Zusammenarbeit BGS ZGD etc

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30.01.2022 18:47
#1
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Moin,
vielleicht kann mal einer von den dabei Gewesenen was dazu sagen. Bei uns war es immer so, daß wenn der Zoll da war und der BGS auftauchte, die Zöllner sofort das Weite suchten. War der BGS eher da, fuhren sie einfach mit dem VW Bus noch eine Runde oder beobachteten, wenn der `BGS wegfuhr aus "sicherer" Entfernung.
Genau so wenn sich der Ami näherte. Oft war dann auch der BGS weg, aber es gab da gelegentlich auch beobachtbare Kontakte.
War das so gewünscht/vorgeschrieben oder gab es da auch (siehe ZA Trapo/GT) Vorbehalte gegen den Anderen?

Grüße
Schnorchel

mors corporis poena peccati est


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30.01.2022 19:32 (zuletzt bearbeitet: 30.01.2022 19:34)
avatar  Fred.S.
#2
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zu 1
Da wird es wohl die unterschiedlichsten Beobachtungen seitens der GT an Land wohl geben. Schnorchel.
Bin auch gespannt was die Jungs vom BGS / GZD dazu sagen.
Aus meiner Dienstzeit im Elbabschnitt kann ich sagen, das ich ein Zusammentreffen von GZD-BGS- Polizei- Streifen oder gar mit britischen Aufklärungstrupps nie beobachtet habe an den Fährstraßen.
Jede Gruppe beobachtete unser Gebiet von den Fährstraßen aus ohne das Andere schon dort waren. Fred


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30.01.2022 19:53
avatar  Mike59
#3
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Grundsätzlich hatte der BGS die Grenzpolizeiliche Aufsicht (Sag ich mal so) und der Zoll war eher unterstützend (Sag ich mal so) aktiv.
Aber wir haben ja Insider. Also abwarten.


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30.01.2022 20:33
avatar  Fred.S.
#4
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zu 3
Deinen Beitrag kann ich nur bestätigen, Mike.
Während der BGS und die Briten sich vorrangig auf den Fährstraßen die Beobachtung durchführten, war der GZD Land aktiver. Mit ein Fahrrad oder noch gar mit ein Wuff, streifte der Zöllner meistens alleine im Elbvorgelände umher oder führte die Beobachtung von B-Stellen auf dem Deich bzw. von Hochsitzen in Baumgruppen im Elbvorgelände durch.
Ich denke das seine Meldungen über Ereignisse auf der Elbe, dem DDR-Elbvorgelände von seiner Führungsstelle auch dem BGS übermittelt worden sind. Ein enges Zusammenwirken somit war gewährleistet. Fred


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30.01.2022 21:43
#5
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Zitat von Mike59 im Beitrag #3
Grundsätzlich hatte der BGS die Grenzpolizeiliche Aufsicht (Sag ich mal so) und der Zoll war eher unterstützend (Sag ich mal so) aktiv.
Aber wir haben ja Insider. Also abwarten.
War wirklich alles für die Tonne (sag ich mal so), was man Dir für Deinen Verantwortungsbereich als Grenzaufklärer, intensive Beobachtung des Bundesgebietes, insbesondere über die Aufgaben der Grenzschutzbeamten, des Zolls und der Grenzbesucher verklickert hat?

Irgendwas muss doch außer den beiden mageren Sätzen noch hängen geblieben sein in den Jahren der Ausbildung (sag ich mal so). Falls nicht, mal eben kurz Nachschauen im Fachblatt "Wachsam und Kampfentschlossen".

Sehe gerade, Du bist nicht online, schade. Bier und Chips dann bei nächster Gelegenheit!

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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30.01.2022 23:29
avatar  anjo
#6
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Da hier mal wieder der BGS zur Sprache kommt. erlaube ich mir eine Frage zustellen, kann ja sein das ein alter BGSler nur mal so liest.
Bereich Eschwege gegenüber Hildbrandshausen, im besonderen der Bereich Hülfensberg (Das Kloster).
Wichtig ist die Zeit 09.68 bis etwa 11.69 gibt es da jemand?????!!!!


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31.01.2022 09:25
avatar  Ratze
#7
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Moin
Dann will ich mich mal äußern als alter BGS‘ler
Der Zoll war ja von den Briten mit der „Aufgabe“ Grenzschutz im Norden bereits 46 betraut worden
Die InterzonenüberwachungsVO war wohl die Rechtsgrundlage
Der BGS wurde dann 51 gegründet und bekam per Bundesgesetz die Aufgabe des Grenzschutzes übertragen
Dem Zoll wurde dann in den 70ern Aufgaben des BGS per Gesetz übertrage
Bei uns in RZ lief das wie folgt ab
Alle 2 Wochen trafen sich der BzbV des Zoll und der Bearbeiter Sicherheit und stimmten ab welche Behörde an welcher Stelle Streife läuft
Schreibe später weiter Bekomme gerade Aufträge von meiner Regierung


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31.01.2022 10:35
avatar  Ratze
#8
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Ich setzt fort
Der Abteilungsabschnitt war in 8 Überwachungsabschnitte eingeteilt
Der Zollbeamte hatte immer Erstzugriff, da die Beamten aus den GASTen direkt in den Abschnitten wohnten und einen kurzen Weg hatten
Es wurden immer 2 Abschnitte jeder Behörde zugewiesen, für die jeweilige Streifenzeit
Ziel dabei war es so viele Stellen im Grenzraum zu besetzen wie möglich
Die Streifen sollten nicht von beiden Behörden im gleichen Abschnitt sein
Die Erkenntnisse liefen spätestens bei der Lage des Präsidiums zusammen
Abteilung meldete ans Präsidium und Zoll meldete ans HZA und die erstellten eine Meldung an das BGS Präsidium
Einmal im Vierteljahr machten die Spitzen des ZKom und des Sachgebietes eine gemeinsame Streife oder trafen sich nur zum Kaffee und tauschten Infos aus
Ich habe das grundsätzlich als eine gute Lösung empfunden
Damit bin ich fertig
Bei Unklarheiten einfach nachfragen


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31.01.2022 13:09
avatar  Mike59
#9
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Zitat von IM Kressin im Beitrag #5
Zitat von Mike59 im Beitrag #3
Grundsätzlich hatte der BGS die Grenzpolizeiliche Aufsicht (Sag ich mal so) und der Zoll war eher unterstützend (Sag ich mal so) aktiv.
Aber wir haben ja Insider. Also abwarten.
War wirklich alles für die Tonne (sag ich mal so), was man Dir für Deinen Verantwortungsbereich als Grenzaufklärer, intensive Beobachtung des Bundesgebietes, insbesondere über die Aufgaben der Grenzschutzbeamten, des Zolls und der Grenzbesucher verklickert hat?

Irgendwas muss doch außer den beiden mageren Sätzen noch hängen geblieben sein in den Jahren der Ausbildung (sag ich mal so). Falls nicht, mal eben kurz Nachschauen im Fachblatt "Wachsam und Kampfentschlossen".

Sehe gerade, Du bist nicht online, schade. Bier und Chips dann bei nächster Gelegenheit!

Hast recht, war für die Tonne. Da hast du nun ein paar Sätze mehr geschrieben, aber substanziell ?
Ansonsten, Nachos.


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31.01.2022 21:11
avatar  Mike59
#10
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Das hat man mir als Anwärter gelehrt -



alles geschwätzt.


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01.02.2022 06:58 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2022 06:58)
#11
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Mal eine Frage an @Ratze

Wenn Du Mal einen Dir bekannten Grenzabschnitt betrachtest, ungefähr welches Kräfte-Verhältnis bestand zwischen beiden Seiten
Also auf der einen Seite BGS/Zoll und auf der anderen Seite die Grenztruppen der DDR.

Ich denke hier an den Normalfall, also ohne besondere Lage.
Wie viel könnte der Westen stellen und wie viel die andere Seite?


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01.02.2022 07:49
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#12
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( gelöscht )

@axelloko

Ein nackter Zahlenvergleich wäre schon mal interessant, aber dass sagt ja noch nichts über die "Kampfkraft" aus.

Die Beamten auf der anderen Seite haben bestimmt nicht die Tage bis zu ihrer Entlassung gezählt, sondern eher die Tage bis zur Pensionierung. Wobei das sich sicher auch in der langen Zeit etwas verändert hat.

Ich gehe mal davon aus, dass beide Seiten froh über jeden Tag waren wo sie für die "Katz" unterwegs waren.

Wenn Dich der Bereich zwischen Werra und Harz interessiert, dann kann ich Dir das Buch von Uwe Oberdiek empfehlen.

"Die Überwundene Grenze" Geschichte der deutschen Teilung zwischen Harz und Werra

ISBN 978-3-00-050101-2

Da geht es um Strukturen der Grenzsicherung auf beiden Seiten des Zaunes im Zeitraum vom Kriegsende bis 1990 .

Uli


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01.02.2022 08:32
#13
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Ja die tatsächlichen Zahlen habe ich auch.
Aber eben die Frage, wieviel Leute tatsächlich da waren.
Bei unseren Grenztouren haben wir selten jemand , auf der westlichen Seite getroffen.
Erst als wir uns immer beim BGS in Eschwege angemeldet hatten war das anders.
Vom Zoll ist mir im Bereich Eschwege nichts in Erinnerung. Da kann ich mich aber auch täuschen.


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01.02.2022 10:33 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2022 10:38)
#14
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Zitat von axelloko im Beitrag #13
Bei unseren Grenztouren haben wir selten jemand , auf der westlichen Seite getroffen.
... weil die "westliche Seite" Grenzüberwachung umsetzte (polizeiliche Maßnahme), auf der östlichen Seite personalintensive Grenzsicherung (militärische Handlungen) betrieben wurde. Für mich als Zollbeamten an dieser Grenze stellten die Todesautomaten kein Riskio dar, denn sie waren weder auf mich, auf Kollegen des BGS oder sonstigen Klassenfeinde gerichtet. Funktion und Mechanismus waren darauf ausgelegt, DDR-Bürger zur Strecke zu bringen.

Durchzuführende, von der innerdeutschen Grenzkommission festgelegte Arbeiten am unmittelbaren Grenzverlauf, Freilegen von Grenzmarkierungen, Beseitigung von überwucherndem Unkraut, Baumfällarbeiten usw. wurden stets und ständig mit überpeniblem Personalaufwand überwacht. Die Irrationalität gipfelte in der Situation, das zwei mit Sensen ausgerüstete Arbeiter von sechs bis acht "feindwärts" eingesetzten GT-Angehörigen überwacht wurden ggf. bestand ihre Aufgabe auch darin, die Arbeiter an der Kontaktaufnahmen mit Westgrenzern oder gar am Verlassen des sozialistischen Paradieses zu hindern.

Der Schwachsinn erreichte seinen Höhepunkt, wenn ich als Einzelperson und Repräsentant westdeutscher Grenzorgane dieser Dominanz gegenüberstand, ich hatte dem nichts entgegenzusetzen! Die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit ist in der DDR über Jahrzehnte aus dem Ruder gelaufen, ich behaupte, der Schein ersetzte die Wirklichkeit.

Ich hatte Zugang zum Unansehnlichen, Einblick in die reale Darstellung, die dem normalen DDR-Bürger verschlossen blieb, außer er verrichtete seine Wehrpflicht bei den Grenztruppen! Das Einsperren der Bevölkerung unter Todesandrohung beim Verlassen der Republik sowie die konkrete Umsetzung mit zahlreichen Toten waren
über Jahrzehnte die traurige Wirklichkeit, bis endlich auch für die DDR selbst das Totenglöcklein läutete.

Spät, für viele Menschen leider viel zu spät.

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01.02.2022 11:17 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2022 13:18)
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#15
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Wir hatten ja einige PG wo man täglich auch mal BGS oder Zoll gesehen hat, aber auch eben PG wo ich wimre in dem Jahr vielleicht nur einmal jemanden gesehen habe. Bestimmte Stellen wie Sickenberg und Asbach, sowie im Friedatal bei Großtöpfer, gegenüber Döringsdorf oder der Straße Wanfried wurden regelmäßig vom Zoll und BGS frequentiert. Meist mit dem Fahrzeug. Streifen zu Fuß hat man seltener gesehen und durch den meist dichten Bewuchs auf hessischer Seite war auch ein gedecktes Vorgehen leichter möglich als bei uns. Wir standen ja an der Sprechstelle neben dem Kolonnenweg wie auf einem Präsentierteller. Bei dem alten GMN gab es ja ach in der Tiefe noch Sprechstellen welche kaum eingesehen werden konnten.

Uli


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