Bundesgrenzschutz

  • Seite 1 von 6
13.03.2022 09:10
avatar  Ratze
#1
avatar

Moin
per Suchfunktion habe ich nicht gefunden, dass über meine ehemalige "Firma" mal berichtet und die Entstehung hinterfragt wurde.
Mich interessiert natürlich speziell der Norden.
Im Buch von Dierske, "Der Bundesgrenzschutz" von 1963 ist eine Aufstellung der ehemaligen Standorte enthalten.
Der BGS wurde in Lübeck aufgestellt und damals in der Unterkunft St. Hubertus, der heutigen Schule der Bundespolizei.
Das Grenzschutzkommando Küste gab es erst seit 54, davor war das GSK N aus Hannover hier zuständig.
Aber es gab am Beginn auch Abteilungen in Hamburg Harburg (technische Abteilung von 1954 bis 56) und Rahlstedt (von 51 bis 56) Die wohl als GSA West III und IV benannt waren. Wohin zogen die später um? Alle nach Kassel und Umgebung?
In Lübeck gab es nach dem o.a. Buch 3 Abteilungen. die eine von 1951 - 62, die zweite ab 1951 und die dritte ab 59.
Aus der GSA II/8 ist eine Hundertschaft, vermutlich die 7./- 1955 nach Ratzeburg umgezogen. Da wurde dann lauf Buch angeblich auch eine Fernmeldehundertschaft schon 53 aufgestellt. Dies widerspricht allen Infos aus den mir bekannten Quellen.
Hat jemand nähere Infos hierzu? Aber auch Infos zu anderen Standorten oder der Geschichte des BGS sind erwünscht.


 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 09:46 (zuletzt bearbeitet: 13.03.2022 09:51)
avatar  GKUS64
#2
avatar

Hier hast du ja bestimmt schon recherchiert, ich finde die Informationen aber sehr umfangreich.

1. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...ERXwueClDkaOYD7
2. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...xCrjdClSRzRIPaq

Einen frohen Sonntag wünscht

GKUS64


 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 10:18
avatar  Ratze
#3
avatar

Moin @GKUS64 für Deine Info. Das ist aber "zu grob" und stimmt mit dem von mir zitierten Buch in vielen Fällen nicht überein.
Dir auch einen schönen Sonntag.
Hier scheint die Sonne jedenfalls.


 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 15:44 (zuletzt bearbeitet: 13.03.2022 15:45)
avatar  Ehli
#4
avatar
Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 16:45
avatar  harbec
#5
avatar

Hallo Wolfgang!
Wenn ich es richtig sehe, kann ich Dir Deine Fragen beantworten. Sie stehen in meinem Buch
"Die Geschichte des GSK Nord" relativ gut beschrieben drin. Etwas verworren ist der ganze Aufbau
der GSK Nord / Küste mit seinen vielen Änderungen schon gewesen. Ich kann Dir von den betreffenden
Seiten gerne ein paar Kopien machen. Das alles hier zu erläutern wäre eine Jahresaufgabe. Sende mir
Deine Adresse per PN und dann geht es los!

Gruß Hartmut


 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 17:41
#6
avatar

Zitat von harbec im Beitrag #5
Ich kann Dir von den betreffenden
Seiten gerne ein paar Kopien machen. Das alles hier zu erläutern wäre eine Jahresaufgabe. Sende mir
Deine Adresse per PN und dann geht es los!
Für den Fall, dass ihr @Ratze und @harbec Euch durch die Flut der Datensammlung durchgeackert und durchgekämpft habt, seid bitte so nett und stellt aufs Wesentliche konzentriert die Kurzfassung hier ein,
auf dass wir alle etwas davon haben. coole-smilies-0033.gif von 123gif.de

*****************************************************************************************************************************************
"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
*****************************************************************************************************************************************

 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 17:53
avatar  Ratze
#7
avatar

Da die Infos zum Teil von @Harbec stammen muss er zustimmen
Meine Erkenntnisse trage ich gern kommende Woche ein
Jetzt muss ich sehen, dass ich die Internetseite finde auf der das Wahlergebnis zum neuen Bürgermeister zu finden sind
Tschüss für heute


 Antworten

 Beitrag melden
13.03.2022 21:07 (zuletzt bearbeitet: 14.03.2022 13:24)
avatar  harbec
#8
avatar

... Brief mit den Kopien (GSK Küste) liegt bei mir im Postausgang
und ist seit vorhin(14.02.) bei der Post! Müsste morgen ankommen.

Gruß Hartmut


 Antworten

 Beitrag melden
14.03.2022 18:56
avatar  harbec
#9
avatar

Hallo Wolfgang!
Selbstverständlich kannst Du mein Material für Deine Vorstellung des Themas verwenden.
Ich glaube, ich habe noch etwas gefunden, was Dir evtl. noch fehlt. Schicke ich Dir in den
nächsten Tagen zu. Melde Dich mal, nachdem Du mein Material erhalten hast!
Gruß Hartmut

Gruß Hartmut


 Antworten

 Beitrag melden
14.03.2022 20:14
avatar  Ratze
#10
avatar

Klar, mache ich


 Antworten

 Beitrag melden
14.03.2022 20:17
avatar  Ratze
#11
avatar

Ich werde in den nächsten Tagen mal die ersten Schritte des BGS in RZ einstellen
Alles aus dem Kreisarchiv
Bei der Bundespolizei ist jetzt nach “Betretungsverbot”
Nach Ostern bekomme ich da hoffentlich meinen Termin


 Antworten

 Beitrag melden
16.03.2022 11:39 (zuletzt bearbeitet: 16.03.2022 11:40)
avatar  Ratze
#12
avatar

Die Entwicklung des BGS im Norden stellt sich mir wie folgt da
Ich habe aber die Hoffnung auf die Beiträge von @Thunderhorse, der sicher aus seinem Archiv noch wichtige Details liefern kann, wenn er die Zeit findet.
Die Belowkaserne in Ratzeburg in der Mechower Straße war nach Kriegsende Unterkunft für viele Flüchtlinge.
Aber es waren dort auch untergebracht das Kreisgesundheitsamt im ehemaligen Stabsgebäude am Grünen Weg, dem Kreiskrankenhaus im Hundertschaftsgebäude der 2./- (Stand 70/80 er Jahre), dem Nordwerk, einer Schulmöbelfabrik und der Firma Jokisch, die Konserven herstellte.
Im Mai 51 wurde in St. Hubertus die GSA mot IV S aufgestellt, die im Juni nach Hamburg Rahlstedt verlegte. Diese Einheit wurde am 1.1.54 umbenannt in III GSA 7 mit Sitz in Lübeck, nach Aufstellung des GSK Küste (aufgestellt 26.11.53) wurde sie am 1.3.54 dem neuen Kommando unterstellt. Die Ausbildungsabteilung GSA N IV wurde in Glückstadt am 15.01.54 aufgestellt und nach Umbenennung in GSA N III/6 am 01.04.55 im Juli 56 nach Lübeck verlegt und erhielt den taktischen Namen II/7 und übernahm die Walderseekaserne. Teile wurden dann 1955 als 7. Hundertschaft nach Ratzeburg verlegt. Der Abt. Kdr. ab 01.07.56 war OTL Wilhelm Ney.
Bereits 54 begannen die Vorbereitungen zur Räumung der Kaserne in Ratzeburg. Es wurden für die verbliebenen 164 Flüchtlingsfamilien Wohnraum gebaut, das Krankenhaus wurde neu gebaut und das Kreisgesundheitsamt sollte mit Übergangsquartier in der Töpferstraße einen Neubau erhalten.
Am, 15.06.55 war es dann soweit und die 7./- Hundertschaft unter Führung von H Thonn marschierte in Ratzeburg ein.
Abgesessen wurde vor der ehemaligen Gelehrtenschule, heutiges Rathaus, und dann ging es zu Fuß zum Markt, wo dem Abteilungskommandeur aus Lübeck OTL Krüger Meldung gemacht wurde. Nach den vielen Reden marschierten die Grenzer zu ihrer Unterkunft.
Für die Offiziere und Offiziellen gab es in der Theaterklause ein Frühstück.
Am Nachmittag war Vereidigungsgottesdienst in der katholischen Kirche und im Dom.
Bei dem schweren Grenzzwischenfall am 2.8.52 in Wietingebek war gem. der vorliegenden Unterlagen die GSA W IV im Einsatz.
Wie die darein passt ist noch unbekannt.
Quellen: Der Bundesgrenzschutz , Dierske; Kreisarchiv Ratzeburg, Lübecker Nachrichten
Bei der Fortsetzung kommen dann die Unterlagen von @harbec dazu


 Antworten

 Beitrag melden
16.03.2022 15:30
avatar  RainAir
#13
avatar

Hallo Wolfgang,
ich weiß jetzt nicht, ob du im Besitz vom Heft 153 (Oktober 1999) der Lauenburgischen Heimat bist.
In diesem Heft wird auf 14 Seiten die Geschichte des BGS Standortes in Ratzeburg erläutert.
Ich habe dir die Seiten einmal abfotografiert und in einem "PDF" zusammengeführt. Wenn alles klappt, ist dieses PDF diesem Eintrag angeheftet. Entschuldige bitte die teilweise schlechte Qualität.

Gruß aus Schwarzenbek
Rainer


 Antworten

 Beitrag melden
16.03.2022 16:48
avatar  Ratze
#14
avatar

Moin @RainAir, nee, das Heft kannte ich nicht
Schon erstaunlich, das die taktischen Bezeichnungen auseinandergingen
Ich war immer der Meinung, das Teile der II/8 in Ratzeburg lagen, nach den Unterlagen die ich heute früh eingestellt habe, war es die 7./- Hundertschaft der Gruppe 7
In diesem Text steht jetzt wieder II/8
Bin gespannt was bei meinem Besuch in der Kaserne nach Ostern rauskommt
Da herrscht noch Betretungsverbot
Aber dazu werde ich berichten
Danke für den Text


 Antworten

 Beitrag melden
18.03.2022 10:42
avatar  Ratze
#15
avatar

Und noch mal einige Infos zum BGS in Ratzeburg, die ich so gefunden habe.
Auf dem Gut Kogel war dem BGS ein Areal zur Verfügung gestellt, um dort Übungen abzuhalten und zu zelten, mit einer Unterbringung in 4 Mann Zelten mit insgesamt 40 – 50 Mann
Die Masse der Übungen vollzog sich im Bereich Piper und Pfuhlsee
Als Übung war u.a. das Überqueren eines Gewässers Bestandteil, alle Grenzjäger sollten Rettungsschwimmer sein, so dass dies ohne Probleme gemacht werden konnte.
Auch beim CVJM wurde für den BGS geworben, 100 Mitglieder hatten ihre Zelte im Kasernengelände aufgeschlagen und informierten sich. Die Gäste wurde darüber unterrichtet, dass die Ausbildung 20 Wochen dauert und zum Abschluss das Sportabzeichen und der DLRG Grundschein abzulegen war, alle Führerscheine waren zu machen.
Der Inspekteur des BGS hatte sich angesagt. General a.D. Matzky und der Kommandeur des Kommandos General a.D. Andresen sahen sich den Ausbildungsstand der Hundertschaft an.
Der BGS hatte zum „Gemeinschaftsabend“ eingeladen. Am Vortag war die Ausbildung für 70 Grenzjäger beendet worden und nun wurde zusammen mit den Vertretern der Stadt, den bei der Renovierung eingesetzten Handwerkern und den Grenzjägern bei Bier und Imbiss gefeiert.
Die Grenzer hatten ihre Stubentüren nicht mit Nummer versehen, sondern Länder- und Städtenamen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten verziert.
Es waren 50 Namen von Ländern- oder Städten im Osten angebracht worden. Auf jeder der Stuben liegt ein BGS´ler der dort geboren ist. Die Schilder wurden durch handwerklich
Begabte hergestellt und von den anderen durch das „Erbsengeld“ wurde das Material gekauft.
Die Firma Jockisch, sicher hier im Norden vielen bekannt, brauchte Arbeitskräfte, die das Gemüse von den Feldern holte und da musste der BGS ran.
Aber die Grenzjäger hatten auch „Kartoffelgeld“ gesammelt und davon wurden 20 kg Pakete für Bedürftige mit Bekleidung gepackt.
Auch hier hatte sicher die Firma Jokisch die Hände im spiel, aber das ist nicht belegt, sondern wird nur angenommen.
Der Soldatenfriedhof auf dem St. Georgsberg wurde neu angelegt. Dafür stellte der BGS 10 Arbeitskräfte ab, die unter Aufsicht eines Architekten die Anlage herrichteten.
Die Firma Jokisch verarbeitete in der Kaserne zuerst Erdbeeren und anschließend viele hundert Zentner von Erbsen, die in ca. 100.000 Dosen mit Bild vom Ratzeburger Dom nach Süddeutschland geliefert wurden.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!