Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

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08.05.2010 15:35
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#91
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Zitat von Rüganer
...Ich kannte 2 andere, die mit mir zusammen gelernt hatten, somit war man nicht so allein mit seinen Eindrücken.


du Glückspilz, mir ist noch vorallem diese Einsamkeit, Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein in Erinnerung geblieben. An konkrete Ereignisse kann ich mich eigentlich nicht mehr erinnern. Das ging ja in der halberstädter Knollenburg alles im Laufschritt und mit Gebrüll ab. Eigentlch hatte man keine Zeit das sofort zu verarbeiten. Ich weis nur noch, dass ich das Alles erst richtig realisiert hatte, als ich dann abend das erste mal in meinem "Bett" lag. Ich hätte heulen können und habe mir immer wieder gesagt: "das kann doch alles nicht wahr sein".


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08.05.2010 15:49
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#92
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[quote="Boelleronkel"]Hallo Rüganer,
ich versuche meinmal einen Einberufungsbefehl hier "zu kleben"[/quote]


Boelleronkel,

diese Gestellungsort kommt mir aber sehr bekannt vor, sehr sehr bekannt...
Meiner war aber doch die Wasserwirtschaft, nach Altruppin raus.
Gott sei Dank ist dieser Spuk vorbei

der Rüganer


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08.05.2010 15:57
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#93
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Zitat von Rüganer
[quote="Boelleronkel"]Hallo Rüganer,
ich versuche meinmal einen Einberufungsbefehl hier "zu kleben"



Boelleronkel,

diese Gestellungsort kommt mir aber sehr bekannt vor, sehr sehr bekannt...
Meiner war aber doch die Wasserwirtschaft, nach Altruppin raus.
Gott sei Dank ist dieser Spuk vorbei

der Rüganer[/quote]

.................................................................................
Ja Mann,

Was ich mit völliger Gelassenheit und ohne Neid auch so sehe,aber ich hab mir den mal schicken lassen.
Heute Rüganer,mache ich lieber das hier...


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08.05.2010 16:12
#94
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Zitat von Klaus K
Meine Einberufung war im Mai 1987. Von Stralsund ging es per Zug über Rostock, wo sinnigerweise von ner Militärkapelle das Lied" Muss i denn zum Städtele" oder so ähnlich gespielt wurde, nach Glöwen ins Grenzausbildungsregiment. Dort angekommen gings per LKW ins "Objekt". Der dortige KC ein Hauptmann begüßte uns mit den Worten " Ich bin ihr KC, Hauptmann,darf ich den Namen nennen?, und sie sind mein lebendes Inventar. Damit wussten wir bescheid. Nach Bettenzuweisung , Uniformempfang ging das Chaos los. Wir waren die ersten die nur für 3 Monate im Ausbildungsregiment blieben. Keiner wusste so recht Bescheid aber die Herren Unteroffiziere brachten ihre " Macht" zum Ausdruck. War schon recht blöd sich von sonem jungen Typen runterputzen zu lassen. Die dachten wunder was sie sind. Die ersten wochen waren recht stressig aber dann begann die Ausbildung zum Militärkraftfahrer und es wurde etwas ruhiger. Zum Glück hatten wir nen recht guten Zugführer der uns das Leben erträglich machte. Nach den 3 Monaten kamen wir an den Kanten aber das iss n anderes Thema.....


hier ist noch einer aus HST! hatte die ganze Sache schon 20 Jahre vor deiner Zeit durch; kannste mal sehen, bis auf wenige Details gab es kaum erträgliche Veränderungen. Umgebracht hat es uns nun auch gerade nicht. Es war eben eine "Lebenserfahrung" .


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08.05.2010 16:53 (zuletzt bearbeitet: 08.05.2010 19:01)
#95
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Wie viele andere wurde auch ich im Mai 1976 nach Perleberg Einberufen. Zur Zugfahrt wurde ja schon genug geschrieben und es war nicht anders,Alkohol und ein mir unbekannter Tonfall beherschten die Wagons.

Am Bahnhof Perleberg stiegen wir auf dort Bereitstehende LKW Typ W50 auf und wurden auf dem Explatz der Unteroffiziersschule abgesetzt. Dort wurden wir namentlich aufgerufen und den Kompanien zugeteilt. Dort stellte sich dann auch die Kompanieführung und die Ausbilder sich vor und uns wurden anschließend unsere Zimmer zugeteilt, hier saß man erst mal und schaute sich um,wer teilt jetzt die nächste Zeit diese schöne Unterkunft mit dir? Ein Pfiff,ein Schrei beendete das erst mal,Kleiderempfang hieß es.Passt,passt,welche Größe? Irgendwie prasselte doch ziemlich viel auf einem ein bis die Zeltbahn voll war,auf dem Zimmer merkte man dann beim anprobieren ,daß das Augenmaß einiger doch nicht so gut wahr, wenigstens der Trainingsanzug saß und wurde erst mal unser Lieblingsanzug der nächsten Stunden.
Ich kann mich noch heute daran erinnern,die Sachen in der Zeltbahn und der fragende Blick eines jeden,wie soll das alles in diesen kleinen Spind? Unter Aufsicht eines sehr lauthals schreienden Unterfeldwebels gelang es uns doch tatsächlich nach Stunden, das Chaos der Zeltbahn zu Beherschen und ein super eingerichteter Spind war unser und wir durften die erste Nacht in unserem neuem Bett verbringen.

Jäh wurden wir am Morgen mit der Pfeife des UvDs und seinem Ruf geweckt, Frühsport,welch ein fremdes Wort und ungewohnte Tätigkeit am frühen Tag,aber es sollte doch für das nächste halbe Jahr eine liebgewordene Beschäftigung werden. Nach dem Frühsport dann der Befehl zur Morgentoilette, Drängelei im Waschraum, ein Wasserhahn für zwei Leute,aber irgendwie ging es und wir duften dann gemeinsam zum Frühstück spazieren, ja, spazieren,von marschieren konnte da noch keine Rede sein. Jeder freute sich auf die zwei Brötchen mit Marmelade bzw. Wurst,aber irgendwie hatte der UvD wohl was gegen unsere Freude,nach dem ersten Brötchen kam doch glatt der Befehl, fertig werden,auf. Wehmütig schaute ich auf das zweite Brötchen und nahm mir vor,morgen früh schaffst du es.

Zurück in der Unterkunft begann dann das erste Stuben und Revierreinigen, was anschließend von einem grimmig erscheinendem Stabsfeldwebel abgenommen wurde, irgend jemand murmelte etwas von einer Mutter der Kompanie, ich war erstaunt, stellte ich mir ein weibliches Wesen doch einfach freundlicher und netter vor, irren ist eben menschlich. Eines hatte er mit meiner Mutter jedenfalls gemeinsam, ihm gefiel meine Art der Reinigung des Waschraumes wohl auch nicht und ich durfte ihm das noch mal zeigen.

Nachdem der Hauptfeldwebel zufriedengestellt wurde hieß es dann die Uniform fertig zu machen, Schulterstücken rauf und wir wurden Soldaten

mannomann

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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09.05.2010 17:19
avatar  a1 otti
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Zitat von mannomann14

Jeder freute sich auf die zwei Brötchen mit Marmelade bzw. Wurst,aber irgendwie hatte der UvD wohl was gegen unsere Freude,nach dem ersten Brötchen kam doch glatt der Befehl, fertig werden,auf. Wehmütig schaute ich auf das zweite Brötchen und nahm mir vor,morgen früh schaffst du es.

mannomann



ja, @mannomann

an so eine ähnliche situation erinnere ich mich auch: erstes mittagessen. Ich war im 4.Zug. Eingerückt wurde zugweise, also war ich ziemlich am ende dran. es gab irgendeinen eintopf. als ich endlich mit meinem teller am tisch saß und die ersten zwei löffel reingeschaufelt habe, kam auch schon das kommando: "mittagspause beenden!!! zeit: zwei minuuuuteen!!!"
tja, viel hab ich da von dem noch heißen essen nicht mehr reinbekommen. aber was solls, man hat gelernt sofort anzufangen, reinzuschaufeln

Ralf


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19.05.2010 12:34
#97
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noch eine kleine Episode am Rande,unsere Stube war wohl so ein bißchen das Lieblingszimmer unseres Hauptfeldwebels,jedenfalls besucht er uns sehr regelmäßig. Nun hatte "die Mutter der Kompanie" ständig an unserer Zimmerordnung was auszusetzen und verdonnerte uns dann eines Sonnabends zum Kartoffelschälen hinter dem Küchentrakt,unsere Gesichter wurden natürlich immer länger,als wir die sieben großen Bottiche sahen die jetzt unser waren. Die Stimmung sang auf den Tiefpunkt,jeder sah den geruhsamen Nachmittag in Gefahr,ja bis der kleinste,der ein gebürtiger Vogtländer war die erste Kartoffel fertig geschält hatte und sie in die Höhe hielt. Die ersten neben ihm grinsten,nein sie fingen dann sogar an richtig herzhaft zu lachen. Der Grund war ganz einfach,der kleine US war Schnitzer vom Beruf und hatte der ersten Kartoffel das Gesicht des Hfw. gegeben.Er war ab sofort vom weiterm Kartoffelschälen ausgeschlossen und durfte seinem Beruf weiter nachgehen,so fertigte er doch von jedem Ausbilder bis zum Kompaniechef eine leibhaftige Knolle an. Der Hfw. wunderte sich bei einer zwischenzeitlichen Kontrolle,warum wir alle mit einem Lächeln auf den Lippen bei der doch sonst so unbeliebten Beschäftigung waren,wir zeigten ihm das Resultat der künstlerischen Aktivitäten
wir brauchten in dem halben Jahr in Perleberg nie wieder Kartoffeln schälen

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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19.05.2010 13:18
#98
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Zitat von mannomann14
noch eine kleine Episode am Rande,unsere Stube war wohl so ein bißchen das Lieblingszimmer unseres Hauptfeldwebels,jedenfalls besucht er uns sehr regelmäßig. Nun hatte "die Mutter der Kompanie" ständig an unserer Zimmerordnung was auszusetzen und verdonnerte uns dann eines Sonnabends zum Kartoffelschälen hinter dem Küchentrakt,unsere Gesichter wurden natürlich immer länger,als wir die sieben großen Bottiche sahen die jetzt unser waren. Die Stimmung sang auf den Tiefpunkt,jeder sah den geruhsamen Nachmittag in Gefahr,ja bis der kleinste,der ein gebürtiger Vogtländer war die erste Kartoffel fertig geschält hatte und sie in die Höhe hielt. Die ersten neben ihm grinsten,nein sie fingen dann sogar an richtig herzhaft zu lachen. Der Grund war ganz einfach,der kleine US war Schnitzer vom Beruf und hatte der ersten Kartoffel das Gesicht des Hfw. gegeben.Er war ab sofort vom weiterm Kartoffelschälen ausgeschlossen und durfte seinem Beruf weiter nachgehen,so fertigte er doch von jedem Ausbilder bis zum Kompaniechef eine leibhaftige Knolle an. Der Hfw. wunderte sich bei einer zwischenzeitlichen Kontrolle,warum wir alle mit einem Lächeln auf den Lippen bei der doch sonst so unbeliebten Beschäftigung waren,wir zeigten ihm das Resultat der künstlerischen Aktivitäten

wir brauchten in dem halben Jahr in Perleberg nie wieder Kartoffeln schälen


Man stellt sich den Hfw.mal vor,der geht zum Essen und findet sein Abbild in Form einer Kartoffel auf den Speiseteller vor.Das wäre der absolute Hammer.


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13.06.2010 14:53
#99
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Am 02.08.1988 hat es mich erwischt : ich mußte meinen "Ehrendienst" antreten. Mit 24 1/2 Jahren war ich schon relativ alt, aber vergessen wurde niemand. Ich hatte das seltene Glück mit einem normalen Personenzug anreisen zu dürfen, deshalb ging es dort auch relativ gesittet zu. Die meisten anderen Mitreisenden mit auffällig kurzen Haaren waren, wie sich herausstellte Resi`s auf dem Weg nach Havelberg. Auf dem Bahnhof Glöwen wurden wir bereits von einem Uffz mit W50 erwartet , der uns komentarlos ins GAR fuhr. Dann kam die übliche Prozedur: Einteilung auf die Kompanien, BA-Empfang, Spind einräumen usw. Ich kann michallerdings nicht an Gebrüll Schikanen o.ä. erinnern. Im Gegenteil, unsere Gruppenführer, fast alle BU, haben uns mit erstaunlicher Nachsicht behandelt und sogar mit Tipps und Tricks geholfen. Gerade beim Spind-bau. Am nächsten Tag begann bann der Soldatenalltag Frühsport, Revierreinigen, Ausbildung, Politunterricht usw.
Am lustigsten war die KFZ-Ausbildung. Da jeder in unserer Kompanie einen Führerschein und Fahrpraxis besaß (einige waren sogar Berufskraftfahrer) wurde dieses Thema durch die "Fahrlehrer" und Ausbilder doch etwas lockerer angegangen als vielleicht anderswo üblich. Immerhin hielten sich sinnlose Schikanen in Grenzen. Vielleicht fehlte auch nur die Zeit für solche Spielchen, denn die Ausbildungszeit war ja halbiert worden und uns mußte in 3 Monaten alles beigebracht werden um uns "Frontreif" zu machen.
Alles in allem war es sicher keine schöne Zeit auf der "Knolle".


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19.06.2010 01:43
avatar  Mart
#100
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Zitat von a1 otti
Mit vielen ähnlich unsicheren jungen Männern gings dann mit dem Zug nach Perleberg. Dort gings vom Bahnhof mit Marschkapelle in die Kaserne.


Einberufung Perleberg - habe ich sechsmal mitgemacht.
Es gab immer zwei Sonderzüge: Der eine via Berlin (ich denke mal: aus Dresden), der zweite via Leipzig, Halle, Magdeburg (ich denke mal: Aus KMSt). Das waren ausgewachsene D-Züge - und passten nicht ansatzweise an den kleinen Bahnsteig in Perleberg - mancher wird sich erinnern.
Danach ging es im GST-ähnlichen "ohne Tritt" in Richtung Kaserne. Der Ton der Vorgesetzten war eher freundlich. Die sowjetische Militärkapelle stand meist auf Höhe der Alten Villa (also KdL-2) und intonierte schrägste Töne: Erinnert euch an den Härtetest ... da war die gleiche Kapelle wieder da ...
Angetreten wurde auf dem Ex-Platz - erstmal alle sortieren. Da war der Ton schon etwas strenger. Aber ich habe in meinen drei Jahren nie erlebt, dass dort gebrüllt wurde.

Später dann hatte ich das eher zweifelhafte Vergnügen, Leiter Zugstreife sein zu dürfen. Die Urlaubersonderzüge - aber ein- oder zweimal auch die Einberufungszüge. Aus anfang der 1980er Jahre kann ich insoweit berichten:
Die Einberufungssonderzüge waren die harmlosesten - wie hier schon anklang: Verunsicherte junge Männer. Alkohol in harmlosesten Grenzen. Mir machte was ganz anderes Sorge: Da war ja eh schon gedrückte Stimmung - aber so ein oder zwei Prozent der Männer sah man an, dass sie mit der Situation nicht zurechtkamen: Da guckte ich schon, wer sich an den Waggontüren rumdrückte ... nicht dass jemand in voller Fahrt austeigt. Das wäre final gewesen.
Soweit.

Mart


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04.07.2011 19:26
avatar  glasi
#101
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ich denke mal niemand hier im forum hatte lust auf denn dienst in der NVA ?oder?


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04.07.2011 19:28
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#102
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( gelöscht )

Zitat von glasi
ich denke mal niemand hier im forum hatte lust auf denn dienst in der NVA ?oder?



Glasi es soll auch Personen gegeben haben die sich freiwillig verpflichtet haben!


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04.07.2011 19:34 (zuletzt bearbeitet: 04.07.2011 19:36)
#103
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Glasi
Da haste recht,allerdings war ich froh,daß nach der Ankündigung bei der Musterung:"Sie holen wir mit 26" ein Jahr danach die Einberufung kam.Mein Gedanke war,da hastes wenigstens hinter dir.War dann auch mit 20 wieder zu Hause u.wurde nie wieder belästigt.


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04.07.2011 19:55
avatar  Greso
#104
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Zitat von glasi
ich denke mal niemand hier im forum hatte lust auf denn dienst in der NVA ?oder?



Also ich gebe dir Recht


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04.07.2011 20:10
avatar  exgakl
#105
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Zitat von glasi
ich denke mal niemand hier im forum hatte lust auf denn dienst in der NVA ?oder?



Irrtum Glasi!!!

ich bin am 03.Mai 1989 freiwillig zur NVA nach Sachsen gewechselt, daß hatte aber ausschließlich familiere Gründe. Ich hatte geheiratet und meine damalige Frau konnte dort nicht wegziehen.
Man man man... dafür könnte ick mir heute noch in den Hintern beißen... so einen Laden hatte ich bis dato noch nicht erlebt.... also ich meine jetzt die NVA, nicht etwa meine damalige Angetraute

VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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