Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

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21.11.2009 16:10von ( gelöscht )
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Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle Ost-West.

26.11.2009 23:22von ( gelöscht )
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Vielleicht wär nen Volkswagen angebrachter gewesen.....

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27.11.2009 01:46von S51
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Zitat von Mongibella
Vielleicht wär nen Volkswagen angebrachter gewesen.....



Es hätte die Lautstärke vom Chef bestimmt um knapp ein Dezibel verringert.

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S51
27.11.2009 01:49von S51
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Zitat von Sonny
@ S51

Danke für deine Antwort.

Sicher, daß das ein wenig provokant gewirkt haben mag, leuchtet mir ein. Aber daß deswegen so ein Terz gemacht wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Es war doch kein Verstoß gegen die Gesetze der DDR, oder?



Die anderen Beispiele wären auch nicht verboten (abgesehen mal vom FDJ-Hemd im Bundestag - da bin ich mir nicht so sicher), auf die Wirkung hätte das kaum einen Einfluss.

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S51
27.11.2009 02:01von ( gelöscht )
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Zu dem Westauto vor der Kaserne nur 2 erlebte Dinge.In der Ausbildung wurde dem Wachposten gesagt alle Westkennzeichen aufzuschreiben die vorbei fahren,könnte ja ein Transitverstoß sein.
An der Grenze wurde gesagt,sollte jemand zu hause Westbesuch haben,ist es zu melden,er käme dann einige Tage nicht an die Grenze aber ansonsten geschieht im nichts.Keiner bekam oder meldete Westbesuch.

Manchmal hört man Flöhe husten.

Andy

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27.11.2009 02:03von ( gelöscht )
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Zitat von EK 82/2
Zu dem Westauto vor der Kaserne nur 2 erlebte Dinge.In der Ausbildung wurde dem Wachposten gesagt alle Westkennzeichen aufzuschreiben die vorbei fahren,könnte ja ein Transitverstoß sein.



Ja, das verstehe ich schon, daß die Vorgesetzten wissen wollten, wer dieser "Westbesuch" war, ob evtl. Transitverstoß usw.

Aber daß das (vorausgesetzt, es lag kein Gesetzesverstoß vor) so eine "Todsünde" war, das hätte ich nicht gedacht.

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27.11.2009 02:26von ( gelöscht )
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Sonny du hast mich falsch verstanden,jedes Westfahrzeug auch ohne Kontakt zu Soldaten welches die Strasse entlang führ muste Notiert werden.
Andy

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27.11.2009 02:40von ( gelöscht )
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@ EK 82

Schon klar, daß du das so meintest --- aber im Fall, den Josy geschildert hat, dürfte es dann wohl erst recht so gewesen sein, nehme ich mal an.

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27.11.2009 02:58von ( gelöscht )
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Sonny aber für mich 100 pro und das es Anschißalarm gab glaube ich gerne.Ich schrieb ja,manchmal hörte der Staat die Flöhe husten.
Andy

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12.05.2010 23:11von ( gelöscht )
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Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle Ost-West.


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Meine Mutter sagte irgentwan als ich anfing zu fragen was mein Vater so machte,über Grenzdinge sprach dein Vater nie.ich fragte mich oft warum,mit der zeit wurde mir die antwort schon klarer.
Gruss Sylvana

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12.05.2010 23:31von ( gelöscht )
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Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle Ost-West.

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Das kam wohl immer auf die Position und die Dienststelle an. Welche Geheimnisse kenne ich eventuell. War ich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Wie schätze ich das was ich weiß ein.
Ich zum Beispiel konnte da frei heraus erzählen, drei B-Türme ein Stück weg von der Grenze und unsäglich Krach machende "Taigatrommeln" (Lokomotiven).
Wie immer im Leben, es gibt so viele Antworten auf nur eine Frage.
tschüß

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13.05.2010 14:03von ( gelöscht )
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Sylvana, mich zum Beispiel verwundert immer wieder, wenn ich heute lese, das viele Eltern oder Großeltern den Kindern oder Enkeln so gut wie Nichts aus der Kriegszeit/ Nachkriegszeit zum II.Weltkrieg erzählt haben.
So über Flucht und Vertreibung und gut, diese Speziallager nach 1945 einmal ausgeklammert, denn davon hatte ich ebenfalls keine Ahnung.
Aber alles Andere? Also bei uns war immer Sonnabend/ Sonntag nach dem Mittagessen Erzählstunde...Stunden, da wurde über solche Zeiten geredet und man konnte sich als Kind schon ein ganz gutes Bild machen, wer denn nun Gut oder Böse war inclusive der Feinheiten dazwischen.
Das hat mich enorm geprägt, muss ich mal so einfach sagen. Und logisch, das ich dann in der Schule nicht damit rumposaunt habe, wenn meine Mutter, eine Volksdeutsche, den abwertenden Begriff" Polacken" verwendete.
Denn später, als Bauleiter lernte ich selbst " Polacken", also polnische Bürger/Arbeiter kennen, die wohl ganz angenehme Menschen waren.
Aber es war eben in jeder Familie unterschiedlich, siehe dein Beispiel.

R-M-R

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13.05.2010 18:31von S51
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Zitat von Sylvana
Hallo

Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ?
Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.
Es galt ja keinen Weidezaun zu schützen,sondern die Schnittstelle Ost-West.
...Gruss Sylvana



Ich glaube, man muss unterscheiden zwischen der real vielleicht sehr geringen Gefahr und der gefühlt doch enormen Gefahr, durch irgendeinen Verquatscher beim Verrat von Dienstgeheimnissen erwischt zu werden.
Aus dem Dienstalltag wusste man, dass die Wirksamkeit der Grenze doch bestimmt wurde durch die allgemeine Unwissenheit über Details der Grenzsicherung. Nicht nur in meinem damaligen Abschnitt galt der Spruch "ach wie gut, dass niemand weiss..." An vielen Orten woanders wohl auch. Grundsätzlich haben die Menschen über die Grenze immer die schlimmsten Sachen vorausgesetzt und bei vielen Flüchtigen dann die eigentlich primitiven "Fallstricke" übersehen. So war es doch oft.
Im Dienst als GAK hat man gegenüber Dritten (Urlauber, Besucher) über den Bereich ab dem Schutzstreifenschild gar nicht mehr gesprochen. Maximal ein "Tut mir leid, darüber kann ich nicht reden". Genauso und oft erweitert um die Details der Arbeit im Hinterland hat man es zu Hause gehalten. So war es einfach unmöglich, dass sich jemand woanders vielleicht mal verquatscht hat. Das war keine böse Absicht, nur einfach eine Art Selbstschutz aus dem Gefühl heraus, vielleicht gerade doch überwacht zu werden. Selbst wenn das oft gar nicht so war, schaden konnte diese Handlungsweise jedenfalls nicht.
Ein anderer Fakt kommt noch hinzu. Der militärische Alltag hat so seine Eigenheiten, die für den Zivilisten oft schlicht merkwürdig, komisch aber manchmal auch brutal sind. Warum da was wie geschieht, ist ohne Fachkenntnis schwer zu verstehen. Zu akzeptieren oft noch weniger. Das spürt man als Soldat im Gespräch mit Angehörigen oder gar Fremden natürlich auch.
Um nicht ausgegrenzt zu werden, spricht man schlicht nicht darüber. Nur im Kreise der "Eingeweihten". Meine Familie hat in ihrer Geschichte eine lange Tradition beim Militär. Ob es die kaiserliche, die polnische oder die deutsche Wehrmacht in Russland, Frankreich oder Afrika war. Auch hier habe ich vieles erst zu erfahren bekommen, als ich selbst Uniform trug. Und das Meiste unter der Bedingung, nur wieder unter Soldaten in der Familie davon zu sprechen. Manches kam auch erst viel später aus Tagebüchern an das Licht. Da waren die Verfasser längst verstorben. Es waren gar keine besonderen Sachen dabei. Nur Alltag. Dort gezogen, da eingesetzt, woanders verwundet. Kampfdetails, die aber auch nicht weichgespült waren. Nichts heroisches, nur Alltag, oft blutig.
Unter Zivilisten kein mögliches Thema. Man will seine Angehörigen einfach nicht belasten.

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S51
13.05.2010 22:13von ( gelöscht )
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Ich bin nach meinem Grundwehrdienst auch niemals angefeindet worden, wenn ich gesagt habe, dass ich in Berlin an der Grenze gestanden habe. Vielleicht waren in meinem Umfeld und später beim Studium alles nur DDR- Treue? Zu den Weltfestspielen 1972 bin ich mit einem Kommilitonen zu dem Denkmal für Reinhold Huhn gegangen und von einem Postenturm aus rief mich ein Offizier an, der war zu meinem Grundwehrdienst ( ein Jahr zuvor) mit mir oft zusammen draußen. Der kam dann raus und unterhielt sich mit uns beiden noch, davon erzählte der Kommilitone später in der Seminargruppe, ne- da war nie etwas. Im Gegenteil, die Leute, die gedient hatten, die sahen einen dann ungläubig an, wenn man vom Grenzdienst und dem Leben im Grenzregiment erzählte, mehr Geld, besseres Essen, weniger EK - Bewegung, lockeres Leben...
Im Zusammenleben in der DDR zählte meines Erachtens nach nicht wo man während der Armeezeit war, sondern was man konnte und wie man sich im Arbeitskollektiv und da, wo man wohnte, verhielt. Dies mag in Berlin oder in anderen Großstädten anders gewesen sein, in der Provinz jedoch, da war das so.

Grüße von der Insel

der Rüganer

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13.05.2010 23:23von brausepaul
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ick sag mal so, man hat einfach nich allet erzählt.
Teils, weil man es für unwichtig hielt, teils aus Selbstschutzgründen.
Allgemeine Sachen habe ich natürlich auch kundgetan. Also nicht a la "Donnerstag ist duschen, allet Andere is jeheim".
Ich habe beispielsweise erzählt, dass die Straßen in Neukölln (West) genauso dreckig sind wie die Straßen in Lichtenberg (Ost).
Das war's dann aber auch schon.
...und dann gibt's ja Dinge, da spricht man echt nicht so gern drüber. Wer selbst mal 'ne Weile am Zaun war, weiß auch die Medaille in meinem Avatar zu deuten...
Anfeindungen waren eher selten. Selbst hier, mitten in Berlin. Ick musste einige Male in voller Montur quer durch die Stadt. Mit allen Auszeichnungen (die ja befehlsgemäß an der Ausgangsuniform zu tragen waren)
Zur Postkontrolle: die gab es garantiert. Jedenfalls in meiner Einheit. Es gab allerdings auch die Möglichkeit,
diese zu umgehen. Allerdings nur beim versenden. Nicht beim Empfang der an einen selbst gerichteten Briefe.

14.05.2010 04:56von ( gelöscht )
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Zitat
Hallo Rainer -Maria,

ich möchte hier ganz bestimmt keinen Streit von Zaun brechen, aber war es nicht so?

Die Bevölkerung der DDR war doch nicht blöd und wußte schon, daß es an der Grenze nicht ganz ungefährlich war.
Und das nicht nur wegen Minen, Stacheldraht und SM 70, sondern auch wegen lebender Menschen, die dort mit Kalaschnikow rumspaziert sind.

Also, ich persönlich wäre mit der Info: "Ich bin Grenzsoldat" recht sparsam umgegangen.

Dies ist natürlich nur die Sichtweise eines Wessis.


Gruß LEGO



da muss ich was gegen Setzen, ich musste meiner Freundin im Urlaub erst mal erklären,was an der Grenze gemacht wurde und wie Sie Aufgebaut war...das war 2007,bis dahin hatte Sie keine Ahnung was es hieß Grenze zur BRD bewachen!!

Und das würde ich für viele DDR Bürger behaupten.............noch Heute

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