Wieviel Grenzgebiet kam etwa auf einen Posten?

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22.11.2009 20:05von ( gelöscht )
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Wieviel Grenzgebiet kam etwa auf einen Posten?

Hallo Forenuser,

Mich würde es interessieren, wie viel Gebiet denn einem Posten jeweils zugeteilt wurde? Und wie lange dauerte das patrouillieren etwa, bis man einmal seine Strecke "abgegangen" ist?

Und ich will jetzt nicht unbedingt gleich noch ein Thema eröffnen, deshalb frage ich jetzt einfach auch noch hier :) :
Wenn ein Grendurchbruch erkannt wurde, wie viele Grenzer wurden dann eingesetzt und alamiert? Mehrere umstehende Wachtürme, oder nur der am nähsten war?

LG Helena

22.11.2009 20:33von ( gelöscht )
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Hallo Helena !
So einfach ist Deine Frage nicht zu beantworten,denn es gab Unterschiede der Grenzabschnitte bzw. Postenabschnitte.An der Grünen Grenze
waren die Postenbereiche Größer,weil auch das Grenzvorland bzw. die Sicherungsanlagen weiter auseinander lagen.
In Berlin mußten die Abschnitte kleiner sprich kürzer sein,da ja kaum Grenzvorland in dem Sinne bestand.
Was an der Grünen Grenze Postenführer und Posten mit ca.1,5 - 2 Kilometer alleine abzusichern hatten,konnte in Berlin ein ganzer Wachzug sein
Kann Dir die vergleiche nur sagen weil ich an beiden "Fronten " gedient habe

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22.11.2009 20:45von ( gelöscht )
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Alarmiert wurde beim Grenzdurchbruch per Funk oder über Festleitung von der Führungsstelle.Oder man hat als Poteneinheit eine direkte
Alarmmeldung wahr genommen.Grenzsignal Zäune waren mit Rundumleuchten und Signalhörnern ausgerüstet.Hat ein Grenzverletzer einen
solchen Zaun beschädigt oder überwunden so wurde das akustisch oder visuelle mitgeteilt.Aber eben nicht immer und nur dort wo diese
Anlage so installiert war.Signal Schuss Geräte haben Leuchtraketen oder Schreckschuss munition verschossen um Flüchlinge an zu zeigen.
Die Posten mußten dann in diesem Bereich mit der Westgrenz im Rücken das Grenzland absichern.Desweiteren wurde eine A-Gruppe in den Grenzabschnitt geschickt.Zusatzsicherung.
Zusätzlich wurde eine komplette Grenzschicht angefordert,wenn der Grenzdurchbruch bzw. Angriff bestätigt wurde.Meist waren das die Armen Teufel die die Vorschicht hinter sich hatten.
So konnte man dann auch schon mal auf 16 Stunden im Feld kommen.Ging mir auch mal so.

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22.11.2009 20:58von Rainman2
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Hallo Helena (Helli),

die Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Kam ganz drauf an. Aber versuchen wir es mal ernnsthaft. Ein Grenzabschnitt, also ein Bereich der Grenze der von einer Kompanie gesichert wurde, hatte an der Westgrenze eine Länge von 10 - 16 Kilometern. In einem solchen Abschnitt wurden verschiedene Postenarten eingesetzt. Die vorwiegende Einsatzart war der sogenannte Sicherungsposten. Dieser konnte über eine bestimmte Zeit an einem Punkt eingesetzt sein, als Streife in einem bestimmten Bereich handeln, als Horch- oder Beobachtungsposten spezielle Aufgaben erfüllen oder in einem bestimmten Bereich selbständig handeln. Je nach Zeit, Gelände, Lagebeurteilung waren in einem Grenzabschnitt zwischen 2 bis 6 Sicherungsposten eingesetzt. Das ergibt die erstaunliche Toleranz für den Postenabschnitt von 2 - 8 Kilometern. Dazu kam im Abschnitt in der Regel die Führungsstelle, die mit dem Kommandeut Grenzsicherung und einem Posten besetzt war. In der Nachtzeit war in der Regel noch die Alarmgruppe besetzt (2 Posten a 2 Mann + Fahrzeug).

Diese hatten als erste bei einer Lage in der Grenzsicherung eingesetzt zu werden. Eingesetzte Sicherungsposten blieben auch bei Lagen in der Regel in ihren Abschnitten. War die Lage nicht innerhalb wenier Minuten zu klären, war die Grenzsicherung zu verstärken (Abriegelung). Dazu wurde zunächst der Alarmzug aus der Einheit eingesetzt (5 - 6 Posten a 2 Mann). War die Lage immer noch unklar, musste die Abriegelung bis zur Klärung weiter verstärkt werden. Ich erinnere mich an eine Lage, bei der nur noch der Unteroffizier vom Dienst, ein Wachposten und 6 betrunkene Ausgänger in der Kompanie waren. Alles andere lag im Abschnitt, sogar der Koch und die in dieser Situation eintreffenden Kontrolloffiziere vom Stab aus Erfurt bekamen keinen Kaffee. Schrecklich!

Als echte Streifen wurden neben den hier bereits genannten Sicherungsposten die Kontrollstreifen eingesetzt. Diese hatten die 2- oder 6-Meter-Kontrollstreifen auf Spuren zu überprüfen. In unserem Abschnitt war die 6-Meter-Kontrolle mit einer Überprüfung der Minenanlage verbunden, ob noch alles am Zaun hing. Es gab davon 2 Kontrollstreifen am 6-Meter und eine Kontrollstreife am 2-Meter-Kontrollstreifen pro Tag.

Dazu kamen Kontrollstreifen von Vorgesetzten. Wenn ich also durch Abschnitt kroch, war bei meinen Soldaten erhöhte Aufmerksamkeit angesagt. Wer wollte sich schon von einem "Buckel" (einer der liebevollen Bezeichnungen unserer Soldaten für Berufssoldaten) "aufklatschen" (erwischen) lassen - wobei auch immer.

Soviel erstmal die "kleine Fibel" für den Grenzdienst. Wenn was unklar ist, frag weiter. Ein paar andere hier können ja noch über Berlin oder andere Zeiten an der Grenze berichten.

ciao Rainman

22.11.2009 21:07von Stabsfähnrich
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So eindeutig kann man die Frage nicht beantworten. Es gab verschiedene Postenarten z.B. den Beobachtungsposten, den Kontrollposten, den Sicherungsposten, den Überprüfungsposten, die Hinterlandsstreife, die A-Gruppe, den A-Zug etc........Der Einsatz in den verschiedenen Postenarten beruhte auf Entschluss des KC auf der Grundlage der Einschätzung zur Grenzsicherung des BK. Schon alleine aus den verschiedenen Postenarten, läßt sich keine generelle Zuordnung der Postenbereiche oder Postenstrecke ableiten.
Nehmen wir z.B. den Sicherungsposten, Handlungsraum maximal ziwschen zwei Postepunkten. Die Kontrollstreife hingegen entweder rechte oder linke Flanke. Der GAKl im Hinterland hatte einen größeren Handlungsraum als die Hinterlandsstreife.

22.11.2009 21:10von ( gelöscht )
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Zitat von Rainman2
Hallo Helena (Helli),

die Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Kam ganz drauf an. Aber versuchen wir es mal ernnsthaft. Ein Grenzabschnitt, also ein Bereich der Grenze der von einer Kompanie gesichert wurde, hatte an der Westgrenze eine Länge von 10 - 16 Kilometern. In einem solchen Abschnitt wurden verschiedene Postenarten eingesetzt. Die vorwiegende Einsatzart war der sogenannte Sicherungsposten. Dieser konnte über eine bestimmte Zeit an einem Punkt eingesetzt sein, als Streife in einem bestimmten Bereich handeln, als Horch- oder Beobachtungsposten spezielle Aufgaben erfüllen oder in einem bestimmten Bereich selbständig handeln. Je nach Zeit, Gelände, Lagebeurteilung waren in einem Grenzabschnitt zwischen 2 bis 6 Sicherungsposten eingesetzt. Das ergibt die erstaunliche Toleranz für den Postenabschnitt von 2 - 8 Kilometern. Dazu kam im Abschnitt in der Regel die Führungsstelle, die mit dem Kommandeut Grenzsicherung und einem Posten besetzt war. In der Nachtzeit war in der Regel noch die Alarmgruppe besetzt (2 Posten a 2 Mann + Fahrzeug).

Diese hatten als erste bei einer Lage in der Grenzsicherung eingesetzt zu werden. Eingesetzte Sicherungsposten blieben auch bei Lagen in der Regel in ihren Abschnitten. War die Lage nicht innerhalb wenier Minuten zu klären, war die Grenzsicherung zu verstärken (Abriegelung). Dazu wurde zunächst der Alarmzug aus der Einheit eingesetzt (5 - 6 Posten a 2 Mann). War die Lage immer noch unklar, musste die Abriegelung bis zur Klärung weiter verstärkt werden. Ich erinnere mich an eine Lage, bei der nur noch der Unteroffizier vom Dienst, ein Wachposten und 6 betrunkene Ausgänger in der Kompanie waren. Alles andere lag im Abschnitt, sogar der Koch und die in dieser Situation eintreffenden Kontrolloffiziere vom Stab aus Erfurt bekamen keinen Kaffee. Schrecklich!

Als echte Streifen wurden neben den hier bereits genannten Sicherungsposten die Kontrollstreifen eingesetzt. Diese hatten die 2- oder 6-Meter-Kontrollstreifen auf Spuren zu überprüfen. In unserem Abschnitt war die 6-Meter-Kontrolle mit einer Überprüfung der Minenanlage verbunden, ob noch alles am Zaun hing. Es gab davon 2 Kontrollstreifen am 6-Meter und eine Kontrollstreife am 2-Meter-Kontrollstreifen pro Tag.

Dazu kamen Kontrollstreifen von Vorgesetzten. Wenn ich also durch Abschnitt kroch, war bei meinen Soldaten erhöhte Aufmerksamkeit angesagt. Wer wollte sich schon von einem "Buckel" (einer der liebevollen Bezeichnungen unserer Soldaten für Berufssoldaten) "aufklatschen" (erwischen) lassen - wobei auch immer.

Soviel erstmal die "kleine Fibel" für den Grenzdienst. Wenn was unklar ist, frag weiter. Ein paar andere hier können ja noch über Berlin oder andere Zeiten an der Grenze berichten.

ciao Rainman










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22.11.2009 22:03von ( gelöscht )
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Bei uns im "Außenring" von Berlin gab's Ecken, da konntest du dir mit dem Nachbarposten fast die Hände reichen. An anderen Stellen warst du (als Postenpaar) soo mutterseelenallein (bedingt durch die dortige Hinterlandsicherung), dass es - wie bei uns 1987 geschehen - möglich war, dass ein Postenführer unter dem Vorwand, mal k... zu gehen, seinen "Ausflug" bis nach Reinickendorf ausgedehnt hat.

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22.11.2009 22:23von ( gelöscht )
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Jenosse Maja,
een bißchen mea Respekt bittschön!!
Hab mich aber trotzdem köstlich amüsiert!
VG Euch beiden
Affi

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22.11.2009 23:09von ( gelöscht )
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Jawohl Jenosse Affi,werde das in Zukunkt berücksichtigen

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23.11.2009 07:29von sentry
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Zitat von Rainman2
Ein Grenzabschnitt, also ein Bereich der Grenze der von einer Kompanie gesichert wurde, hatte an der Westgrenze eine Länge von 10 - 16 Kilometern.



Es konnte abschnittsweise aber auch ein bisschen weniger sein. Die Sicherungskompanie Marienborn bewachte mit ihren gut hundert Mann streng genommen nur einen Grenzabschnitt von ca. 40 m Länge

24.11.2009 23:05von ( gelöscht )
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Ich habe 1988 Tage erlebt, da waren in unserem Abschnitt (ca. 16km) am Tage nur 2 Postenpaare unterwegs. Die Führungsstelle war natürlich auch besetzt. Normalerweise waren es 4-5 Postenpaare + Führungsstelle.

Gruß Jens

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25.11.2009 00:43von westsachse
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Es war nach regionalen und geographischen Bedingungen unterschiedlich, welche Anzahl von Postenpaaren für einen bestimmten Grenzabschnitt nötig gehalten wurden.

Gruß

westsachse

25.11.2009 07:30von Mike59
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Zitat von westsachse
Es war nach regionalen und geographischen Bedingungen unterschiedlich, welche Anzahl von Postenpaaren für einen bestimmten Grenzabschnitt nötig gehalten wurden.

Gruß

westsachse


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Ja stimmt genau. Dazu sind dann noch so ne Sachen wie der
RdH- Raum der Hauptanstrengung
WRG- warscheinliche Richtung der Grenzverletzer und
PGA - Provokationsgefärdeter Abschnitt gekommen. Außerdem wurde ja über jeden Vorfall Statistik geführt und so die Schwerpunktzeiten und Richtungen ermittelt. Also der unterschiedlichen Möglichkeiten gab es jede Menge.
Mike59

08.09.2010 21:05von ( gelöscht )
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Am krassesten wars mal in ner Frühschicht, als die Posten ca. 12-14 km entfernt waren. Der letzte im SiA 6 in Reinhards (Ort im Schutzstreifen), dann keiner in Ketten, keiner in Walkes, keiner in Apfelbach, keiner am Selesberg, der nächste erst wieder in der Röte, SiA 7 (Füst). Die KS waren auch so eingesetzt, dass sie beide am gleichen Ort (Walkes, Trennungslinie zwischen beiden Abschnitten) in unterschiedliche Richtungen liefen, sodass dieser Teil offen wie ein Scheunentor war.

Wohlgemerkt: ca. 13 km kein Posten und dazwischen noch der Selesberg, wirklich hoch und nur schwierig zu bezwingen in Zeitnot.

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08.09.2010 21:49von Mike59
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Ich habe mal versucht aus meiner Erinnerung heraus die Postenaufstellung in meinem altem GAs zu Papier zu bringen. Ich verbürge mich nicht für das abgebildete, ist echt lange her. Sind keine FHG, VP und sonstige Streifen dabei, die waren ja auch nur zeitweise im Einsatz. Ach ja - so ist das, den KP der VP habe ich vergessen, PoP 128 war das.
Das waren eigentlich die Kräfte die (fast) immer über 8h im Einsatz waren. Länge des GAs um die 15 Km.

Mike59

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