Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

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24.10.2009 01:03
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#16
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Hallo wie macht man hir einen neuen kontakt auf


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24.10.2009 01:26
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#17
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ehst dich gerade im kreis das ist nicht gut


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24.10.2009 01:43
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#18
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Zitat von chucky

Ich glaube nicht das es mit eurer Stasi so schlimm wart wie Ihr schreibt.
aber ich hab keine Stasi gesehen.wer nicht gerade mit Heil Hitler ins Parteihaus gerant ist hatte keine Probleme



Na chucky...,dass sehen einige aber ganz anders und werden Dir erklären wie es war.


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24.10.2009 01:49
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#19
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Aber ich habe da auch keine bedenken.Ich weis nicht wie du darüber denkst aber eins ist doch klar
wir waren doch nicht durchgehent bewachtoder


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24.10.2009 02:16
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#20
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Zitat von Augenzeuge
Ist schon irre was die Dame, die in Brandenburg mitregieren will, auf dem Kerbholz hat.



Ja, was hat sie denn "auf dem Kerbholz"?

Hat sie Blut an den Händen? Hat sie jemanden ans Messer geliefert? Hat sie ein menschliches Schicksal zerstört oder nachhaltig geschädigt?

Mitnichten. Sie hat einfach nur, als junges Mädchen, einen Fehler begangen, weil sie sich nichts dabei gedacht hat --- und als sie merkte, daß das nicht mehr so harmlos war, da kam sie da nicht mehr so einfach heraus, und deshalb zog sich ihre "Tätigkeit" für das MfS noch sehr viel länger hin. Ich habe mir ihren Bericht darüber durchgelesen, und dort steht auch, daß ihre Berichte, so harmlos sie auch waren, von MfS-Mitarbeitern "ausgestaltet" wurden --- was sie erst so richtig pikant machte...

Kerstin Kaiser steht zu ihrer Vergangenheit, zu ihren Fehlern, sie hat sich mit den Opfern ihrer IM-Tätigkeit ausgetauscht (was sicherlich nicht einfach war); beim Lesen ihres Erfahrungsberichtes habe ich den Eindruck, daß diese Frau sich wirklich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, daß sie mit sich ringt, mit ihren Fehlern hadert --- und das imponiert mir.

Deshalb finde ich, daß man hier nicht mit allzu viel Selbstgerechtigkeit ans Werk gehen sollte --- statt dessen sollte man sich ernsthaft fragen, ob man, wäre man selbst in einer derartigen Situation gewesen, völlig immun gegen solche Fehler gewesen wäre...


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24.10.2009 02:26
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#21
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ich kann nur für mich sprechen .
keiner hatte etwas auszustehen denn ich kann mir nicht vorstellen das einer
der zu seinen meister sagte du arsch das dann gleich die stasi dastand


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24.10.2009 02:33
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#22
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@ Sauerländer

Was soll es bringen, daß du hier die „Bild-Zeitung“ zitierst? Sollten wir hier im Forum nicht ein höheres Niveau anstreben?

In der Tat hat Kerstin Kaiser 1994 auf ihr Bundestagsmandat verzichtet --- was nicht jeder getan hätte...

Was eher zu befremden vermag, ist der gute Herr Platzeck: Er verkündet vollmundig, Frau Kaiser (auf Grund ihrer Biographie) als Ministerin nicht akzeptieren zu wollen --- als Abgeordnete und Vorsitzende seiner Koalitionsfraktion (die ihn wählen und seine Regierung mittragen soll) ist sie ihm gleichwohl lieb...

Das ist unehrlich und unredlich --- aber spätestens seit seinem inszenierten Rücktritt als SPD-Bundesvorsitzender ist Platzeck ja ohnehin nur noch eine politische Witzfigur...


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24.10.2009 03:04 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2009 03:10)
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#23
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@Sonny:

Mir ist bewußt, daß die Bild für viele gleich ein Reizwort ist, egal was darin steht.

Vorher habe ich auch die Infos von wikipedia und von ihrer eigenen Seite eingestellt.
Ich suche Dir aber gern noch andere Berichte aus anderen Zeitungen raus, die nicht Bild heißen.
Wenn Du mit der Bild ein Problem hast: Die zitieren aus ihrer 300-seitigen Akte, dann ließ doch nur was in " " steht, da hast Du den originalen Wortlaut.

Wenn jemand als Quelle gewonnen wurde, weil er über eine bestimmte Gruppe, zu der er Kontakt hatte, etwas relevantes aussagen konnte, so ist das eine Sache.

Was mich an ihr stört ist, daß sie Belangloses geliefert hat über belanglose Leute.
Daß sie darum gebeten hat (ob unter Tränen oder nicht) daß sie nicht abgeschaltet wird.

Wenn die Stasi einen IM hielt, weil er wertvolle Informationen lieferte, ist das eine Sache.
Wenn ein IM nix Gescheites lieferte, aber darum bat doch IM bleiben zu dürfen, dann sagt das doch etwas über die Person des IM aus.
Entscheidet sie oder Stasi-Kontakt ob sie wichtig ist ?
Anscheinend hat sie die Stasi benutzt und nicht umgekehrt.
Sie hat ja sogar ihren Ex-Verlobten in die Pfanne gehauen.

Das sagt mir etwas zu ihren Beweggründen: "Ich habe Macht über andere, ich kann mit meinen Informationen anderen schaden, ich kann meinem Ex-Verlobten eins auswischen." Geheult hat sie, weil ein Machtverlust bevorstand.

Sie hat auf ihr Bundestagsmandat verzichtet ? Ja, nachdem sie dafür nicht haltbar war und dazu gedrängt wurde.

Sie hat niemandem geschadet ? Ja hast Du denn mit allen denen gesprochen, über die sie berichtet hat ? Nur wenn diese alle schriftlich erklären "die Aussage der IM Katrin bei der Stasi hat mir - meines Wissens nach - nicht geschadet" dann kannst Du dies behaupten. Dies aber auch nur, wenn die Opfer ihre eigene Akte eingesehen haben und dort nichts negatives aus Richtung der IM Katrin drinstand.

Versteht mich bitte nicht falsch:
Ich habe hier schon mal geschrieben, daß es mir nicht zusteht zu urteilen - schon gar nicht generell über alle Stasi-Mitarbeiter bzw. in diesem Fall über eine IM - aber es hat sicher unterschiedliche Beweggründe gegeben, IM zu sein.
Dies kann z. B. sein, daß man aufrecht zu dem System stand und es unterstützen wollte.

IM Katrin hatte aber nichts relevantes für die Aufgaben des "Geheimdienstes eines souveränen Staates" zu melden, trotzdem wollte sie unbedingt weitermachen. Was sind ihre Gründe ?

In einem langen Post zu turtles Urlaub hatte ich geschrieben, daß manche mitmachten (Gruppenzwang) aber trotzdem nachdachten, bei anderen schlug "eine Ader durch", und dies scheint mir so ein Fall zu sein.

Für mich sieht das nach Machtstreben aus, und daß sie in die Politik drängt bestätigt dies nur.
Wäre sie Straßenbahnschaffnerin, Ärztin, Verkäuferin etc. hätte ich ein anderes Gefühl.

Als Politikerin will sie wieder über andere Menschen bestimmen, an Strippen ziehen etc.
Das verursacht bei mir Bauchschmerzen und meine Verwunderung, daß die Menschen sie auch noch gewählt haben. Alles vergessen ? Oder wußten sie es nicht?
Erklär es mir.

Auch, und zum Herrn Platzek:
Den verstehe ich nun wirklich nicht. Der hätte doch bequem in der bisherigen Koalition weitermachen können, da hätte er auch eine Mehrheit gehabt.
War es wirklich seine eigene Entscheidung ? Oder hat die SPD-Zentrale ihm geraten, dies mal als Experiment zu machen, um zu sehen wie man mit der Linken zusammenarbeiten kann ?
Die SPD verliert dramatisch an Stimmen, als einziger Koalitionspartner steht nur noch die Linke zur Verfügung, mit denen kein anderer will. Da hört man plötzlich nach der Wahl, daß man sich doch mal unterhalten müssen, man solle das doch nicht generell ablehnen etc.
Das ist die Taktik: die Bevölkerung soll sich scheibchenweise daran gewöhnen, dann fällt es auf Bundesebene nachher nicht mehr so auf.
Gysi und dann auch noch Lafontaine, dessen Villa "Palast des gerechten Sozialismus" genannt wird.
Was treibt diese Leute in die Politik ? Der ehrliche Wunsch, das Leben der Bevölkerung zu verbessern ?

Politik ist ein schmutziges Geschäft, egal wohin man sieht.


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24.10.2009 03:20 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2009 03:21)
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#24
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Zitat von chucky
ich kann nur für mich sprechen .
keiner hatte etwas auszustehen denn ich kann mir nicht vorstellen das einer
der zu seinen meister sagte du arsch das dann gleich die stasi dastand



Also Chucky Du hast eine etwas unortodoxe Orthografie, aber ich weiß was Du meinst:

Wenn er zu seinem Meister sagt "Du Arsch" dann ist das eine zivilrechtliche Angelegenheit. (Vielleicht wußte dies Stasi ja auch das er wirklich ein Arsch war.)
Wenn er aber in der Öffentlichkeit verkündet "Honecker ist ein Arsch" dann war das eine strafrechtliche Angelegenheit (vermute ich).


Mal so zum Ausgleich ein Witz:

Kommt ein Mann in eine Bank und sagt zum Kassierer:" Geben Sie mir mal 20.000 Mark Sie Arschloch". Der Kassierer erbleicht und fragt: "Was ?" "Nun geben Sie mir schon 20.000 Mark Sie Arschloch".

Der Kassierer geht zu seinem Chef: "Da draußen steht einer, der sagt zu mir: Geben Sie mir 20.000 Mark Sie Arschloch". Der Direktor: "Ist das denn ein Kunde von uns?" Der Kassierer sieht in die Unterlagen und sagt: "Ja, der ist Kunde, der hat 2,5 Mio auf dem Konto."

Der Direktor: "Ja dann geben Sie ihm doch die 20.000 Mark Sie Arschloch!"





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24.10.2009 03:27 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2009 03:30)
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Zitat von Sauerländer
Was mich an ihr stört ist, daß sie Belangloses geliefert hat über belanglose Leute.



Was stört dich daran? Es zeigt doch, daß ihre Tätigkeit mehr oder minder harmlos war.

In Antwort auf:
Daß sie darum gebeten hat (ob unter Tränen oder nicht) daß sie nicht abgeschaltet wird.



Das muß man vor dem Hintergrund sehen, daß sie weiterhin in diesem Staat leben wollte/mußte --- da machte sich so ein Makel nicht gut, sie wollte sich das nicht antun.

Ich sprach ja die Selbstgerechtigkeit an, mit der Leute, die nie in einer Diktatur leben mußten, dieses Thema behandeln --- du lieferst nun ein Beispiel dafür.

In Antwort auf:
Sie hat auf ihr Bundestagsmandat verzichtet ?



Genau. Und das hätte nicht jeder getan --- es ist ihr somit hoch anzurechnen.

In Antwort auf:
Sie hat niemandem geschadet ? Ja hast Du denn mit allen denen gesprochen, über die sie berichtet hat ?



Ich nicht, aber sie hat es getan (was sicherlich nicht einfach für sie war) --- somit sollte diese Sache geklärt sein.

In Antwort auf:
Ich habe hier schon mal geschrieben, daß es mir nicht zusteht zu urteilen - schon gar nicht generell über alle Stasi-Mitarbeiter bzw. in diesem Fall über eine IM



Eben --- und daran solltest du dich dann auch halten!

In Antwort auf:
Als Politikerin will sie wieder über andere Menschen bestimmen, an Strippen ziehen etc.
Das verursacht bei mir Bauchschmerzen und meine Verwunderung, daß die Menschen sie auch noch gewählt haben. Alles vergessen ? Oder wußten sie es nicht?
Erklär es mir.



Das ist doch nicht weiter schwierig: Sie engangiert sich in unserem demokratischen System (das sie ausdrücklich befürwortet) --- und sie hat dafür ein Mandat der Wähler in Brandenburg bekommen.

In Antwort auf:
Auch, und zum Herrn Platzek:
Den verstehe ich nun wirklich nicht. Der hätte doch bequem in der bisherigen Koalition weitermachen können, da hätte er auch eine Mehrheit gehabt.
War es wirklich seine eigene Entscheidung ? Oder hat die SPD-Zentrale ihm geraten, dies mal als Experiment zu machen, um zu sehen wie man mit der Linken zusammenarbeiten kann ?



Es war wohl seine eigene Entscheidung. Die CDU in Brandenburg hat erkannt, daß ihr die ewige Juniorpartnerschaft in der GroKo nicht nutzt, entsprechend stark waren die Stimmen in der Partei, die Koalition zu beenden; umgekehrt hat die Linke die Chance erkannt und ergriffen, an die Regierung zu kommen; Platzeck wiederum denkt sich, daß er die Linke lieber auch mal in der Regierung (d.h. Verantwortung) haben will und nicht immer nur in der (bequemen) Opposition --- so kommen Regierungsbündnisse zustande, das ist völlig normal in der Demokratie.


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24.10.2009 03:36
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So Sonny, nun wieder zu Dir:
Ich hoffe, das Niveau des folgenden Autors ist Dir recht, ist man gar nicht Bild-Zeitung, noch nicht mal aus dem Westen:

20.10.2009 · 07:20 Uhr

Kerstin Kaiser (Linke) und Matthias Platzeck (SPD) in Potsdam. (Bild: AP) Vom Teufel geritten
Über die mögliche rot-rote Koalition in Brandenburg
Von Joachim Walther
Die Brandenburger SPD ist wild entschlossen, die SED-Nachfolgepartei an die Teilhabe der Macht zu hieven. Doch statt nach dem bundesweiten Stimmenverlust die Flucht nach vorn anzutreten, sollten sich die Sozialdemokraten auf die wohlbegründete Differenz zu den Kommunisten besinnen.

Es droht Rot-Rot im Lande Brandenburg. Fatalerweise leb ich da, und die Perspektive ist mehr als unerfreulich. Vor 20 Jahren hielt ich es für völlig ausgeschlossen, jemals wieder von den Nachfahren der Einheitspartei regiert oder mitregiert zu werden. Für mich, für viele, die diesen Staat als Diktatur erlebt haben und auch heute so bezeichnen, war und bleibt das der demokratische Lackmustest. Nun ist das Papier im Reagenzglas Brandenburg wieder rot, dunkelrot.

Ministerpräsident Platzeck und die Brandenburger SPD sind wild entschlossen, die SED-Nachfolgepartei an die Teilhabe der Macht zu hieven. Der Teufel, der sie dabei reitet, ist der bundesweite Stimmen- und Bedeutungsverlust der SPD, den die sozialdemokratischen Linken stoppen möchten durch ein Kuschelvorspiel und eine schlussendliche Vereinigung mit der postkommunistischen Linken. Statt panisch die Flucht nach vorn anzutreten, sollten sich die Sozialdemokraten auf die inhaltlich wie historisch wohlbegründete Differenz zu den Kommunisten besinnen, haben sie doch ihre Erfahrungen mit denen gemacht: in der Weimarer Republik, bei der Zwangsvereinigung, den Verfolgungen danach, der Demontage Willy Brandts, um nur einiges zu nennen. Alles vergessen und vergeben?

Vergessen auch die Vorgänge nach der deutschen Einheit: das trickreiche Mauscheln mit dem SED-Vermögen, der hinhaltende Widerstand gegen die Aufarbeitung der zweiten deutschen Diktatur, der Stimmenfang mit populistischem Schalmeienspiel und all die andere unglaubwürdige Anpassungsakrobatik?

Vergessen, wer da in Brandenburg zur Machtteilhabe drängt? Der taktische Verzicht der singenden Prinzipalin Kerstin Kaiser auf ein Ministeramt ist so durchsichtig wie peinlich, wenngleich der Grund wenig überraschend ist: Auch sie diente der Staatssicherheit einst als Spitzel. Die anderen inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter an der Linkenspitze scheinen da nicht mehr zu zählen: der Landesvorsitzende Thomas Nord, die Landtagsabgeordneten Henschke und Scharfenberg und so weiter.

Auch dass die Mehrheit der linken Landtagsfraktion selbstverständlich früher schon Genosse war, stört nicht. Jedenfalls nicht im Lande Brandenburg, das der vormalige Ministerpräsident und einst als IM "Sekretär" geführte Manfred Stolpe launisch als "kleine DDR" bezeichnete. So ganz daneben lag und liegt er dabei nicht. Nach 15 Jahren Brandenburg-Erfahrung habe ich den Eindruck, nirgendwo sonst in Deutschland geht es derart ideologisch zu, nirgendwo sonst ist die Stimmung so politisch polarisiert, nirgendwo sonst gefällt man sich so in Geschichtsvergessenheit und nostalgischer Rückwendung, nirgendwo sonst wird die Demokratie so massiv geschmäht und die gewonnene Freiheit verschmäht wie hier.

Und nicht zufällig installierte Brandenburg als letztes neues Bundesland einen Stasi-Beauftragten. Neulich sagte eine Buchhändlerin eine vereinbarte Lesung mit der Begründung ab, sie wolle keinen Ärger bekommen mit ihrer Hauptkundschaft. So weit sind wir gekommen. Stolpes langer Schlagschatten liegt noch immer über dem Land. Der gegenwärtige und zukünftige Ministerpräsident ist dessen politischer Ziehsohn, hielt ihm die Hand in schweren Tagen und meint nun, auch der Linken die Hand reichen zu müssen.

Die zwei Hände im Emblem, das kennen wir schon. Und falls es an einem Parteinamen für die finale Fusion mangelt, so habe ich einen politisch probaten Vorschlag parat. Wie wäre es denn mit: Sozialistische Einheitspartei Deutschland? Kurz und bündig: SED.

Joachim Walther, geboren 1943 in Chemnitz (Sachsen), studierte an der Humboldt-Universität Berlin Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Er war seit 1968 beim Ost-Berliner Buchverlag "Der Morgen" als Lektor und Herausgeber tätig und arbeitetet für die Wochenzeitschrift "Die Weltbühne"; später dann als Redakteur für die Literaturzeitschrift "Temperamente". Seit 1983 ist Walther als freiberuflicher Schriftsteller tätig. In seinen Werken setzte er sich immer wieder mit Fragen auseinander, die das starre DDR-Regime für ihn aufwarf. Werke u.a. "Risse im Eis" (1989), "Protokoll eines Tribunals" (1991), "Verlassenes Ufer" (1994) und "Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der DDR" (1996).



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24.10.2009 03:42
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@ Sauerländer

Es wäre ganz gut, wenn du hier deine eigenen Gedanken schreiben würdest, anstatt das Forum immer nur mit solch endlosem abgetippselten Sermon zu überschwemmen.

Geht das?


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24.10.2009 04:06 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2009 04:08)
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nee, geht nicht.
Da ich die Akte der IM Katrin nicht selber eingesehen habe, lasse ich den Autor zu Wort kommen, der die Akte durchforstet hat.

Da Dir die Bild nicht recht war, habe ich Dir was aus dem Bereich hohes Niveau rausgesucht. Auch nicht recht ?

Wenn andere, studierte Leute interessante Gedanken haben, kann man die dann nicht zitieren ?

Davon ab: Hast Du alle meine Posts gelesen ? Wieviele davon stammen von anderen ?

Willst Du mir unterstellen daß ich keine eigene Meinung habe oder zu eigenen Gedanken fähig bin ?

Kennst Du den Begriff "Suggestivfrage" ?


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24.10.2009 04:59
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Und zum Schluß für Dich noch was zum lesen, diesmal aus dem Stern:



Frau Kaiser von der Stasi
Ist es noch Ostalgie oder schon Gedächtnisverlust? In Brandenburg kandidert eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin für die Linkspartei, in Ostdeutschland prangt Ernst Thälmann auf 613 Schildern von Straßen und Plätzen. Wolfram Weimer beschreibt das verquere Bild der DDR.


Hatte Nickis scharf im Blick: Kerstin Kaiser, Kandidatin der Linkspartei
© Michael Urban/ ddp
Deutschland feiert zwanzig Jahre Mauerfall. Doch an das Grauen der DDR-Diktatur erinnert niemand mehr. Ostalgie ist in Mode, die DDR wird verklärt, und die alten SED-PDS-Linkspartei-Kader reiben sich über die kollektive Amnesie die Hände. Immer mehr Stasi-Mitarbeiter wollen nun sogar zurück in die aktive Politik - so in Brandenburg, wo die Linkspartei mit Kerstin Kaiser bei den anstehenden Landtagswahlen eine Frau zur Ministerpräsidenten machen will, die für die Stasi in ganz besonderen Fällen aktiv war - wenn es darum ging, intime Details ihres Umfeldes auszuspionieren. Über Mitstudentinnen meldete sie der Stasi nicht nur, wer "keinen gefestigten Klassenstandpunkt" habe oder wer in Klausuren abschreibe, sondern wer "Nickis auf bloßer Haut" trage und wer "sexuell stark bedürftig" sei.

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Jetzt ist die eifrige Stasi-Dame Spitzenkandidatin im Linksparteien-Herzland Brandenburg und soll den einstigen Bürgerrechtler und Sozialdemokraten Mathias Platzeck um die politische Macht bringen. Nach jüngsten Umfragen liegt die Linkspartei in Brandenburg sogar vor der CDU.


Die DDR auf dem Navi
Während die Opferverbände über den Fall Kaiser entsetzt sind, regt sich im Land eigentlich niemand mehr auf. Auch nicht darüber, dass den Bürgerrechtlern und Opfern des DDR-Regimes weder Denkmäler noch Straßennamen gewidmet werden. Dagegen prangt der Name von Karl Marx, dem geistigen Vater der kommunistischen Bewegung, 550 Mal auf Schildern im Straßenbild Ostdeutschlands. 250 Straßen oder Plätze sind nach seinem Mitstreiter Friedrich Engels benannt, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht kommen zusammen sogar auf 596 Straßen. Absoluter Spitzenreiter ist der frühere KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann, an den 613 Straßen und Plätze erinnern. Jedes Navigationssystem zeigt: Ostdeutschland ist auch 2009 noch Thälmann-Land.

Doch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall werden im Osten nicht nur die kommunistischen Helden verherrlicht. Auch ihre Institutionen: 337 Mal erinnern "Straßen der Jugend" an den kommunistischen FDJ-Jugendkult, 285 Mal verewigen "Straßen der Einheit" an die Zwangsvereinigung von SPD und KPD. 220 Mal bewahren "Straßen der Freundschaft" den "Bruderbund mit der Sowjetunion".

Das Problem mit dem Überdruss
Vor allem die Linkspartei wehrt sich vor Ort gegen eine Rücknahme dieses DDR-Kults, ja gegen eine kritische Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit insgesamt. Sie kocht lieber Diktatur-Verniedlichungs-Süppchen mit einer Prise Ostalgie. Das wird dann unter dauerndem Eindreschen auf die Einheit, die Demokratie und ihre "sozialen Schieflagen" umgerührt. Die ideologische Rezeptur für dieses Gebräu liefert die Rosa-Luxemburg-Stiftung. In einer ihrer Publikationen heißt es: "Wer heute noch mehr Würdigung für die Opfer der SED-Diktatur wünscht, scheint sich der Tatsache nicht bewusst zu sein, dass eine Gedenkstättenpädagogik viel Überdruss erzeugt." Überdruss! So, so. Die Opfer stören die Täter.

Der Vorstandsvorsitzende der Luxemburg-Stiftung ist übrigens ein brandenburgischer Genosse von Frau Kaiser: Heinz Vietze. Im Wendejahr 1989 war er Bezirkschef der Potsdamer SED, verfolgte gnadenlos Bürgerrechtler und verteidigte bis zuletzt die Mauer - noch im Herbst 1989 wollte er lieber schießen und internieren als Freiheit gewähren. Aber: Erinnern wir besser nicht daran. Sie wissen schon - der Überdruss.


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24.10.2009 09:40
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Hallo Sauerländer,

um das gleich vorweg zu schreiben: Ich habe mit der einstigen DDR- Geheimpolizei nichts am Hute und möchte auch hier niemanden zur Seite springen.

Es gibt aber ein paar Dinge, die für mich als Ossi, welcher auch den Westen sehr gut kennt, nun mal für Frau Kaiser sprechen:

In Brandenburg wählte nahezu jeder Dritte DIE LINKE und das, obwohl die Vergangenheit der Spitzenkandidatin hinreichend bekannt war.

Frau Kaiser geht mit der dunklen Seite ihrer Biographie ehrlich um und suchte das Gespräch mit den durch sie Bespitzelten. Bis jetzt gibt’s da niemand, der Frau Kaiser im Nachhinein ernsthaft belastete. Selbst die von dir zitierte „BLÖD“- Zeitung konnte offensichtlich nach dem 300- Seiten Aktenstudium niemanden ausfindig machen.

Ihre Spitzeldienste liegen mehr als 20 Jahre zurück. Sie war damals noch ein sehr junges Mädchen. Rückwirkend betrachte ich (viele andere offenbar auch) das als eine Jugendsünde.
Dass dies DDR- Opfer anders sehen, respektiere ich, kann aber nicht alleiniger Maßstab bei der Beurteilung eines Menschen und seiner Biographie sein.

Darüber hinaus gefällt mir an der ganzen Stasidiskussion die weit verbreitete „Aktengläubigkeit“ nicht. Das sind widerrechtlich angelegte Akten einer Geheimpolizei. Diese heute als „Heiligtum“ und Quelle aller Wahrheiten über Menschen, welche sich mit diesem Geheimdienst in sehr jungen Jahren eingelassen haben anzunehmen, halte ich in einem Rechtsstaat für absurd.

All das können Schreiberlinge – die meisten kommen aus dem Westen unseres Landes – beklagen, ja sogar in Brandenburg die „kleine DDR“ wieder entdecken. Letzteres ist natürlich völliger Unsinn und beweist nur, dass diese Meinungsmacher selbst nach 20 Jahren nicht kapiert haben, wie eine große Zahl von Menschen im Osten wirklich tickt.

Einen netten Gruß
Daniel


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