Wo Deutschland sich selbst am Fortschritt hindert

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22.08.2022 11:43
#1
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Gerade jetzt in der Gas- und Energiekrise zeigen sich Defizite in unserer strategischen Infrastruktur im Energie-, aber auch im Verkehrsbereich. Es fehlen Stromleitungen und Eisenbahnverbindungen. Zu lang dauern Planung und Bau von Großprojekten. Schuld sei nicht nur die Politik, sondern auch wir Bürger, meint Hauptstadtkorrespondent Tim Herden.
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschla...angsam-100.html

Wahrscheinlich in den ersten Dezemberwochen werden sich Kanzler, Wirtschaftsminister, der Ministerpräsident von Niedersachsen, wenn nicht sogar der Bundespräsident nach Wilhelmshaven aufmachen. Dort wird ein großes Schiff kommen und am ersten deutschen LNG-Terminal anlegen. Die Hände der Politiker werden an einem Ventilrad drehen und alle sich loben: So schnell sei noch nie ein Infrastrukturprojekt verwirklicht worden. Innerhalb eines halben Jahres entstanden Terminal plus 26 Kilometer Pipeline. Das ist ein Rekord für deutsche Verhältnisse.

So fiel mir beim Recherchieren ein Artikel zum Ausbau der Mitte-Deutschland-Bahn von Weimar nach Gößnitz von 2002 in die Hand. Der damalige und mittlerweile verstorbene Thüringer Wirtschaftsminister Franz Schuster forderte den Ausbau der Strecke und das Land investierte 18 Millionen Euro als Vorschuss. Nur ist bis heute nicht viel passiert. Die Bahnverbindung ist zwar als "vordringlicher Bedarf" in den Bundesverkehrswegeplan eingeordnet, aber auf Website der Bahn für das Bauprojekt steht: "Das Projekt befindet sich in der Vorplanungsphase." Von durchgehend zweigleisigem Ausbau ist keine Rede mehr. Jede Wette, dass auch – wie eigentlich geplant – 2030, fast drei Jahrzehnte nach Schusters Initiative, kein IC, also nicht mal ein ICE von Chemnitz ins Ruhrgebiet fährt.

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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25.08.2022 21:41
#2
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"Keinen Tag länger"...so hört man fast immer, wenn man sich mit Anfangs- und Mittsechzigern über die Option länger als nötig im Job zu bleiben unterhält.
Ich sehe in genau dieser Mentalität die Ursachen für den Stillstand in diesem Land.
Zu viele alte Säcke meinen sich hochgedient zu haben, erfüllen ihren gut bezahlten Posten mit Anwesenheit und würden sich am liebsten alles vom Hals halten, was mit höherwertiger Verantwortung zu tun hat.
Im Idealfall verpißt man sich vor der Rente gleich noch in die Politik da ist es noch bequemer.
In diesen Zuständen sehe ich den hauptsächlichen Grund für dieses Totalversagen marktwirtschaftlicher Funktionsweisen, für Stillstand und bürokratischen Bollwerksbau.
Der Leistungsbezug besonders in den hochdotierten Jobs ist verschwunden, Alter ist offenbar ein Verdienst und kein Zustand.
Diejenigen, die etwas bewegen könnten kommen an denen nicht vorbei, schlimmer noch sie riskieren ihren Aufstieg wenn sie einen von denen wecken würden.
Alles möge so bleiben wie es ist.
Denkfaule Banker bei innovativen Investmentanfragen, abschließend verteilte Märkte (Kartelle), Jobs ohne jegliche Wertschöpfung, immer mehr reich geborene Kinder, die es sich leisten können, ihr Hobby zum Beruf machen weil Daddy auch nach 20 Berufsjahren als Influenzer noch subventioniert, geplünderte Sozialkassen, ohne Sinn und Verstand verteilte Wohltaten, fragwürdige Bündnisse stehen einer immer kleiner werdenden Gruppe leistungsfähiger und -bereiter Berufstätigen mit Unternehmergeist gegenüber, die sich immer weniger trauen Mitarbeiter einzustellen weil die unfaßbar weitgehende Rechte haben, die oftmals dem Leistungsgedanken komplett zuwiderlaufen.
Ich selbst war zuletzt froh, daß eine pauschale Stundenlohnerhöhung zu Gunsten nunmehr bezahlter An- und Abreisen vom/ zum Arbeitsort nach Hause oder zum ersten Dienst vom Arbeitgeber abgelehnt wurde, denn hiervon profitieren ausschließlich diejenigen die wirklich arbeiten, da wäre noch viel mehr Kreativität nötig.
Deutschland ist kein Maßstab mehr für ein modernes leistungsfähiges Wirtschaftswesen, das Erbe wird bald aufgezehrt sein wenn wir es nicht schaffen, endlich wieder mutiger und geradliniger Wirtschaft zu machen, Bürokratie ausrotten wo immer es geht und parasitäre Zwischenhändler mit Honoraren außerhalb eines Leistungsbezugs zu überbrücken.
Es hat nichts mit Neid oder Mißachtung von Arbeitsleistung zu tun sondern mit einem Bewustsein dahingehend, daß es einfach nicht gesund und gerecht sein kann, wenn ein Vermesser für einen halben Arbeitstag seines dreiköpfigen Büroteams drei Monatslöhne eines Lokführers einsackt, ein Makler für 2-3 Tänzchen auf der Baustelle und einem Lauschestündchen beim Notar einen halben Facharbeiter- Jahreslohn in Rechnung stellt.
Der Zugang in die Unternehmertätigkeit ist einfach zu kompliziert, zu schwierig und angesichts unzähliger bequemer und gleich hoch bezahlter Tätigkeiten zu wenig lukrativ.
Hier gäbe es unzählige Instrumente, die das ändern könnten wie leicht erreichbare staatliche Bürgschaften, leicht verständliche und wirksame Steuergesetze die im Steigflug Selbstständigen den Rücken frei halten würden, feste und kompetente Ansprechpartner in den Ämtern und Banken, für jeden erreichbare Fördermittel und keine blödsinnigen Windhundrennen...wenn der Etat nicht für alle reicht, dann unbedingt eine Zuteilung per Quote....nicht mal so was einfaches schaffen die !

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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25.08.2022 22:55
#3
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #2
"Keinen Tag länger"...so hört man fast immer, wenn man sich mit Anfangs- und Mittsechzigern über die Option länger als nötig im Job zu bleiben unterhält.
Ich sehe in genau dieser Mentalität die Ursachen für den Stillstand in diesem Land.
Zu viele alte Säcke meinen sich hochgedient zu haben, erfüllen ihren gut bezahlten Posten mit Anwesenheit und würden sich am liebsten alles vom Hals halten, was mit höherwertiger Verantwortung zu tun hat.

Im Idealfall verpißt man sich vor der Rente gleich noch in die Politik da ist es noch bequemer.
In diesen Zuständen sehe ich den hauptsächlichen Grund für dieses Totalversagen marktwirtschaftlicher Funktionsweisen, für Stillstand und bürokratischen Bollwerksbau.
Der Leistungsbezug besonders in den hochdotierten Jobs ist verschwunden, Alter ist offenbar ein Verdienst und kein Zustand.
Diejenigen, die etwas bewegen könnten kommen an denen nicht vorbei, schlimmer noch sie riskieren ihren Aufstieg wenn sie einen von denen wecken würden.
Alles möge so bleiben wie es ist.
Denkfaule Banker bei innovativen Investmentanfragen, abschließend verteilte Märkte (Kartelle), Jobs ohne jegliche Wertschöpfung, immer mehr reich geborene Kinder, die es sich leisten können, ihr Hobby zum Beruf machen weil Daddy auch nach 20 Berufsjahren als Influenzer noch subventioniert, geplünderte Sozialkassen, ohne Sinn und Verstand verteilte Wohltaten, fragwürdige Bündnisse stehen einer immer kleiner werdenden Gruppe leistungsfähiger und -bereiter Berufstätigen mit Unternehmergeist gegenüber, die sich immer weniger trauen Mitarbeiter einzustellen weil die unfaßbar weitgehende Rechte haben, die oftmals dem Leistungsgedanken komplett zuwiderlaufen.
Ich selbst war zuletzt froh, daß eine pauschale Stundenlohnerhöhung zu Gunsten nunmehr bezahlter An- und Abreisen vom/ zum Arbeitsort nach Hause oder zum ersten Dienst vom Arbeitgeber abgelehnt wurde, denn hiervon profitieren ausschließlich diejenigen die wirklich arbeiten, da wäre noch viel mehr Kreativität nötig.
Deutschland ist kein Maßstab mehr für ein modernes leistungsfähiges Wirtschaftswesen, das Erbe wird bald aufgezehrt sein wenn wir es nicht schaffen, endlich wieder mutiger und geradliniger Wirtschaft zu machen, Bürokratie ausrotten wo immer es geht und parasitäre Zwischenhändler mit Honoraren außerhalb eines Leistungsbezugs zu überbrücken.
Es hat nichts mit Neid oder Mißachtung von Arbeitsleistung zu tun sondern mit einem Bewustsein dahingehend, daß es einfach nicht gesund und gerecht sein kann, wenn ein Vermesser für einen halben Arbeitstag seines dreiköpfigen Büroteams drei Monatslöhne eines Lokführers einsackt, ein Makler für 2-3 Tänzchen auf der Baustelle und einem Lauschestündchen beim Notar einen halben Facharbeiter- Jahreslohn in Rechnung stellt.
Der Zugang in die Unternehmertätigkeit ist einfach zu kompliziert, zu schwierig und angesichts unzähliger bequemer und gleich hoch bezahlter Tätigkeiten zu wenig lukrativ.
Hier gäbe es unzählige Instrumente, die das ändern könnten wie leicht erreichbare staatliche Bürgschaften, leicht verständliche und wirksame Steuergesetze die im Steigflug Selbstständigen den Rücken frei halten würden, feste und kompetente Ansprechpartner in den Ämtern und Banken, für jeden erreichbare Fördermittel und keine blödsinnigen Windhundrennen...wenn der Etat nicht für alle reicht, dann unbedingt eine Zuteilung per Quote....nicht mal so was einfaches schaffen die !



Na, Hackel, hast Du jetzt nicht ein bisschen zu viel verallgemeinert ? Sicher gibt es einen Kreis, auf den das zutrifft. Auf die Mehrheit eher nicht. Ein Hinderungsgrund, länger zu arbeiten, könnte u. A. sein, daß die ersten ernsthaften Erkrankungen sich bemerkbar machen. Ich bin mit 63 in Vorruhe gegangen, wie alle anderen Außendienster von uns ebenfalls. Ich hatte eigentlich vor, nicht in Vorruhe zu gehen, da ich mich noch fit genug fühlte, und es meine Chefin auch gern gesehen hätte, allerdings hat mich meine Frau bekniet, diese letzte Gelegenheit für die Vorruhestandsregelung in Anspruch zum nehmen. Grund war eine ernsthafte Herzerkrankung und es war nicht sicher, wie lange ich die Rente dann noch genießen konnte.
Also, es trifft nur für einen Teil zu.


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27.08.2022 20:10
#4
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #3
[blau][quote="Hackel39"|p851834][b]

Na, Hackel, hast Du jetzt nicht ein bisschen zu viel verallgemeinert ? Sicher gibt es einen Kreis, auf den das zutrifft. Auf die Mehrheit eher nicht. Ein Hinderungsgrund, länger zu arbeiten, könnte u. A. sein, daß die ersten ernsthaften Erkrankungen sich bemerkbar machen. Ich bin mit 63 in Vorruhe gegangen, wie alle anderen Außendienster von uns ebenfalls. Ich hatte eigentlich vor, nicht in Vorruhe zu gehen, da ich mich noch fit genug fühlte, und es meine Chefin auch gern gesehen hätte, allerdings hat mich meine Frau bekniet, diese letzte Gelegenheit für die Vorruhestandsregelung in Anspruch zum nehmen. Grund war eine ernsthafte Herzerkrankung und es war nicht sicher, wie lange ich die Rente dann noch genießen konnte.
Also, es trifft nur für einen Teil zu.


Ich hatte es mit den „hochgedienten alten Säcken“ nicht präzise genug formuliert und meinte eigentlich die Sorte, die die Vertreter ihrer Eliten wie Du einer im Klebstoffwerk warst einst nach China geschickt hatten um dort den schlitzäugigen Schlitzohren die wertvolle Technologie zugänglich zu machen, die uns heute offensichtlich in die nun offenbarten Abhängigkeiten hinein manövriert haben.
Sicher hast Du Dich nicht selber dorthin delegiert und kannst nichts für diese pelzigen Nagetiere mit Schlips und Kragen, die gerne mal irgendwo hinterher rennen ohne zu wissen, was die Konsequenzen sind.

Wenn man sich als Konzernchef wie ein Lemming verhält, der am Ende entweder von der Klippe stürzt oder von der Eule gefressen wird muß ein solcher sich nicht wundern, wenn er nachträglich daran gemessen wird, wie „weise“ seine Entscheidung langfristig gewesen sein wird.
Aus deren Perspektive war es der einfachste Weg einfach das zu tun, was andere auch für das Richtige halten, man geht halt mit der Mode, ist ja auch auf eine Art bequem und so gesehen das gleiche wie die überbezahlten parteidisziplinierten Händchenheber und Mitschwimmer in den Parlamenten.
Wann hört man denn schon mal davon, daß sich dort mal jemand gegen irgendwas offensichtlich Schädliches auflehnt, sagen wir mal die Unwucht der Gewerbesteuereinnahmen zwischen extrem reichen und extrem armen Kommunen oder die Behinderungen höherer Behörden von zukunftsfähigen Aktivitäten auf dem Energiesektor, alles wird einfach hingenommen, kein Widerstand und vor allem parteipolitische Spielchen.
Ich mußte mal dieses Beispiel bringen, um es zu erklären was ich mit fetten faulen Parteisäcken meine, mit einem Landesrechnungshof der sich hinter den Paragraphen verschanzt und Politpack das diesem Treiben tatenlos zusieht anstatt im Namen der Vernunft (hier einer dezentralen Energieversorgung abseits der Stromkartelle) für das Wohl des Volkes einzusetzen dessen Steuern dieses inaktive pro forma- Parlament kostet.
Konkret ging es beim Solarpark darum, ein Investment (gespeist aus den Erträgen eines Krankenhausverkaufs) zu betreiben, das regelmäßig sichere Erträge generiert, die dann im Landkreis MSH an Vereine, Projekte u.a. Initiativen ausgeschüttet werden.
Da gibt es so viele Dinge, wo jemand zuständig sein muß im Namen der Vernunft einzuschreiten, nur ist das unbequem und man kann sein Gesicht verlieren.
Ab einen bestimmten Einkommen wird man wohl verlangen dürfen, daß deren innerer Schweinhund namens Trägheit überwunden wird und notfalls jemand da sein muß, der diese Spezies mit Schmackes in den Arsch tritt, wenn das unausweichlich ist.
Statt dessen haben wir einen Burgfrieden im Namen der Faulheit, Entscheidungsträgheit, Mutlosigkeit und des Stillstands.
Das ist mein überwiegender Eindruck von unseren gewählten und vorgesetzten Eliten.

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27.08.2022 22:48 (zuletzt bearbeitet: 28.08.2022 01:57)
#5
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Hackel #4: Ich hatte es mit den „hochgedienten alten Säcken“ nicht präzise genug formuliert und meinte eigentlich die Sorte, die die Vertreter ihrer Eliten wie Du einer im Klebstoffwerk warst einst nach China geschickt hatten um dort den schlitzäugigen Schlitzohren die wertvolle Technologie zugänglich zu machen, die uns heute offensichtlich in die nun offenbarten Abhängigkeiten hinein manövriert haben.
Sicher hast Du Dich nicht selber dorthin delegiert und kannst nichts für diese pelzigen Nagetiere mit Schlips und Kragen, die gerne mal irgendwo hinterher rennen ohne zu wissen, was die Konsequenzen sind.


Wie stellst Du Dir meine damalige Tätigkeit vor ? Die Tage, an denen ich den Anzug an hatte, kann ich sinngemäß an einer Hand abzählen und in China gleich gar nicht, auch kein Schlips. Wir waren dort Techniker, mehr nicht. Wir hatten eben mit Kleber zu tun und ich nehme an, daß du weist, daß das eine recht dreckige Angelegenheit sein kann. Außerdem betraf das lediglich einen Zeitraum von gut zwei Jahren. Aber auch in Europa, insb. Deutschland, hat mein Anzug i.d.R. nur zu Messen und Tagungen das Licht gesehen. Also, zu der Kategorie, die Du meinst, zähle ich ganz sicher nicht. Und was die selbst verschuldete Abhängigkeit betrifft. Die stellen ihre Klebstoffe für diesen Industriezweig nach wie vor nicht selbst her. Unsere härtesten Konkurrenten waren zwei Südkoreaner und ein Taiwanese, die wegen ihrer Nähe und personellen Entwicklungsressourcen unbestreitbar Vorteile hatten.

Übrigens, die Chinesen, das heißt genauer, die Firmen, mit denen wir zu tun hatten (Sportschuhindustrie) machten sich von Anfang an nicht von einem Lieferanten abhängig. Wir waren unserer asiatischen Konkurrenz zwar immer einen Schritt voraus und hatten es geschafft, daß auf mehreren Produktionslinien unsere Klebstoffe liefen, aber wenn wir nach sechs Wochen wieder unten waren, wurde überall nur der Klebstoff aus Südkorea und Taiwan eingesetzt, weil wohl mal irgendwas an von uns besetzten Linien nicht so recht lief und kein Techniker von uns vor Ort war, der das Problem möglichst sofort lösen konnte. Wenn Lösung mit verbesserten Produkteigenschaften, dann dauerte das. Rezepturänderung in Pirmasens, Probemenge produzieren, nach China in die Firma transportieren. Die Anderen setzten sich bei Problemen in´s Flugzeug und waren in wenigen Stunden da. Also alles wieder von vorn. Nach einigen Jahren gaben wir die Sache auf. Der Konzern baute dann einen eigenen Produktions- und Entwicklungsstandort auf, allerdings für andere Branchen (Bauklebstoffe). Das hätte er von Anfang an auch mit unserer Branche tun sollen, aber dazu war er wohl m.E. zu geizig oder zu wenig risikofreudig. .


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28.08.2022 04:13 (zuletzt bearbeitet: 28.08.2022 17:02)
#6
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Hackel #4: Ich hatte es mit den „hochgedienten alten Säcken“ nicht präzise genug formuliert und meinte eigentlich die Sorte, die die Vertreter ihrer Eliten wie Du einer im Klebstoffwerk warst einst nach China geschickt hatten um dort den schlitzäugigen Schlitzohren die wertvolle Technologie zugänglich zu machen, die uns heute offensichtlich in die nun offenbarten Abhängigkeiten hinein manövriert haben.
Sicher hast Du Dich nicht selber dorthin delegiert und kannst nichts für diese pelzigen Nagetiere mit Schlips und Kragen, die gerne mal irgendwo hinterher rennen ohne zu wissen, was die Konsequenzen sind.


Wie stellst Du Dir meine damalige Tätigkeit vor ? Die Tage, an denen ich den Anzug an hatte, kann ich sinngemäß an einer Hand abzählen und in China gleich gar nicht, auch kein Schlips. Wir waren dort Techniker, mehr nicht. … .



Eben, Techniker und keine Konzernchefs und Vorstandsmitglieder.
Dore Holm, Du warst nicht gemeint mit „faulen Säcken & Co.“, selbst wenn es mal nicht ohne Schlips und Kragen gehen sollte.
Gemeint waren austauschbare Eliten, die wie die bunten Schmetterlinge von Konzernspitze zu Konzernspitze flattern ohne dort wirklich in der jeweils neuen und somit fast immer fachfremden Branche etwas werthaltiges außer dem Rausschmeißen von Personal, wilden Outsourcen und Rückbauen zu Wege zu bringen.
Im Powerpointen machten sie oft ihre einzigen Punkte und waren fast immer auf die zweite Reihe der jeweiligen Unternehmen angewiesen um überhaupt irgendwas zu bewegen.
Ich mache das an der Austauschbarkeit dieser obersten Fachkräfte fest, erinnert sei nur daran wie man nach Neuwahlen den Bahnchef auf Basis der Parteimitgliedschaft (DB…Ludewig, CDU auf Mehhdorn, SPD nach der Schröderwahl) auswählte.

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28.08.2022 19:48
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#7
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Nachfolgender Beitrag, zwar sehr lang aber lesenswert, zur Situation in einem Jobcenter beschreibt, warum wir dringend zugewanderte "Fachkräfte" brauchen und warum die Leute aus eigenem Bestand nicht zur Verfügung stehen. https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-s...romMaestro=true

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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29.08.2022 07:21
#8
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Zitat von furry im Beitrag #7
Nachfolgender Beitrag, zwar sehr lang aber lesenswert, zur Situation in einem Jobcenter beschreibt, warum wir dringend zugewanderte "Fachkräfte" brauchen und warum die Leute aus eigenem Bestand nicht zur Verfügung stehen. https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-s...romMaestro=true


An diesen "Willkommensbedingungen" sind aber nicht die Ausländer schuld, sondern deutsche "Gutmenschen" welche meist noch nie produktiv tätig waren.
Langfristig bricht das unserer gesellschaft das Genick.


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29.08.2022 07:31
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@Transitfahrer , richtig. Siehe Thema: Wo Deutschland sich selbst am Fortschritt hindert

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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29.08.2022 10:06 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2022 06:56)
#10
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Der Ehrlichkeit halber sollte man aber nicht übersehen, dass auch der Anteil Deutscher in der sozialen Hängematte steigt.
Es ist auch eine menschliche Eigenschaft seinen Unterhalt mit möglichst geringen Aufwand zu erreichen. Wer streckt sich schon, wenn er auch ohne Arbeit über die Runden kommt. Miete, Heizung usw. bezahlt das Amt und wenn dann das Geld noch für die Kippen und den Prenol reicht ist doch alles schick.
Das die Systeme missbraucht werden liegt am falschen Strickmuster und an dem Aberglauben vieler, dass Deutschland reich sei und wir die Welt daran leilhaben lassen sollten.


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29.08.2022 13:03
#11
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Zitat von Transitfahrer im Beitrag #8
Zitat von furry im Beitrag #7
Nachfolgender Beitrag, zwar sehr lang aber lesenswert, zur Situation in einem Jobcenter beschreibt, warum wir dringend zugewanderte "Fachkräfte" brauchen und warum die Leute aus eigenem Bestand nicht zur Verfügung stehen. https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-s...romMaestro=true


An diesen "Willkommensbedingungen" sind aber nicht die Ausländer schuld, sondern deutsche "Gutmenschen" welche meist noch nie produktiv tätig waren.
Langfristig bricht das unserer gesellschaft das Genick.


Die Gutmenschen haben auch ihre eigene Krankheit.
Doromanie ist eine Krankheit auf die man Politiker als erstes untersuchen sollte, bevor sie in irgendein Amt kommen.
Wo immer die hinfahren, haben sie einen Sack voll geklautem Geld dabei um es zu verschenken und das ist einfach nur schäbig und dreist.
Das zu verurteilen hat nichts mit Egoismus und Engstirnigkeit zu tun sondern mit der Aufforderung Verantwortungsbewusstsein der konkreten Arbeitsaufgabe gegenüber an den Tag zu legen.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
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29.08.2022 13:14
#12
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Zitat von Transitfahrer im Beitrag #10
Der Ehrlichkeit halber sollte man aber nicht übersehen, dass auch der Anteil Deutscher in der sozialen Hängematte steigt.
Es ist auch eine menschliche Eigenschaft seinen Unterhalt mit möglichst geringen Aufwand zu erreichen. Wer streckt sich schon, wenn er auch ohne Arbeit über die Runden kommt. Miete, Heizung usw. bezahlt das Amt und wenn dann das Geld noch für die Kippen und den Prenol reicht ist doch alles schick.
Das die Systeme missbraucht werden liegt am falschen Strickmuster und an dem Aberglauben vieler, dass Deutschland reich sei und wir die welt daran leilhaben lassen sollten.


Die Prioritäten, die bestimmte Vertreter, der Hatz 4- Klientel setzen sind mitunter schon recht fragwürdig.
Nur widerwillig dreht man seine lebensnotwendigen Zigaretten selber, wann immer es geht werden fertige gekauft und auch Abos im Bezahl- TV sind nicht selten, wobei Familienangehörige sogar zusammenlegen um Bundesliga live zu gucken.
Oft halten sich die Fütterungskosten für die Haustiere die Waage mit der eigenen Nahrungsmittelversorgung.
Die Chance im eigenem Kleingarten Gemüse anzubauen wird genauso wenig wahr genommen wie Obst zu pflücken bei Personen, die das denen im Hausgarten genehmigt hatten, alles das passiert wirklich, in meinem Fall mit Erdbeeren, Pflaumen und Kirschen.
Die Möglichkeit Erdbeersenker (die für ein Beet schnell mal 30€ kosten können) kostenlos abnehmen zu dürfen wurde nicht angenommen, sehr traurig und ärgerlich ist sowas.
Das sind zwar keine Massenerscheinungen, man muß es aber zur Kenntnis nehmen und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, z. B. als Angehöriger oder Freund.

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30.08.2022 16:16
#13
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Was für ein Satz aus einer Kolumne zu diesem Thema.
Wissen wird überbetont – zum Können kommt es dann nicht..
Kann es wirklich sein, daß der Zwang zum Pauken als Vorbedingung zum Zugang einer perspektivreichen Facharbeiterausbildung nötig ist ?
Haben wir tatsächlich zu viele Pädagogen, Zertifizierer und ein destruktives Labyrinth auf dem Weg in den Job ?
Ich selbst habe früher wirklich gute talentierte Kollegen kennen lernen dürfen, die am Einstellungstest des DB gescheitert waren, weil die Fragestellungen dermaßen abstrakt waren daß man eigentlich nur durchfallen konnte, wenn man ohne taktische Tipps ins Rennen ging, überhaupt sind viele dieser Tests nur Dressur die im praktischen Berufsalltag oft ohne Wert sind, da kommt es auf ganz andere Dinge an, die dort nicht geprüft werden.
Folgende Passage des Textes bewerte ich gleichfalls als zutreffend:
Organisationen, die eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit aufweisen können, Menschen als Persönlichkeit sehen, wertschätzen und ihre Entwicklung fördern – und damit auch Sinn bieten –, werden in Zukunft genug Mitarbeiter haben und die Gewinner der aktuellen Krise sein..
Hier kommt es aber auf den Preis dieser Zufriedenheit an.
Firmenleitungen denen die Mitarbeiter auf der Nase herum tanzen dürften hier nicht gemeint sein, vielmehr ist es eine Gratwanderung einem wirklichen Könner auch eine gewisse Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit zu lassen, die von außen betrachtet fast schon anmaßend ist, vom Effekt her aber Kosten spart und Abläufe optimiert wenn Erfahrung und Kompetenz im Spiel ist.
Das alles gepaart mit einem Vermögen der Selbstreflexion der Mitarbeiter („was kann ich und was sind meine Fehler und Schwächen“) und der Bereitschaft zur Korrektur ohne bestraft zu werden sind ein weiteres Kriterium, eine Angstfreiheit im Arbeitsprozess ist für positiv eingestellte und leistungsbereite Mitarbeiter unerläßlich.
Auf einer Skala von 0-10 (sehr negativ bis sehr positiv) sehe ich übrigens mein berufliches Umfeld auf 9 und erlebe die zweit schönste von acht Phasen meiner 40jährigen Eisenbahnerbiografie.
Schöner war es nur im Streckendienst der DDR- Zeit im örtlichen Bahnbetriebswerk und in den Skat drücken würde ich die Jahre des Niedergangs unter Bahnchef Mehdorn.

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01.09.2022 19:37
#14
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Als ob es noch nicht ausreicht, daß die Blindleistung am Bau mit hohen fünfstelligen schutzgeldartigen Abgaben verbunden sind (Makler, Notare, Sachverständige, Ämter…alle halten die Hand auf für was auch immer…) wird der Bürger nun auch noch auf‘s Übelste verscheißert.
NRW zeigt uns, warum wir ungebremst auf den Weg in eine Bananenrepublik sind.
Hier hat man mit 6,5% nicht nur den höchsten Satz in Deutschland sondern auch noch in der Totalen die höchsten Einnahmen!

Als spektakuläres Entgegenkommen muß man nun wohl auch noch die Windhundprämie bezeichnen, die zudem noch an Auflagen gebunden sind ohne die Schweinerei dahinter überhaupt zu hinterfragen.
Aber vielleicht ist die Botschaft dahinter auch:
Das Boot ist voll, was durchaus zutreffend für dieses extrem übervölkerte Territorium, besonders in den Städten ist.
Wenn das als Lenkungskonzept zu verstehen ist, so wäre das sogar eine weise Entscheidung, hier das Bauen so unauffällig es geht zu verteuern und so muß man es sich eben so drehen wie es paßt um friedlich- freiheitlich- demokratisch zu bleiben.
Dann sollte man sich aber solche Frechheiten verkneifen, von einer Förderung zu schreiben sonst fliegen vielleicht mal die Steine, die für den Bau gedacht waren.

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27.09.2022 18:18
#15
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„Der Ostdeutsche schimpft nicht mehr selber, sondern er läßt schimpfen“, eine bemerkenswerte Aussage der Buchautorin, die am 10. Oktober in Erfurt (19:30 Uhr Haus Dacheröden) eine Lesung abhalten wird.
Sie bezieht sich dabei auf die Wahlergebnisse von 30% Zustimmung für die AfD in manchen Regionen und denkt darüber nach wo das herkommen könnte.
Dabei vermutet sie ein ausgeprägtes oben- unten- Denken speziell der DDR- Bürger, die dieses Land noch abgekriegt haben.
Die Eisenacher SPD- Stadträtin Juliane Stückrad läßt den interessierten Leser an ihren Beobachtungen teilhaben, wenn mal Zeit ist wird sich Jammerossi Hackel dieses Werkes mal annehmen, es ist auch als Kindle- Variante 4€ billiger als das gebundene Buch zu haben, so hat er nicht mal eine Ausrede das Buch schleppen zu müssen.
Vielleicht nimmt ja ein Thüringer an der Lesestunde teil und berichtet darüber.

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