Suche Familie von Grenzschützer Rudolf Franz aus Borna

07.01.2022 18:08
avatar  madmasa
#1
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Hallo Leute,
ich habe heute eine spezielle Frage, da ich nun seit Jahren nicht mehr weiterkomme.
Ich suche für meine Großcousine, die leider kein Deutsch spricht, nach der Familie Ihres Vaters Alfred Neumann (1928-2011), der 1955 nach Brasilien auswanderte.
Nach eigenen Angaben floh er 1946 aus einem russischen Auffanglager und setzte sich nach Bayern ab, wo er im Braunkohletagbau arbeitete bis er 1955 auswanderte.
Wie es aussieht wuchs er, übrigens 1929 in der Landesheilanstalt für ledige Mutter Jena geboren, bei uns unbekannten Pflegeeltern auf, sein leiblicher Vater ist nicht bekannt.
Von den Pflegeeltern gibt es viele Fotos aber keine Namen.
Über die Geburtsurkunde und andere Quellen habe ich mittlerweile auch die (mittlerweile verstorbene) leibliche Mutter und seine Halbgeschwister gefunden, die nach dem Krieg im Westen lebten und bis vor kurzem nichts von Ihm wussten.

Er hatte aber nach eigenen Angaben eine "Schwester" (wahrscheinlich nicht leiblich), Elisabeth, welche in Deutschland geblieben ist.
Wir wissen heute noch, dass diese im Jahr 1950, in Borna, einen Rudolf (Rudi) Franz heiratete und mit diesem 2 Kinder hatte. (Borna 1950 steht auf der Rückseite des Fotos). Der Rudolf Franz war 1950 anscheinend bei der DDR Grenzpolizei oder Grenzschutz (zumindest sieht seine Uniform so aus).
Die Kinder heißen, Dietmar Franz (ca. 1952 geboren) und Jürgen Franz (ca. 1954/55 geboren). Es gibt massig Fotos aber keine genauen Daten.
Wir versuchen nun herauszufinden, wo er aufgewachsen ist und was aus der Schwester bzw. den Kindern geworden ist, aber die Suche gestaltet sich nach der langen Zeit äußerst kompliziert.

Folgendes habe ich unter anderem bereits versucht.
Beim Stadtarchiv Borna ist die letzte Meldekartei aus dem Jahr 1917, dass folge Register wurde vernichtet.
Im Standesamt weigert man sich uns irgendeine Auskunft geben, da die Schutzfrist auf die Eheurkunde noch einige Jahre läuft.
Das Einwohnermeldeamt hat nur aktuellere Daten von nach der Wende.
Im Kreisarchiv Leipzig gibt es eine Meldekartei (ca. 1948 – 1990) vom Volkspolizei-Kreisamt Borna, dort ist aber kein Rudolf oder Elisabeth Franz gemeldet, aber die Karteikarte wurde immer nur 25 Jahre aufbewahrt, wenn jemand verzogen ist.
Auch die Suche in Social Media Netzwerken und heutigen Telefonbüchern war bisher ergebnislos, obwohl ich einige Leute mit dem Namen auf gut Glück angeschrieben habe.

In einem anderen Forum wurde ich darauf hingewiesen, dass ich es ja hier einmal versuchen könnte, da hier Experten für die DDR Grenztruppen sind.

Das den Rudolf Franz jemand kannte hoffe ich gar nicht, aber vielleicht weiß ja jemand wo ich noch nachfragen könnte? Weiß jemand ob die Tätowierung (auf dem Foto mit Baby) etwas zu sagen hat?

Viele Grüße
Gerd

07.01.2022 20:08 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2022 20:12)
avatar  marc
#2
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Sieht die Uniform auf dem Foto rechts nicht eher nach KVP/ VP aus, @der 39. ?


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07.01.2022 20:28 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2022 20:30)
avatar  Fred.S.
#3
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07.01.2022 20:33
avatar  madmasa
#4
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Also ich habe ein Bild von Uniformen der Deutschen Grenzpolizei DGP um 1950 gesehen, die extrem ähnlich aussieht (den Link kann ich hier leider technisch nicht Posten) und das Bild ist ja von 1950. Laut Wikipedia wurde die DGP ab 1961 in die Grenztruppen der NVA überführt, daher habe ich es hier gepostet. Sicher bin ich mir aber keinesfalls.


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07.01.2022 20:34
#5
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Ich würde es mal im Bundesarchiv versuchen:
https://www.bundesarchiv.de/DE/Navigation/Home/home.html

Dort müsste sich das Militärarchiv der DDR (Bestand) befinden. Kleine Anmerkung: Die Uniform auf dem Foto sieht wirklich mehr nach KVP aus...

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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07.01.2022 20:48
avatar  marc
#6
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Das grüne G auf dem oberen Jacken-Ärmel gabs wohl erst ab 1951.


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07.01.2022 20:54 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2022 20:55)
avatar  Mike59
#7
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Von wann bis wann trug denn die DGP das "G" am linken Oberarm ? War doch so um 1952 rum, oder?

Nachtrag: Okay, hat sich überschnitten.


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07.01.2022 21:22 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2022 22:16)
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#8
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( gelöscht )

Beitrag 1, Bild Hochzeit/Uniform.

Es könnte sich hier um eine Uniform der HVGP / (DGP) handeln.
Dienstgrad: Unterwachtmeister bis Hauptwachtmeister.

Normalerweise trug man die dunkelblauen Hemden mit roter Krawatte, hier auf dem Bild ist das Hemd allem Anschein nach "weiß".
Paradeuniform - Hochzeit.
Dazu wurde i.d.R. der Ledergürtel getragen.

Es fehlt das "G" am linken Oberarm.
Beispiel Hier:
https://image.jimcdn.com/app/cms/image/t...03879/image.jpg
Getragen wurde dieses von 1949 bis 1952.
Vielfach war das "G" jedoch nicht aufgenäht oder nur auf einzelnen Uniformteilen der Angehörigen der HVGP / (DGP). Gibt dazu Fotos.

Zur Recherche.
Ob Namenslisten / Personalkarten, etc. im Militärarchiv Freiburg aus der Zeit der HVGP / (DGP)-DDR vorhanden sind, müsste durch eine Anfrage geklärt werden.


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07.01.2022 21:56
avatar  polsam
#9
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Zitat von Mike59 im Beitrag #7
Von wann bis wann trug denn die DGP das "G" am linken Oberarm ? War doch so um 1952 rum, oder?

Nachtrag: Okay, hat sich überschnitten.


Dem Spezialkatalog von Klaus Walther ist zu entnehmen dass das G von 1950 bis 1952 getragen wurde.


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08.01.2022 12:28 (zuletzt bearbeitet: 08.01.2022 12:33)
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#10
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( gelöscht )

Zitat von polsam im Beitrag #9


Dem Spezialkatalog von Klaus Walther ist zu entnehmen dass das G von 1950 bis 1952 getragen wurde.



Etwas O.T. zum Thema:

Die Spezialkataloge kenne ich bzw. liegen hier im Regal.

Ich bleibe dabei:
Das "G" wurde von 1949 bis 1952 am linken Oberärmel getragen.
Die Einführung einheitlicher Uniformen begann ab 1948.
Ab 01. Januar 1949 gab es einheitliche Dienstgradbezeichnungen und -abzeichen. Dazu wurde auch das "G" eingeführt.

Quellen u.a.: W. Grandhagen, Seite 51, Beiträge zur Geschichte der Grenztruppen.


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08.01.2022 17:32 (zuletzt bearbeitet: 08.01.2022 17:32)
avatar  madmasa
#11
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Danke euch allen für die Einordnungen also kann es zwar Grenzschutz sein, wahrscheinlicher ist aber KVP.
Beim Bundesarchiv hatte ich bisher nur die online verfügbaren Bestände nach dem Namen durchsucht, aber es sind ja bei weitem nicht alle online.
Ohne konkrete Geburtsdaten wird es wahrscheinlich schwierig aber ich werde denen trotzdem wohl eine Anfrage schicken. Danke schon mal für die Tipps.


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