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#21

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 14:38
von SanGefr | 218 Beiträge | 2 Punkte
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@Augenzeuge
Das sag nicht so laut. Ich kenne zwei Fälle, wo der Zoll hinterher war. Bei einem Fall war der Kollege (mir persönlich bekannt) selber zu dämlich und hat dafür zur Recht 80,- DM Zoll nachzahlen müssen.
Im zweiten Fall, ich war nicht dabei, hatte man es mit dem "Großeinkauf" übertrieben und hat (auch für den Lokführer, der ja immer auf seiner Lok bleiben mußte) massenhaft eingekauft. Die Ware wurde in Oebisfelde auf den zweiten Führerstand der Lok deponiert. Irgendwie bekam ein junger Zöllner zwischen Wolfsburg und Hannover "Wind von der Sache" und wollte sich in Hannover die Lok mal genauer anschauen. Das haben wir natürlich erfahren (Vitamin B). So hat sich der Schaffner in den ersten Wagen begeben, in Hannover gleich raus aus der Tür und schnell die Lok abgehängt, dem Lokführer Zeichen gegeben, ist rauf auf den zweiten Führerstand. Der Lokführer hatte verstanden, ist sofort vorgezogen, Rangiersignal leuchtete und schwupp, war die Lok weg, bevor der junge, übereifrige Zöllner an der Zugspitze war. Das heranschaffen der Ware hat zwar dann 30 Minuten gedauert, aber sie kam. Danach hat man die übertriebenen "Großeinkäufe" für eine kurze Zeit eingeschränkt. Das war aber während meiner Zeit im Zugbegleitdienst die einzigen versuchten Maßnahmen des bundesdeutschen Zoll, die mir bekannt geworden sind. Auch der junge Zöllner wir dabei "gelernt" haben.


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#22

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 14:51
von Bergmensch (gelöscht)
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Also ich meine auch das für jede Reise ein extra Visum erforderlich war. Und das muste beantragt und genehmigt werden.
Ich hatte als gelernter DDR Bürger seit ca. 1988 einen Reisepass erhalten. Aber eine Westreise wurde mir immer verwährt.
Und ich freute mich nun doch mal nach vielen vergeblichen Reisebemühungen nun mal einen Lichtblick zu haben.
Aber denkste das Visum wurde wie immer unbegründet abgelehnt. Reisepass umsonst bekommen.
Den konnte ich erst nach Schabowskis Rede benutzen, wo ich nach Stundenlangen anstehen bei der Abt.Pass und Meldewesen des VPKA Wernigerode den Visumstempel bekam.


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#23

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 15:16
von SanGefr | 218 Beiträge | 2 Punkte
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Hi Gerald!
Coole Sache, dein Umweg nach Freiburg. Satt Richtung Aachen einfach in den Breisgau.
Aber was ich jetzt als Wessi mal so interessieren würde:
Was hast Du bei der Grenzkontrolle für ein Gefühl gehabt? Was empfindet man als Ossi wenn der Zug durch den großen Grenzzaun fährt und auf Bundesgebiet ankommt. Hast Du nicht das Gefühl gehabt, Dich erkennt jeder, dass Du aus dem anderen Teil Deutschlands bist? Bei meinem Besuch in der DDR hatte ich immer das Gefühl, ein Schild mit der Aufschrift: "Ich bin Westler" um den Hals zu tragen. Was hast Du gefühlt bei der Pass/Zollkontrolle durch die bundesdeutschen Behörden? Hat man da auch so ein mulmiges Gefühl wie bei den DDR-Organen? Ich als Wessi kann mich nicht reinversetzen, da es für mich von Geburt an meistens völlig problemlos war dorthin zu fahren, wo ich hin wollte. Wenn wir von Hannover losfuhren, war bis Wolfsburg "Friede, Freude, Eierkuchen" und aus jedem Abteil hörte man die Leute sich unterhalten und lachen. Das änderte sich aber allmählich, sobald der Zug ab Wolfburg in Richtung Oebisfelde anfuhr und als der Zug durch den großen Zaun auf DDR-Gebiet fuhr, machte sich eine sprichwörtliche Friedhofsruhe breit.


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#24

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 16:52
von ef99092 | 16 Beiträge | 1 Punkte
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Hallo Jürgen,
das Gefühl nach der Grenzkontrolle der DDR war ein befreites Wohlgefühl, der Zug ruckte an und es waren nur noch gleichgesinnte im Zug, die griesgrämigen Gesíchter der DDR - Kontroleuere waren weg. Vor den bundesdeutschen Kontrollen hatte keiner Angst.
Den Eindruck sofort als Einer aus dem Osten erkannt zu werden hatte ich nicht, auch im Osten konnte man sich modern kleiden, musste nur mehr dafür ausgeben, zumal wenn man vorhatte in den Westen zufahren. Aber erkannt wurde man wenn man irgendwo nach dem Weg oder Ähnlichen fragte, denn mit unserem thüringischen Dialekt wurde man erkannt - hatte aber , wie auch heute, kein Problem damit.
Die Erfahrungen die Du mit den weiblichen Bediensteten der Kontrollorgane der DDR gemacht hast, kann ich nur bestätigen, die Weiber waren am schlimmsten, bin mal von so einer kontrolliert wurden und musste den Koffer total ausräumen, danach hatte sie mich mit den Haufen allein gelassen.

Es grüßt Dich, bis bald
Gerald


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#25

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 16:58
von Feliks D. | 8.889 Beiträge | 38 Punkte
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@ ef99092

Verständlich die Sache mit den weiblichen Angehörigen der Kontrollorgane oder nicht?

Erstens mußten sie sich vor ihren eigenen Kollegen beweisen und zweitens ließ der eine oder andere männliche Kontrollierte auch den erforderlichen Respekt vermissen.

Schlußfolgernd daraus mußten sie ja doppelt so streng sein, alleine um sich nichts vorwerfen zu lassen und um sich zu beweisen. Diese Verhaltensweise findest du aber heute auch noch genauso.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
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#26

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2009 17:39
von SanGefr | 218 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Feliks
Da glaube ich nicht so ganz dran. Das sie sich vor ihren eigenen Kollegen (Gernossen) beweisen wollten, will ich gerne zugeben. Jedoch glaube ich kaum, das der eine oder andere männliche Reisende den Respekt vor diesen weiblichen Kontrollen vermissen ließ. Die Frauen wußten ganz genau, welche Machtposition sie innehatten und diese nutzten sie auch eiskalt bei den Kontrollen aus.


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#27

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.10.2009 07:47
von ef99092 | 16 Beiträge | 1 Punkte
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Hallo Jürgen,
hallo Augenzeuge,
natürlich konnte ich nur fahren wenn ein Visumstempel mit Zeitangabe Reise im Reisepaß war und ich musste jedesmal eienen neuen Antrag stellen, wenn ich die Einladung meiner Tante hatte, da die Tante 5 Kinder hatte (sie war als Rentnerin in den Westen gezogen) und alle wollten sie besuchen, wusste sie das ich nicht zu ihr komme.
Einen Antrag meine Schwester zu besuchen hätte keinen Erfolg gehabt, es hatte nur über die Einladung der Tante funktioniert.
Nach der Wende habe ich meine Stasiakte angefordert um zu sehen ob die Stasi es mitbekommen hatte, dass ich nie nach Düren gefahren bin - in der Akte stand nichts. Ich hoffe jetzt etwas Licht in das Dunkel gebracht zuhaben.
Mit dem "wenn man erst mal einen Reisepaß hat" war natürlich auch das dazu gehörige Visum gemeint.


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#28

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.10.2009 09:56
von SanGefr | 218 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Gerald
Also das mit dem Reisepaß und dem Visum habe ich nicht in Abrede gestellt. Das geht wohl eher an die Adresse von "Augenzeuge" und "Bergmensch". Ich hatte mich lediglich darüber gewundert, dass Du als solch "junger" Bürger eine Besuchsgenehmigung in den Westen erhalten hast. Das hast Du mir und uns ja ausreichend begründet. Bleibt nur noch die Frage, aus welchem Grunde sie Dir 1988 und 1989 eine Genehmigung erteilt haben. Nicht das ich Dir das nicht gegönnt habe. Andere haben, weiß Gott, vergeblich versucht, aufgrund wichtiger familiärer Angelegenheiten (hoher Geburtstag, Tod eines nahen Angehörigen u dgl.) eine Ausreisegenehmigung zu "ergattern". Sogar Erich Hoecker konnte nicht zum Begräbnis seiner Eltern. Ob der einen Antrag gestellt hat? Aber manchmal hat man das Gefühl, die DDR warf alle Anträge in einen großen Topf und loste jeden Monat soundsoviel aus, die dann die Glücklichen waren.
Rückwirkend betrachtet ist es wirklich schon eine unverschämtheit, dass es Leute oder Behörden gab und immer noch gibt, die anderen erwachsenen Menschen vorschrieben und vorschreiben, ob, wann, wie, warum und wohin sie jemanden besuchen dürfen oder nicht. Und das deine Frau in Erfurt bleiben mußte, ist logischerweise jedem klar, darüber brauchen wir ja wohl nicht zu diskutieren.
MfG Jürgen


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#29

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.10.2009 11:04
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Hallo Jürgen,
ab den 80 zigsten Geburtstag durften Verwante bis 2. Grades jährlich einen Antrag stellen, daher die 2. und 3. Reise und ab 1987 wurde es relativ großzügig gehandhabt.
Gruß
Gerald


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#30

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.10.2009 20:42
von SanGefr | 218 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Gerald!
Ahh, das wußte ich noch gar nicht. Danke, wieder was dazugelernt.
Gruß
Jürgen


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#31

RE: Vorstellung des Sanitäts-Gefreiten

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.10.2009 17:59
von ef99092 | 16 Beiträge | 1 Punkte
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Hallo Jürgen,
ich denke es gibt für Alle die 40 Jahre vor der Wende hier und dort gelebt haben, dass man immer noch von beiden Seiten lernen kann, wichtig ist nur, wie es hier im Forum praktiziert wird, keine Aroganz, egal aus welcher Sicht, aufkommen lässt. Ich denke Deine Beiträge sind eine echte Bereicherung.

Gruß Gerald


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