Operativer Vorgang "Feigling"

12.01.2022 07:57
avatar  gaigler
#1
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Am 19.12.1975 durchbrach der fahnenflüchtige NVA-Soldat Werner Weinhold die Grenze und erschoss dabei die Grenzsoldaten Gefreiter Klaus- Peter Seidel und Soldat Jürgen Lange.
Hier zu einem Vorfall, der sich fast auf den Tag genau ein Jahr später, am 20.12.1976, im selben Abschnitt ereignete :

"Die Auswirkungen von Weinholds spektakulärer Flucht für den Grenzdienst waren auch danach zu spüren: Im Jahre 1976 versuchte ein Zivilist an derselben Stelle, an der Werner Weinhold ein Jahr zuvor bei seinem gewaltsamen Durchbruch in die Bundesrepublik zwei DDR-Grenzsoldaten getötet hatte, in den Westen zu fliehen. Im Abschlussbericht des Operativen Vorgangs "Feigling" wurde berichtet, dass die beiden zu der Zeit wachhabenden Grenzposten "nicht bereit waren zur Anwendung der Schusswaffe und andererseits zugleich Angst vor einer möglichen Anwendung der Schusswaffe durch den Grenzverletzer hatten. Sich an den Verbrecher Weinhold erinnernd blieben sie direkt in gedeckter Stellung, um nicht mit dem Grenzverletzer konfrontiert zu werden (BStU, MfS, AOP 5391/77, Bl. 98)." Das Militärgericht in Erfurt verurteilte die beiden Grenzsoldaten zu 9 bzw. 14 Monate Freiheitsstrafe."
Quelle :
https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/i...rner-weinholds/

In dem Buch "Grenzerfahrungen Bezirk Suhl-Bayern/Hessen 1972 bis 1988", Schätzlein/Albert, Verlag Frankenschwelle KG Hildburghausen - 2005, Seite 110, fand ich dazu folgende Information :

"Eine männliche Person überwand um 03.15 Uhr, 2.300 m südlich von Harras, Kreis Hildburghausen, den Grenzsignalzaun. Die Gefreiten Jörg N.und Siegmar H. von der 9. Grenzkompanie Streufdorf wurden im Ergebnis der Untersuchung des Grenzdurchbruches vom 20.12.1976 im SiA-11, Veilsdorf, Kreis Hildburghausen, wegen Verdachts einer Militärstraftat festgenommen und inhaftiert. Das Postenpaar war zum Zeitpunkt des Genzdurchbruchs im Durchbruchabschnitt eingesetzt und stellten den Grenzverletzer auf eine Entfernung von 50 bis 70 m fest, ohne eine aktive Handlung zu deren Festnahme einzuleiten.
(GT-TM 6403)"

Sind zu dem Vorfall vom 20.12.1976 nähere Einzelheiten bekannt ? u.a.:

- Handelte es sich um einen vollendeten Grenzdurchbruch oder kam es zu einer Festnahme durch andere Posten ?
- Wurden Signalzaun und/oder andere Signalmittel ausgelöst ?
- Gab es Hinweise dafür, dass tatsächlich eine Waffe mitgeführt wurde ?
- Hat der betreffende Posten überhaupt eine Meldung abgesetzt ?

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„Gaijeln Se‘ hier nich rum, Mann ! Sie Niesfisch, Sie Feuertüte !“
(Gängiger Spruch unserer Ausbilder im GAR-7)

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12.01.2022 10:35
avatar  PF75
#2
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19.12.75 war mein letzter Urlaubstag bevor ich wieder an den Kanten musste,diese meldung war natürlich Kacke für die motivitation.


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12.01.2022 19:41
avatar  mibau83
#3
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ich gehe mal davon aus das derjenige es in den landkreis coburg geschafft hat.
in der gt-tagesmeldung ist von grenzduchbruch die rede und nicht von versuchten grenzdurchbruch.
zur überwindung des gsz wird eine genaue uhrzeit angegeben, also gab es wohl um 3.15 uhr im dortigen bereich eine auslösung des grenzsignalzauns.
desweiteren ist nur von einer männlichen person die rede, bei anderen tagesmeldungen wird schon mal name,alter und wohnort angegeben.

übrigends schau mal auf die nächste seite im buch (111) , am 26.12.1976 gab es einen grenzdurchbruch, 2400m südlich harras.
er hat die gleiche gt-tagesmeldungsnummer 6403.


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