Landwirtschaft im Schutzstreifen

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15.11.2021 19:57
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#16
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Zitat von B Man im Beitrag #14
Bei Oebisfelde / Lockstedt hatte ich vor einigen Jahren mal Reste von einem was ich als Stadtmensch Melkstation nennen würde gefunden.
https://goo.gl/maps/jHCXT58rQYrdLpo76

Sehr nah an der Grenze

Kann das sein ?
In der Gegend gibt es noch mehr davon, scheint eine regionale Besonderheit zu sein ( ? ) aber die anderen sind alle weiter weg von der Grenze.


@B Man Wenn der Weg von der Weide zum Stall zu lang war, hat man teilweise auch mit Weidemelkständen gearbeitet.
bei uns waren damals aber keine Milchkühe auf den Weiden und die heute praktizierte Mutterkuhhaltung gab es damals auch noch nicht.

Uli


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15.11.2021 20:24
avatar  mibau83
#17
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es gab nichts was unmöglich war!

vor vielen jahren hatten hier mal die user @Grete85 und @Rainman2 über den brähler anton aus apfelbach südlich von geisa was geschrieben.
der anton war bauer und freiwilliger grenzhelfer, ausgestattet mit einen schlüssel für das grenzsignalzauntor und einen gummiohr.
jeden morgen öffnete er eigenmächtig das gsz-tor um seine kühe im schutzstreifen zu versorgen.

jeden neu an die grenze gekommenen kommandeur grenzsicherung bzw. kommandeur sicherungsabschnitt, lief bei dieser aktion ein kalter schauer über den rücken!


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15.11.2021 20:36
#18
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Zitat von mibau83 im Beitrag #17
es gab nichts was unmöglich war!

vor vielen jahren hatten hier mal die user @ Grete85 und @ Rainman2 über den brähler anton aus apfelbach südlich von geisa was geschrieben.
der anton war bauer und freiwilliger grenzhelfer, ausgestattet mit einen schlüssel für das grenzsignalzauntor und einen gummiohr.
jeden morgen öffnete er eigenmächtig das gsz-tor um seine kühe im schutzstreifen zu versorgen.

jeden neu an die grenze gekommenen kommandeur grenzsicherung bzw. kommandeur sicherungsabschnitt, lief bei dieser aktion ein kalter schauer über den rücken!

Jaaaaa, Juni 1982 - ich war als Offiziersschüler im Praktikum. Ich saß mit auf der Führungsstelle im Abschnitt der damaligen 6. Kompanie des II. GB im GR-3, Spahl. Als Kommandeur Grenzsicherung handelte ein Feldwebel. Den Dialog über das Grenzmeldenetz vergesse ich nie:
"Füüüüüst?! Hier ist der Brähler Anton. Ich hol jetzt meine Kühe raus. Schlüssel hab ich. Ich mach dann auch wieder Spurensicherheit. Braucht keinen schicken!"
"Iss gut Anton."
Der Feldwebel drückt die Auslösung des Tores weg.
Kurz darauf meldete Anton den Verschluss des Tores und die Spurensicherheit.

Ich hatte das sichere Gefühl, dass ich diese Art der taktischen Handlung nicht an der Offiziershochschule gelernt hatte.
Ich schaute den Feldwebel an und dieser zuckte nur mit den Schultern.
Ich begegenete diesem BU dann übrigens später im Stab des GR-3 wieder.
Als ich 1988 zum Studium nach Berlin ging, war er immerhin schon Unterfeldwebel ...

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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15.11.2021 21:23
#19
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Hallo,

Zitat von Rainman2 im Beitrag #18
Als ich 1988 zum Studium nach Berlin ging, war er immerhin schon Unterfeldwebel ...


wegen "Eigenmächtigkeit" degradiert?

Gute Nacht, Gruß C.


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15.11.2021 21:43
avatar  mibau83
#20
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nur wegen brähler anton sicherlich nicht.

es gibt auch anderenorts im internet zeitzeugenberichte zum rhönbauern anton brähler.

http://www.neues-forum.info/forum/viewto...%A4hler#p398571


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15.11.2021 22:00
avatar  Mike59
#21
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Zitat von Ratze im Beitrag #10
Ich frage noch mal nach
Welche Pflanzen wuchsen denn am Kolonnenweg?
Wie war es mit Holzarbeiten, die waren doch sicher kaum vorhanden, den der Schutzstreifen sollte doch freie Sicht garantieren, oder?

Es gab sowohl Forst- wie auch Feldarbeiten. Die Arbeitslisten wurden eingereicht und dann am GSSZ Tor kontrolliert. Die Forstarbeiter verschwanden in Ihrem Wald und tauchten zum Feierabend wieder am Tor auf um nach Hause zu gehen.
Die Feldarbeiten waren da etwas einfacher zu überwachen, aber eigentlich auch voll vor den A****..
Angebaut wurde wimre überwiegend Futterpflanzen, Mais war tabu und an Kortoffeln kann ich mich auch nicht mehr so richtig erinnern. Futterrüben auf alle Fälle, da kamen immer die älteren Frauen und haben die Rüben schön manuell gehackt.
Wenn da mal jemand nicht rechtzeitig raus oder eben auch rein gelassen wurden, haben die auch schon mal den GSSZ (oder vorher den GSZ) ausgelöst und man wurde empfangen mit den Worten "wo bleibt ihr denn".
Feldarbeiten waren unserem K GB sehr wichtig.


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16.11.2021 00:00 (zuletzt bearbeitet: 16.11.2021 00:02)
avatar  Ehli
#22
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Zitat von mibau83 im Beitrag #20
nur wegen brähler anton sicherlich nicht.

es gibt auch anderenorts im internet zeitzeugenberichte zum rhönbauern anton brähler.

http://www.neues-forum.info/forum/viewto...%A4hler#p398571

Ich verstehe jetzt nicht, warum Du dieses Forum hier ins Spiel bringst?
Es wäre auch in einer anderen Form gegangen.
Dieses Forum , versucht doch unser Forum , ständig schlecht zu machen.
Mir wird schlecht, schon wenn ich den Namen: AZ, Zoll und so weiter lese.
Nicht falsch verstehen.
Ehli

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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16.11.2021 07:55
#23
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Ich frage noch mal nach
Welche Pflanzen wuchsen denn am Kolonnenweg?
Wie war es mit Holzarbeiten, die waren doch sicher kaum vorhanden, den der Schutzstreifen sollte doch freie Sicht garantieren, oder?
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@Ratze ---Es gab viele Abschnitte im Schutzstreifen oder wie man sagte 500m Streifen, die bewaldet waren. Und ich erinnere mich noch in etwa--ich schrieb es schon mal. Wenn wir Nachtschicht hatten, ging es Vormittags raus in den Kompanieabschnitt--das nannte sich dann Grenzarbeiten. Dort wurde dann der Kolonnenweg in Ordnung gebracht, Postenplätze gesäubert und unter anderen auch unnützes Gestrüpp entfernt---was sich dann --Schuss und Sichtfeld-- schaffen nannte. Diese Arbeiten wurden aber nicht von der ganzen Kompanie durchgeführt. Höchstens 8 bis 10 Leute, Sicherungsposten mit eingerechnet. Um zum Ende zu kommen--der Schutzstreifen war nicht immer Waldfrei.


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16.11.2021 08:06
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#24
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@Ratze Im Bereich des Dachsberges (Abschnitt der GK Pfaffschwende) sollen den Erzählungen nach mal Kühe in die Anlage 501 gelaufen sein. Warum auch immer, denn Futter stand dort kaum.

Genaueres dazu könntest Du von @berndk5 erfahren.

Ist ja eh so, dass bei einem KC viele Vorgänge über den Tisch gingen, von denen wir GWD nur Details aus dem Buschfunk erfahren haben.

Uli


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16.11.2021 09:31 (zuletzt bearbeitet: 16.11.2021 15:55)
avatar  berndk5
#25
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Zu #24 von @Fall 80 kann ich nur rudimentär etwas beitragen. Info auch für @Ratze .
Na klar ist mir der Vorfall bekannt. Aber nur noch Bruchstücke, weil die Problematik ja nun keinen Grenzzwischfall war oder sonst welche größeren Wellen geschlagen hat. Von solchen Auswirkungen hingen ja ganz maßgeblich die Reaktionen der Militär- und Staatsführung ab.
Folgende Sachen kann ich beisteuern:
-die Minenauslösung durch eine oder mehrere Kühe erfolgte, weil die Rinder durch ein mir nicht bekanntes Ereignis in Panik geriten, was den Fluchtinstinkt auslöste, deshalb über den K 6 zum GZ-I mit Anlage 501 gelaufen sind
-ob die Weisung vorher bestand oder erst danach in Kraft gesetzt wurde kann ich nicht genau sagen, ggf. müsste ich noch mal meine VS-Vorschrift befragen, was aber müßig ist. Die Weisung besagte, dass sämtliche Weideflächen zwischen den Sperranlagen grundsätzlich zu dem üblichen elektro-Weidezaun mit einem Draht, einen 2. Elektrodraht haben mussten. Weiterhin mussten alle Weideflächen mit einem dauerhaften vollständig zu schließenden Weidezaun mit mindestens 3 Drahtreihen ausgestattet sein.
-Den Kompaniechefs wurde befohlen, jährlich 1 x vor Beginn des Weideauftriebs gemeinsam mit den Bereichsleitern der LPG´n (T) diese Koppelzäune abzulaufen und auf Ausbruchsicherheit zu kontrollieren.
Es hatte sehr wohl bei diesem Vorfall recht viel Ärger gegeben, die Einsicht der Bauern, keine Schadenersatzforderungen und gemeinssames "totschweigen" haben den Vorgang ohne persönliche Konsequenzen aus der Wahrnehmung verschwinden lassen.
Diese Angaben habe ich nach bestem Wissen erstellt- würde aber ergänzende Angaben anderer Zeitzeugen niemals bezweifeln. Es ist einfach zu lange her, um sich so genau erinnern zu können. Weiterhin war ich in die Untersuchung nicht eingebunden, hatte nur mit der Auswertung als "Zuhörer" zu tun.


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16.11.2021 10:53
avatar  Mike59
#26
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@Ratze
Nur um die örtl. Unterschiede noch einmal zu verdeutlichen hier der GAs von dem ich schrieb.
Da sind Stellen zwischen GSZ und Grenzzaun mitunter mal locker 2 Km breit.


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16.11.2021 10:54
avatar  PF75
#27
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Abstand zwischen Wald und GSZ4-5 m max.Die wiesen gingen bis an den Kolonnenweg ran,Acker auch nur im Waldabschnitt warein ca10-12 m freier Bereich zwecks besserer Sicht.


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16.11.2021 11:20
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#28
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Ergänzend zu berndk5 kann ich sagen, dass die Färsen (Jungrinder) bei Herdengrössen von bis zu 100 Tieren, bei sehr schweren Gewittern auf der Hohen Rhön, mehrmals durch den Weidezaun durchgegangen sind.
Vor meiner Zeit ist mal eine ganze Herde bei Frankenheim nach Bayern
durchgebrochen :-).
Kein Tier soll sich in der Minensperre verletzt (die Holzkastenminen waren verrottet und nicht mehr funktionsfähig).
Wenn eine große Herde Rinder einmal in Panik gerät, dann kann man nur in Deckung gehen.
Die Kühe wurden aus der BRD mit dem LKW wieder zurücktransportiert nach Frankenheim.


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16.11.2021 11:38
avatar  TOMMI
#29
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Also bei uns war da richtiger landwirtschaftlicher Pflanzenanbau. Meistens Raps oder diverse Gereidesorten. Wollten die betreffenden LPGs Arbeiten durchführen, mussten die Mitarbeiter (Regiment oder Bataillon) angemeldet werden und wurden dann entsprechend bestätigt. (Ich gehe mal von aus, vorher durch MfS durchleuchtet). War der Termin der Arbeiten heran, mussten diese durch Posten überwacht werden. Entweder man traf die Arbeitskräfte am entsprechenden Tor, oder jene meldeten sich per UHU bei der FÜSt an, worauf dann die Posten zum betreffenden Treffpunkt fuhren. Dort angekommen Kontrollierte man die Papiere und gab die Namen an den KGSi durch. Dieser glich die Namen mit der ihm vorliegenden Liste der Bestätigten ab, und die Arbeitskräfte konnten unter Begleitung der Posten das GSZ-Tor passieren und die Arbeiten beginnen.
Es gab auch Arbeiten auf sogenannten Vorgelagerten, meistens Grasmad usw. Diese wurden durch GAKLs überwacht. Da es dort kein GMN gab, liesen sie sich von mir eine LFK-Verlängerung geben für das GMN oder aber für die Direktverbindung einen Feldfernsprecher. Unmittelbar neben der Grenzlinie wurde eine Schnur gespannt, die keinesfalls überschritten werden durfte.

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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16.11.2021 15:58
#30
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Zu meiner Zeit gab es im Bat. Abschnitt fast gar keinen GSZ--also die Bauern konnten überall in den Schutzstreifen einfahren. Ich musste einmal vom BT11 absitzen und die Papiere überprüfen. Natürlich war vorher bekannt, das Arbeiten statt finden werden. Wenn man Pech hatte, blieb man einige Stunden länger draußen--aber das bezog sich dann nur darauf---wenn die Arbeiten im eigenen Kompanieabschnitt waren.


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