Trabi, Schwarztaxi und Mietwagen à la DDR - Mobil im Sozialismus | MDR DOK

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05.10.2022 15:45
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Trabi, Schwarztaxi und Mietwagen à la DDR - Mobil im Sozialismus | MDR DOK




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05.10.2022 18:39
#2
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Zitat von Klauwida im Beitrag Sommer 1989- Ein Rückblick
Schon die Anreise verlief kurz nach Start „dramatisch“. Unser Weg führte über die F2 durch Potsdam. Als wir ca. 500m vor dem Interhotel waren sahen wir einen riesigen „Feuerball“. An der Stelle angekommen stand dort ein Trabant in Flammen. Mein Kumpel wollte noch mit dem Feuerlöscher zu Hilfe eilen, die VP, die schon da war, hielt ihn davon ab. Da ist nichts mehr zu machen war die Antwort. So mussten wir mit ansehen wie eine oder mehrere Personen verbrannten. Einzelheiten beschreibe ich jetzt nicht, es war furchtbar.

Ein ganz tragisches Beispiel für ein "Schwarztaxi".

Klauwida


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05.10.2022 18:49
#3
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Ich bin in den 70igern auch in Berlin Nachttaxe gefahren. Ein sehr lukratives Geschäft. Fahrzeug war 4türig und ein Skoda MB1000. Ja,man war eben kreativ wenn um das Geldverdienen ging.


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05.10.2022 19:22 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2022 20:18)
#4
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Ich habe das "Nachttaxi" in Rostock betrieben. Mit einem Wartburg 353 in Himmelblau.
Meistens stand ich und einige andere Mitstreiter an der Storchenbar in der Langen Str. um die Seeleute zurück zum Hafen zu fahren. Da gab es auch mal Dollar und Westmark.
Storchenbar:




Vor den Bars der beiden Interhotels waren wir nicht gern gesehen. Da konnte es schon mal Ärger geben.
Aber wir kannten unsere Stellen in Rostock. Wenn nichts los war, ist man ebend zum Südausgang am Hauptbahnhof gefahren. Da ging immer was für Ostmark.

Edit: Bild eingefügt.

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"


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23.10.2022 10:49 (zuletzt bearbeitet: 23.10.2022 11:17)
avatar  Gert
#5
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Zitat von zweedi04 im Beitrag #4
Ich habe das "Nachttaxi" in Rostock betrieben. Mit einem Wartburg 353 in Himmelblau.
Meistens stand ich und einige andere Mitstreiter an der Storchenbar in der Langen Str. um die Seeleute zurück zum Hafen zu fahren. Da gab es auch mal Dollar und Westmark.
Storchenbar:




Vor den Bars der beiden Interhotels waren wir nicht gern gesehen. Da konnte es schon mal Ärger geben.
Aber wir kannten unsere Stellen in Rostock. Wenn nichts los war, ist man ebend zum Südausgang am Hauptbahnhof gefahren. Da ging immer was für Ostmark.

Edit: Bild eingefügt.


ich habe bei meinen Besuchsreisen in EF auch mitbekommen, dass es solche " Schwarztaxen " gab. Da ich in der Zeit nach meiner Flucht in Düsseldorf auch nebenbei am Wochenende Taxi gefahren bin, weil ich durch meine Weiterbildung im Beruf nur wenig Geld hatte, musste ich eine Prüfung der Kenntnis des Straßennetzes, eine Gesundheitsuntersuchung beim städtischen Gesundheitsamt und ich glaube auch noch ein polizeiliches Führungszeugnis machen bzw vorlegen. Da bekam man dann den Taxiführerschein, der hieß wohl Personenbeförderungsschein ( was für ein Wortungetüm ). Ohne den durftest du nicht. Ich wunderte mich, dass in einem solchen Polizeistaat wie es die DDR war, so etwas möglich war ? Gab es da auch den Taxischein ? oder war das alles "wild" in Betrieb ? Die Autos waren sicher im Privatbesitz des Fahrers ? Wie habt ihr die Fahrpreise ermittelt ? Taxameter war sicher nicht eingebaut.

Ich habe da gutes Geld nebenher gemacht und kam (fast) nie in Geldnot. Es ist nämlich kein gutes Gefühl am 20. noch soviel Monat vor der Brust zu haben und das Konto ist leer. Ich fuhr einen schönen Mercedes Diesel, hat Spass gemacht da ich gern Auto fahre. Mein Lohn war 40 % von den Einnahmen + Trinkgeld. In einer guten Schicht am Freitag oder Samstag Abend hatte ich so meine 150 - 200 DM Umsatz. Ich habe alles immer ganz ehrlich abgerechnet, was nicht jeder Aushilfsfahrer gemacht hat. Deshalb war meine Chef damals auch traurig, als ich damit aufhörte. ( Verdiente dann im neuen Hauptberuf zunehmend besser )
Interessant waren die Gespräche, man hatte die unterschiedlichsten Menschen an Bord und hörte viel aus der Stadt. Belastend fand ich volltrunkene, die ich aber nicht ablehnen durfte wegen Beförderungspflicht. Aber wenn die z.B. bezahlen sollten brauchten sie eine Viertelstunde um ihre Geldbörse zu zücken. Während dessen hörte ich im Sprechfunk, wie laufend Wagen in der Umgebung gesucht wurden um Gäste aufzunehmen. Das Geschäft brummte am Wochenende.

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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23.10.2022 15:00
#6
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Ich bin etwa von November 1985 bis zum März 1986 in Dresden mit dem Trabi Schwarztaxi gefahren. Leider habe ich zu spät damit angefangen, weil ich erst immer dachte, dass ich das mit dem Trabi nicht machen kann.
Andere "Nebentätigkeiten" hatte ich nie. Aber da ich schon immer gern Auto gefahren bin, habe ich es dann irgendwann probiert.
Da ich auf dem Postamt in der Nähe des Hauptbahnhofes gearbeitet habe, war es ein leichter Start, sich ca. 21.00 Uhr nach der 2. Schicht auf den Parkplatz vor dem Hbhf zu stellen. Hier standen um diese Zeit immer 5 - 20 Schwarztaxen, da jetzt auch mehrere Züge ankamen. Offizielle Taxen gab es nicht annähernd genug. Und die Leute wollten oft nur schnell nachhause.
Geld verlangen durften wir natürlich nicht. Aber nach der Frage, was es denn koste, war der Standartsatz: "Eine Taxifahrt würde dorthin 5,- M oder 10,- M ... kosten."
Mit 3 Std. Verlängerung meiner 2. Schicht, hatte ich so jeden nächsten Morgen zwischen 30 und 50 Mark plus in der Tasche.
Am Samstagabend waren es von 20.00 bis 2.00 Uhr immer zwischen 200,- und 250,- Mark.
(ich hoffe, dass jetzt hier keine Steuernachzahlung fällig wird.)

Ich habe in dieser Zeit auch einige interessante und kuriose Geschichte erlebt, die ich gern demnächst hier zum Besten gebe.


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23.10.2022 18:38
#7
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1. Teil: Spaß an der Arbeit
Die Grundphilosophie dieser Schwarz-Dienstleistung wurde in dem Film schon sehr gut dargestellt. Aber jeder STF (Schwarztaxifahrer) tickt ja anders, und macht da auch so seine eigenen Erfahrungen. Ich habe das ehrlich gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat, ohne das zusätzliche Einkommen dabei zu verachten. Andere haben da bei Datschenbau geholfen und vielleicht sogar mehr verdient. Aber das war nie mein Ding.
Und nun unterhält man sich während der Fahrt auch mit seine Kunden. Und dabei habe ich auch aus meiner Einstellung dazu nie ein Hehl gemacht. Und so geschah es, dass ein Fahrgast mir am Ende der relativ kurzen Fahrt 10 DDR-Mark in die Hand drückte, mit den Worten: "Eigentlich war es ja nur eine 5,- M Strecke, und die hätte jeder andere auch so bekommen. Aber da du es ehrlich mit Spaß machst, und man das dir auch anmerkt, bekommst du 10!"


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23.10.2022 18:43
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#8
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ein Taxifahrerwitz .
Fahrgast: haben sie noch Platz für einen Kasten Bier und eine Currywurst ?
Taxifahrer : ja natürlich
Fahrgast : boooaaah

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23.10.2022 19:17
#9
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In Rostock war es auch so wie @13.08.Sojus es beschrieben hat. Beim Preis wurde auch hier gesagt: "Wenn sie ein normales Taxi bekommen, dann kostet es.....Mark." Bei ausländischen Seeleuten wurde Vorkasse erhoben. Fahrten zum Überseehafen Rostock kosteten zwischen 5US Dollar und 10 DM. Es gab aber auch Seeleute die einiges mehr bezahlt haben. Alkohol sei Dank. Ich sage nur "Hier stimmt so" oder OK.

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"


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23.10.2022 19:39 (zuletzt bearbeitet: 23.10.2022 19:41)
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#10
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Zitat von 13.08.Sojus im Beitrag #6
Ich bin etwa von November 1985 bis zum März 1986 in Dresden mit dem Trabi Schwarztaxi gefahren. Leider habe ich zu spät damit angefangen, weil ich erst immer dachte, dass ich das mit dem Trabi nicht machen kann.
Andere "Nebentätigkeiten" hatte ich nie. Aber da ich schon immer gern Auto gefahren bin, habe ich es dann irgendwann probiert.
Da ich auf dem Postamt in der Nähe des Hauptbahnhofes gearbeitet habe, war es ein leichter Start, sich ca. 21.00 Uhr nach der 2. Schicht auf den Parkplatz vor dem Hbhf zu stellen. Hier standen um diese Zeit immer 5 - 20 Schwarztaxen, da jetzt auch mehrere Züge ankamen. Offizielle Taxen gab es nicht annähernd genug. Und die Leute wollten oft nur schnell nachhause.
Geld verlangen durften wir natürlich nicht. Aber nach der Frage, was es denn koste, war der Standartsatz: "Eine Taxifahrt würde dorthin 5,- M oder 10,- M ... kosten."
Mit 3 Std. Verlängerung meiner 2. Schicht, hatte ich so jeden nächsten Morgen zwischen 30 und 50 Mark plus in der Tasche.
Am Samstagabend waren es von 20.00 bis 2.00 Uhr immer zwischen 200,- und 250,- Mark.
(ich hoffe, dass jetzt hier keine Steuernachzahlung fällig wird.)

Ich habe in dieser Zeit auch einige interessante und kuriose Geschichte erlebt, die ich gern demnächst hier zum Besten gebe.


ich versuche mir gerade mal vorzustellen, wie man in ein Trabbi Taxi einsteigt. Also mit Koffern und Taschen, die Reisende so dabei haben, ich weiß nicht....... Trabbis waren ja immer 2 türig, oder gab es auch einen 4-türigen ? Ich habe jedenfalls keinen gesehen

Stil ist nicht das Ende des Besens.
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23.10.2022 19:42
avatar  Gert
#11
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Zitat von zweedi04 im Beitrag #9
In Rostock war es auch so wie @13.08.Sojus es beschrieben hat. Beim Preis wurde auch hier gesagt: "Wenn sie ein normales Taxi bekommen, dann kostet es.....Mark." Bei ausländischen Seeleuten wurde Vorkasse erhoben. Fahrten zum Überseehafen Rostock kosteten zwischen 5US Dollar und 10 DM. Es gab aber auch Seeleute die einiges mehr bezahlt haben. Alkohol sei Dank. Ich sage nur "Hier stimmt so" oder OK.



ist der Staat jemals gegen die " Wilderei" vorgegangen oder wurde das stillschweigend geduldet? Weiß da jemand etwas darüber ?

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23.10.2022 19:51
avatar  R-363
#12
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Das wurde wohl (so in den 90ern ??) stillschweigend geduldet und später dahingehend legalisiert, dass man sich beim Taxibetrieb unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. PKW, viertürig - also nix Rennpappe) registrieren lassen konnte. Ich weiß das auch nur vom Hörensagen aus Schwerin, deshalb kann ich zu den weiteren Konditionen nichts sagen.

Hab eben mal gegoogelt und auf die Schnelle das hier gefunden: Taxi fahren in Großstädten der DDR

Ja, ja …

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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23.10.2022 20:00
#13
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In Berlin haben die Droschkenkutscher jagt auf uns ,,Schwarzfahrer" gemacht.Mich hat mal eine Taxe eingeklemmt. Mein Fahrgast hatte 3,8 auf dem Kessel,ist gleich aus dem Auto gesprungen und hat dem Taxifahrer ein Tracht Prügel angeboten.Der hat sich schnell verdrückt und hat nicht die Verkehrspolizei gerufen.


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23.10.2022 20:44
avatar  Ehli
#14
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Illegale Taxifahrer in der DDR
Taxis waren in der DDR Mangelware. Diese Lücke nutzten clevere DDR-Bürger aus und boten mit ihren Privatautos illegale Taxifahrten an - eine Konkurrenz für die VEB-Fahrer.
https://www.mdr.de/geschichte/ddr/wirtsc...fahrer-100.html

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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23.10.2022 20:47
avatar  Ehli
#15
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Schwarz-Taxis: Alternative zum öffentlichen Nahverkehr?
Spätestens in den 1980er-Jahren gab es in der DDR Hunderte Schwarztaxis. Auch Maik Schilling versuchte sich in Dresden etwas dazuzuverdienen. Dabei stießen die Schwarztaxis oft mit den Taxigenossenschaften aufeinander …
https://www.ardmediathek.de/video/mdr-ze...MjQ2OGNjZTUyNDc

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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