Landwirtschaft im Schutzstreifen

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21.11.2021 20:31
#91
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Zitat von Ratze im Beitrag #89
@ rainman2 und @mibau83 wisst ihr wie die Geschichte mit Anton ausging?
Musste er den Schlüssel abgeben oder hatte er bis zum Ende „Narrenfreiheit?“

Hallo @Ratze

das entzieht sich auch meiner Kenntnis. Aber solche Arrangements hielten in der Regel, es sei denn, irgendjemand im Stab fühte sich bemüßigt, die Nase zu rümpfen.

Als ich ein Jahr nach meinem Praktikum in das Grenzregiment versetzt wurde, kam ich in das III. Grenzbataillon, und da auch noch an den äußersten Rand. Wir hatten da unsere eigenen Geschichten.

Meine einzige Festnahme als Grenzer war ein alter Stedtlinger Bauer, der zur LPG Viehzucht gehörte. Er zog in Ruhe seinen Weidezaun, als ich daherkam und seine Dokumente verlangte. Das war zwar außerhalb des Grenzsignalzaunes, aber es gehörte schon zum Schutzstreifen. Er geriet ins Schwitzen, fummelte an seinen Taschen rum und setzte dann die Mütze ab, um sich am Kopf zu kratzen. Das ist mir in Erinnerung geblieben, da in seinem spärlichen grauen Haar ein vertrocknetes, trauriges Lindenblatt hing, das unter der Mütze zum Vorschein kam. Ich hatte augenblicklich Mitleid mit ihm. Aber Vorschrift war Vorschrift und ich musste meinem begleitenden Posten auch ein Vorbild sein. Ich seufzte: "Sie sind vorläufig festgenommen, bei Flucht oder Widerstand mache ich von der Schusswaffe Gebrauch!" Dann rief ich die Führungsstelle. Kurz darauf kam ein Fahrzeug und brachte ihn zur Kompanie. Er zuckte mit den Schultern, lächelte mir vom Fahrzeug aus zu und grüßte noch einmal kurz. Einige Monate später kam er als Vertreter der Stedtlinger Wahlkommission mit der Fliegenden Wahlurne auf die Kompanie. Wir begrüßten uns mit Handschlag und er meinte nur: "Aber jetzt kennen wir uns."

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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02.12.2021 11:23
avatar  Ratze
#92
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Ich habe gerade im § 14 der Grenzordnung was gelesen was mich stutzig machte. Kennt jemand solche Stellen?

§ 14 Ordnung auf den Grenzgewässern

(1) In den Grenzgewässern gemäß § 6 des Grenzgesetzes sind die Ausübung des Angelsports und das Baden an den von den zuständigen Kommandeuren der Grenztruppen der DDR festgelegten Stellen gestattet.


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02.12.2021 12:36
avatar  Fred.S.
#93
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zu 92
Wenn ich den Elbbereich von Lütkenwisch bis Boizenburg mit zu der Ordnung auf den Grenzgewässern rechnen darf,
Ratze, dann ein Nein. Solche Stellen kannte ich nicht.
Oder kennst Du solche Stellen am Schaalsee ?
Ich ja, auf der Insel Stintenburg, durften wir Lehrgangsteilnehmer ins Wasser gehen morgens vor dem Frühsport. Fred


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02.12.2021 12:47
#94
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Es dürfte doch auf den gesamten Küstenbereich der Ostsee zutreffen

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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02.12.2021 14:11 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2022 18:12)
#95
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.


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02.12.2021 15:01
avatar  Ratze
#96
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Grenzgewässer sehe ich hier nicht an der Ostseeküste, dass wären küstengewässer


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02.12.2021 15:19 (zuletzt bearbeitet: 02.12.2021 15:24)
#97
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korrigiere meine Aussage
§ 6
Grenzgewässer

Grenzgewässer im Sinne dieses Gesetzes sind: a) alle Abschnitte von Wasserläufen, auf denen oder an deren Ufern die Staatsgrenze verläuft (Grenzwasserläufe) oder die von der Staatsgrenze geschnitten werden, und b) alle Seen und Staubecken (Talsperren, Rückhaltebecken und ähnliche Gewässer), auf denen oder an deren Ufern die Staatsgrenze verläuft.

Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...


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02.12.2021 18:10
avatar  andyman
#98
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Zitat von Ratze im Beitrag #92
Ich habe gerade im § 14 der Grenzordnung was gelesen was mich stutzig machte. Kennt jemand solche Stellen?

§ 14 Ordnung auf den Grenzgewässern

(1) In den Grenzgewässern gemäß § 6 des Grenzgesetzes sind die Ausübung des Angelsports und das Baden an den von den zuständigen Kommandeuren der Grenztruppen der DDR festgelegten Stellen gestattet.


Hier hat der @Rostocker GKN/GR-6/Zarrentin (GK/SiK) (2) mal was von der Stintenburg geschrieben,da gab es offensichtlich einen Fischer.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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02.12.2021 18:22
#99
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Hier hat der @Rostocker GKN/GR-6/Zarrentin (GK/SiK) (2) mal was von der Stintenburg geschrieben,da gab es offensichtlich einen Fischer.
Lgandyman
-----------------------------------------------------------
Ja, der befand sich gleich am Inselzugang--links hinter der Brücke--also schon im Schutzstreifen.


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02.12.2021 18:35
#100
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Ich bin zwar nicht gemeint,aber ich bestätige mal den Fischer.Geangelt hat man auf unserer Seite meines Wissens keiner.Ein Soldat unserer Einheit hat hin und wieder mal als Brückenposten,ein Stück Angelsehne mit Pose und Haken in den Schaalsee geworfen.Wie die Erfolge waren,weiß ich heute nicht mehr.Grenz Boot und Fischer waren auf unserer Seite die einzigen Wasserfahrzeuge.


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02.12.2021 20:11
avatar  Fred.S.
#101
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zu 99
Nur den Fischer von Gorleben habe ich auf der Elbe oftmals gesehen. Auf der Elbe, dessen Teil zur BRD gehörte,
( Fahrwasser verlief dann auf der rechten Seite ( DDR ) der Elbe, dort hatte er auch Reusen für Aale aufgestellt.
Von DDR-Seite aus, befand sich während meiner Dienstzeit kein Berufsfischer auf der Elbe.
Den Fischer von Schaalsee das stimmt, den haben wir ( Lehrgangsteilnehmer) auch gesehen. Fred


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02.12.2021 22:11
avatar  Ratze
#102
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Der Schaalseefischer hatte sogar Sonderrechte Bad durfte nach setzen einer blauen Fahne durch Westgewässer fahren um den Niendorfer Binnensee (DDR) zu erreichen


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