Explosion in einer GSSD Kaserne in Leipzig 1982

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11.11.2009 11:42
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#1
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Hi,

ich habe mir heute Gedanken zu tragischen Ereignissen in der DDR gemacht und erinnere mich an das Jahr 1982, als es in Leipzig-Grünau (eine Plattenbausiedlung)in einer GSSD-Kaserne an der Lützner Straße (B87) zu einem Unglück kam!

Es war ein freundlicher Tag im September 1982, wir saßen im Physik-Fachkabinett (so hieß das wirklich)und schrieben am Vormittag eine Klassenarbeit, als wir plötzlich Geschützdonner hörten. Über dem Neubaublock der damaligen Straße der Bauarbeiter, in der ich seit einem Jahr wohnte, stieg eine schwarze Rauchsäule empor.

Danach war große Pause angesagt und wir liefen auf die Fußgängerbrücke im WK4 (Wohnkomplex4) und sahen zu, ohne zu wissen, wie gefährlich das für uns zu dem Zeitpunkt eigentlich war.....!
Die Splitter flogen bis in die Straße der Bauarbeiter (heute Breisgaustr.).

Dieser Bereich, wo heute das Alleecenter und andere Wohnblocks stehen war damals freies Feld, es wurde von der Bereitschaftspolizei in Kette alles abgeriegelt. Am späten Nachmittag sind wir Kinder( ich war damals 12 Jahre)genau dort hin und suchten nach Überresten und fanden sie...ich hab damals eine zerfetzte Geschosshülse gefunden und mit nach Hause genommen, was absolut verboten war!

Es gab wohl viele Tote unter den GSSD Soldaten, aber genaues ist bis heute nicht bekannt.
Detailierte Informationen gibt es auf dieser Seite: http://www.Bunkernetzwerk.de

MfG


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11.11.2009 12:30
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#2
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Das erinnert mich an das Raketeninferno von Dannenwalde aus dem Jahr 1977,wo es ja in einem sowjetischen
Militärlager mächtig geknallt hat und bis heute weiss keiner was die genau Ursache ist.Angeblich ist ein Blitz
eingeschlagen und hat die Explosion ausgelöst,über die Anzahl der Toten liegt ebenfalls ein Mantel des Schweigens.
Jedenfalls flogen die Raketen kreuz und quer durch die Gegend.


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11.11.2009 12:37
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#3
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Genau Zermatt,

da kam gestern im MDR ein guter Beitrag. Also, wenn hier jemand etwas zu den tragischen Umständen in Leipzig was berichten kann, bitte hier rein!

Ich hoffe ja auch, dass sich der MDR mal mit dieser Sache beschäftigt, ich werde mal eine E-mail schicken...

MfG


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11.11.2009 15:22 (zuletzt bearbeitet: 11.11.2009 15:24)
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#4
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Auf dem Brocken hat es (muß entweder Ende der 70-er oder Anfang der 80-er) gewesen sein, so genau weiß ich das nicht, auch mal bei den "Freunden" ganz schön in deren Kasernenanlage am Standort des ehem. Brockenhotels, heute "Brockenstein" gekokelt haben. (Der "Brockenstein"/ ehem. Brockenhotel ist im Hintergrund meines Avater- Fotos). War auch zwar gutes Wetter, aber auf dem Brocken erheblich starker Wind und man sah den Feuerschein weit bis ins Land. Muß auch einige Probleme mit den Löscharbeiten gegeben haben, die freiwillige Feuerwehr von Schierke durfte nicht löschen und die Berufsfeuerwehr Wernigerode war wohl auch nicht so "genehm". Auch war die Löschwasserversorgung ein erhebliches Problem. Damals gab es ja auf dem Brocken nur eine Wasserversorgung über eine kleine Quelle am Brockenbahnhof, die sonst gerade so für die Trinkwasserversorgung reichte.
Diese Quelle war wohl durch die Erschütterungen nach der sinnlosen Sprengung des Brockenaussichtsturmes in den 50-ern fast versiegt. Alte Kollegen erzählten das zumindest immer. Denn bis dahin muß die Quelle so gut nachgespeist haben, das es selbst in trockenen Sommern immer noch für die Lokwasserversorgung der Brockenbahnlokomotiven reichte. (Eine Lokomotive benötigt in ca. 10 Minuten etwa 3 - 4 qbm Wasser!).

Weiß hier jemand über den Brand auf dem Brocken mehr?


josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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11.11.2009 17:39 (zuletzt bearbeitet: 11.11.2009 17:41)
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Zitat von Zermatt
Das erinnert mich an das Raketeninferno von Dannenwalde aus dem Jahr 1977,wo es ja in einem sowjetischen
Militärlager mächtig geknallt hat und bis heute weiss keiner was die genau Ursache ist.Angeblich ist ein Blitz
eingeschlagen und hat die Explosion ausgelöst,über die Anzahl der Toten liegt ebenfalls ein Mantel des Schweigens.
Jedenfalls flogen die Raketen kreuz und quer durch die Gegend.


Hi Reinhard, (restlich Geburtstagsglueckwuensche)

auf dieser DVD gibt es eine gute Reportage dazu: So war die DDR 1: DDR geheim - Die Schattenreiche

Ich fand sie vollstaendig auf youtube.com wieder, unten.


Gruesse,
Berliner





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11.11.2009 18:03
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#6
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Vielen Dank mein Lieber,werde ich mir anschauen.


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11.11.2009 19:34
avatar  EK89/1
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Zitat von josy95
Auf dem Brocken hat es (muß entweder Ende der 70-er oder Anfang der 80-er) gewesen sein, so genau weiß ich das nicht, auch mal bei den "Freunden" ganz schön in deren Kasernenanlage am Standort des ehem. Brockenhotels, heute "Brockenstein" gekokelt haben. (Der "Brockenstein"/ ehem. Brockenhotel ist im Hintergrund meines Avater- Fotos). War auch zwar gutes Wetter, aber auf dem Brocken erheblich starker Wind und man sah den Feuerschein weit bis ins Land. Muß auch einige Probleme mit den Löscharbeiten gegeben haben, die freiwillige Feuerwehr von Schierke durfte nicht löschen und die Berufsfeuerwehr Wernigerode war wohl auch nicht so "genehm". Auch war die Löschwasserversorgung ein erhebliches Problem. Damals gab es ja auf dem Brocken nur eine Wasserversorgung über eine kleine Quelle am Brockenbahnhof, die sonst gerade so für die Trinkwasserversorgung reichte.
Diese Quelle war wohl durch die Erschütterungen nach der sinnlosen Sprengung des Brockenaussichtsturmes in den 50-ern fast versiegt. Alte Kollegen erzählten das zumindest immer. Denn bis dahin muß die Quelle so gut nachgespeist haben, das es selbst in trockenen Sommern immer noch für die Lokwasserversorgung der Brockenbahnlokomotiven reichte. (Eine Lokomotive benötigt in ca. 10 Minuten etwa 3 - 4 qbm Wasser!).

Weiß hier jemand über den Brand auf dem Brocken mehr?


josy95



Ich war dabei,es war 1988, stimmt das die FFW von Schierke nicht hoch durfte. Ich stand nämlich an der Schranke von der Brockenstraße. Ich habe das auch nicht verstanden warum ich die nicht hoch lassen durfte. Die Wernigerröder durfte ich dann aber hoch lassen.
Warum es bei den Russen gebrannt hatte weis ich aber nicht mehr.
Ich lese gerade das Du Ende 70, Anfang 80 geschrieben hast, vielleicht hat es ja auch 2x bei den Russen gebrand.
Allso wer weis noch was darüber?

EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke


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12.11.2009 07:51
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Zitat von EK89/1


Weiß hier jemand über den Brand auf dem Brocken mehr?


josy95



Ich war dabei,es war 1988, stimmt das die FFW von Schierke nicht hoch durfte. Ich stand nämlich an der Schranke von der Brockenstraße. Ich habe das auch nicht verstanden warum ich die nicht hoch lassen durfte. Die Wernigerröder durfte ich dann aber hoch lassen.
Warum es bei den Russen gebrannt hatte weis ich aber nicht mehr.
Ich lese gerade das Du Ende 70, Anfang 80 geschrieben hast, vielleicht hat es ja auch 2x bei den Russen gebrand.
Allso wer weis noch was darüber?
[/quote]

Hallo EK89/1,

danke Dir für Deine gute Ergänzung! Zeitzeugen, die vor Ort waren sind immer Gold wert!

Das wird denn auch 1988 gewesen sein, wie gesagt, ich hatte zeitmäßig da überhaupt keine Peilung mehr. Von einem zweiten Brand dort oben ist mir nichts bekannt. Selbst habe ich das Geschehen von unten, sprich den Feuerschein nicht beobachten können, kenne das "Ding" nur aus den Berichten von Bekannten und Kollegen.

Wär wirklich interessant, wenn hier noch einer mehr weiß, werde selbst auch mal meine Fühler ausstrecken, kenne auch einige Leutchen von Freiw. Feuerwehr Schierke und ehem. Berufsfeuerwehr Wernigerode.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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06.09.2010 23:49
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#9
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Mein Kollege erzählte kürzlich von diesem Leipziger Unglück. Ich werde ihn mal interviewen, vielleicht kann ich in Kürze bisschen was beitragen.


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07.09.2010 00:00
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#10
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Kaserne in Leipzig-Schönau,
http://www.gruen-as.de/2000/03/artikel3.html
Gruß Peter(turtle)


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08.09.2010 21:04
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#11
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Wir haben öfters in dieser Kaserne gearbeitet und ein Arbeitskollege von mir wohnte gleich nebenan. Gerüchte sagen, das ein Posten gezündelt hätte und als diese Kettenreaktion der Explosionen erfolgte mit einem Panzer eine Lücke in den Garagenpark unmittelbar an der Hauptstraße geschoben wurde, um dies zu unterbinden.
Von Toten oder Verletzten unter den Freunden ist mir nichts bekannt. Ich hab zwei drei ähnliche Erinnerungen speziell über diese Kaserne aus meiner Arbeitszeit darin...behalt ich mir aber für mein Buch.

Rainer-Maria


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01.10.2018 11:44
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#12
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Hallo,
mein Name ist Sven. Ich bin 1969 in Stendal geboren, heute Redakteur der Sendereihe "Lebensretter" des Mitteldeutschen Rundfunks und wohne in Kleinzschocher. Wir würden uns gern thematisch der Explosion in der Schönauer Kaserne vom 24.09.1982 beschäftigen. Ich suche nun nach Informationen sowie Augen- und Zeitzeugen. Kann mir eventuell jemand helfen?
Danke und viele Grüße
Sven
sven.bormann@saxonia-entertainment.de


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01.10.2018 13:13 (zuletzt bearbeitet: 01.10.2018 13:14)
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Leipzig-Grünau erhielt damals im Volksmund den Beinamen "La Granada".

Die DDR-Behörden hatten dabei keinerlei Befugnisse. Ein deutliches Beispiel der angeblichen "Souveränität" der DDR.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.10.2018 22:06
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#Freienhagener So ist das nun mal in einem besetzten Land. Wenn ich sage, im Westen haben die Amis sich auch nicht in ihrem Tun rumpfuschen lassen, werden von dir wider irgendwelche Gegenargumente kommen. Aber, wenn Klaus von Dohnanyi das sagt. SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi spricht davon, dass Deutschland und die USA zwar nach wie vor Partner seien, aber seit 1945 doch nie gleichberechtigt.
Wahlhausener

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03.10.2018 22:43
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#15
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Wieso auch gleichberechtigt? 1945 haben wir bedingungslos kapituliert, nachdem wir einen Krieg angefangen und verloren haben.


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