3 Jahre verpflichtete kam dann irgendwann irgendjemand um auszuloten was man denn so machen würde.
Ein Freund von mir wurde dann mal zum Direktor (POS) bestellt.Dort saß ein Offizier -nach einigem Small Talk kam dann die Frage:würdest Du auch zum Wachregiment?Hätte folgende Vorteile....
Er ging-aus Überzeugung...
Drewitz


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04.12.2009 09:00
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#11
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Zitat von Drewitz

Mich kotzt (sorry) es aber auch an,laufend diese Meinungen zu lesen:Ich habe drei Jahre machen müssen-wollte ja studieren. Kann keiner sagen-"Jawohl,daß war damals meine Überzeugung und ich stehe dazu!"?
Drewitz



Ja, drewitz, man konnte einen Studienplatz mit 18 Monaten bekommen, aber wie oft wurde man fast genötigt, sich auf 3 Jahre zu verpflichten. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es damals in unserer Abiklasse fast niemanden gab, der sich nicht 3 Jahre verpflichtet hatte. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich gefragt worden bin...und wie man in eine psychologische Ecke gedrückt wurde...so nach dem Motto, warum bist du anders als die anderen...?

Ehrlich, überzeugt waren damals max. 10%, der Rest fügte sich einfach nur, weil der Druck zu groß war.
Und ich, einer der wenigen, die sich nicht gefügt haben, hatten am Ende doch verloren.....weil der Studienplatz weg war, wenn man nicht rechtzeitig eingezogen wurde. Und glaub mir, einmal hatte ich sogar noch darum gebettelt, gezogen zu werden. Es nützte alles nichts. Es gab danach nur einen Weg für mich.....der mir eigentlich so indirekt suggeriert worden war.

Gruß, AZ


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04.12.2009 09:04
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#12
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Klar habt Ihr Recht-mit 3 Jahren war es einfacher!Kein Thema.

AZ-Du schreibst 10% waren überzeugt-bei uns waren es ein paar mehr.Aber wo sind die?Alle Resigniert?Oder doch feige?

Drewitz,nachdenklich


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04.12.2009 11:52 (zuletzt bearbeitet: 04.12.2009 11:53)
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#13
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Zitat von Drewitz

Mich kotzt (sorry) es aber auch an,laufend diese Meinungen zu lesen:Ich habe drei Jahre machen müssen-wollte ja studieren. Kann keiner sagen-"Jawohl,daß war damals meine Überzeugung und ich stehe dazu!"?
Drewitz



es mag Dich ja ankotzen, aber dann sei froh , dass DU z. B. nicht an der EOS in Aschersleben zur Schule gegangen bist. Ich hatte ja schon einmal darüber geschrieben, wie es bei mir war. Vielleicht haben wir mal die Gelegenheit und ich erzähle Dir die Langversion davon und was einige (eigentlich die meisten) Mitschüler davon gehalten haben und wie sich das bis heute auswirkt. Ich sage es hier nochmal: Mit noch nicht einmal 14 Jahren habe ich mich zu drei Jahren verpflichten MÜSSEN, sonst hätte ich vielleicht heute noch kein Abi. Deshalb stehe ich aber weiterhin zu meiner späteren Entwicklung ohne wenn und aber, wenn ich heute auch vieles aus einem anderen Winkel betrachte.

OH


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04.12.2009 12:18
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#14
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Hallo Drewitz und AZ. Habe gerade gelesen, was ihr da alles schreibt...Armee und Studium...Es gab auch etwas ganz anderes...z.B. in meiner Laufbahn...selbst nach aussen immer unauffällig..die armen IM, die immer bei mir suchten, nichts fanden und dann in ihren Berichten die Phantasie walten lassen mussten...fällt mir bei mir in den Unterlagen gerade nichts ein...bei meiner Frau stand, sie liest Goethe und Schiller...ist doch interessant. Also zu Eurem Thema...rutschte wohl völlig zwischen den Stühlen durch...im Klassenbuch nach dem Namen stand H, Handwerker, wer die Klassifizierung kennt...Abitur...bester Schüler der Klasse...Studium...sogar gewünschte Fachrichtung...raboti,raboti...zwei Jahre später nach dem Studium Vorladung vom...?, man sass in Reih und Glied...sie sind zugeteilt...Bauabteilung sowieso...nix damit...Ausreisegenehmigung liegt vor...ohne je eine Kaserne gesehen zu haben, gab ich meinen Wehrpass ab, das Ding hiess doch wohl so?, 4 Tage später ging der Flug gen Westen...durchs Netz gefallen oder immer den falschen gesucht? Hier kurz zur Erklärung...habe einen verflixsten Nachnamen...auf der Schreibmaschinentastatur fehlt das -ß-, stehe also überall mit -ss-...in meinen Akten...Vermerk, fast zum Schluss, ß ist richtig, also das ist er. Dann kamen die richtigen Suchaufträge in Bln., die KK und die Fahndungs-Nr...So wars. Mein Vater unterschrieb deutsch, mit hs, ob sie ihn auch gesucht haben?, war zumindest in der KK u. LDPD. Genug...wer schreibt das hier alles eigentlich im Forum auf...gebe doch auch eine gute Nachlektüre, oder muss mans nicht wissen und nur immer im Bösen herumstochern. Ziehen wir mal nicht alles ins Lächerliche, ernst wars trotzdem genug. fth


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04.12.2009 12:32
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#15
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Zitat von Drewitz
Dort saß ein Offizier -nach einigem Small Talk kam dann die Frage:würdest Du auch zum Wachregiment?Hätte folgende Vorteile...



Na da scheint ja nicht mal der Rekrutierer an allzu viel Überzeugung seiner Kandidaten geglaubt zu haben, wenn er gleich die Vorteile-Keule ausgepackt hat...die ja in der Regel nur ein beschönigter Hinweis auf die ansonsten zu erwartenden Nachteile war.


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