Als 800 DDR-Bürger die Grenze auf dem Brocken stürmten

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01.12.2009 10:05
avatar  Angelo
#1
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Brocken/ddp. Genau hier stand es: Das Tor, das Karl Berke schon lange ein Dorn im Auge war, weil es ihm und jedem anderen DDR-Bürger den Zugang zum Brocken verwehrte. Zwanzig Jahre ist es her, da stand Berke gemeinsam mit rund 800 Menschen an einem sonnigen Wintertag genau an jener Stelle unterhalb des Brockenplateaus und forderte lautstark die Öffnung des Tores und damit Zugang zum damaligen militärischen Sperrgebiet. Karl Berke erlebte an diesem Tag, dem 3. Dezember 1989, wie viele andere auch seinen ganz persönlichen «Mauerfall» - die Ereignisse vom 9. November hatte er verschlafen.

Berke war nicht der Anführer der Gruppe, doch er wurde zu einem Wortführer des Protests. Bei strahlend blauem Himmel und eisigen Temperaturen griff er nach der Ankunft am Wachposten gegen zwölf Uhr Mittag zum Megafon und skandierte «Macht das Tor auf!». Ein Foto von damals zeigt den heute 60-Jährigen inmitten der Menschenmenge. Andere waren an diesem Morgen mit Transparenten auf den Berg gezogen. «Freier Brocken, freie Bürger» lautete eine der Parolen.

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http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ...d=1121250412275


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01.12.2009 10:33 (zuletzt bearbeitet: 01.12.2009 13:27)
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#2
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Nicht nur Karl Berke, sondern auch viele andere.
Und es wurde auch schon am Sonnabend den 2.12.89 Demonstriert leider noch Erfolglos.
An diesen Sonnabend war auch ich dabei. Fernsicht bis 150 km. Der Inselsberg mit bloßen Auge zu erkennen. Riesen Super Stimmung. Aber da durch die Presse der Termin für den Sonntag im voraus Favorisiert wurde, wurde auch erst am Sonntag das Tor geöffnet.









01.12.2009 10:46
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#3
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Servus Bergmensch,

Muss schon wieder mal sagen: Du bringst hier echt immer die besten Original-Bilder rein. Super! Und Danke!
Und wieso Dir der Angelo noch keine Spurensucher-Plakette verpasst hat versteh ich nich... . Angelo?

Viele Gruesse von Tal zu Berg,
-Th


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01.12.2009 11:06 (zuletzt bearbeitet: 01.12.2009 11:12)
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#4
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Das ist doch egal, freut euch an den Bildern.


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01.12.2009 11:29
#5
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super Bilder Bergmensch, find ich auch

Angelo, also !!!!

Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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01.12.2009 11:43
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#6
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Hallo Bergmensch,
Du hast wiedermal den Clou gelandet, herrliche Bilder eingestellt. Ich bin ja mal gespannt was noch so alles aus Deinem Fundus für uns bestimmt ist!!!
Vielen Dank VG Affi
PS.:Sag mal, bist Du der Bartmann auf dem ersten Foto?????


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01.12.2009 11:45
avatar  josy95
#7
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Kleiner Erlebnisbericht vom 03.Dezember 1989:

Ich war dabei!

Es geisterte schon tagelang durch die sich langsam öffnende Lokalpresse im Kreis Wernigerode, neben den allgegenwärtigen Themen und Problemen Wende, Grenzöffnungen ect. Auch der Lokalpresse war nach wie vor der Tatsch von 40 Jahre Pressezensur und Ausrichtung auf den Alleinherrschaftsanspruch der SED immer noch unverkenbar anzumerken. Nicht anders bei der einheimischen Volksstimme. Personelle Veränderungen im Kreis der bis vor kurzem noch SED- linientreuen verantwortlichen Redakteure hatte es noch nicht gegeben. Gehe selbst mal davon aus, das gerade hier genug echte Wendehälse saßen, die sich auf Grund der rasanten aktuellen Entwicklung der letzten Wochen in der DDR gerade erst vor kurzem ihres SED- Parteibuches entledigt hatten... .

Kurz um, es war halt schon zu lesen, das verschiedene Bürgerinitativen und Vereine zu einer Demo aufriefen, damit auch endlich der Brocken wieder ein freier Berg und für jederman zugänglich wird. Gespickt waren diese Artikel unüberlesbar mit Warnungen, die vermutlich immer noch abschrecken sollten, die Brockenkuppe als militärisches Sperrgebiet auch der Sowjetarmee zu betreten... .

Es war Sonntag früh, super Wetter, leichter Frost. Ich war gegen 8 Uhr durch die Stadt auf dem Weg zu unserem Garten, um das liebe Federvieh zu versorgen. Da wimmelte der Marktplatz in Ilsenburg schon von Menschen - soviel, wie man schon lange nicht mehr gesehen hat. Überall parkende Autos aus allen Ecken, auch viele mit GS-, BS- und anderen Kennzeichen westlich der Ecker. Als ich vom Garten nach ca. einer halben Stunde zurückkam, waren da noch mehr fröhliche, ausgelassene Menschen mit den unübersehbaren Wanderutensilien.... Schnell ein Weg durch die Massen und nach Hause! Die Frau begeistert, Kindertragerucksäcke geschnappt, ein bischen Proviant und Kinderutensilien gepackt und los ging es im Eilschritt Richtung Marktplatz. (Wir hatten Tage vorher lange beraten, ob wir es mit den Kindern -waren damals 2 1/2 und 3 Jahre alt- wagen sollten, waren aber zu dem Entschluß gelangt, es unter Rücksicht auf die Kinder nicht zu wagen). In dieser Euphorie waren alle guten Vorsätze flugs dahin!
Angekommen auf dem Markt haben wir gerade noch das Ende der Wanderschlange, die sich das Ilsetal heraufschlängelte, erwischt. Wir waren ja das wandern mit "Kinderrucksack" gewöhnt und so haben wir es dann bis ins Mittelfeld geschafft. An der ehem. unteren Ilsenburger Skihütte am gelben Brink (zu DDR- Zeiten genutzt vom Armeesportverein -ASV- Sektion Langlauf, heute leidersinnloses Opfer verfehlter Nationalparkpolitik geworden) mußten wir aber Rast einlegen, der Jüngste brauchte neue Windeln und wir alle eine kleine Verschnaufpause/ etwas Aufwärmung. Dort wurden wir freundlich von GT- Soldaten und ASV- Mitgliedern empfangen und bewirtet, alle samt zwar etwas mit betretenden Minen, aber wir waren willkommen.

Weiter ging es, natürlich war unser Vorsprung dahin. Es war dieses unbeschreibliche Gefühl, ab der oberen Ilsefälle endlich wieder dort zu sein, wo man fast 20 Jahre nicht mehr hindurfte! Die s. g. Namensteinchausee hoch, überall um einen herum, freundliche und fröhliche Menschen. Nächste Station war die Einmündung der Namensteinchausee auf der Brockenstraße am s. g. "Eisernen Handweiser". Hier stand eine Gulaschkanone der GT- Kompanie Schierke und verkaufte Erbsensuppe und Bockwurst, heißen Tee und Kaffee, alles für unter 1 DDR- Mark!!!

Frisch gestärkt ging es weiter, fröhliche Menschenmassen, jung und alt strömten auch von Schierke herauf, es war einfach gigantisch! Endlich an den Bahnschienen der Brockenbahn angekommen (bis hierher konnte man offiziell mit Passierschein für Schierke schon zu DDR- Zeiten)grüßten die Mastspitzen von Vater Brocken. Die ersten kamen uns in einem regelrechten Freudestaumel schon wieder entgegen, manche weinten vor Freude und jubelten...: der Brocken ist auf! Jetzt trotz der ersten Ermüdungserscheinungen noch einen Schritt zugelegt...
...und dann standen wir da, erst vor dem offenen Tor, der Zaun, das Torweg geschmückt mit den Transparenten der Ersten... "Freie Bürger - Freier Brocken", "Die Mauer ist auf - der Brocken muß auch wieder auf" - so in etwa stand es darauf zu lesen.
...und dann standen wir da oben, ganz oben, gerührt, mehr den Tränen nah an der Stelle, an dem Ort, dort, wo uns viel zu lange der Aufenthalt verwehrt wurde. Dort, wo man fast jeden Tag von unten hinaufschaute, mit dieser unbeschreiblichen Sehnsucht, mit diesem unbeschreiblichen, niemals verschwindenden Gefühl eines jeden Harzers, der am Fuße des Brockens geboren wurde, groß geworden ist: Da will ich (nochmal) hin. Jetzt waren wir da, auf dem, auf UNSEREM höchsten Berg, dem Tempelberg des Harzers und wir hatten ihn zurückerobert!

Wir fühlten uns wie die Erstbezwinger der Eiger Nordwand, besser noch wie die des Himmalaya...

Fortsetzung folgt!

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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01.12.2009 11:57
#8
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Das war mein Tag auf den Brocken am 03.12.1989 als das Tor da oben auf ging.

01.12.2009 12:15
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#9
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@Rostocker & Bergmensch,
und da seid ihr euch nicht über den Weg gelaufen?????
Das wär doch`n Ding, wenn ihr euch damals schon gekannt hättet und euch heute vielleicht wiedergetroffen hättet oder..... wie`s so kommt.
VG Affi


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01.12.2009 12:18
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#10
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( gelöscht )

Zitat von Affi976
Vielen Dank VG Affi
PS.:Sag mal, bist Du der Bartmann auf dem ersten Foto?????



Nein Affi bin nicht ich.


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01.12.2009 13:28
avatar  Angelo
#11
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Beförderung genehmigt


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01.12.2009 13:31
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#12
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Und dann am 3.12.89 gegen 12.45 geschah das Unglaubliche. Ein Mitarbeiter des Rot Kreuz-Bergwachdienstes verkündetet die Öffnung des Tores.
Die anwesenden Grenzer wurden "freigestellt" um die Mengen geordnet zu leiten,natürlich unbewaffnet.

Am 29.01.1991 war dann endgültig Schluss. Mit dem Abzug aller Offiziere und Soldaten
endete das Brockenkapitel der GT-Geschichte.


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01.12.2009 13:32
avatar  josy95
#13
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Zitat von Rostocker
Das war mein Tag auf den Brocken am 03.12.1989 als das Tor da oben auf ging.




Schöne Fotos, Rostocker!
Schade, das wir uns damals nicht schon begegnet sind!

Legt bei mir auch wieder den Finger auf die Wunde, endlich mal meine Bilder zu Haus einzuscannen.... (die lebe Zeit...)

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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01.12.2009 15:32
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#14
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( gelöscht )

Zitat von josy95
Kleiner Erlebnisbericht vom 03.Dezember 1989:

Ich war dabei!

Es geisterte schon tagelang durch die sich langsam öffnende Lokalpresse im Kreis Wernigerode, neben den allgegenwärtigen Themen und Problemen Wende, Grenzöffnungen ect. Auch der Lokalpresse war nach wie vor der Tatsch von 40 Jahre Pressezensur und Ausrichtung auf den Alleinherrschaftsanspruch der SED immer noch unverkenbar anzumerken. Nicht anders bei der einheimischen Volksstimme. Personelle Veränderungen im Kreis der bis vor kurzem noch SED- linientreuen verantwortlichen Redakteure hatte es noch nicht gegeben. Gehe selbst mal davon aus, das gerade hier genug echte Wendehälse saßen, die sich auf Grund der rasanten aktuellen Entwicklung der letzten Wochen in der DDR gerade erst vor kurzem ihres SED- Parteibuches entledigt hatten... .

Kurz um, es war halt schon zu lesen, das verschiedene Bürgerinitativen und Vereine zu einer Demo aufriefen, damit auch endlich der Brocken wieder ein freier Berg und für jederman zugänglich wird. Gespickt waren diese Artikel unüberlesbar mit Warnungen, die vermutlich immer noch abschrecken sollten, die Brockenkuppe als militärisches Sperrgebiet auch der Sowjetarmee zu betreten... .

Es war Sonntag früh, super Wetter, leichter Frost. Ich war gegen 8 Uhr durch die Stadt auf dem Weg zu unserem Garten, um das liebe Federvieh zu versorgen. Da wimmelte der Marktplatz in Ilsenburg schon von Menschen - soviel, wie man schon lange nicht mehr gesehen hat. Überall parkende Autos aus allen Ecken, auch viele mit GS-, BS- und anderen Kennzeichen westlich der Ecker. Als ich vom Garten nach ca. einer halben Stunde zurückkam, waren da noch mehr fröhliche, ausgelassene Menschen mit den unübersehbaren Wanderutensilien.... Schnell ein Weg durch die Massen und nach Hause! Die Frau begeistert, Kindertragerucksäcke geschnappt, ein bischen Proviant und Kinderutensilien gepackt und los ging es im Eilschritt Richtung Marktplatz. (Wir hatten Tage vorher lange beraten, ob wir es mit den Kindern -waren damals 2 1/2 und 3 Jahre alt- wagen sollten, waren aber zu dem Entschluß gelangt, es unter Rücksicht auf die Kinder nicht zu wagen). In dieser Euphorie waren alle guten Vorsätze flugs dahin!
Angekommen auf dem Markt haben wir gerade noch das Ende der Wanderschlange, die sich das Ilsetal heraufschlängelte, erwischt. Wir waren ja das wandern mit "Kinderrucksack" gewöhnt und so haben wir es dann bis ins Mittelfeld geschafft. An der ehem. unteren Ilsenburger Skihütte am gelben Brink (zu DDR- Zeiten genutzt vom Armeesportverein -ASV- Sektion Langlauf, heute leidersinnloses Opfer verfehlter Nationalparkpolitik geworden) mußten wir aber Rast einlegen, der Jüngste brauchte neue Windeln und wir alle eine kleine Verschnaufpause/ etwas Aufwärmung. Dort wurden wir freundlich von GT- Soldaten und ASV- Mitgliedern empfangen und bewirtet, alle samt zwar etwas mit betretenden Minen, aber wir waren willkommen.

Weiter ging es, natürlich war unser Vorsprung dahin. Es war dieses unbeschreibliche Gefühl, ab der oberen Ilsefälle endlich wieder dort zu sein, wo man fast 20 Jahre nicht mehr hindurfte! Die s. g. Namensteinchausee hoch, überall um einen herum, freundliche und fröhliche Menschen. Nächste Station war die Einmündung der Namensteinchausee auf der Brockenstraße am s. g. "Eisernen Handweiser". Hier stand eine Gulaschkanone der GT- Kompanie Schierke und verkaufte Erbsensuppe und Bockwurst, heißen Tee und Kaffee, alles für unter 1 DDR- Mark!!!

Frisch gestärkt ging es weiter, fröhliche Menschenmassen, jung und alt strömten auch von Schierke herauf, es war einfach gigantisch! Endlich an den Bahnschienen der Brockenbahn angekommen (bis hierher konnte man offiziell mit Passierschein für Schierke schon zu DDR- Zeiten)grüßten die Mastspitzen von Vater Brocken. Die ersten kamen uns in einem regelrechten Freudestaumel schon wieder entgegen, manche weinten vor Freude und jubelten...: der Brocken ist auf! Jetzt trotz der ersten Ermüdungserscheinungen noch einen Schritt zugelegt...
...und dann standen wir da, erst vor dem offenen Tor, der Zaun, das Torweg geschmückt mit den Transparenten der Ersten... "Freie Bürger - Freier Brocken", "Die Mauer ist auf - der Brocken muß auch wieder auf" - so in etwa stand es darauf zu lesen.
...und dann standen wir da oben, ganz oben, gerührt, mehr den Tränen nah an der Stelle, an dem Ort, dort, wo uns viel zu lange der Aufenthalt verwehrt wurde. Dort, wo man fast jeden Tag von unten hinaufschaute, mit dieser unbeschreiblichen Sehnsucht, mit diesem unbeschreiblichen, niemals verschwindenden Gefühl eines jeden Harzers, der am Fuße des Brockens geboren wurde, groß geworden ist: Da will ich (nochmal) hin. Jetzt waren wir da, auf dem, auf UNSEREM höchsten Berg, dem Tempelberg des Harzers und wir hatten ihn zurückerobert!

Wir fühlten uns wie die Erstbezwinger der Eiger Nordwand, besser noch wie die des Himmalaya...

Fortsetzung folgt!



Hallo josy95,
danke für den guten Beitrag, weiter so,
Gruß aus Berlin


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01.12.2009 16:56
#15
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Wie war es am 3.12.1989 da oben auf den Brocken.
Ich wohnte damals noch in Altenbrak Harz im Bodetal,am 1.12.89 kam mein Kumpel vorbei und fragte--kommste Übermorgen mit hoch zum Brocken.Ich sagte warum nicht und wie kommen wir nach Schierke,er,das hab ich schon geklärt.Ein zweiter Kumpel der beim FDGB-Feriendienst als Fahrer arbeitete fuhr uns dann mit den B1000 nach Schierke-Ortseingang.Von dort machte dann mein Kumpel mit seinen kleinen Sohn und ich uns auf den Weg richtung Brocken,immer auf der Brockenstraße entlang.Und ich dick angezogen,bei jeden Schritt nach oben wurde es wärmer-lach.Hatte ja auch genug zu schleppen,Fernglas und Kamera (Praktika mit 2 Objektiven).Kurz vor den Brockengipfel war dann erst einmal Rast,dort verkauften die Grenzer Bockwurst und schenkten heißen Tee aus der Gulaschkanone aus.Die Stärkung tat richtig gut und so wurde der letze Ritt nach oben genommen.Oben angekommen--befanden sich schon etliche Demonstranten dort,die -die Öffnung des Tores forderten.So viel ich noch weiß,wollte man zuerst die Leute in kleinen Gruppen hinein lassen.Ich weiß auch nur noch,plötzlich ging das Tor auf und wir waren alle auf den Brocken.Das war ein Jubel,irgendwann lief mir dann so ein Sowjet.Offizier über den Weg.Ich sagte so aus Spaß,ihr müßt Soljanka kochen für die Leute.Er fragte wie viele kommen-ich so zirka 450 Leute--er daraufhin,null Problemo.Wir lächelten uns nur an und weiter ging es mit der Besichtigungstour auf den Brocken.Für mich als Flachländer oder mal so gesagt als Fischkopf,war es ein fantastischer Tag gewesen.Das erste Mal da Oben zu stehen und ins weite Land zu schauen.
Der Rückweg verlief dann teils über die Brockenstraße und der alten Bobbahn nach Schierke.Dort holte uns dann der Kumpel wieder ab und es ging wieder nach Altenbrak in Bodeheim zum verdienten Bier.
Das waren meine Eindrücke vom 3.12.1989--Gruß Rostocker


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