Deutschlands Wirtschaftswunder

24.10.2021 09:13 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 11:12)
avatar  Fall 80
#1
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Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft führte schon in den fünfziger Jahren zur (fast) Vollbeschäftigung.

Deswegen wurden ja aus der Türkei und Südeuropa Arbeitskräfte angeworben. In der Anfangszeit war das als Rotationsprinzip gedacht und die Arbeiter durften keine Familien mitbringen, waren in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht und sollten nach zwei Jahren wieder nach hause.

Dagegen hat sich die deutsche Wirtschaft gesperrt, weil sie nicht ständig ungelernte anlernen wollte. Aus diesen Gründen konnte dann der Aufenthalt verlängert werden und die Familien konnten auch nach Deutschland kommen.

Mittlerweile haben viele von ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit und sind oftmals auch gut integriert.

Das die DDR 61 die Grenze dicht gemacht hat hatte auch damit zu tun, dass besonders junge, dynamische und gut ausgebildete Leute das Land verlassen haben.

Ähnliches passiert nach 1990, viele Schulabgänger sahen keine Perspektive und gingen in die alten Bundesländer. Ganze Landkreise haben deswegen bis heute mit den Folgen der Überalterung zu kämpfen.

Wenn man den Statistiken glaubt, sind da mehr Frauen als Männer diesen Weg gegangen. Jung, dynamisch und flexibel war gefragt, die Phlegmatiker blieben da und wurden zu Verlierern der Wende.

Damit kein falsches Bild entsteht, nicht alle die hier blieben waren Phlegmatiker. Viele haben hier durchgestartet und sich erfolgreich etwas aufgebaut.

Uli

Nachtrag: https://www.podcast.de/episode/587281404...er-tuerkei-1961

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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24.10.2021 10:05
avatar  B Man
#2
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #1
Damit kein falsches Bild entsteht, nicht alle die hier blieben waren Phlegmatiker. Viele haben hier durchgestartet und sich erfolgreich etwas aufgebaut.


Ich bin jetzt durch Meck Pomm und Brandenburg gegondelt und was die Campingplatzbetreiber und auch KFZ Leute ( mit meinem Auto kommt man da schnell ins Gespräch ) berichtet haben ging eigentlich immer in die selbe Richtung.
Die hatten alle Geschäfte die richtig gut funktionieren, sie verdienen gut aber sie selber finden kein Personal und wenn sie selber Dienstleistungen benötigen dauert es ewig bis mal einer kommt.
Eine ganze Generation an Arbeitskräften fehlt.
Viele Leute die nach der Wende weg gegangen sind, kommen jetzt auch wieder, aber die sind alle Rentner.

Diese Rentner geben ja auch Geld aus für Einkauf und Handwerker, arbeiten aber eben selbst nichts mehr.

Gruss Andreas


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24.10.2021 11:55 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 12:36)
avatar  Fall 80
#3
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Das mit dem fehlenden Berufsnachwuchs bei den Handwerkern wird jeder Hausbesitzer noch deutlich zu spüren bekommen.

Das es auch im Fahrradhandel und der Ersatzteilversorgung inclusive Service Mechanikern mal zu solchen Engpässen kommt, hätte vor drei Jahren auch keiner gedacht.

Dazu kommt jetzt noch der Mangel an Ersatzteilen weil Mikrochips fehlen. Dieser Tage kam ein Bericht, da ist ein Mehrfamilienhaus schon seit vier Wochen bezogen, aber die Heizung geht nicht weil ein Elektronikbauteil noch fehlt.

Da hatte ich vor drei Wochen wahrscheinlich noch Glück , dass meine Heizung nur drei Tage außer Gefecht war.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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24.10.2021 11:55
avatar  B Man
#4
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #1


Dagegen hat sich die deutsche Wirtschaft gesperrt, weil sie nicht ständig ungelernte anlernen wollte. Aus diesen Gründen konnte dann der Aufenthalt verlängert werden und die Familien konnten auch nach Deutschland kommen.

Mittlerweile haben viele von ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit und sind oftmals auch gut integriert.




Was viele aus der ehemaligen DDR nicht verstehen wollen, und die in Polen schon gar nicht

Waaaas, du arbeitest mit einem Türken / Italiener und ihr schlagt euch nicht den Schädel ein ?

Nur war auch die Situation in den 70ern eine völlig andere wie heute.

Viele sind damals hier geblieben und haben mit ihren Restaurants einen Teil ihrer Kultur hier her gebracht.
Bevor man in Berlin ( ? ) den Döner erfunden hat, ist man eher zum Griechen gegangen und hat sich einen Gyros geholt

Jugoslawen gab es überall.
Entweder im Restaurant oder an der Arbeit als Schlosser, Schweisser, Staplerfahrer.
Ziemlich erschreckt waren wir im Westen dann als es auf einmal Bosnier und Serben gab die so einen Hass in sich hatten obwohl viele schon mehr als ihr halbes Leben hier waren.

Gruss Andreas


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24.10.2021 21:14
#5
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Zitat von #3 Das mit dem fehlenden Berufsnachwuchs bei den Handwerkern wird jeder Hausbesitzer noch deutlich zu spüren bekommen.
Tja, an den Fachkräften die fehlen, sind teilweise die Betriebe selber schuld. Vor ein paar Jahren hat man sich das Ausbilden gespart - ist zu teuer - und jetzt wird nach den fehlenden Leuten geschrieen.
Das meint Peter der Zaunkönig

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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24.10.2021 21:33
avatar  B Man
#6
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Im Turbokapitalismus möchte man gut ausgebildete Leute die nicht aufmucken und für wenig Geld viel orbeidn

Gruss Andreas


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24.10.2021 22:03 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 22:52)
avatar  Fall 80
#7
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Vor einigen Jahren konnten sich die Ausbildungsbetriebe ihre Bewerber noch aussuchen, da es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gab.

Das ist aber schon mehrere Jahre Geschichte. Jetzt schrauben viele schon ihre Anforderungen runter und nehmen Azubis welche wenig Motivation haben und auch erhebliche Defizite aus ihrer Schulzeit.

Auch auf dem Bau und besonders bei Installateuren oder in der Landwirtschaft sind heute PC Kenntnisse, logisches Denkvermögen und der Wille zur Qualifizierung gefragt.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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25.10.2021 08:05
avatar  birx20
#8
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Das Problem der fehlenden Fachkräfte in Landwirtschaft, Industrie und Handwerk wird auch dadurch verstärkt, dass immer mehr Kinder aufs Gymnasium geschickt werden, die dort wegen der fehlenden Vorraussetzungen nicht zu recht kommen.
Das betrifft sehr oft Kinder aus bildungsfernen Schichten.
In BaWü wurde vor 10 Jahren die verbindliche Bildungsempfehlung für das Gym abgeschafft.
Das war ein Fehler.
Mit dieser Entscheidung hat man den betroffenen Kindern keinen Gefallen getan.


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