Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

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21.11.2009 16:10von ( gelöscht )
Frage
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Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle Ost-West.

14.05.2010 05:37von ( gelöscht )
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Guten Morgen Dresdner, da du den Satz von Lego noch einmal aufgegriffen hattest, hier noch mal mein Text von Seite 2 dazu.Genau so war das damals, ich hatte vorher eventuell 15% Durchblick, nach 18 Monaten dann 100% Klarsicht und brauchte auch kein Fensterleder mehr.
Übrigens, an der Grenze wurden Fenster mit angefeuchteten Zeitungspapier geputzt, auch Brillengläser.

Lego, ich will es mal so formulieren.
Bevor ich an diese Grenze kam, hatte ich Null Ahnung vom Aufbau dieses tiefgestaffelten Systems, Punkt um.
Genauso wird es jemanden gegangen sein, der losrannte, ohne jegliche Information und dann stand er um Mitternacht vor diesen dunklen kleinen Kästen am ZaunI, wenn er es denn soweit geschafft hatte.
Ob er überlegte, was das da sein könnte, keine Ahnung?
Seine nächsten paar Schritte entschieden dann über Leben und Tod...
Wir schliefen nicht weit weg vom Zaun I,mit offenem Fenster, eine Stube von zehn Mann und an das Geräusch, wenn die Minen auslösten, kann ich mich heute noch erinnern.

Gruß Rainer- Maria

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14.05.2010 13:24von Theo85/2
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Es gibt Dinge über die ich auch heute nicht rede, während meiner Dienstzeit wurde ich zweimal VS. belehrt, danach hatte ich einen M- Befehl( auch der war Geheim). So habe ich mir angewöhnt, die Klappe zu halten.Und was soll man denn nach 20 Jahren Grenzfall noch erzählen? Etwa, wie ein Signalzaun funktioniert, oder den Aufbau einer M701? Wen interessiert das noch. Heute interessieren sich die Leute maximal für Mauertote (meist Flüchtlinge),und immer wieder das leidige Stasithema. Komischerweise ist das aber meiner Meinung nach für unsere westdeutschen Mitbürger von größeren Interesse, als für uns, die wir in der DDR gelebt haben!

Gruß
Theo 85/2

14.05.2010 17:15von ( gelöscht )
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Kann mich nicht erinnern,dass das Jemanden richtig interessiert hat.
Und wenn,wäre die Person mit Vorsicht zu geniessen gewesen.
Der Rest ist Tarnung.

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14.05.2010 17:17von ( gelöscht )
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Zitat von Sylvana
Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle
Ost-West.


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Meine Mutter sagte irgentwan als ich anfing zu fragen was mein Vater so machte,über Grenzdinge sprach dein Vater nie.ich fragte mich oft warum,mit der zeit wurde mir die antwort schon klarer.
Gruss Sylvana



Liebe Sylvana, genau diese Frage steht im ersten Beitrag,hast du bestimmt übersehen...

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14.05.2010 18:03von Büdinger
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
... Denn später, als Bauleiter lernte ich selbst " Polacken", also polnische Bürger/Arbeiter kennen, die wohl ganz angenehme Menschen waren. ... R-M-R



Hallo Rainer-Maria ,

Pole heißt auf polnisch Polak.

http://www.ozali.org/deutsch-polnisch/Pole

Die Bezeichnung wurde in die deutsche Sprache als abwertende Bezeichnung für die Polen übernommen.

Gruß

Ricardo

14.05.2010 19:18von ( gelöscht )
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hallo alle.ich muss mal sagen,das es lager gab in deutschland,polen usw.vom grössten bei den russen dem gulag wusste ich damals nicht.in der schule hatten wir eine patenschafft mit dem grenzregiment felix-dscherschinski in erkner die auch für die mauer dienten.uns hat damals von den soldaten niemand gesagt was sie in ihrem dienst tun müssen.ich bin immer wieder baff,was heute noch so ans tageslicht gebracht wird. als ich an der grenze diente,war es mir egal was ich zuhause war,erzählte ich meine eindrücke von der grenze und ich wurde nie negativ behandelt.es gibt immer noch menschen in diesem staat,die unter der diktatur des osten leiden.all diesen menschen verzeihen kann man aber es vergessen niemals. kopf hoch .als ich damals im zug nach halle saß,hatte frisch meine postenführerlitzen und wurde von mitreisenden als mörder bezeichnet da ist mir der kragen geplatzt im nu war ruhe im zug.und ich nehme auch heute noch kein blatt vorm mund.gruss granate.

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15.05.2010 20:26von ( gelöscht )
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Danke Ricardo für die Info über die " Polaken", man lernt doch nie aus. Hin zu Granate und welchen Zeitraum umfasst das, wo man dich im Zug als " Mörder" beschimpfte. Zumal zu meiner Zeit Ende der 70er Jahre, ich fuhr zufällig ebenfalls über Halle in meine Heimatstadt Leipzig habe ich nichts negatives feststellen können.
Noch zu Sylvana, hattet ihr in der Familie eigentlich Westverwandschaft und wie war der Kontakt zu DDR-Zeiten, sollte dies zutreffen, meine Frage? Frag bitte einmal die Frau Mamma?

R-M-R

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16.05.2010 01:46von Stabsfähnrich
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Zitat von Granate
hallo alle.ich muss mal sagen,das es lager gab in deutschland,polen usw.vom grössten bei den russen dem gulag wusste ich damals nicht.in der schule hatten wir eine patenschafft mit dem grenzregiment felix-dscherschinski in erkner die auch für die mauer dienten.uns hat damals von den soldaten niemand gesagt was sie in ihrem dienst tun müssen.ich bin immer wieder baff,was heute noch so ans tageslicht gebracht wird. als ich an der grenze diente,war es mir egal was ich zuhause war,erzählte ich meine eindrücke von der grenze und ich wurde nie negativ behandelt.es gibt immer noch menschen in diesem staat,die unter der diktatur des osten leiden.all diesen menschen verzeihen kann man aber es vergessen niemals. kopf hoch .als ich damals im zug nach halle saß,hatte frisch meine postenführerlitzen und wurde von mitreisenden als mörder bezeichnet da ist mir der kragen geplatzt im nu war ruhe im zug.und ich nehme auch heute noch kein blatt vorm mund.gruss granate.



............also wenn es die Ortslage Erkner bei Berlin ist, dann ist mir dieses Grenzregiment neu und unbekannt. Frage: Wo befand sich dieses Grenzregiment? Oder meinst Du - Wilhelmshagen (zwischen Friedrichshagen und Erkner) - und dass damals dort befindliche Grenzausbildungsregiment? Dieses hatte jedoch nicht den Ehrenamen Felix Edmundovich Dzerzhinski (Feliks Dzierzynski).

Und noch eine Frage: Was sind Postenführerlitzen? Ich kenne Kragenlitzen an den Uniformjacken der Unteroffiziere.

10.07.2010 18:45von ( gelöscht )
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Also das mit dem angemacht werden während der Heimfahrt stimmt schon, besonders wenn man allein im Zug gesessen hat. Zumindest kann ich das für 1988 bestättigen. Bemerkungen wie Grenzerschwein und Mörder sind da schon vorgekommen. Deshalb hatten die meisten von uns auch später dann zivile Klamotten die irgendwo auf der Kompanie oder bei Zivilangestellten versteckt waren. Da blieben dann einen auch die Schikanen der "Kettenhunde" auf den Bahnhöfen erspart

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10.07.2010 20:22von ( gelöscht )
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hi leute ich war ja bis zum letztn ende bei der grenze bei mir zu hause wusten alle wo ich bin und was ich mache da gab es auch fragen das was man ungehinder inden raum stellen konnte habe ich den jungs auch gesagt aber dinge der "geheimhaltung oder details waren tabu und das wusten die meisten auch meine tante aus leverkusen war ja jedes jahr einmal zu besuch bei bekannten
zweimal mussen die herren bei hug gepennt haben sonst wurde mir immer mitgeteilt das es besser ist das wochenende dienst zumachen die koseqenz davon antreten vorm polit und dem zuständigem mfs mitarbeiter und ein viertejahr keineinsatz auf dem vorgelagertem

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11.07.2010 13:29von Greso
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Die grünen Streifen kamen mitte 1966 auf und wir mussten sie tragen.Im Zug wurden wir auch gefragt,ob wir jemanden erschossen
haben.Da kam ener auf die Idee,die Streifen am Gummi zu trennen und einen Druckknopf anzubringen.Aber ich habe die Streifen getragen.War doch wie ein Dienstgrad.Lol,Lol,Lol.
gruß Greso

11.07.2010 14:16von ( gelöscht )
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Als Gefr. PF bekam man schon auch einmal ein Bändi einer anderen Waffengattung mit einem Lächeln zu sehen.
Diese Unwissenden glaubten doch tatsächlich das wir Uffz.Schüler waren.

Oss`n

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27.08.2010 22:33von ( gelöscht )
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Mich hat keiner ausgefragt, und ich selber hatte nicht so den Drang,
davon zu erzählen.
Ob damals jemand mit dem Militärstaatsanwalt gedroht hat, weiß ich
beim besten Willen nicht mehr, dafür ist's zu lange her.
Schriftlich zum Schweigen verpflichten mußte ich mich nicht, die anderen
vermutlich auch nicht.
Ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht, in welchem Bereich
ich abhauen konnte, Skizzen habe ich auch keine gemacht. War mir
nicht wichtig.
Wir hatten uns gegenseitig in der Kompanie fotographiert, jemand hat
die Fotos vervielfältigt. Da kam nie was hinterher.
Ein Kumpel von mir hat mich mal im Bereich Groß-Glienicke und Staaken
herumgefahren und mir "sein" Hinterland gezeigt. Umgekehrt habe ich das
nie gemacht.

Ein Klassenkamerad - der selber nicht zur Armee mußte - wollte mich
mal unbedingt auf den Schießbefehl festnageln. Nun, den kannte ich
nicht, ist hier im Forum bestimmt schon von allen Seiten beleuchtet
und bestimmt bessergewußt worden. Die anderen Dinge dort waren
irgendwie nicht so recht ein Thema.

Als ek53 bin ich auch erst Ende August 1989 entlassen worden, danach
war vielleicht für Grenzer-Geschichten und so keine Zeit mehr.

Gruß
G.

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28.08.2010 00:53von Greso
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Zitat von Greso
Die grünen Streifen kamen mitte 1966 auf und wir mussten sie tragen.Im Zug wurden wir auch gefragt,ob wir jemanden erschossen
haben.Da kam ener auf die Idee,die Streifen am Gummi zu trennen und einen Druckknopf anzubringen.Aber ich habe die Streifen getragen.War doch wie ein Dienstgrad.Lol,Lol,Lol.
gruß Greso



Ich habe sie getragen

28.08.2010 05:59von küche69
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Hallo!

Wir, also alle die an der Grenze ihren Dienst taten, waren ja "Geheimnisträger", darauf wurde man ja hingewiesen, aber so etwas war ja "Allgemeinwissen", es wusste jeder, dass man darüber nicht sprechen durfte.

Hier bei uns im Ort gab es mal ein Vorkommnis, es war einer auf Urlaub und lief ständig in Uniform rum und hat natürlich auch in der Kneipe, fleißig seine Erlebnisse erzählt, bis in dann die Militärpolizei geholt!

Kurz und Gut man durfte nichts sagen, auch wenn man am besch... Punkt an der Grenze war, also wo tote Hose war und nichts passierte!

Gruß von Küche69

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"Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn!"

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