Fluchtversuch mit nem Minol-Laster

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03.01.2014 16:37 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 18:56)
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#106
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Warum wurde die Sperre so spät geschlossen? Zum Glück für die Insassen der Zugmaschine. So wie es aussieht sind die beiden GV durch die Frontscheibe ausgestiegen.


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03.01.2014 18:45
#107
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Eine Alarmauslösung auf einer Straßen/Autobahn Güst stellt schon etwas Besonderes dar. Man muß Bedenken das sofort ALLE Kontrollen eingestellt werden, sämtliche Tore, Passagen, Durchfahrten bzw. Straßen oder Autobahnspuren vollständig geschlossen und gesperrt werden. Postenbereiche müssen neu besetzt werden. Aus den Arbeitsbereichen müssen MA sensible Aussenbereiche mit Mpi besetzen und die F/S Gruppe sich am vorher festgelegten Treffpunkt einfinden (in Mbn./A Zgf-Zimmer bzw. Waffenkammer). Der Auslöser des Güstalarms muss sofort nach Auslösung den DH des Kommandanten der GT auf dem Turm anrufen. Der DH übernimmt dann die weitere Koordinierung aller Handlungen die den Alarm betreffen. Erst danach informiert der MA seinen Zgf-Bereich. Das ist ein sehr komplexer Prozess der dort abläuft. In jeder Nachtschicht wurden einzelne Handlungen und Abläufe durchtrainiert. Daher überlegt sich jeder MA bei bestimmten Situationen ob es gerechtfertigt ist Alarm auszulösen! Denn mit der Alarmauslösung sind ja auch die Reisenden mit involviert. Dazu kam, das die GKST Helmstedt natürlich die Alarmauslösungen registrierte und Dieses auch in der Transitkommission zur Sprache kam. Grenzen und damit auch Grenzübergänge sind und waren nun mal sensible Bereiche zwischen den Staaten. In der damaligen Zeit waren Grenzen nicht nur Trennlinien sondern auch Systemgrenzen. Jedes bekannt gewordene Ereignis oder Vorfall wurde in der Westpresse genüsslich ausgeschlachtet und oft falsch dargestellt. Leider hat die DDR-Presse damals nicht und wenn zu spät auf bestimmte Ereignisse reagiert.

Wie liefen nun die Alarmauslösung am 21.11.1983 ab.

Der Fahrer Fricke hatte sich auf dieses Unternehmen vorbereitet. Da er mit seinen Tankzug auch Intertankstellen anfuhr kam er dort mit Fahrer ins Gespräch die die Grenze passierten. Mit den Fahrern unterhielt er sich über den Güstverlauf, Abfertigungsmodi und Arbeitsweise der Kontrollkräfte. Am besagten Tag holte er noch die 2. Person von zu Hause ab und fuhr zu seinen Minoltankfahrzeug. Mit dem Tankfahrzeug fuhr er dann zum Zentrallager von Minol, da er die Absicht hatte den Tankauflieger auffüllen zu lassen. Sein Plan war, kurz vor dem 1. Kontrollpunkt (KP 38 der VP) die Räder anzuzünden und damit die Kontroll und Sicherungskräften unter Druck zu setzen und eine Grenzpassage zu erzwingen. Der Lademeister Zentrallager Minol verweigerte aber die Befüllung des Tankaufliegers, da kein Dienstauftrag vorlag. Daher musste der Fricke sein Plan ändern.
Mit überhöhter Geschwindigkeit durchfuhr man nun den KP 38. Der diensthabene Polizist erkannte, das der Minoltanker kein grenzüberschreitender LKW war. Der Polizist löste aber kein Alarm ( das wäre aber seine Pflicht lt. DA gewesen) aus sondern informierte nur telefonisch die VKA der PKE.
Die VKA ist standardmäßig mit 3 MA besetzt, 1 MA Aussenbereich, 2 MA Innenbereich. An diesen Tag befanden sich gerade 2 neue MA zur Einarbeitung in diesen Bereich. Der "alte" MA kontrollierte LKW,s im Aussenbereich als der Anruf vom KP 38 im Innenbereich eintraf. Ein MA ging in den Aussenbereich um den erfahrenen MA zu informieren während der andere MA den GF-Ausreise telefonisch informierte. In diesen Augenblick raste der Minol-Tanker bereits durch den VKA-Bereich. Der "alte" MA erkannte sofort die Situation und lief zum Alarmknopf und löste diesen aus. Parallel sah der GF-Ausreise durch das Fenster seines Dienstzimmers das Fahrzeug wie es mit hoher Geschwindigkeit auf den PKW-Bereich zuhielt und löste ebenfalls Alarm aus. Durch die Nichtauslösung des Alarmes am KP 38 gingen wertvolle Sekunden verloren. Denn bevor die Sperreinrichtungen wirksam werden dürfen, muss der Bereich leer sein. Es soll ja kein Unbeteiligter zu Schaden kommen. Dh. zuerst werden alle Ampel auf "ROT" gestellt, danach werden die verkehrsleitende Schranken geschlossen und jetzt erst werden die Sperranlagen geschlossen. Auf Grund dieser Verzögerungen konnten die Sperrschlagbäume nicht mehr rechtzeitig geschlossen werden und der "Fiffi" war noch nicht voll eingerastet.


passport


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03.01.2014 18:48 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 18:52)
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#108
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( gelöscht )

Einen gescheiterten Fluchtversuch geschah 1980 . Der Fluchtversuch von Manuela Eickenroth in einem Versteck,der sich in einem Kleinwagen befand ,endete mit einem weiteren Flüchtling am 11 April 1980 gegen 21.30h in der Kontrollbox/ Ausreise " der Grenzübergangsstelle Marienborn.
Mfs Mitarbeiter fotografierten zu Beiweisaufnahme und Lehrzwecken solch gescheiterten Fluchtversuche.

Zusehen sind Aufnahmen und Filmberichte im Dokumentationszentrum der GÜST .Wer mal die A2 in Richtung Helmstedt fährt , sollte sich Zeit nehmen ,es ist immer eine zusätzliche Ausstellung dort zu sehen. MfG ratata


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03.01.2014 18:49 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 18:51)
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#109
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( gelöscht )

Auch der Fluchtversuch mit dem Minol-laster wird dort ausführlich geschildert .Ratata


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03.01.2014 20:51
#110
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@ratata

In den 70ziger Jahren gab es Wochen wo man wöchentlich 2-3 Festnahmen entsprechend § 213 hatte. Die Beweisführung erfolgte logischerweise zuerst durch eine Bilddokumentation.


passport


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03.01.2014 21:45
avatar  Lutze
#111
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ich möchte mir nicht ausmalen,
der Tanklastzug wäre explodiert,
vielleicht auch Transitreisende in den Tod gerissen,
oder Mitarbeiter der Grenzübergangsstelle,
viel fehlte nicht,wenn man sich die Fotos anschaut,
auch wenn dadurch die Flucht geglückt wäre,
Begeisterung in der Bevölkerung der Bundesrepublik hätten diese
Grenzverletzer nicht nicht gehabt
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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03.01.2014 22:26
#112
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@Lutze

Das wurde ja auch als ein terroristischer Anschlag gewertet. Deshalb fiel die Strafe höher aus, glaube 8 Jahre.


passport


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03.01.2014 22:27
avatar  Pitti53
#113
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Zitat von GZB1 im Beitrag #104
Wow, da hats den "Fiffi" aber auch ganz schön aus den Angeln gehoben.


Aber sie hat ihren Zweck erfüllt!! Ja die Beiden Insassen wurden durch das Fenster kapultiert und liefen wie die Weltmeister Richtung BRD

Die Festnahme erfolgte durch Kräfte der Sik Marienborn....Diese Jungs waren nur 5m links von der Aufprallstelle auf der Führungsstelle zu viert stationiert

Bei einem vollgefüllten Tankzug hätte es ein Desaster gegeben

Die Feuerwehr erklärte uns aber später , auch ein leerer Tankzug sei äußerst gefährlich


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03.01.2014 22:28
avatar  Pitti53
#114
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Zitat von passport im Beitrag #112
@Lutze

Das wurde ja auch als ein terroristischer Anschlag gewertet. Deshalb fiel die Strafe höher aus, glaube 8 Jahre.


passport


Der Fahrer saß zur Kehre noch ein. War danach aber ein heldischer Arbeitsloser


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04.01.2014 00:42
#115
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #113
Zitat von GZB1 im Beitrag #104
Wow, da hats den "Fiffi" aber auch ganz schön aus den Angeln gehoben.


Aber sie hat ihren Zweck erfüllt!! Ja die Beiden Insassen wurden durch das Fenster kapultiert und liefen wie die Weltmeister Richtung BRD

Die Festnahme erfolgte durch Kräfte der Sik Marienborn....Diese Jungs waren nur 5m links von der Aufprallstelle auf der Führungsstelle zu viert stationiert

Bei einem vollgefüllten Tankzug hätte es ein Desaster gegeben

Die Feuerwehr erklärte uns aber später , auch ein leerer Tankzug sei äußerst gefährlich


Ja auch bei leerem Tank sind noch zündfähige Dämpfe drin. Entscheidend ist, was vorher drin war. Bei Diesel ist der Flammpunkt bei 55 Grad, bei Benzin bei minus 20 Grad. Ich habe hier und auch im Internet, nichts zur Frage gefunden, was nun konkret im Tankzug drin war. Wenn der Fahrzeugdieb einigermassen bei Trost war, hatte er die Ladepapiere kontrolliert, ob Diesel drin war und erst dann den Durchbruch versucht in der richtigen Annahme, dass nicht geschossen wird, weil man an der Güst Benzin als Ladung befürchtete..
http://de.wikipedia.org/wiki/Flammpunkt
http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnun...Langenweddingen
Auch ein voller Lastzug mit Diesel explodiert nicht so leicht, weil es über 50 Grad braucht, was im November selten der Fall ist.
Theo


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04.01.2014 12:47
#116
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #115
Zitat von Pitti53 im Beitrag #113
Zitat von GZB1 im Beitrag #104
Wow, da hats den "Fiffi" aber auch ganz schön aus den Angeln gehoben.


Aber sie hat ihren Zweck erfüllt!! Ja die Beiden Insassen wurden durch das Fenster kapultiert und liefen wie die Weltmeister Richtung BRD

Die Festnahme erfolgte durch Kräfte der Sik Marienborn....Diese Jungs waren nur 5m links von der Aufprallstelle auf der Führungsstelle zu viert stationiert

Bei einem vollgefüllten Tankzug hätte es ein Desaster gegeben

Die Feuerwehr erklärte uns aber später , auch ein leerer Tankzug sei äußerst gefährlich


Ja auch bei leerem Tank sind noch zündfähige Dämpfe drin. Entscheidend ist, was vorher drin war. Bei Diesel ist der Flammpunkt bei 55 Grad, bei Benzin bei minus 20 Grad. Ich habe hier und auch im Internet, nichts zur Frage gefunden, was nun konkret im Tankzug drin war. Wenn der Fahrzeugdieb einigermassen bei Trost war, hatte er die Ladepapiere kontrolliert, ob Diesel drin war und erst dann den Durchbruch versucht in der richtigen Annahme, dass nicht geschossen wird, weil man an der Güst Benzin als Ladung befürchtete..
http://de.wikipedia.org/wiki/Flammpunkt
http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnun...Langenweddingen
Auch ein voller Lastzug mit Diesel explodiert nicht so leicht, weil es über 50 Grad braucht, was im November selten der Fall ist.
Theo


@eisenringtheo


Sh. Beitrag 107 -!!!

Der Fahrer des Tanklaster war ein Minol-Fahrer und es war sein Dienstfahrzeug! Da der Fricke aber zu diesen Zeitpunkt kein Fahrauftrag besaß kam noch die Straftat des Diebstahles bei der Verhandlung dazu.


passport


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04.01.2014 12:56 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2014 12:56)
avatar  GZB1
#117
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #113
Zitat von GZB1 im Beitrag #104
Wow, da hats den "Fiffi" aber auch ganz schön aus den Angeln gehoben.


Aber sie hat ihren Zweck erfüllt!! Ja die Beiden Insassen wurden durch das Fenster kapultiert und liefen wie die Weltmeister Richtung BRD

Die Festnahme erfolgte durch Kräfte der Sik Marienborn....Diese Jungs waren nur 5m links von der Aufprallstelle auf der Führungsstelle zu viert stationiert ...


Schon erstaunlich das die nach dem Aufprall überhaupt noch laufen konnten.
Gab es eigentlich Sicherheitsgurte (Kopfstützen) in dem Fahrerhaus, hatten das LKW zu der Zeit überhaupt, wimre nicht.

@Pitti53 , waren das zwei SiP oder ein SiP und der Alarmposten?


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04.01.2014 13:15
avatar  Pitti53
#118
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Die FüST war immer mit dem Zugführer und 3 Soldaten besetzt. 2 standen draußen , einer durfte sich drinnen ausruhen(aber nicht schlafen!)


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04.01.2014 14:00
avatar  Lutze
#119
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wurde die Grenübergangsstelle danach komplett
gesperrt,wenn ja,wie lange
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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04.01.2014 14:27 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2014 14:31)
#120
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #115
Zitat von Pitti53 im Beitrag #113
Zitat von GZB1 im Beitrag #104
Wow, da hats den "Fiffi" aber auch ganz schön aus den Angeln gehoben.


Aber sie hat ihren Zweck erfüllt!! Ja die Beiden Insassen wurden durch das Fenster kapultiert und liefen wie die Weltmeister Richtung BRD

Die Festnahme erfolgte durch Kräfte der Sik Marienborn....Diese Jungs waren nur 5m links von der Aufprallstelle auf der Führungsstelle zu viert stationiert

Bei einem vollgefüllten Tankzug hätte es ein Desaster gegeben

Die Feuerwehr erklärte uns aber später , auch ein leerer Tankzug sei äußerst gefährlich


Ja auch bei leerem Tank sind noch zündfähige Dämpfe drin. Entscheidend ist, was vorher drin war. Bei Diesel ist der Flammpunkt bei 55 Grad, bei Benzin bei minus 20 Grad. Ich habe hier und auch im Internet, nichts zur Frage gefunden, was nun konkret im Tankzug drin war. Wenn der Fahrzeugdieb einigermassen bei Trost war, hatte er die Ladepapiere kontrolliert, ob Diesel drin war und erst dann den Durchbruch versucht in der richtigen Annahme, dass nicht geschossen wird, weil man an der Güst Benzin als Ladung befürchtete..
http://de.wikipedia.org/wiki/Flammpunkt
http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnun...Langenweddingen
Auch ein voller Lastzug mit Diesel explodiert nicht so leicht, weil es über 50 Grad braucht, was im November selten der Fall ist.

Theo


Grün: Mal was Technisches. Unsere Firma galt neben Minol als die feuergefährlichste in Erfurt, wobei im Gegensatz zu Minol mind. 100 t Verdünner und Klebstoffe oberirdisch als Fertigware lagerten. Bei Brandschutzkontrollen in Lägern, auch in unserem kleines des Labor und dem Technikum, wurden auch die leeren Gebinde vom Füllvolumen wie volle gerechnet. Das erst mal dazu. Wenn der Minoltanker leer war, heißt das aber nicht automatisch, daß bei einem Durchschuss gleich eine Explosion stattfindet. Wenn das enthaltene Benzingas so gut wie keinen Sauerstoff enthielt, passierte erst mal nix, außer daß an der Austrittstelle eine Flamme brannte, eben wie bei einem Gasbrenner auch. Ich kenne zwar die Vorschriften nicht so genau, aber ich meine, beim Ablassen eines Tanklastzuges wird dafür gesorgt wird, daß in das freiwerdende Volumen keine Luft nachströmt, sondern ein unbrennbares Gas (Stickstoff oder CO2 z.B.). Wenn Tankexplosionen vorkommen, dann weil der Tank schon eine Weile brennt und ein Überdruck entsteht, dem der Mantel nicht standhält. Deshalb explodieren Autos nach einem Crash (sogar Trucks mit Dieselmotor !) immer nur im Film.
Ach ja, auch ein leerer Dieseltank kann explodieren, wenn das Gasgemisch stimmt. Auch weit unterhalb der 50°C. Der Flammpunkt von 50°C besagt nämlich nur, daß bei einem bestimmten Test (Schale mit dem Stoff, darüber wird in einem bestimmten Abstand eine kleine Flamme gefächelt. Der Stoff hat eine bestimmte Temperatur. Gemessen als Flammpunkt ist die Temperatur, bei der genug Dampf entsteht, daß es zur Entzündung kommt.).


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