Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

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02.11.2009 21:43
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#16
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Zitat von Pitti53

Zitat von P3
Bin im November 81 mit dem Zug nach Rudolstadt. Da wurden wir in die mattgrünen Ikarus-Busse der GT verfrachtet, keiner wusste wo es hingehen soll. Ein paar Uffze hatten sichtlich Spass daran, wie ahnungslos wir waren und auf die Frage, wo geht es hin, kam mit aroganten Lächeln die Antwort: Das werden sie schon noch früh genug erfahren. Geht mir nicht mehr aus dem Kopf, man kam sich vor wie eine Geisel. Irgendwann um Mitternacht kamen wir auch an, Wachposten öffneten ein Tor und wir waren da. Noch immer wusste keiner, wo wir waren, es war finster, die künftigen Vorgesetzten riefen Namen auf und wir wurden auf die Kompanien verteilt. Die Nacht verbrachten wir noch in Zivil, am nächsten Morgen begrüsste uns die " Mutter der Kompanie " in Dittrichshütte und es ging zum Einkleiden. Dann fragte man nach unserer Fahrerlaubnis, die wir auch abgeben mussten. Ich hatte noch im selben Jahr den Lappen gemacht. Dann erst dämmerte es, wie waren im KFZ-Ausbildungsbatallion gelandet, die GT nutzten gerne schon vorhandene Führerscheine für den späteren Einsatz am Kanten. Immer noch ein Alptraum, diese Ausbildungskompanie, genannt die " Schleiferhütte ", ein ehemaliges Mansfeld-Objekt, bestehend aus vielen Baracken und wenigen massiven Gebäuden, wie Medpunkt, Küchentrakt und ein Kulturhaus im Stalin-Baustil. Die Baracken waren primitiv, die Stuben winzig, mit zehn Mann auf einer Bude, die mit Kanonenöfen beheizt wurden. Die Kohle war rationiert, zwei Eimer pro Tag und Zimmer. Dafür gab es im Winter extra Decken, trotzdem gab es Nächte unter minus 25 Grad, wenn der UVD früh die Trillerpfeife betätigte, hatten wir eine leichte Reifschicht auf den drei Lagen Decken, der Frost war in die Zimmer gekrochen. Die ersten Tage ging es nur im Laufschritt, das Essen wurde runtergeschlungen, die Zeit reichte nie, um zwei Brötchen im normalen Tempo zu essen. Die Hälfte vom Mittagessen hat man die erste Zeit in die Tonne getan, man musste sich an das Tempo gewöhnen, Essen nach Zeit ! Einmal die Woche ging es zum gemeinsamen Duschen in ein massives Gebäude. Da war es saukalt, zugweise wurde geduscht, ich sehe noch unseren Zugführer an einem großen Ventilrad drehen, dann kam auch nach einer Weile warmes Wasser aus den wenigen intakten Brauseköpfen. Eines muss man sagen, weil es damals so ein Begriff war " hart machen " oder " ich mache Euch hart ", in Dittrichshütte ist man in dem halben Jahr Ausbildung wirklich hart geworden, vor allem im Winterhalbjahr. Ich habe diesen grausigen Ort nach siebenundzwanzig Jahren besucht. Es ist heute ein Kinderferiendorf, ein eingetragener Verein hat die Objekte liebevoll ausgebaut, ich war erstaunt, was man aus so alten Buden alles machen kann. Jetzt dienen die Baracken wirklich sinnvollen Zwecken, so mancher "Grenzerenkel" wird hier seine Spaß haben.

Gruß Ralf



in rudolstadt hättest du es besser getroffen.objekt mitten in der stadt,und ich 2 strassen weiter...neee,hab nur meine frau von dort "entführt"aber schickes städtchen








Da haste Recht Pitti,wir in Rudolstadt hatten wenigstens Zentralheizung.Ja das Objekt lag mitten in der Stadt aber kam mir trotzdem vor wie im Knast,ringsrum ne Mauer.Also P3 zwei Wochen Wache auf der Hütte haben mir gelangt.Wir hatten auch immer den Vorteil in die Schabsheide (Grenzausbildungsplatz) gefahren zu werden,Ihr auf der Hütte mußtet den Weg gehen.Ausgang war in Rudolstadt immer problematisch,durften nicht in jede Kneipe dort.Da war ja auch noch die BePo stationiert,und mit denen gab es immer Haue.



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02.11.2009 21:45 (zuletzt bearbeitet: 02.11.2009 21:47)
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#17
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Ich bin im Nov 68 mit Sammelbahntransport vo Wernigerode nach Magdeburg gekommen. Dort wurde eine Riesentruppe in einen langen Sonderzug der Bahn verfrachtet. Zum Aussteigen hielt der Zug auf dem Kasernenbahnhof Spechtberg an einer nicht öffentlichen Strecke. Dieser Bahnhof bediente die 9. Panzerdivision. Von dort wurde aufgeteilt und es ging zu Fuß in die Unterkünfte nur 5 min. Da saß ich dann ziemlich hilflos auf meiner Stube wo ich ich dann 18 Monate drauf war. Da ich einer der ersten war, war warten angesagt. Dann ging die Tür auf und ein Ultn. schaute zur Tür rein. Beide schauten wir uns verdutzt an denn wir kannten uns, freudige Begrüßung. Danach Einkleidung, wie schon beschrieben. Der Kammerbulle musterte mich und verschwand dann. Schmiß eine Zeltplane auf den Boden und so nach und nach füllte sich diese mit Bekleidung und Ausrüstung. Zum Schluß hier auch der berühmte Spruch "passt Abtreten". Ich bündelte alles zusammen und schleppte alles auf die Bude. Dan stand ich da mit meinen Talent der Uffs sagte das kommt alles in den Spind und verschwand. Wie sollte ich das alles reinkriegen? Da ging wieder die Tür auf und mein Bekannter aus dem Harz war wieder da. Eine Stunde später hatte ich einen Musterspind mit der Verpflichtung meinen nachfolgenden Kameraden zu helfen was ich gerne tat. Nächster Tag Frisör obwohl nicht nötig und andere Gemeinheiten. Danach ging die Grundausbildung los. Ich dachte ich bin bei der SS gelandet. Aber sie taten doch ein gutes und hinderten mich an der durchführung einer Straftat indem sie mir keine scharfe Munnition gaben. Ich war oft so fertig das ich den Ausbilder umbringen wollte. An meine Millitärzeit habe ich überwiegend nur schlechte Erinnerungen, welche ich auch gar nicht wiedergeben möchte.
Ich wurde in meiner Meinung gegen den Sozialismus dadurch nur noch mehr bestärkt und entwickelte einen Grundhass auf dieses System was bis heute anhält.


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02.11.2009 22:46
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#18
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Also P3 zwei Wochen Wache auf der Hütte haben mir gelangt.Wir hatten auch immer den Vorteil in die Schabsheide (Grenzausbildungsplatz) gefahren zu werden,Ihr auf der Hütte mußtet den Weg gehen.Ausgang war in Rudolstadt immer problematisch,durften nicht in jede Kneipe dort.Da war ja auch noch die BePo stationiert,und mit denen gab es immer Haue.

Ja, der Weg in die Schabsheide ! Ich habe dort im Winter 81 meinen 20. Geburtstag im Schützengraben verbracht Mit viel Schnee und nassen Klamotten. Am Abend gab es Vita-Cola für alle ! Später nutzten wir Konservendosen, es waren getarnte Pfirsichhälften, um Schnaps in die Kompanie zu schmuggeln. Das Etikett war orginal, die Dose vom Schlachter mit Korn befüllt, kam so per Post in die Kompanie. Der Spieß hat regelmäßig den Müll durschsucht und kam dahinter. Wie sollte man auch die Pfirsichhälften aus zwei kleinen Löchern schlürfen können ?
Ja die "Schleiferhütte" war schon eine Arschkarte im wahrsten Sinne des Wortes. War zwei Wochen in Johann-Georgenstadt zur Wache, das war wie Urlaub !

Gruß Ralf


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02.11.2009 22:52
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#19
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An Bergmensch, Zitat : An meine Millitärzeit habe ich überwiegend nur schlechte Erinnerungen, welche ich auch gar nicht wiedergeben möchte.

Kann ich gut verstehen, es gab genug entwürdigende Momente, die man vergessen will, aber nicht vergessen kann. Ich glaube, daß es gut ist, wenn man hier Leute trifft, die das verstehen und ähnliches erlebt haben.

Gruß Ralf


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02.11.2009 23:05
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#20
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Ja P3 das waren schon tolle 14 Tage da oben.Und unten in Saalfeld - Aue am Berg noch dazu ein "Russe" abgehauen mit 100 Schuß Munition,und ich Wache im Komplexlager (hinten am Waldrand).Ich glaube ich muß Dir nicht erklären welcher Körperteil von mir da auf Grundeis ging.




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02.11.2009 23:25
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[quote="maja64"]Ja P3 das waren schon tolle 14 Tage da oben.Und unten in Saalfeld - Aue am Berg noch dazu ein "Russe" abgehauen mit 100 Schuß Munition,und ich Wache im Komplexlager (hinten am Waldrand).Ich glaube ich muß Dir nicht erklären welcher Körperteil von mir da auf Grundeis ging.



Komplexlager, ja das kenne ich auch noch sehr gut. Alle vier Wochen mussten wir profilausgebildeten Hilfsköche in die W 50 mit den Kisten kriechen und die Komplekte wälzen. Montags war dann Komplektetag mit Atombrot und Zubehör
Übrigens, die Gebäude existieren noch, genau wie damals.

Gruß Ralf


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02.11.2009 23:43
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#22
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Ralf, ich meinte das Komplexlager,aus dem Objekt raus,rechts an der Kaufhalle vorbei und dann hinter bis zum Waldrand.War wohl ein Lager für Muni,chem.Kampfstoffe und was weiß ich noch.Nicht das Komplektelager,ja in dem hätte ich auch mal gerne Wache gehalten.
Übrigends von Atombrot haben wir uns in den 14 Tagen da oben vorwiegend ernährt.
Mit den Gebäuden das weiß ich,war in den 90ern mal beruflich dort und habe im Kulturhaus Türen neu eingebaut.



Grüße vom Rennsteig,maja


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03.11.2009 12:15
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#23
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Meine Einberufung in die "Knollenburg" des Grenzausbildungsregimentes Halberstadt fand im Herbst 81',also vor 28 Jahren statt.(Kinder wie die Zeit vergeht)
Ich war 19 Jahre jung und sagte mir,dann hast du es bald hinter dir!
Wir mußten uns vor dem Hauptbahnhof in Magdeburg einfinden und es war eine bedrückende Atmosphäre.Das Wetter war regnerisch und trüb.Es fing an dunkel zu werden,genau so wie unsere Gemütslage.Jedenfalls wurden wir nun aufgeteilt und für mich hieß mein neues "zu Hause" für ein halbes Jahr Halberstadt.Andere wurden nach Glöwen geschickt.
Vor der Armeezeit hab ich Halberstadt immer mit dem Harz verbunden (das Tor zum Harz),oder mit dem Dom und den lecker Halberstädter Würstchen die es oft nur unter dem Ladentisch gab.Heute kommen sie leider an den Geschmack von damals nicht ran.
Doch seit meiner Armeezeit dort verbinde ich Halberstadt nur noch mit Schliff und Drill.Hab an diese Stadt keine guten Erinnerungen mehr.Dort wurden die jungen Leute wie wir es damals waren,total manipuliert oder es wurde zumindest versucht.Bei den meisten klappte die "polit.Gehirnwäsche" nicht.Aber natürlich gab es auch immer Linientreue,die geil darauf waren,an den Zaun zu kommen.
Das einzig gute an Halberstadt war das es dort keine EK's + Bewegung gab.Wir waren alles Blasen im 1.Diensthalbjahr.Ein halbes Jahr dauerte allein die Grundausbildung,solange wie beim Bund heute die ganze Armeezeit.
Nach der Ankunft in Halberstadt wurden wir wieder aufgeteilt.Ich landete in der 1.KfZ-Kompanie.Mit 12 Mann wurde dann ein Zimmer im ersten Block gegenüber der Wache u.MHO bezogen.Natürlich war vorher "Kostümball" mit den hier allen bekannten Worten "es passt"!
Nun erinnere ich mich an eine Begebenheit,die ich wohl nie vergessen werde.Unser Kompaniechef ließ uns gleich alle antreten und fragte in die Runde,wer denn etwas von Zylindern versteht.(Durch eine vorherige Warnung von altgedienten Arbeitskollegen wußte ich das man(n)sich zu nichts freiwillig melden sollte).Es gingen einige Arme hoch.Jedenfalls wurden die "Zylinderspezialisten"jetzt vom KC aufgeklärt,zu was ihre Fähigkeiten und Kenntnisse gut wären.Sie bekamen gleich die Order,sämtliche Toiletten zu säubern.Der "Alte" amüsierte sich natürlich mit dem Spieß köstlich und wir noch nicht Betroffenen mußten auch schmunzeln,was aber in dieser Einrichtung nicht oft vorkam!
Denn ab jetz nahm unser vorläufiges Leben eine jähe Wende!Es stand Drill und "Rotlicht"auf der Tagesordnung und das Tagtäglich.Die Sturmbahn war ein sehr oft "besuchter" Ort.Exerzieren bis zum Umfallen und irgendwelche "Kampflieder"dazu singen,Z.B."Grün ist meine Waffenfarbe",so sah der Tag aus.Es stand ja die Vereidigung an,hier sollte ja alles klappen.
Jetzt wieder ein Vorkommnis.Nach Stundenlangen Exerzieren/Maschieren sollten wir immer wieder singen.Wie das jetzt kam,weiß ich nicht mehr,aber der KC rief immer "Ein Lied"!Dann kam Lied.....stimmt.....an!Und wir stimmten alle gemeinsam an;"Herzen haben keine Fenster",irgend ein Schlager.Der "Alte" ist total ausgerastet und hat uns noch ne Extrastunde Exerzieren "spendiert".Und wir merkten das wir gemeinsam stark waren,wenn wir wollten.
In den nächsten Tagen ging es immer in solch Übungsgelände raus.Ich glaube das hieß in den Spiegelsbergen/Tehkelbergen oder so ähnlich.Hier waren Grenzanlagen 1:1 nachgebaut.Es war langsam Winter und die Kapo's hatten ihre Freude uns dort zu schleifen.Z.B.Löcher liegend unter dem Schutzanzg buddeln,im gefrorenen Boden.Grenzdurchbrüche wurden nachgespielt etc. Halt das volle Programm solcher perversen Spiele.Es war echt ne harte Zeit,erst recht,wenn man den Mund aufmachte.Und das war mein Fehler.Mein Revier wurde "Haus 17",so hieß das glaube ich.Es war der Schuppen mit den Essenabfällen drin!Jetzt wollte ich auch "Zylinderspezialist" sein.
Das duschen war ne Massenabfertigung in einer riesigen Mannschaftsdusche bei lauwarmen Wasser.Natürlich wurde "Wasser gespart"und oft sehr schnell der Hahn zugedreht.So stand man dann noch eingeseift da.Für mich war das immer entwürdigend,so wie eigentlich die ganze Armeezeit in der DDR.Man sollte kein Individuum sein,sondern ein perfekter Befehlsempfänger der "Arbeiterklasse".Da wird es mir heute noch schlecht.Alles private individuelle war nicht geduldet.Persönliche Freizeit gab es faktisch nicht.Vom Urlaub und Ausgang konnte man nur träumen.In Halberstadt hatte ich in einem halben Jahr 3 x "Ausgang".Der ertse war mit meiner Familie am Tag der Vereidigung.Das 2.mal ging es in's Theater Halberstadt,aber mit dem ganzen Zug.Hier setzte ich mich mit ein paar Kameraden ab und zwar ins Theaterkaffee,dort lief ein interessanteres Programm.Hier gab es lecker Kaffee,veredelt mit Cognac.
Was danach passierte,muß ich sicherlich nicht schildern.Alle "Kaffeebesucher" bekamen ne "Sonderbehandlung".
Beim 3.mal ging ich dann mit einem Kameraden in die Disco,wo uns entweder alle schief ansahen,oder erst gar nicht.Die Mädels wollten auch nicht unbedingt mit Uniformen tanzen.Denn der Ausgang fand immer in Uniform statt.Man merkte förmlich,welchen Haß die Uniformen auf sich zogen und mir war immer sehr unwohl.Ich hasste diesen Filz!Denn nicht alle Menschen die diese Uniform tragen mußten,taten das freiwillig oder liefen mit dieser Politik konform!
Ich frage mich heute noch oft,ob es jemals Verantwortliche/Offiziere von damals gibt/gab,die sich für diese unmögliche Behandlung der Soldaten schämten oder ein schlechtes Gewissen haben.Denn mit dieser unerhörten Behandlung wurden die Soldaten doch nur noch unzufriedener!Hat das nie jemand bemerkt?Ich habe immer nur über den "Klassenfeind" gestaunt,der nach Dienstende zu seiner Familie fuhr und für den am Wochenende auch Wochenende war.In der NVA bzw.bei den Grenztruppen undenkbar.Damit hat sich schon ziemlich früh für mich offenbart,welche die offensivere/aggresivere Armee ist.Der BGS und Zoll im "Westen" hatte Wochenende und wir "schützten" unsere eigenen Bürger vor dem "Antifaschistischen Schutzwahl".
Und dann war da noch das Frühjahr 82'.Ich sage nur Solidarnocz/Polenkrise.Es war so ernst,das unser Kompaniechef sagte,"Dies ist keine Übung,es geht ab nach Polen"!Der "Warschauer Pakt" unterstützt die Polnische Regierung nach dessen Bitte um Hilfe bei der Niederschlagung der Konterrevolution".Wir saßen alle schon auf den laufenden W50-Lkw's und mir wurde schlecht.Einige (mit Verlaub)Idioten,freuten sich schon in Polen Streife zu laufen.Wer in Geschichte ein bisschen aufgepasst hatte,erkannte die Brisanz!Letztendlich konnten wir nach ewigem warten wieder absitzen und die Aktion wurde -Gott sei Dank-abgeblasen.Mich würde heute noch interessieren,wie es zu all den Entscheidungen und Situationen kam.Vielleicht ließt ja hier mal ein "Insider" von damals und kann uns aufklären.Ich würde mich freuen!Habe auch nie was im TV über die Rolle der NVA während der Polenkrise gesehen.Aber es wurde Mobil gemacht!!
Zum Urlaub wäre noch zu sagen das wir/ich damit auch gerade nicht reich gesegnet waren.Ganze 2 x KU hatte ich während meiner Zeit in Halberstadt.
Damit ging es uns aber immer noch besser als den armen Russen neben uns.Die Grundwehdienstleistenden mußten ja 3 Jahre dienen.Und wer von denen in der DDR war,hatte noch "Glück".Wie immer man Glück auch definiert.Die bekamen nicht mal individ.Ausgang,höchstens mit ihren Offizieren zu irgend welchen öffentl.Veranstaltungen.Alkohol war total unerreichbar für die Jungs.Als wir die Russen mal in ihrer Kaserene besuchen mußten,habe ich bei mir gedacht,oh man hast du es gut.Vor uns lag ein riesiger Schlafsaal.Jeder hatte ein kleines Schränkchen,so groß wie ein Schuhkarton.Das Essen war echt mieß,solch Kohlsuppe mit Fettaugen drin.Und da haben die sich schon angetrengt uns was zu bieten.Und die haben wirklich nur "Ballett" bekommen.Waren echt arm dran die Jungs.
Aber jetzt schweife ich ab.Das sind alles schon wieder andere Themen.
Will ja auch keinen Roman schreiben und hier Schluß machen bzw.aufhören,bevor noch jemand einschläft.

gruß ek40


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03.11.2009 12:25
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#24
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hallo ek 40. . wieder ein sehr guter bericht. ich traue mich garnicht zu schreiben wie es bei der bundeswehr war die ersten tage.. lg glasi


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03.11.2009 12:34
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#25
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Hallo ek40
Echt wunderschön, Dein Bericht. Ich würde sehr gerne mehr davon erfahren. Wenn ich das so alles lese, begreife ich erst so richtig, was ich bei der Bundeswehr im 7./SanBtl. 11 und im 1./PzBtl. 334 für einen "Lenz" hatte. Ein Kamerad sagte damals zu mir: "Sein wir doch mal ehrlich, Jürgen. Für das was wir hier leisten, (Gefreiter/210,- DM) sind wir total überbezahlt."


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03.11.2009 12:40
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#26
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du sagst es sanGefr. du sagst es.


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03.11.2009 12:44
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#27
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Jo, glasi.
Der Kamerad hieß Michael Z. und kam aus Porta-Westfalica/Barkhausen.


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03.11.2009 13:52
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#28
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Zitat von SanGefr
Hallo ek40
Echt wunderschön, Dein Bericht. Ich würde sehr gerne mehr davon erfahren. Wenn ich das so alles lese, begreife ich erst so richtig, was ich bei der Bundeswehr im 7./SanBtl. 11 und im 1./PzBtl. 334 für einen "Lenz" hatte. Ein Kamerad sagte damals zu mir: "Sein wir doch mal ehrlich, Jürgen. Für das was wir hier leisten, (Gefreiter/210,- DM) sind wir total überbezahlt."



Hi @sanGefr&glasi,

man möchte ja das erlebte nur weitergeben bzw.mithelfen,einige wichtige Details hier niederzuschreiben,ehe einem das Gedächtnis eventuell seinen Dienst versagt.Z.B.weiß ich momentan nicht,wieviel Sold wir bekamen.Aber vielleicht kann ja jemand weiterhelfen?Das ihr einen "Lenz" gegenüber uns hattet,kann ich mir gut vorstellen und ich weiß das auch durch unsere Verwandschaft.Gut finde ich das es Leute wie euch gibt,die nicht gleich jeden und alles aus dem Osten verurteilen.Auch das sich hier soviele für die "Grenzgeschichte" interessieren ist Klasse.Wenn man sich Respektvoll behandelt,kann das nur gut sein und Vorurteile abbauen.Ich habe mir immer gesagt,der da drüben könnte mein Onkel oder Cousin sein.Ein sehr langes Jahr hab ich Tag für Tag am Zaun gegrübelt.
Achso,noch was,auch die Geschichten über das Extraessen an der Grenze stimmt so nicht.Ich meine in Bezug zur "Knollenburg"(wo es oft Komplektetage gab)hat sich das Essen am Zaun schon sehr verbessert.Aber die Märchen von den Südfrüchten im Überfluss sind schlicht nicht wahr!Jedenfalls in unserer Kompanie traf das nicht zu.Oder unser "Löffel" hat uns bes........
Es gab schon mal ne Apfelsine usw.Aber das hielt sich sehr in "Grenzen"
Schön das euch mein Bericht gefallen hat.So erfährt jeder über den anderen immer wieder neues.Man(n) ließt sich.
Eine Frage mal,noch.Wurdet ihr eigentlich auch so aufgehetzt wie wir es wurden?Waren wir die "Blutrünstigen Kommunisten" für euch?

Gruß ek40


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03.11.2009 14:14
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Also ich muss sagen, dass sich hier einige sehr interessante Berichte befinden. Mann was hatten wir es gut bei der BW. Natürlich gab es den einen oder anderen Vorgesetzten, der doch recht schroff mit uns umging, aber alles in allem wurden wir sehr menschenwürdig behandelt.

Nun habe ich aber mal eine Frage zu der Behandlung der Soldaten der NVA und GT:

Nach der Öffnung der Grenzen, war ich sehr häufig in der Noch-DDR. Ich hörte derzeit, auch heute noch manchmal, dass die soldatische Erziehung - wie auch hier im Forum beschrieben - sehr viel strenger war, als bei der BW. Man sagte das recht stolz und fühlte sich - sinngemäß - als "der bessere Soldat".

Wir, bei der Bundeswehr waren auch keine Weicheier. Was jedoch der wichtigste Punkt war, wir hatten zu unseren Vorgesetzten, ein überwiegend gutes Verhältnis. Bei Zug- oder Kompaniefeierlichkeiten wurde gemeinsam einer über den Durst getrunken. Am Ende meiner Dienstzeit gab es in der Kompanie nur 3 Vorgesetzte (KC, Spieß, Refü), die nicht geduzt wurden.

Mal abgesehen davon, was ich von der Behandlung halte, aber wie definiert man "einen besseren Soldaten", wenn man häufig schikaniert oder angebrüllt wird oder so gut wie keinen Ausgang bekommt.
Viele Grüße
Micha


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03.11.2009 14:23
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#30
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Zitat von ek40
...
Eine Frage mal,noch.Wurdet ihr eigentlich auch so aufgehetzt wie wir es wurden?Waren wir die "Blutrünstigen Kommunisten" für euch?

Gruß ek40



Aufgehetzt wurden wir in gewissem Maße auch. Zwar hatten wir offiziell kein Feinbild, aber wenn wir z. B. Panzererkennung hatten, wurden als Feindpanzer immer die, der WP-Staaten gelehrt. Auf den Schießplätzen wurde natürlich nicht auf Grenadiere geschossen, sondern auf Mot-Schützen. Was meint ihr, wieviele T-72 ich mit meiner BMK 20 mm "erlegt" habe.
Viele Grüße
Micha


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