Zusammenarbeit BGS ZGD etc

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03.02.2022 12:50 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2022 12:59)
avatar  harbec
#46
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... zu den Beiträgen ## 1 u. 25:

Zu # 1: Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich während meiner gesamten Dienstzeit in RZ und den Einsätzen an Ost-, West- Nord- und Südgrenze mit dem Zoll keinerlei Probleme hatte. Wobei ich aber sagen muss, daß es in den ersten Jahren mit der Zusammenarbeit nicht so prickelnd war. In den letzten Jahren meiner aktiven Zeit an der Grenze kam es sogar vor, dass die Zöllner mit uns Verbindung aufnahmen. Man traf sich am Punkt X und tauschte Erkenntnisse aus. Auch benutzte man manchmal gemeinsame Funkkanäle, wobei ich an der Ostgrenze sogar 2x vom Zoll um Unterstützung gebeten wurde. In den ersten Jahren
kam es mir aber so vor, dass die Kollegen von der Finanzverwaltung öfter mal ihr eigenes Süppchen kochten.
Bei meinem letzten Grenzeinsatz an der Schweizer Grenze während des NATO-Gipfels war die Zusammenarbeit und das Verhältnis in allen Belangen sehr ansprechend und freundlich.

Zu # 25: In den ganz frühen Jahren (70iger) kam mir der Spruch mit den Agenten 007 des Zolls an der DDR-Grenze mal zu Ohren.
Von wem das kam, weiß ich nicht mehr. Also:
- erste 0: Null Bock,
- zweite 0: Keine Ahnung
- die 7: Ewig Bes.-Gr. A 7

Gruß Hartmut


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03.02.2022 13:38
avatar  RainAir
#47
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Zitat von harbec im Beitrag #46
... zu den Beiträgen ## 1 u. 25:

Zu # 25: In den ganz frühen Jahren (70iger) kam mir der Spruch mit den Agenten 007 des Zolls an der DDR-Grenze mal zu Ohren.
Von wem das kam, weiß ich nicht mehr. Also:
- erste 0: Null Bock,
- zweite 0: Keine Ahnung
- die 7: Ewig Bes.-Gr. A 7


Danke @harbec , davon hatte ich wirklich noch nie gehört.

Also die "7" stimmt! Zu den beiden "Nullen" äußere ich mich lieber nicht. Das bringt nur Unfrieden.


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03.02.2022 13:50
avatar  harbec
#48
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... @ RainAir: Ich hatte die ersten 20 Jahre meiner Dienstzeit dienstlich mit dem Zoll nichts zu tun. Das kam erst nach
der Grenzöffnung als ich aus Lübeck nach Ratzeburg übersiedeln musste. Bei einem der ersten Kontakte kam dieser Spruch von
einem GSE-Beamten an der dänischen Grenze. Ich fragte natürlich nach und bekam die o.a. Erklärung! Nichts für ungut,
Anwesende immer ausgeschlossen!

Gruß Hartmut


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03.02.2022 14:05
avatar  RainAir
#49
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Alles gut, ich habe damit auch kein Problem. Aber vielen Dank, dass du es noch einmal erklärt hast.
In diesem Fall hat "007" ja dann auch überhaupt nichts mit der Zusammenarbeit von Zoll und BGS an der innerdeutschen Grenze zu tun.


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03.02.2022 14:13 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2022 14:45)
#50
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Zitat von Ratze im Beitrag #7
Die InterzonenüberwachungsVO war wohl die Rechtsgrundlage
Die IZÜVO vom 18. Juli 1951 nimmt Bezug auf das Militärregierungsgesetz Nr. 53 der vier Siegermächte in der ursprünglichen Fassung vom 18. September 1944, an welchem Tage die Besetzung begann.
Die >>Militärregierung – Deutschland<< im Kontrollgebiet des 0bersten Befehlshabers aktualisierte das Gesetz seit diesem Datum fortlaufend.
Bereits seit 1945 mit Gründung des "British Frontier Service -BFS", Aufgabe: Unterbindung des Schmuggel über die Zonengrenze nahm der Zollgrenzschutz diese Aufgaben wahr.

März 1946 entstand die "Chefinspektion des Zollgrenzschutzes -Britische Zone-", parallel dazu
bildete sich die sogenannte "Leitstelle der Finanzverwaltung für die britische Zone" .

Juni 1947 zur Entlastung der britischen Militäreinheiten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurde die deutsche Polizei beauftragt, die Überwachung der Demarkationslinie zu übernehmen. Diesen Polizeieinheiten waren übergeordnet die britischen Land-Conimissioners, Regional-Commissioners und Kreis-Residenz-Offices.
Die Polizeikräfte stießen auf Grund der seinerzeit personalintensiven Aufgabenübertragung schnell an ihre Grenzen.

1948 wurden aufgrund dessen die Angehörigen des Zollgrenzschutzes aus der "Chefinspektion des Zollgrenzschutzes -Britische Zone-" gemäß Weisung der Militärregierung organisatorisch herausgelöst (Weisung FTA 81) und mit der alleinigen Überwachung der Demarkationslinie betraut (die besoldungstechnische Zuständigkeit für Versorgung und Besoldung verblieb bei der Oberfinanzdirektion).

Die Zuständigkeit oblag danach dem "Frontier Control Service - FCS" unter Führung eines "Controller General",
seinem Stellvertreter "Deputy Controller", weiteren "Assistent Controllers -AC-" und "Deputy Assistant Controllers -DAC-".

Die untergeordneten Dienststellen der "Chefinspektion des Zollgrenzschutzes -Britische Zone-" organisierten sich wie folgt, Oberbehörde: Inspektion des Grenzdienstes Kiel, zu einem späteren Zeitpunkt wurde daraus das "Hauptzollamt (G) Lübeck", mit untergeordneten Zollgrenzkommissariaten (G) Lübeck, Ratzeburg, Hollenbek und Büchen, dazugehörend insgesamt 26 GASten (Grenzaufsichtsstellen).

Die westlichen Besatzungsmächte hatten sich im Frühjahr 1948 für die Bildung eines deutschen Staates auf dem Territorium ihrer Besatzungszonen entschieden. Mai 1949 wurde dieses Grundgesetz verkündet, zeitgleich die Bundesrepublik Deutschland gegründet und mit der Wahrnehmung der Aufgaben, die im Militärregierungsgesetz Nr. 53 der britischen und amerikanischen Militärregierung sowie des französischen Hohen Kommissars zur Kontrolle des Güterverkehrs von Waren, Vermögenswerten und Devisenbeschaffung in Verbindung mit der IZÜVO vom 18. Juli 1951 genannt sind, betraut.

Diesen Aufgabenbereich hat die Zollverwaltung eigenständig mit Abwicklung und Durchführung des Güterverkehrs durch Behandlung von Bezugsgenehmigungen und Warenbegleitscheinen wahrgenommen.

Die DDR profitierte von diesem Gesetz, für die in der DDR produzierten Erzeugnisse (Vermögenswerte - keine Waren) wurde im innerdeutschen Handel kein Zoll erhoben. Gewissermaßen verfügte die DDR mit den Vorteilen im innerdeutschen "Swing"über den Status eines EU-Migliedsstaates ohne formell der EU anzugehören.

Bis zum 3. Oktober 1990 nahm die Zollverwaltung diese Augabe wahr, anfänglich naturgemäß auch an der grünen DDR-Grenze gemäß Beschluß des Kontrollrates der Militärregierung – Deutschland. Nach der Grenzöffnung erlangte das Gesetz zusehends an Aktualität mit Schmuggel, Umrubeln im Zusammenhang mit dem Problem der Transferrubel.

Der Trick mit dem Transfer-Rubel war in den Monaten nach der Währungsunion eine der einfachsten und lukrativsten Betrügereien.

Alexander Schalck Golodkowski wurde 1995 wegen des Vorwurfs der Abwicklung illegaler Waffengeschäfte, im Januar 1996 wegen Verstoßes gegen Militärregierungsgesetz Nr. 53 zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Zitat
MRG Nr. 53
Devisenbewirtschaftung und Kontrolle des Güterverkehrs

ARTIKEL I

Verbotene Geschäfte

1. Vorbehaltlich einer von der Militärregierung oder von einer von ihr bestimmten Stelle erteilten Ermächtigung sind alle Geschäfte verboten, die zum Gegenstande haben oder sich beziehen auf:

...

d. Vermögenswerte, gleichgültig, wo sie sich befinden, sofern das Geschäft zwischen Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt, Hauptniederlassung oder Sitz im Gebiet und Personen außerhalb des Gebiets abgeschlossen wird oder sich auf solche Personen bezieht;

...

2. Abgesehen von üblicher persönlicher Habe dürfen Vermögenswerte nur über die zugelassenen Grenzübergangsstellen und nur mit Ermächtigung der Militärregierung oder einer von ihr bestimmten Stelle in das Gebiet oder aus dem Gebiet verbracht werden.

ARTIKEL VIII

Strafen

1. Wer gegen die Bestimmungen dieses Gesetzes oder einer hierzu erlassenen Durchführungsverordnung oder Anordnung verstößt, macht sich strafbar und wird, wenn schuldig befunden, mit Gefängnis bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bis zu DM 25.000,-- oder dem dreifachen Wert der dem Gegenstand der strafbaren Handlung bildenden Vermögenswerte oder mit Gefängnis und Geldstrafe bestraft. Das Gericht kann auch die Einziehung der Vermögenswerte anordnen, die den Gegenstand der strafbaren Handlung bilden.


Eine Revision gegen das Urteil wurde vom Bundesgerichtshof (Verfassungsbeschwerde mit Beschluss vom 17. März 1999) verworfen, die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Im Juli 1996 kam es zu einer weiteren Anklageerhebung wegen Embargovergehen. 1998 wurde Schalck-Golodkowski wegen eines Krebsleidens für verhandlungsunfähig erklärt und brauchte zunächst nicht mehr vor Gericht zu erscheinen. Im Juli 1998 wurde er zu einer erneuten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt und die Strafe erneut zur Bewährung ausgesetzt.

Erfolglose Verfassungsbeschwerde von Dr. Alexander Schalck-Golodkowski

Die Überwachung der internationalen Grenze erfolgte durch Zoll und BGS nach ähnlichem Muster in Schichten wie an der Grenze zur DDR.

Die Einsätze erfolgten auf Anordnung des BMF nach Abstimmung durch BMI/BMF/Verbindungsbeamten der Zollverwaltung bei der Grenzschutzdirektion Koblenz.

Zu keinem Zeitpunkt wurden Zollbeamte durch Beamte des Bundesgrenzschutzes an der DDR-Grenze
beaufsichtigt oder kontrolliert. Die Aufgaben wurden aus Zeitersparnis und vereinfachungsgründen im "Personalverbund" durchgeführt, d. h. der oder die Reisenden bemerkten bei Grenzkontrollen im Großen und Ganzen nicht, welche Beamten gemeinsam die Amtshandlungen nach den ihnen übertragenen Befugnissen
durchführte. Die ministerielle Ebene regelte die Einzelheiten mit Durchführungsbestimmungen.

Schulungen in grenzpolizeilichen Angelegenheiten erfolgten im Rahmen des dienstbegleitenden Unterrichts an den Heimatdienststellen durch eigene Lehrkräfte sowie beim Hauptzollamt Flensburg durch Unterrichtende des BGS/GSE mit den in Frage kommenden Vorschriften (PaßG, AuslG, StGB, Aufenthaltsgesetze, Anzeigenerstattung usw. usw.)

Zur verstärkten Grenzüberwachung wurden MZVE (Mobile Zoll-Verstärkungseinheiten) eingesetzt, die aus Grenzaufsichtsdienstbeamten der Zollkommissariate an der DDR-Grenze zusammengeführt waren.

Eine MZVE-Einheit bestand aus 5 Beamten, ausgerüstet mit Dkfz (VW-Transporter, Benzinmotor mit höherer PS-Ausstattung als an der DDR-Grenze, zusätzlichen Funkgeräten zur Kommunikation mit Polizei und BGS). Mitgeführt wurde die Ausrüstung der Grenzbeamten wie an der DDR-Grenze die Regel. Ein Zkom stellte 3 MZVE-Einheiten.

Die Einsatzdauer war befristet auf 14 Tage, Teilnehmer pro Einsatz: 45 Beamte,
Einsatzleiter war ein Beamter des mittleren Dienstes (BzbV des Zkom) der abermals unterstützt wurde durch eingeteilte aB (aufsichtführende Beamte) einer MZVE-Einheit.
Die aB führten Dienstbuch, und waren mit gleichartigen Aufgaben wie an ihren Heimatdienststellen eingesetzt.

40-50 Überstunden waren an der Tagesordnung, die Hälfte wurde vergütet, die andere Hälfte mit Dienstausgleich an der Heimatdienststelle abgegolten.

Beherbergt waren die GAD-Beamten in bundeseigenen Wohnungen, durch den Bund angemietete Pensionen oder Hotels (in einfacher Ausstattung).

Nach Eintreffen am Einsatzort erfolgte die Begrüßung mit Besprechung und Einweisung in Einsatzräume und Grenzzollämter durch den zuständigen ZKom.

Die MZVE-Einheit verrichtete den Dienst mit einem Stammbeamten der GASt des regionalen
Kommissariats.

Die Dislozierung der Grenzzollstellen an der I-Grenze ähnelte den Erweiterungen mit großen und kleinen Ämtern nach der Grenzöffnung 1989 an der Grenze zur DDR.

Schwerpunkte waren Kontrollen zur Ahndung von Verstößen hinsichtlich des BtMG und der bereits geschilderten Grundlagen (siehe in Frage kommende Vorschriften).

Abgesehen von Autobahngrenzzollstellen existierten zahlreiche, unbedeutende und befristet besetzte kleine, mit oder ohne Schranke versehene Übergangsstellen, die sporadisch durch MZVE und örtliche GASten während der Nachtstunden besetzt wurden.

Die ebenso zahlreichen, unbewachten Wirtschaftswege möchte ich nur wegen der Vollständigkeit erwähnen. Diese Wege wurden in aller Regel von ortsansässigen Bewohnern genutzt, um sich größere Umwege, innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten zu ersparen.

Personen, deren Identität nicht vor Ort festgestellt werden konnte, wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen dem GSE übergeben. Diese Beamten nahmen auch grenzpolizeiliche Aufgaben des BGS war, umgekehrt war es aber genau so.

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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03.02.2022 14:30
avatar  RainAir
#51
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@IM Kressin
Klasse, 1a Zusammenfassung. Wirklich allererste Sahne!


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03.02.2022 16:38
avatar  Ratze
#52
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Ich komme noch mal zurück auf meine Karte in #35 und der Erklärung von @94 in #36
Die Gleiderung der Briten war
FIS - Frontier inspection Service in Cuxhaven
AD - ???? u.a. in Uelzen und Goslar
DAD - Deputy Assistent District mit dem Deputy Assistent Controler in Lauenburg etc.
BGP - Britsh Post Guard ohne Ortsbezeichnung
Was könnte "AD" heißen


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03.02.2022 18:57
#53
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Moin,
bar jeglichen Wissens werfe ich mal
Air Defence
in den Ring

mors corporis poena peccati est


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03.02.2022 19:24
avatar  Ratze
#54
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Aber die Zollaufsichtsbehörden waren glaube ich eher bodenständig und die Schmugler zu Fuß unterwegs


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03.02.2022 20:01
#55
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ich dacht Du meinst die Briten

mors corporis poena peccati est


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03.02.2022 20:02
avatar  Ratze
#56
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Die Briten waren die Aufsichtsbehörden hier im Norden bis in die 50 er


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04.02.2022 07:32
#57
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Zitat von Ratze im Beitrag #56
Die Briten waren die Aufsichtsbehörden hier im Norden bis in die 50 er


alles klar, Danke

mors corporis poena peccati est


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04.02.2022 10:38 (zuletzt bearbeitet: 04.02.2022 10:42)
#58
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Freundliche Grüße an die schreibende Zunft und Foristen des Forums darf ich ausrichten vom ehemaligen
User @B208 , einstmals beim Bundesgrenzschutz Ratzeburg tätig. Dem einen oder andere wird er von den Grenzertreffen noch im Gedächtnis sein.

Die konkrete Fragen des Themenautors

Zitat von schnorchel im Beitrag #1
Moin,
vielleicht kann mal einer von den dabei Gewesenen was dazu sagen. Bei uns war es immer so, daß wenn der Zoll da war und der BGS auftauchte, die Zöllner sofort das Weite suchten. War der BGS eher da, fuhren sie einfach mit dem VW Bus noch eine Runde oder beobachteten, wenn der `BGS wegfuhr aus "sicherer" Entfernung.
Genau so wenn sich der Ami näherte. Oft war dann auch der BGS weg, aber es gab da gelegentlich auch beobachtbare Kontakte.
War das so gewünscht/vorgeschrieben oder gab es da auch (siehe ZA Trapo/GT) Vorbehalte gegen den Anderen?

Grüße
Schnorchel
möchte er wie folgt beantworten:

Zitat von dem ehemaligen User @B208 früher BGS Ratzeburg



Moin H... , verfolge gerade im Forum das Thema BGS/GZD,

in meiner Dienstzeit bis 1982 hatte ich im Rahmen der Grenzstreifentätigkeit wenige Kontakte mit den Kollegen vom Zoll. Bei diesen Kontakten habe ich mich immer vorsichtig, zurückhaltend verhalten . Das hatte folgende Beweggründe:

a) Die Kollegen waren immer lebensälter

b) An der Uniform war nicht erkennbar, um welchen Dienstgrad/Position es sich handelte

c) Die Zöllner hatten die bessere Ortskenntnis und das intensivere Wissen über die Begebenheiten und Vorkommnisse in ihrem Abschnitt.

Wir als Streifenführer waren plus/minus 5 bis 6 Tage im Monat zum Grenzstreifendienst eingeteilt, wir konnten nicht jeden GAK kennen oder jede Veränderung sofort wahrnehmen.

Wir kamen in der Regel schwer bewaffnet, gut motorisiert und mit 4 Mann an die Grenze, der Zöllner oft mit dem Fahrrad oder als Fußgänger mit seinem Diensthund und einer Pistole, deren Magazin nur mit 5 Patronen gefüllt war.

(*meinereits eine Notiz als Beitragsersteller: Wie von @B208 zutreffend beschrieben, wurde die Dienstpistole Heckler & Koch HK4 im Kaliber 7,65 durchgeladen mit 5 Patronen im Magazin, einer weiteren Patrone im Patronenlager, insgesamt 6 Patronen getragen. Die spätere Dienstwaffe P6 SIG Sauer 9mm, wurde mit 8 Patronen getragen)

Dieses Kräfteverhältnis brachte eine gewisse Distanz. Optisch machten wir sicherlich einen größeren Eindruck, aber vom Wissen über den Überwachungsabschnitt waren uns die Zöllner überlegen.

Wenn wir uns an den Beobachtungspunkten/Schlagbäumen nicht stundenlang gemeinsam aufgehalten haben, dann war es wie beim Fußball, nicht alle auf einem Haufen, auch die freien Räume besetzen.

Was ich noch anmerken möchte, alle Streifenangehörigen haben immer den Mut der Zöllner bewundert, nachts und bei Wind und Wetter als Einzelperson den Dienst zu verrichten.


Zitat von Ratze im Beitrag #7
Dem Zoll wurde dann in den 70ern Aufgaben des BGS per Gesetz übertragen

Speziell zu diesem Punkt erhielt ich von @B208 weitere Informationen.

In einer Fragestunde des Deutschen Bundestages am 5. Juni 1974 wurde die Frage des Abgeordneten Dr. Wernitz (SPD) zur Übertragung von Grenzschutzaufgaben auf die Zollverwaltung gestellt.

Zitat von dem Abgeordneten Dr. Wernitz (SPD)
"Ist mit einer Rechtsverordnung zu § 62 des Bundesgrenzschutzgesetzes , die eine Übertragung von Grenzschutzaufgaben auf die Zollverwaltung regelt, noch im Jahre 1974 zu rechnen?"

Die Frage beantwortet der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Schmude

Zitat von Staatssekretär Dr. Schmude
"Herr Kollege Dr. Wernitz, der Entwurf der Rechtsverordnung zu § 62 des Bundesgrenzschutzgesetzes ist mit dem Bundesminister der Finanzen inzwischen abgestimmt. Er wurde mit Schreiben vom 15. Mai 1974 dem Bundesminister der Finanzen mit der Bitte um förmliche Zustimmung übersandt. Mit dem Inkrafttreten der Rechtsverordnung zu § 62 des BGS-Gesetzes ist noch im Jahre 1974 zu rechnen.

Im Anschluss eine Zusatzfrage des Abgeordneten Dr. Wernitz

Zitat von dem Abgeordneten Dr. Wernitz (SPD)
"Herr Staatssekretär, umfaßt der Inhalt dieser Verordnung auch das, was man die Öffentlichkeitsarbeit nennt? Ist auch hier die Abstimmung zwischen den Ressorts erfolgt oder ist das von dieser Verordnung noch nicht erfaßt?

Antwort des Parlamentarische Staatssekretärs beim Bundesminister des Innern, Dr. Schmude

Zitat von Staatssekretär Dr. Schmude
"Sie dürfen davon ausgehen, Herr Kollege Dr. Werner, daß die Abstimmung zwischen den Ressorts über den Inhalt der Verordnung umfassend erfolgt ist. Die Verordnung selbst ist verhältnismäßig umfangreich. Ich bin gern bereit, Ihnen nach dieser Fragestunde Einzelheiten mitzuteilen, ich möchte jetzt nicht darauf zurückkommen"

Nach dem Motto "das Beste kommt zum Schluss" möchte ich das von B208 gestaltete und kreierte Layout zeigen, welches er für Einladungen mit geselligem Zusammenkommen an der ehemaligen Grenze netterweise verwendet.

Den Zöllner mit Hund wird hat man hier im Forum schon mehrmals gesehen haben. Seine Zustimmung zur Nutzung liegt vor. Die Entwürfe von @B208 sind für mein dafürhalten wahrlich sehr gelungen und sollten als Sondermarken in Serie gehen.

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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04.02.2022 13:34
avatar  94
#59
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94

Zitat von IM Kressin im Beitrag #58
... und sollten als Sondermarken in Serie gehen.



oT Nunja ...
Zwei der genutzten Postwertzeichen wurden als richtige Sondermarken herausgegeben, allerdings nicht als Serie *wink*
Das verfälschte Postwertzeichen ist schon einigermaßen gelungen, zeigt aber bereits im Orginal wenn auch nicht ganz so präsent ein Forumsmitglied. Zu benennen wer es ist und was an der Orginalbeschreibung Grenzübergang Obersuhl am 11. November 1989 (Nennwert 100 Pfennig) nicht stimmt überlasse ich bescheiden sogenannten Lehrlingsrentnern und/oder Listenführern, aber auch gerne jedem andern Interessierten *grins*

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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04.02.2022 17:51
avatar  krelle
#60
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Nun, der Zöllner bin ich. Und der Zollhund trug den Namen ARIE (bis zu seinem Ableben am 20.02.1995)


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