wie wars denn nun

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28.11.2009 14:24
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#1
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Hallo zusammen,
mir brennen ein paar Fragen auf den Nägeln:
Weil, kürzlich hat mir "Jemand" gesagt, es hätte "drüben" alles gegeben. Und da war ich doch sehr erstaunt.
Meine Vorstellung war, dass es Grundnahrungsmittel gegeben hat - zum Teil von schlechter Qualität, zum grösseren Teil eine Art Hausmannskost.
Die Auswahl war gering und die Ware stammte aus DDR- bzw. UDSSR Produktion.
Nur wer Westmark hatte, konnte sich alles kaufen. Teuer.

Ich kann mich sehr gut erinnern, dass meine Grossmutter Päckchen für "die Ostzone" gepackt hat. Da war genau vorgeschrieben was drin sein musste, damit die Päckchen auch ankommen. An Kaffee, Schokolade und Nylons kann ich mich noch erinnern.

Mein "Jemand" meinte, dass es das nicht gegeben hat.

Meine Vorstellung war, dass, wenn Materialien nicht geliefert werden konnten, der Bau oder die Produktion "Pause" gemacht haben.
Dass man ewige Zeiten warten hat müssen auf so Dinge wie Auto, Fernseher und Waschmaschine.
Dass man halt nur "im Ostblock" Urlaub machen hat können.
Dass die meisten Kinder im Kiga waren und "im Sinne des Staates" erzogen wurden.
Dass das Regime ähnlich war, wie zu Hitlers Zeiten.

Als seinerzeit die Leut über die Grenze kamen und sich Menschenschlangen vor den Ausgabestellen des Begrüssungsgeldes bildeten, fühlte ich mich unangemessen schick, denn die Leut waren alle blaugrau gekleidet und die Frauen hatten unnatürlich blonde Haare.

Und jetzt sagt mir "Jemand", dass das alles nicht stimmt?

Ja, was stimmt den nun. Hat man mich mein schlechtes Gewissen nur fühlen lassen, weil man mich verarschen wollte?

Nun sagt mir doch, wie wars. Wie beschissen wars und sagt nicht, dass alles eitel Wonne war!

Herzliche Grüsse
Michaela


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28.11.2009 15:15
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#2
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Hallo!
Ich kann Dir auf diese Frage nur aus der Sicht der Ostbloks Bewohner antworten ,wenn das Erwünscht ist.
Wir sind alle satt schlafen gegangen.Die Jeans oder sonst eine Kleidungs Teil was man trug war egal,blau,rot oder grau.Da gabs eine Ostblock-Mode,Wer keine DM gehabt hat musste das tragen was man
gekriegt hat.


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28.11.2009 15:42
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#3
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Moin 6Michaela6,

Hab's ich an anderer Stelle schon mal geschrieben.
War nicht anders wie bei euch,für Westgeld hast Du
alles gekriegt.

Gruß aus der Lausitz

Werner


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28.11.2009 15:54 (zuletzt bearbeitet: 28.11.2009 15:56)
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#4
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Also, wenn ich von meinem Besuch mit meiner Mutter in die DDR im Jahre 1988 zurückdenke, gab es Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Gemüse, Eier, Zucker, Salz usw, sowie Grundbedarfsstücke des täglichen Lebens wie Zahnpaste, Rasierklingen, Seife, um nur einige wenige zu nennen, in Hülle und Fülle und das sogar noch zu äußerst günstigen (subventionierten) Preisen. Das gleiche gilt auch für Fleisch- und Wurstwaren, also alles was man zum leben so braucht. Ich kann mich sogar noch an lecker Mittagessen wie Eisbein mit Sauerkraut erinnern. Bei einem Bummel durch die Ortschaft ist mir allerdings aufgefallen, dass die Versorgung in Sachen Südfrüchte doch ziemlich mangelhaft war. Orangen gab es zwar in den Geschäften; jedoch waren es Orangen, ich glaube aus Kuba und die Bekannten meiner Mutter sagten, dass sie nicht besonders gut schmecken. Bananen suchte man ziemlich vergebens zu der Zeit. Obst, welches in der DDR geerntet wurde, wie Äpfel, Birnen, Zwetschgen und und und gab es auch in Hülle und Fülle. Also, es hat keiner gehungert. Was den Luxusbedarf, nennen wir ihn mal so, angeht,(vollautomatische Waschmaschine, Pkw, Telefon, Westkleidung usw.) war warten und/oder Vitamin B angesagt. Ich hatte zwei oder drei Solar-Taschenrechner, die es in der Bundesrepublik so als Werbegeschenk kostenlos gab, an die Kids verteilt, die sich riesig und ehrlich darüber gefreut haben. Taschenrechner waren damals in der DDR Sau-teuer. Einen batteriebetriebenen Taschenrechner hatte ich in einem Kaufhaus für, ich glaube 75,- M, gesehen, nur mit den Grundeigenschaften +, - ,x, :, %, Wurzel ziehen, speichern. Also alles in allem, Grundnahrungsmittel und Mittel des täglichen Bedarfs: gut (über die Qualität läßt sich streiten), Mittel des Luxusbedarfs: mangelhaft.
Aber das ist jetzt nur so eine Meinung eines DDR-Besuchers aus Hannover.


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28.11.2009 15:58 (zuletzt bearbeitet: 28.11.2009 16:00)
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#5
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Grüß Dich!

Willst Du nun hören,wie beschissen es war-oder wie es war?

Okay-Nahrungsmittel.Grundnahrungsmittel gab es-was man halt so braucht.
2 Sorten dunkles Brot und nicht 25,5 Sorten Wurst und nicht 25...and so on
Du konntest eben nicht am Montag planen-ich mache am Sonntag Rouladen.Du mußtest sehen was es am Fr/Sa gab und dich darauf einstellen.
Obst-es gab saisonbedingt das Obst/Gemüse was dran war-Rotkohl das ganze Jahr.
Apfelsinen 2 mal im Winter.Da hat man sich drauf gefreut,auch auf die ersten Tomaten im Frühling,den Salat...Man war nicht so übersättigt (psychologisch gesehen) von allem.Schinken,gute Salami gab es im Delikatladen für viel Geld...
Man hatte sich damit arrangiert.Ketchup brachte man aus Berlin mit,Salzheringe,Alufolie...
Man hat geflucht und gemeckert-aber man kam klar.

Drewitz

-muß erstmal meinem Hauptfeld (grins) beim weihnachtsdekorieren helfen.

Taschenrechner:stimmt!1986 einen fürs Abi erstanden Grundrechenarten,sin,cos,tan...120Mark


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28.11.2009 16:08
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#6
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S51

Zitat von 6Michaela6
Hallo zusammen,
mir brennen ein paar Fragen auf den Nägeln:
Weil, kürzlich hat mir "Jemand" gesagt, es hätte "drüben" alles gegeben. Und da war ich doch sehr erstaunt.
Meine Vorstellung war, dass es Grundnahrungsmittel gegeben hat - zum Teil von schlechter Qualität, zum grösseren Teil eine Art Hausmannskost.
Die Auswahl war gering und die Ware stammte aus DDR- bzw. UDSSR Produktion.
Nur wer Westmark hatte, konnte sich alles kaufen. Teuer.

Ich kann mich sehr gut erinnern, dass meine Grossmutter Päckchen für "die Ostzone" gepackt hat. Da war genau vorgeschrieben was drin sein musste, damit die Päckchen auch ankommen. An Kaffee, Schokolade und Nylons kann ich mich noch erinnern.

Mein "Jemand" meinte, dass es das nicht gegeben hat.

Meine Vorstellung war, dass, wenn Materialien nicht geliefert werden konnten, der Bau oder die Produktion "Pause" gemacht haben.
Dass man ewige Zeiten warten hat müssen auf so Dinge wie Auto, Fernseher und Waschmaschine.
Dass man halt nur "im Ostblock" Urlaub machen hat können.
Dass die meisten Kinder im Kiga waren und "im Sinne des Staates" erzogen wurden.
Dass das Regime ähnlich war, wie zu Hitlers Zeiten.

Als seinerzeit die Leut über die Grenze kamen und sich Menschenschlangen vor den Ausgabestellen des Begrüssungsgeldes bildeten, fühlte ich mich unangemessen schick, denn die Leut waren alle blaugrau gekleidet und die Frauen hatten unnatürlich blonde Haare.

Und jetzt sagt mir "Jemand", dass das alles nicht stimmt?

Ja, was stimmt den nun. Hat man mich mein schlechtes Gewissen nur fühlen lassen, weil man mich verarschen wollte?

Nun sagt mir doch, wie wars. Wie beschissen wars und sagt nicht, dass alles eitel Wonne war!

Herzliche Grüsse
Michaela



Das ist, damals wie heute, eine Frage der Perspektive.
Was es bei uns zu kaufen gab, stammte aus allen Staaten des RGW, aus Handelsbeziehungen mit verbündeten Staaten (wie Kuba, Nicaragua, Vietnam) und Handelsbeziehungen mit zahlreichen westlichen Staaten.
Aber alles, was Valuta kostete, gab es theoretisch gerade so, dass es reichte. Weil man in einer solchen Wirtschaft dazu neigt, was man kriegt zu horten, reichte es meist eben doch nicht.
Wir hatten schon alles aber manches, was so "in" war, gab es dort reichlicher, wo viele Leute meckern konnten und andernorts dann wieder fast nicht. Bananen, Orangen und Apfelsinen sind so klassische Beispiele dafür.
An Schokalade gab es keinen Mangel aber die aus dem Westen schmeckte eben anders.
Kaffee war teuer, oft gestreckt und gepanscht. Selbst der Aldi-Kaffee (der ja schon so manchen Test gewonnen hat) hat besser gerochen und geschmeckt als unser Rondo. Selbst wenn dann nach kurzer Zeit doch kein Unterschied erkennbar war. Doch war es eben was "Besseres".
Mode ist relativ und Ansichtssache.
Doch kann man sagen, dass die besserern, modischerern Sachen eher im Exquisit zu haben waren und dort teurer waren. Oder eben unter der Hand.
Zu meinen Zeiten waren Fernseher oder Waschmaschinen keine Mangelware mehr aber vergleichsweise sündhaft teuer. Wer 5000 Mark für einen Fernseher hinblättern musste, war riesig begeistert, wenn er im Intershop sah, dass eine vergleichbare Kiste auch nur 300 DM kosten konnte.
Wer Westgeld hatte, bekam schneller etwas oder billiger, war überall eher dran.
Doch leben konnte man auch ohne. Aber man fühlte sich zurückgesetzt. Und das mag keiner.
Arbeit war ein Lebensprinzip und Lebensinhalt für Mann und Frau gleichermaßen. Eigeninitiative war für den geplanten Lebensweg weniger wichtig, als das zu tun, was die Gesellschaft brauchte. Das ist einerseits bequem aber anderseits manchmal sehr lästig und auch nicht jedermanns Sache. Wer hier aus der Reihe tanzte, bekam schnell und unschön die Disziplinierung des Staates zu spüren. Dabei waren die, die heute die Dresche dafür bekommen, oft "nur" (wie ich auch, jedoch nicht immer) die Ausführenden. Für das "Herr Wachtmeister, haben sie schon gehört..." sorgten jene, die es heute natürlich nicht waren. Insofern fällt mir auch manche Ähnlichkeit ein.
Arbeit für fast jeden:
Das ging natürlich nur bei ordentlicher Kinderbetreuung. Ergo gab es Kinderkrippe (für Kinder unter 3 Jahren), darüber Kindergarten, Hort und Ferienbetreuung für jeden, der wollte. Meist kostenlos. Für die Ferienbetreuung musste man 50 Pfennig den Tag zahlen. Im Sinne des Staates? Ach Gott. Es hat keiner erzählt, der Erich ist Schei..., im Raum der Leiterin hing das obligatorische Bild des jeweiligen Staatsratsvorsitzenden aber wichtig waren Spielen, tägliche Verrichtungen und der Spaß.
Der hörte freilich auf, wenn jemand aus der Reihe tanzte.
Wer sich angepasst hat, sich arangiert hat, der konnte gut und besser leben. Wer etwas hatte oder konnte, was viele brauchten, konnte sehr gut leben.
Aber natürlich ist immer das, was man nicht hat, das jeweils Erstrebenswerteste.
Urlaubsplätze waren billig aber rar und in den Westen - nein das ging für den Großteil der Bevölkerung erst ab der Rente.
Klar, dass vor allem dies der Bürger gar nicht gut fand.
Einfach und treffend der Spruch: Wir hatten Geld aber nichts, um es auszugeben. Etwas anders, als oft heute.
Die Westpakete waren immer gern gesehen (außer, man bekam keine) und schön waren die kleinen Extras auch. Doch lebensnotwendig - nein.
Die DDR hatte eine florierende Wirtschaft - die irgendwo auf dem Stand der 70- er Jahre dahindümpelte. Vor allem dort, wo es um Umweltschutz ging. Filter einbauen - wenn das den Plan gefährdete? Wozu? Die paar Fische...
Unsere Gesetze waren moderner, praktischer, einfacher was das tägliche Leben, den Umgang miteinander betraf aber der gelernte DDR-Bürger hat auch gelernt, dass sie einzuhalten sich manchmal so gar nicht lohnt.
Es gab so einen fiesen Spruch: Aus den Betrieben herausholen, was man kriegen kann...
Nein, mit Adolfos Regime war die DDR nicht vergleichbar. Manche Prinzipien im Aufbau waren ähnlich, die Zentralisierung vergleichbar aber es gab kein Ziel nach aussen. Keine Ausrichtung der Bevölkerung darauf. Die DDR hatte mit sich selbst mehr als genug zu tun.
Was bleibt nach all der Zeit, was vergisst man:
- Es bleibt das Erlebnis eines Gemeinschaftssinns, ausser bei jenen, die eher ein bischen Querulant waren und dort, wo man nichts zum Handeln hatte.
- Es bleibt das Erlebnis des Gebrauchtwerdens.
- Es bleibt das Wissen, egal was passiert, eigentlich immer eine Chance zu bekommen, ausser bei jenen, die unangenehm auffielen. Selbst dann hatte man eine Perspektive (die die lästigen Querulanten manchmal gar nicht wollten...).
- Besonders bei so vielen, die heute schon wissen, dass sie auf Grund von Hartz 4, massenhaft verbreiteten Niedrigstlöhnen für den Rest ihres lebens ärmer und ärmer werden, und das betrifft im Osten nahezu die Hälfte der Menschen, verblassen da so manche Gründe für die Wut der Vergangenheit, gar für die Wende.
Nüchtern sehen, jede Medaille hatte schon immer nicht nur zwei Seiten.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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28.11.2009 16:21
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#7
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Was mich aber total überrascht hat ist die Tatsache, dass der Cousin meiner Mutter, als wir abends West-Fernsehen einschalteten, Dalli-Dalli in Farbe sehen konnte, obwohl doch die DDR das französische "Secam"-Farbsystem hatte, um nur ja nicht das "PAL"-Farbsystem des verhassten westdeutschen Klassenfeindes einzuführen. Aber wie man damit Farb-Westfernsehen empfangen konnte, war mir schleierhaft. Zugegeben: Die DDR-Bevölkerung war sehr einfallsreich!


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28.11.2009 16:32
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#8
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S51

Da gab es Schaltpläne für einen kleinen Konverter...
Und die späteren Fernsehgeräte konnten beides. Es stand nur nicht in der Beschreibung, mann musste ein bischen probieren.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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28.11.2009 16:47
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Zitat von SanGefr
Also, wenn ich von meinem Besuch mit meiner Mutter in die DDR im Jahre 1988 zurückdenke, gab es Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Gemüse, Eier, Zucker, Salz usw, sowie Grundbedarfsstücke des täglichen Lebens wie Zahnpaste, Rasierklingen, Seife, um nur einige wenige zu nennen, in Hülle und Fülle und das sogar noch zu äußerst günstigen (subventionierten) Preisen. Das gleiche gilt auch für Fleisch- und Wurstwaren, also alles was man zum leben so braucht. Ich kann mich sogar noch an lecker Mittagessen wie Eisbein mit Sauerkraut erinnern. Bei einem Bummel durch die Ortschaft ist mir allerdings aufgefallen, dass die Versorgung in Sachen Südfrüchte doch ziemlich mangelhaft war. Orangen gab es zwar in den Geschäften; jedoch waren es Orangen, ich glaube aus Kuba und die Bekannten meiner Mutter sagten, dass sie nicht besonders gut schmecken. Bananen suchte man ziemlich vergebens zu der Zeit. Obst, welches in der DDR geerntet wurde, wie Äpfel, Birnen, Zwetschgen und und und gab es auch in Hülle und Fülle. Also, es hat keiner gehungert. Was den Luxusbedarf, nennen wir ihn mal so, angeht,(vollautomatische Waschmaschine, Pkw, Telefon, Westkleidung usw.) war warten und/oder Vitamin B angesagt. Ich hatte zwei oder drei Solar-Taschenrechner, die es in der Bundesrepublik so als Werbegeschenk kostenlos gab, an die Kids verteilt, die sich riesig und ehrlich darüber gefreut haben. Taschenrechner waren damals in der DDR Sau-teuer. Einen batteriebetriebenen Taschenrechner hatte ich in einem Kaufhaus für, ich glaube 75,- M, gesehen, nur mit den Grundeigenschaften +, - ,x, :, %, Wurzel ziehen, speichern. Also alles in allem, Grundnahrungsmittel und Mittel des täglichen Bedarfs: gut (über die Qualität läßt sich streiten), Mittel des Luxusbedarfs: mangelhaft.
Aber das ist jetzt nur so eine Meinung eines DDR-Besuchers aus Hannover.


Hallo SanGefr.,

ich muß sagen du warst ein recht aufmerksamer Beobachter.Als Bundesbürger hast du einen reellen Blick auf die damaligen Zustände gehabt.
Ich als "geborener,gelernter ehem.DDR-Bürger"kann deinen Ausführungen zustimmen.

Anmerkung:Die Qualität der Nahrungsmittel war definitiv nicht schlechter als Gegenwärtig.
Heute ist es nur länger haltbarer und "farbiger" duch irgendwelche Konservierungs/Giftstoffe??
Lediglich die Vielzahl des Angebots war sehr überschaubar.
Über die sogenannten Luxusartikel kann ich noch anfügen,dass ein Farbfernseher mit Fernbedienung von RFT-Stassfurt
im Jahre 1988 ca.4.500 Mark der DDR kostete.Das waren zu jener Zeit ungefähr 4-Monatsgehälter für mich.
Ähnlich verhielt sich das auch mit Guter Rundfunktechnik.Hab mir damals dei Anlage S3000 oder S9000 (weiß den Namen nicht mehr genau),aber da legte man auch nen Schein hin.
Von CD-Playern und Videorecordern,Computer etc.will ich erst gar nicht reden.Diese Technik war für uns unerreichbar,faktisch auf dem Planeten "Utopia".Solche Sachen gab es ganz schlicht und einfach nicht.
Da muß ich doch gleich wieder an die Wirtschaftsparole vom "Überholen" denken.
Kühlschränke,Mopeds,Motorräder bekam man relativ kurzfristig.
Unser erstes Auto war ein 20 Jahre alter Trabbi.6000 Ostmark habe ich bezahlt um ihn dann neu aufzubauen.Denn die Wartezeit betrug wirklich etwa 10 Jahre.Man durfte sich erst mit 18Jahren anmelden und bekam folglich sein erstes neues Auto mit 28 Jahren.1990 hätte ich also meinen neuen Trabbi vielleicht bekommen.
Meine Frau war auf einen Wartburg angemeldet.Da waren die Wartezeiten noch länger,ca.12-13 Jahre!
Bedingt durch ihr jüngeres Alter wäre die Auslieferung ungefähr 1998-2000 erfolgt,Wahnsinn solche "Planwirtschaft"!!!
Genau dieser Umstand ist auch ein Beispiel für die damaligen Wucherpreise.Für Schrottkarren wurden Neupreise bezahlt.Allein wenn jemand seine Anmeldung verkaufte,bekam er 4000-5000 DDR-Mark.Naja,da sind wir bei dem Thema Angebot und Nachfrage.......der Marktwirtschaft,die selbstverständlich auch ihre Schattenseiten besitzt und den Status "Sozial" zumindest vorübergehend verloren hat.
Für mich ist sie dennoch die bessere gegenüber der Planloswirtschaft.

Gruß ek40


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28.11.2009 16:52
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#10
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Sehr realistisch, was S51 da aufgeschrieben hat. Das bringt auch wieder Erinnerungen hoch. Meine Mutter arbeitete als Verkäuferin im Wäschekonsum (da gab es noch die Konsummarken, heute fragen se dich beim Edeka nach ner Deutschlandkarte).

Dadurch bekam die Familie einigermaßen modische Hemden, Bettwäsche und Handtücher. Von letzteren profitieren wir - so glaube ich - heute noch. Und meine Mutter schimpft immer über die von heute, weil sie so färben, auch nach der 20. Wäsche. War damals nicht so. Ja, der Farbfernseher ca. 6.000 Mark, aber auch nur bekommen, weil sich meine Oma angestellt hat, während ich den Frieden gesichert habe.

Mein Hauptfeldwebel aus Wülperode konnte mich nicht gut leiden, aber er brauchte einen Waffenschrank als leidenschaftlicher Jäger. Meine Oma kannte Hinz und Kunz, so auch den Chef eines Jägerausstatters. Bald hatte ich keine Probleme mehr mit dem Hauptfeld.

Hier war die Rede von Taschenrechnern. Meinen ersten bekam ich über die Großeltern aus dem Westen (etwa in der 11. Klasse), der hat erst vor drei Jahren den Geist aufgegeben, aber eine Schreibmaschine besorgte mir mein Vater, weil er die Tante in dem Laden dienstlich kannte.

Ja kleine Erinnerungen, nicht wesentlich, tausendfach kopierbar, so war sie aber die DDR. Da es bis auf den Rotkohl kaum was im Überschuß gab, wäre sie eigentlich ganz schön ökologisch gewesen, zumindest was die Ressourcenausnutzung anging. Bitte, das war ein Spaß, ich war mal zu einem Seminar in der OD des MfS in Leuna und weiß seit dem, dass man darüber eigentlich keine Späße machen sollte.

OH


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28.11.2009 19:37
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#11
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Hallo zusammen,
danke für Eure Antworten - nun, so ähnlich hab ich mirs schon vorgestellt.
Vielleicht ein bissl drastischer, denn wir bekamen ja nur die "grauen" Bilder der DDR zu sehen und direkten Kontakt hatte meine Familie keinen.

Was mir irgendwie bewusst wird, ist, dass wir in den 50er Jahren vermutlich ähnlich gelebt haben. Was Ihr so beschreibt, das war eigentlich auch meine Kindheit. Einfache Lebensmittel, alles hausgemacht. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die ersten Plastikbeutel auf den Markt kamen.
Ein kleiner Stand in einem Kaufhaus und da waren lauter durchsichtige Beutel mit farbigen Flüssigkeiten drin, aufgehängt.
Der Kugelschreiber wurde zu meiner Kinderzeit entwickelt.
Apfelmus in Dosen, und Bauernschnitten, also vorgeschnittenes Brot nicht vom Bäcker.
Wir kauften unsere Lebensmittel am Samstag auf dem Bauernmarkt - und das waren die Produkte der Bauern.
Ich war schon so 14, da gabs Bananen. Billig, viel und wir haben richtige Bananenschwelgschlachten abgehalten.
Milch holte man noch im Spezialgeschäft aus einem grossen Kessel in die Kanne.
Coca Cola kam auf - und wir konnten's uns nicht leisten.
An Weihnachten gabs eine Flasche "Liebfrauen Milch" zu den Eiern als Fliegenpilz.
Meine Kinderzeit war eine schöne. Eure vermutlich auch.
Wie hat eigentlich diese ganze Sch... angefangen? Es wird niemand so ganz genau wissen, denn sowas schleicht sich ein.
Mit unserer neuen Regierung schleicht sich auch allerlei ein, fürchte ich.

Wir werden uns sicher noch allerlei zu erzählen haben.

Servus derweil
Michaela


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28.11.2009 20:17 (zuletzt bearbeitet: 28.11.2009 20:23)
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#12
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( gelöscht )

Zitat von Focking
Moin 6Michaela6,

Hab's ich an anderer Stelle schon mal geschrieben.
War nicht anders wie bei euch,für Westgeld hast Du
alles gekriegt.

Gruß aus der Lausitz

Werner




Beim Bäcker anstehen: 1h
Beim Fleischer bis 3h
Blumenladen gab es, war stets aber leer.
Fischladen?
Obst und Gemüse auch 1h anstehen wenn es was zu kaufen gab.
etc etc etc

Textilien war der letzte Dreck in der "DDR"(DDR-Look)! Was ich auch nie hatte, wir bekamen alles aus`m Westen. Der Neid in der Schule war jedes mal ein Gang zwischen Freude und Horror.


Die guten Klamotten gingen nach Westberlin so wie das Bier und Elektrogeräte.


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28.11.2009 21:06 (zuletzt bearbeitet: 28.11.2009 21:06)
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#13
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( gelöscht )

Zitat von Drewitz
-muß erstmal meinem Hauptfeld (grins) beim weihnachtsdekorieren helfen.





Meiner hat mich heute auch schon mehrfach in den Keller gescheucht, die Kartons mit der Weihnachtsdeko holen.


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28.11.2009 21:09
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#14
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In Antwort auf:

Zitat von Feliks D.

Zitat von Drewitz
-muß erstmal meinem Hauptfeld (grins) beim weihnachtsdekorieren helfen.





Meiner hat mich heute auch schon mehrfach in den Keller gescheucht, die Kartons mit der Weihnachtsdeko holen.



da haben wir mal was gemeinsam lieber feliks


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28.11.2009 21:14
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#15
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Klar hatts alles gegeben in der DDR....liegt ja auch sicher daran, was ein Mensch denn so braucht....

....zu essen hatten wir genug, hungern mussten wir speziell auf dem Dorf nun wirklich nicht....unsere Tiefkühltruhe war immer berstend voll, die Speisekammer gerammelt dicht mit selbstgemachte Konserven....wir schlachteten selber Schweine und ander Getier und hatten nen grossen Garten....

....Luxusgüter waren teuer, doch hatte jeder nen Fernseher, Fahrrad, Auto, Moppet usw....ich will mal so sagen, es gab nich immer gleich tausend verschiedene Marken....aaaaber, das was es gab war immer überdurchschnittlich gut und langlebig....

...was ich persönlich immer ärgerlich fand war, das es zB Platten meiner Favoriten Bands nich gab, die musste ich immer über Umwege irgendwo überspielen oder ab und an brachte meine Tante und Onkel die unter der Gefahr, das sie entdeckt werden an der Grenze mit....banal, aber für mich damals sehr wichtig....ich hörte keine Durchschnittsmucke....

....Klamotten war ein Thema, aber auch da hielf die Westverwandschaft gerne....wir bekamen oft Pakete mit Second Handklamotten.....

In Antwort auf:
Meine Vorstellung war, dass das Regime ähnlich war, wie zu Hitlers Zeiten.



Deine Vorstellung is garnichma so abwegig.....da wo es Pimpfe gab, gab es in der DDR die Pioniere, das Jungvolk war'n irgendwie die FDJler und den GST-Kram mit millitärischen Camps für 14jährige um sie aufs Soldatensein schonmal vorzubereiten und sowas wie ne Grundausbildung aufzudrücken....es gab das Monopol einer Partei...das war bei Adolf auch so....Andersdenkende hatten es in beiden Systemen enorm schwer, in beiden Diktaturen befasste sich ne Geheimpolizei damit, sie aufzuspüren....

Mara


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