So war′s an der innerdeutschen Grenze

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13.11.2009 07:03
avatar  Angelo
#1
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Obersuhl. Sie hatte viele Namen: Zonengrenze zunächst, nach Unterzeichnung des Grundlagenvertrags 1972 dann innerdeutsche Grenze. In der DDR sprach man von der Staatsgrenze West oder auch dem imperialistischen Schutzwall. 1,8 Milliarden Mark der DDR kostete ihr Aufbau und Betrieb von 1961 bis 1964, danach gab die DDR schätzungsweise 500 Millionen DDR-Mark jährlich für den Unterhalt der 1393 Kilometer langen Grenze aus. An der innerdeutschen Grenze, die die Warschauer-Pakt-Staaten von der Nato trennte, starben 916 Menschen.Diese und jede Menge weitere interessante Fakten hat der Wildecker Geschichtsverein zusammengetragen und an sieben Stationen des neuen Grenzlehrpfades auf Tafeln gut lesbar zusammengefasst. "Wir wollten etwas schaffen, das bleibt", erklärt Hans-Karl Gliem, der den Pfad am Ortsausgang Obersuhl Richtung Untersuhl zusammen mit Karl Schöppner und Horst Schaub erarbeitet hat.

weiter lesen hier

http://www.hersfelder-zeitung.de/rostart...der_Grenze.html


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13.11.2009 09:32
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#2
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Ja Angelo,

ich hab 1989 beim Fall der Berliner Mauer auch zum ersten Mal gesehen, wie gigantisch die Sperranlagen
ausgebaut waren. Man muss sich die Dimension des Aufwandes mal vorstellen, die Materialkosten und
auch die Personalkosten. Könnte sich heute nicht mal Siemens leisten.
Tja, man hat eben nicht Kosten und Mühe gescheut, um uns im Land zu halten. Gott sei dank
ist der Spuk vorbei.

Gruss Spider


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13.11.2009 15:18
avatar  josy95
#3
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Zitat von Spider
Ja Angelo,

ich hab 1989 beim Fall der Berliner Mauer auch zum ersten Mal gesehen, wie gigantisch die Sperranlagen
ausgebaut waren. Man muss sich die Dimension des Aufwandes mal vorstellen, die Materialkosten und
auch die Personalkosten. Könnte sich heute nicht mal Siemens leisten.
Tja, man hat eben nicht Kosten und Mühe gescheut, um uns im Land zu halten. Gott sei dank
ist der Spuk vorbei.

Gruss Spider



Das ging mir genauso. Wie ich das erste mal seit 1972 wieder in "meinen Wald" konnte, sprich Eckertal, Tuchfeldstal, Zwießelkopf, Kruzefix usw., da stand mir auch erst einmal der Mund weit offen...!
Und als geborener O(ssi)rganisator, als die Grenzanlagen auf Grund des allegemein herrschenden Chaos dann zur "öffentlichen Plünderung" freigegeben waren, da tropfte einen auch als Heimwerker so manchmal das Herz, was da für Material verbaut war, was vorher noch nicht einmal mit ausreichend Vitamin "B" zu bekommen war. Da fällt mir nur immer wieder Kupferkabel (für die ganz normale Elektroinstallation) ein.

Bin zwar kein Erbsenzähler aber, was Angelos Einführungsbeitrag anbelangt: Es war nicht der imperialistische Schutzwall, sondern der antiimperialistische Schutzwall, mein Bester!
Mit derart unqualifizierten Äußerungen wärst Du garantiert kein Genosse geworden, da hätte man Dich erst einmal wenigstens 1 Jahr auf Parteischule geschickt, besser gesagt "deligiert"

josy95


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13.11.2009 15:48
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#4
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Als geborener (West)Berliner kann ich davon ein Lied singen. Jedesmal wenn wir Besuch hatten (zBsp aus Australien, Kanada) sind wir an den Potsdamer Platz bzw Checkpoint Charlie, oder eben mit der ehemaligen M-Bahn vom Gleisdreieck Richtung Mauer gefahren, da man dort für einige Minuten einen richtig guten Eindruck bekommen konnte.
Für Menschen die Ausserhalb Europas lebten war das quasi wie ein "Kulturschock"! Die meisten "Touris" dachten da steht eben nur ne gutbewachte Mauer und mehr nicht! Aber das die Sperranlagen solche gigantischen Ausmaße hatten, haben sie sich nicht vorgestellt.


A ride on the Magnetbahn in Berlin ---> https://www.youtube.com/watch?v=Qv4QsYJcTZ0


Ein schönes WE - Gruss aus Bayern - GB :-)


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13.11.2009 15:53
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#5
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Oh ja, der Grenzaufbau war gigantisch. Als ich das erste mal an der Grenze war,habe ich das grosse staunen bekommen. Ich hatte ja vorher nicht die geringste Ahnung wie es dort aussah. Dazu muss ich sagen das wir in Stralsund kein Westfernsehen bekamen und ich daher nie irgendelche Bilder gesehen habe. Ich weiss jetzt nicht ob ich mich irre aber irgendjemand hatte mal gesagt das die Kosten pro Kilometer bei über 1 Mio Mark lagen. Der personalaufwand war riesig. Ja, es wurde ein riesiger Aufwand betrieben um die Menschen im Land einzusperren. Gott sei dank, bin ich nie in die Situation gekommen schießen zu müssen oder nen "Genzverletzer" festnehmen zu müssen. Als ich nach der Grenzöffnung wieder in "meinem Abschnitt" war, wurde mir schon irgendwie komisch. Ich hätte bei meiner entlassung im Herbst 88 nie gedacht dort mal wieder hinzukommen.


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13.11.2012 21:15
avatar  josy95
#6
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Ich habe mal einen ganz alten Thread aus dem Jahr 2009 ausgegraben!

Hab nichts anderes gefunden, wollte auch keinen neuen Thread aufmachen.

Irgendwie auch Zufall, am 13.11.2009, also vor genau 3 Jahren habe ich in diesem Thread auch einen Beitrag geschrieben...

Heute kam etwas sehr interessantes im MDR- Vorabendprogramm. Heute vor genau 40 Jahren, am 13.11.1972 zog ein sehr schweres Orkantief über Deutschland mit Windspitzen u. a. in Magdeburg, Halle, Dresden von teilweise 135 bis 145 km/. Auf dem Brocken wurde damals der Rekordwert von 245 km/ h gemessen. Das Wetter am heutigen Tage zeigt sich hingegen von einer ganz anderen und sanfteren Seite!



Weiß jemand noch mehr zu diesem Herbststurm oder war ggfls. auf dem Brocken oder auch anderswo dabei?



josy95


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13.11.2012 21:28
#7
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Das Ausländer aus ferneren Regionen mitunter nicht richtig wußten, was da für eine Grenze ist, hatten wir mal etwa 1967 erlebt. Es war Sommer, in unserem Abschnitt lief die Grenze auf die Havel zu (Erlengrund b. Niederneuendorf). Ab dort war es Abschnitt der Havelfischer bzw. "U-Bootfahrer", wie wir sie wegen eines Ereignisses nannten. Die Grenze verlief Flussmitte. So kam es vor, daß einmal ein Iraner die Grenze überschwamm und hochgezogen wurde. Er bekam was zum Anziehen verpasst (vielleicht eine Grenzeruniform ?) und wurde verhört. Ein Seemolly, der ihn in der Wartezeit bis dahin bewachte, erzählte später, daß der Iraner richtig gut drauf war und gar nicht merkte, in welcher Lage er steckte. So soll er den Posten eingeladen haben, daß sie sich mal treffen und essen gehen u.s.w. Wahrscheinlich wußten die Offiziere, die ihn vernahmen, nichts mit ihm anzufangen, denn einige Stunden später war er wieder drüben.
Übrigens, die privaten Motorboote von WB aus machten sich manchmal einen Scherz daraus, die Grenze zu überfahren. Unsere Boote waren da viel zu lahm. Das hörte erst auf, als die Bootskompanie kleine Schnellboote mit Volvo-Motor bekamen.


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14.11.2012 09:17
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#8
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Das Ausländer aus ferneren Regionen mitunter nicht richtig wußten, was da für eine Grenze ist, hatten wir mal etwa 1967 erlebt. Es war Sommer, in unserem Abschnitt lief die Grenze auf die Havel zu (Erlengrund b. Niederneuendorf). Ab dort war es Abschnitt der Havelfischer bzw. "U-Bootfahrer", wie wir sie wegen eines Ereignisses nannten. Die Grenze verlief Flussmitte. So kam es vor, daß einmal ein Iraner die Grenze überschwamm und hochgezogen wurde. Er bekam was zum Anziehen verpasst (vielleicht eine Grenzeruniform ?) und wurde verhört. Ein Seemolly, der ihn in der Wartezeit bis dahin bewachte, erzählte später, daß der Iraner richtig gut drauf war und gar nicht merkte, in welcher Lage er steckte. So soll er den Posten eingeladen haben, daß sie sich mal treffen und essen gehen u.s.w. Wahrscheinlich wußten die Offiziere, die ihn vernahmen, nichts mit ihm anzufangen, denn einige Stunden später war er wieder drüben.
Übrigens, die privaten Motorboote von WB aus machten sich manchmal einen Scherz daraus, die Grenze zu überfahren. Unsere Boote waren da viel zu lahm. Das hörte erst auf, als die Bootskompanie kleine Schnellboote mit Volvo-Motor bekamen.


Streckmetall und Stacheldraht, Volvo-Motoren, der Klassenfeind hat auch seinen Teil zur Sicherung der Staatsgrenze beigetragen, kann man echt nicht meckern


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14.11.2012 09:57
avatar  Mike59
#9
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
... ...... Das hörte erst auf, als die Bootskompanie kleine Schnellboote mit Volvo-Motor bekamen.


Streckmetall und Stacheldraht, ... ...., der Klassenfeind hat auch seinen Teil zur Sicherung der Staatsgrenze beigetragen, kann man echt nicht meckern




Wenn sich ja mal jemand finden würde der das mit dem Streckmetall und dem Stacheldraht eindeutig belegen kann wäre ich und sicher auch viele andere sehr dankbar.

Mike59


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14.11.2012 10:02
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#10
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Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
... ...... Das hörte erst auf, als die Bootskompanie kleine Schnellboote mit Volvo-Motor bekamen.


Streckmetall und Stacheldraht, ... ...., der Klassenfeind hat auch seinen Teil zur Sicherung der Staatsgrenze beigetragen, kann man echt nicht meckern




Wenn sich ja mal jemand finden würde der das mit dem Streckmetall und dem Stacheldraht eindeutig belegen kann wäre ich und sicher auch viele andere sehr dankbar.

Mike59


Glaub schon das an KnoffHoff was man nicht hatte zugekauft wurde und sich der Klassenfeind gesagt hat Geld stinkt nicht.


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14.11.2012 10:13
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#11
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Im Statistischen Jahrbuch der DDR (aus den Anfang 80er) war als Verteidigungshaushalt 13Milliarden M angegeben, davon alleine 4Milliarden für die Grenzsicherung. Dazu kommen noch verschiedene Posten, die in anderen Etats versteckt waren.


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14.11.2012 10:16
avatar  Mike59
#12
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
... ...... Das hörte erst auf, als die Bootskompanie kleine Schnellboote mit Volvo-Motor bekamen.


Streckmetall und Stacheldraht, ... ...., der Klassenfeind hat auch seinen Teil zur Sicherung der Staatsgrenze beigetragen, kann man echt nicht meckern




Wenn sich ja mal jemand finden würde der das mit dem Streckmetall und dem Stacheldraht eindeutig belegen kann wäre ich und sicher auch viele andere sehr dankbar.

Mike59


Glaub schon das an KnoffHoff was man nicht hatte zugekauft wurde und sich der Klassenfeind gesagt hat Geld stinkt nicht.



Das steht sicher außer Frage - weswegen allerdings in der DDR das Know-how für Streckmetall und Stacheldraht nicht vorhanden war (gewesen sein soll) entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber wie schon geschrieben

Zitat
Wenn sich ja mal jemand finden würde der das mit dem Streckmetall und dem Stacheldraht eindeutig belegen kann wäre ich und sicher auch viele andere sehr dankbar.


und das ist keine Belehrung o.ä. das war ernst gemeint.
Dagegen steht eben der VEB Drahtwerk Staßfurt und der VEB Metallweberei Neustadt. Und andere Quellen sind eben bis jetzt nicht belegt.

Mike59


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14.11.2012 15:06
#13
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Und da frage ich mich, was der ganze Quatsch soll, sich medial daran aufzugeilen, daß die Insassen von Gefängnissen, ob Politische oder Kriminelle, Produkte herstellten, die auch in den NSW-Export gingen. Von wegen Zwangsarbeit. Ich meine, die allermeisten waren froh, etwas zu tun zu haben und nicht durch Langeweile doppelt bestraft zu sein. Aber das wäre ein extra Threat, die heute von den Medien so bezeichnete sog. "Zwangsarbeit" in den Haftanstalten. Ich hatte dienstlich einige Male in der Schusterei der JVA Bln.-Tegel zu tun, wegen der Sohlenklebung.


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14.11.2012 17:05
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#14
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In meiner ersten Behausung im Übersiedlungswohnheim , konnte ich mich auch sehr heimisch fühlen. Von den Doppelstockbetten über die Matratzen und den Kühlschrank war alles Made in GDR.
War nur erstaunlich, wo das alles so schnell herkam.
Der Nirosta-Stacheldraht für den GSZ kam aus der Nähe von Kassel. So habe ich das mal hier im Forum gelesen.


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14.11.2012 17:15
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#15
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94

Zitat von Eisenacher im Beitrag #14
... kam aus der Nähe von Kassel. So habe ich das mal hier im Forum gelesen.

W O S C H ! *tschuldschung_konnte_gerad_ni_anders*

Auf jeden Fall kammen einige (elektronische) Bauteile für Zaun ausm Westen, manchmal war'n die ICs abgeschliffen. Aber einige ebend auch nicht. Vielleicht hat ja einer der Sammler oder Museumsbesucher mal die Muse, ein paar Bildchen von Platinen aus den Odelkästen einer Füst hier einzustellen. Da könnte man dann hier oder dort mal ein SN oder ein NE vor der Zifferfolge auf dem 'Käfern' entdecken *wissend_grins*


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