Krank oder Unfall in Ost-Berlin ? Verfahrensweisen ?

15.11.2009 09:14von Angelo
Frage
Krank oder Unfall in Ost-Berlin ? Verfahrensweisen ?

Diese Frage stelle ich mir auch schon lange,was wäre eigentlich gewesen wenn ich als Besucher von Ost-Berlin einen Unfall gehabt hätte ? Und zwar so schwer das ich sofort hätte ins Krankenhaus gemußt ? Wurde ich dann in ein Ost-Berliner Krankenhaus gebracht oder mit der SMH gleich zum Grenzübergang gebracht um Medizinische Hilfe im West-Berlin zu bekommen ? Hat da jemand Erkenntnisse drüber wie die Verfahrensweise bei Unfall oder schwerer Krankheit bei Besuchern aus West Berlin gewesen ist ?

15.11.2009 10:56von ( gelöscht )
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@angelo, zur erstbehandlung wärst du in ein krankenhaus vor ort gekommen. dort hätte man dann, je nach schwere der verletzung, alles weitere veranlasst. auch die transportfähigkeit musste geprüft werden.

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15.11.2009 11:03von Svenni1980
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Ich habe da auch ne Frage: Wenn man nun in Lebensgefahr schwebte, hätte man doch sicherlich auch in Ost-Berlin lebensrettende Maßnahmen erfahren, sprich Operation etc. Wenn es dazu gekommen wäre, wie funktionierte das denn Krankenkassentechnisch?

15.11.2009 11:15von Angelo
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Ich denke mal das mit der Krankenkasse wäre genau wie in anderen Länder über die Auslandskrankenversicherung gelaufen oder man hätte vielleicht Bar zahlen müssen bei einem Umrechnungskurs von 1:8 wäre das wohl nicht so ins Gewicht gefallen. Es stellt sich für mich immer noch die Frage ob bei einem Unfall von West Berlinern mit Aufenthalt im Krankenhaus Ost die Staatssicherheit mit ins Spiel gekommen ist ?

15.11.2009 11:21von ( gelöscht )
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@angelo, es wäre wohl kaum zu einer bezahlung im verhältnis von 1:8 gekommen. das wäre zwischen den einzelnen ämtern grenzübergreifend geklärt worden.
bezüglich deiner frage, ob auch die staatssicherheit mit von der partie war, kann ich nichts sagen, da ich es nicht weiss. ich würde vermuten, das sie im hintergrund mit agiert und die ordnungsgemässe abwicklung des problemes mit überwacht hat. mehr nicht.
zu einer befragung o.ä. wäre es aber nicht gekommen, das meintest du doch, oder?

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15.11.2009 11:32von ( gelöscht )
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Zitat von Svenni1980
Ich habe da auch ne Frage: Wenn man nun in Lebensgefahr schwebte, hätte man doch sicherlich auch in Ost-Berlin lebensrettende Maßnahmen erfahren, sprich Operation etc. Wenn es dazu gekommen wäre, wie funktionierte das denn Krankenkassentechnisch?



Es war geregelt, ganz einfach. Bei allen Aufenthalten von BRD-Bürgern in der DDR bzw. Ostberlin, auch auf dem Transitweg, gab es eine Vereinbarung der beiden deutschen Staaten bezüglich der Kranken- oder Unfallbehandlung. Diese erfolgte in der DDR und die Abrechnung erfolgte dann mit der westlichen Krankenkasse. Eine zusätzliche Versicherung für einen DDR-Aufenthalt, wie man sie z.B heute für das Ausland braucht, war nicht erforderlich. Übrigens galt dies auch im umgekehrten Fall. Es wurden meines Wissens viele Operationen an DDR-Rentnern durchgeführt, die in der DDR nicht möglich gewesen wären. Mir ist dies von vielen Augen-OP's bekannt.

Gruß, AZ

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15.11.2009 12:39von ( gelöscht )
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Zitat von Augenzeuge

Zitat von Svenni1980
Ich habe da auch ne Frage: Wenn man nun in Lebensgefahr schwebte, hätte man doch sicherlich auch in Ost-Berlin lebensrettende Maßnahmen erfahren, sprich Operation etc. Wenn es dazu gekommen wäre, wie funktionierte das denn Krankenkassentechnisch?



Es war geregelt, ganz einfach. Bei allen Aufenthalten von BRD-Bürgern in der DDR bzw. Ostberlin, auch auf dem Transitweg, gab es eine Vereinbarung der beiden deutschen Staaten bezüglich der Kranken- oder Unfallbehandlung. Diese erfolgte in der DDR und die Abrechnung erfolgte dann mit der westlichen Krankenkasse. Eine zusätzliche Versicherung für einen DDR-Aufenthalt, wie man sie z.B heute für das Ausland braucht, war nicht erforderlich. Übrigens galt dies auch im umgekehrten Fall. Es wurden meines Wissens viele Operationen an DDR-Rentnern durchgeführt, die in der DDR nicht möglich gewesen wären. Mir ist dies von vielen Augen-OP's bekannt.

Gruß, AZ




Sehr viele Rentner kamen nach Westberlin um sich hier operieren zu lassen, desgleichen gab es es eine Medikamenten-Ausgabestelle, die Kosten dafür wurden vom Senat getragen und mit keiner Krankenkasse der DDR abgerechnet, die Kosten lagen zuletzt bei ca. 800 Mill. DM !
Gruß aus Berlin

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