Tag der Deutschen Einheit 03.10.2021

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04.10.2021 20:41 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 20:43)
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#61
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Zitat von Hohenstücken7072 im Beitrag #57
Zitat von Gert im Beitrag #55
...Hier disktutieren oder soll man besser sagen dilletieren Leute über Betriebs- und Volkswirtschaft, die können nicht mal eine Bilanz lesen und bewerten. Das ist ja auch normal, wenn man das nicht gelernt hat und in anderen Berufen arbeitet braucht man solch spezielles Wissen auch nicht also kann man denen das nicht zum Vorwurf machen. Allerdings würde ich mich dann aber mit Aussagen zurückhalten. Ich persönlich würde einem Metallfacharbeiter auch nicht sagen, du machst Fehler beim Bearbeiten deines Metallstückes, einfach weil ich das nicht gelernt habe. So etwas käme mir nicht in den Sinn.


...komm mal wieder ein Stückchen runter, Du langjähriger Wirtschaftsprofessor aus dem Pott...mehr schreibe ich erstmal nicht dazu.

@Hohenstücken7072
wovon soll ich denn deiner Meinung nach runter kommen ? Gefällt dir meine Einschätzung nicht ? Muss es auch nicht, es ist meine Meinung und ich habe sie zur sachlichen Diskussion gestellt. Ich habe von mir nie behauptet, dass ich ein Professor bin , das ist eine Unterstellung, die jeglicher Tatsache entbehrt. Desweiteren darf ich deine Geografiekenntnisse ein wenig korrigieren, mein Wohnort Düsseldorf gehört nicht zum (Ruhr) Pott wie du schreibst, es ist das Rheinland. Deine abschließende Absichtserklärung war sehr klug, ich hätte nämlich unter Umständen noch mehr Fehler in deinem Post richtig stellen müssen.

edit ein Buchstabe eingefügt

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Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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04.10.2021 20:56
#62
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Zitat von Gert im Beitrag #61
...es ist meine Meinung und ich habe sie zur sachlichen Diskussion gestellt...


Wenn Du dies ja nur immer tun würdest!

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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04.10.2021 21:05
#63
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #50
Fähnrich #49: Oh doch geht das. Wird doch seit Jahrzehnten so praktiziert. Denke man nur an Steinkohle und Landwirtschaft. Auch wenn die notwendige Rückholung der Produktion von für die Industrie und Gesellschaft überlebenswichtigen Produkten als Erfahrung aus der Corona-Krise durchgesetzt wird, wird es nicht ohne Subventionen abgehen. Entweder wir sind dann erpressbar, weil der Bürger billig haben will und Versorgungsengpässe an lebenswichtigen Gütern für Gesellschaft und Wirtschaft eintreten können (Medizinprodukte, Grundchemikalien, jetzt Halbleiterchips) oder der Bürger greift etwas tiefer in sein Portemonnaie und hat dafür eine gewisse Sicherheit, was die Versorgung betrifft.


@DoreHolm,
die Steinkohle ist ein gutes Beispiel von dir. Der Steinkohlenbergbau ist in Deutschland Geschichte, vor ca. einem Jahr wurde das letzte Bergwerk in Bottrop geschlossen. Die Qualität der deutschen Steinkohle ist Spitze, jedoch ist ihr Abbau durch die großen Tiefen sehr teuer. Importe sind trotz langer Transportwege preiswerter.
Es stellt sich jedoch auch für mich die Frage, durch Abgaben auf Strom wird dieser immer teurer, wäre es nicht besser gewesen diese Abgaben in den Steinkohlebergbau in Deutschland, als Subvestion zu investieren. Zudem bringt es noch zehntausende von Arbeitsplätzen. Doch die Energiepolitik ist eine andere, mittelfristig will man keine Kraftwerke die mit Steinkohle, Braunkohle, Erdgas, Erdoel betrieben werden. Atomkraftwerke erst recht nicht. Wo die Energie noch herkommen soll ist mir schleierhaft, also bitte bei den Grünen nachfragen.
Es gibt staatliche Subventionen die können Sinn machen, doch ich kann nicht alles subventionieren. Aus meiner Sicht wurden Subventionen in der DDR maßlos übertrieben. Hatte bestimmt auch Vorteile für den Verbraucher, hält aber nicht zur Sparsamkeit an und dazu gibt es reichlich Beispiele.

Die EU-Landwirtschaft ist ein gigantischer Subventionsbetrieb und da habe ich auch einige Zweifel, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Kleine landwirtschaftliche Betriebe kämpfen um ihr Überleben und die Großbetriebe sind die Gewinner. Vermutlich will man nur noch Großbetriebe.
Da gehören die landwirtschaftlichen Betriebe in den neuen Bundesländern zu den Gewinnern, da es dort fast nur Großbetriebe gibt. Es ist auch mal ein gutes Beispiel, man hat die Wende positiv verarbeitet.
Man darf natürlich nicht die Frage stellen, ist der riesige Landbesitz rechtmäßig erworben, ist er nicht, da er auch aus der entschädigungslosen Enteignung von Großgrundbesitzern stammt und dazu gibt es nach meiner Rechtsauffassung keine Berechtigung.

Fähnrich


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04.10.2021 21:16
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Zitat von Fähnrich im Beitrag #63


Die EU-Landwirtschaft ist ein gigantischer Subventionsbetrieb und da habe ich auch einige Zweifel, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Kleine landwirtschaftliche Betriebe kämpfen um ihr Überleben und die Großbetriebe sind die Gewinner. Vermutlich will man nur noch Großbetriebe.
Da gehören die landwirtschaftlichen Betriebe in den neuen Bundesländern zu den Gewinnern, da es dort fast nur Großbetriebe gibt. Es ist auch mal ein gutes Beispiel, man hat die Wende positiv verarbeitet.
Man darf natürlich nicht die Frage stellen, ist der riesige Landbesitz rechtmäßig erworben, ist er nicht, da er auch aus der entschädigungslosen Enteignung von Großgrundbesitzern stammt und dazu gibt es nach meiner Rechtsauffassung keine Berechtigung.

Fähnrich


Die Subventionen für die Landwirtschaft sind irre, kommen aber in erster Linie dem Verbraucher zu gute.

Die großen Agrarbetriebe in der ehemaligen DDR haben nach 1990 überwiegend mit Pachtflächen gewirtschaftet und dann über die Jahre erst Flächen von den Verpächtern erworben.

Die Flächen, welche durch die Bodenreform noch im Volkseigentum standen hat sich kein Landwirtschaftsbetrieb unter den Nagel gerissen, sondern das Tafelsilber hat die Treuhand verhökert.

Uli


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04.10.2021 21:55 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 21:57)
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#65
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Zitat
Die Flächen, welche durch die Bodenreform noch im Volkseigentum standen hat sich kein Landwirtschaftsbetrieb unter den Nagel gerissen, sondern das Tafelsilber hat die Treuhand verhökert.

das bezweifele ich, denn das Land war im Besitz der LPGen. Was hatte die Treuhand damit zu schaffen ?Ich hörte davon, dass 1. LPG sich in neue Gesellschaftsformen umformten und mit diesen Großgütern wirtschafteten, erfolgreich wirtschafteten. Wenn sie nicht selbst das übernehmen wollten habe sie es verpachtet. 2. Ein Beispiel sah ich im TV, da ist ein Holländer gekommen, hat Land von der LPG gepachtet ( sehr gutes Land Magdeburger Börde ) und hat angefangen im großen Stil dort anzubauen. Der fuhr mit Mobilphone in einem Mercedes Geländewagen G-Klasse herum, in sauberen Klamotten und hat den Betrieb über Mobilphone gesteuert mit großem Erfolg, so sagten sie in dem Filmchen-
Nun weiss ich nicht, ob dieses Modell weit verbreitet war aber es klang sehr plausibel und ist sicher auch eine kluge Wirtschaftsform.
Die kleinen Bäuerchen gehören der Vergangenheit an. Aber die gabs ja in der DDR sowieso nicht mehr.



P.S. die Subventionen für die Landwirte kommen nicht vom deutschen Staat, sondern aus EU Mitteln ( da zahlen alle EU Länder ein )

Stil ist nicht das Ende des Besens.
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04.10.2021 22:09
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Gert,
Der Boden der Agrargenossenschaften ist größtenteils gepachtet von den Eigentümern, den selbst zu DDR Zeiten blieb das Eigentum an landwirtschaftlicher Flächen im Privateigentum (im Grundbuch eingetragen). Die Verfügungsgewalt (Bewirtschaftung) hatten die LPG.


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04.10.2021 22:24
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Die Treuhand und deren Bodenverwertungsgesellschaft hatten die 1946 im Zuge der Bodenreform enteigneten Flächen nach 1990 übernommen.
Diese Flächen wurden meistbietend verkauft.
Oftmals an Holländer, an von und zu die ihren ehemaligen Besitz zurückgekauft haben oder an Grossinvestoren z.B. Tönnies, Fiege und andere.
Ostdeutsche Wiedereinrichter oder Agrargenossenschaften sind beim Flächenerwerb von der Treuhand (BVG) kaum zum Zug gekommen.
Die grossen Agrargenossenschaften die erfolgreich wirtschaften, kaufen die Flächen jetzt von den Erben der ehemaligen LPG Mitglieder.


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04.10.2021 22:51
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#68
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Spätestens heute unter den aktuellen Bedingungen stellt sich die Systemfrage mehr als vehement: Das so vergötterte !Wachstum" als Motor für ein Krebsgeschwür, welches den Planeten und seine Bewohner innerhalb der nächsten 5-7 Dekaden irreversibel in den Untergang treibt. Und in der Politik die Links-und Ökofaschisten die glauben mit der Selbstkasteiung Deutschlands in Richtung Klimaschutz den Planeten zu retten...einfach nur lächerlich. Im Gegenzug die Altersarmut der Rentner in der kommenden Dekade, nur weil die sozialen Sicherungssysteme ausgerechnet von denen umgangen werden, die den (verdienstabhängig) größten Teil dazu beitragen könnten (Beamte, Ärzte, Politiker, Rechtsanwälte) . Und das mit Billigung der Politik, diese heilige Kuh nicht schlachten zu wollen....
Ich schäme mich mittlerweile in den Fussgängerzonen und dem Stadtgebiet meiner Landeshauptstadt Erfurt zu verkehren, weil ich den Anblick der Rentner und Obdachlosen beim Durchsuchen der Mülltonnen nach Leergut nicht mehr ertragen kann. Im Gegenzug die sog. "Kriegsflüchtlinge" mit ihren Familien, die grossformatige LED-Fernseher buckeln und bessere Klamotten tragen als ich, aber diese nicht bezahlt haben.
Mit welchem Recht behandelt ein Staat seine eigenen Bürger schlechter als Zugereiste?
Ich habe die Antwort: Weil der "Staat" nur noch die Marionette der industriellen Machtverhältnisse darstellt: Die Kriege mit Waffen, auch aus Deutschland, helfen der Wirtschaft und dem Wachstum hier, aber das menschliche Leid und die Kosten werden wie immer auf die Allgemeinheit abgewälzt. Kosten sozialisieren und Gewinne privatisieren...ein geniales Erfolgsrezept dieses Gesellschaftssystems.

Und falls Du, werter Gert, wieder mit irgendwelchem Geschwurbel kommst von wegen "Warum bist Du noch hier und nicht in Russland?" sei Dir gesagt: Mir ist meine Heimat Thüringen heilig. Ich würde sie nicht und werde sie nicht wegen gesellschaftlicher Umstände verlassen. Das unterscheidet uns ganz deutlich: Ich bin da doch leidensfähig, tu meine Ansichten aber jederzeit offen kund.


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05.10.2021 07:37
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#69
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Zitat von Ratze im Beitrag #6
Heute in Kittlitzer/Kneese Brückenfest
Machen die seit dem Bau der ersten Brücke seit 1990
Feuerwehren kochen wechselseitig die erbsensuppe



@Ratze
Wolfgang, vielleicht komme ich da im nächsten Jahr mal hin. Am besten du erinnerst mich dann rechtzeitig!


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05.10.2021 07:50
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#70
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Zitat von SEG15D im Beitrag #68
Spätestens heute unter den aktuellen Bedingungen stellt sich die Systemfrage mehr als vehement: Das so vergötterte !Wachstum" als Motor für ein Krebsgeschwür, welches den Planeten und seine Bewohner innerhalb der nächsten 5-7 Dekaden irreversibel in den Untergang treibt. Und in der Politik die Links-und Ökofaschisten die glauben mit der Selbstkasteiung Deutschlands in Richtung Klimaschutz den Planeten zu retten...einfach nur lächerlich. Im Gegenzug die Altersarmut der Rentner in der kommenden Dekade, nur weil die sozialen Sicherungssysteme ausgerechnet von denen umgangen werden, die den (verdienstabhängig) größten Teil dazu beitragen könnten (Beamte, Ärzte, Politiker, Rechtsanwälte) . Und das mit Billigung der Politik, diese heilige Kuh nicht schlachten zu wollen....
Mit welchem Recht behandelt ein Staat seine eigenen Bürger schlechter als Zugereiste?
Ich habe die Antwort: Weil der "Staat" nur noch die Marionette der industriellen Machtverhältnisse darstellt: Die Kriege mit Waffen, auch aus Deutschland, helfen der Wirtschaft und dem Wachstum hier, aber das menschliche Leid und die Kosten werden wie immer auf die Allgemeinheit abgewälzt. Kosten sozialisieren und Gewinne privatisieren...ein geniales Erfolgsrezept dieses Gesellschaftssystems.

Und falls Du, werter Gert, wieder mit irgendwelchem Geschwurbel kommst von wegen "Warum bist Du noch hier und nicht in Russland?" sei Dir gesagt: Mir ist meine Heimat Thüringen heilig. Ich würde sie nicht und werde sie nicht wegen gesellschaftlicher Umstände verlassen. Das unterscheidet uns ganz deutlich: Ich bin da doch leidensfähig, tu meine Ansichten aber jederzeit offen kund.


@SEG15D
Das ist die Krux an der Geschichte. Wachstum in geschlossenen Systemen führt zwangsläufig immer zum Kollaps. Die Erde ist ein fast geschlossenes System. Lediglich die Sonnenenergie kommt von Außerhalb und deswegen müssen wir die Atmosphäre erhalten, damit wir nicht gegrillt werden.

Wenn Wirtschaftssysteme nur durch permanentes Wachstum überleben können, dann sind sie sterbenskrank.

In geschlossenen Systemen braucht man die funktionierenden Stoffkreisläufe, wie sie bei uns in der Natur normalerweise stattfinden. Bei erhebliche Eingriffen von außen wie zu Beispiel Meteoriteneinschlagen, haben sich die Lebensbedingungen für Flora und Fauna oftmals kolossal geändert.

Für manche Erkenntnisse reicht die Schulbildung an der POS und Interesse für natürliche Abläufe. Literatur dazu gibt es ja mehr als man selber lesen kann und dass schon seit mehr als zwei Generationen.

Uli


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05.10.2021 08:06 (zuletzt bearbeitet: 06.10.2021 20:08)
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Zitat von Gert im Beitrag #65

Zitat
Die Flächen, welche durch die Bodenreform noch im Volkseigentum standen hat sich kein Landwirtschaftsbetrieb unter den Nagel gerissen, sondern das Tafelsilber hat die Treuhand verhökert.

das bezweifele ich, denn das Land war im Besitz der LPGen. Was hatte die Treuhand damit zu schaffen ?Ich hörte davon, dass 1. LPG sich in neue Gesellschaftsformen umformten und mit diesen Großgütern wirtschafteten, erfolgreich wirtschafteten. Wenn sie nicht selbst das übernehmen wollten habe sie es verpachtet. 2. Ein Beispiel sah ich im TV, da ist ein Holländer gekommen, hat Land von der LPG gepachtet ( sehr gutes Land Magdeburger Börde ) und hat angefangen im großen Stil dort anzubauen. Der fuhr mit Mobilphone in einem Mercedes Geländewagen G-Klasse herum, in sauberen Klamotten und hat den Betrieb über Mobilphone gesteuert mit großem Erfolg, so sagten sie in dem Filmchen-
Nun weiss ich nicht, ob dieses Modell weit verbreitet war aber es klang sehr plausibel und ist sicher auch eine kluge Wirtschaftsform.
Die kleinen Bäuerchen gehören der Vergangenheit an. Aber die gabs ja in der DDR sowieso nicht mehr.



P.S. die Subventionen für die Landwirte kommen nicht vom deutschen Staat, sondern aus EU Mitteln ( da zahlen alle EU Länder ein )



@Gert

"Schuster bleib bei deinen Leisten" ist ein uralter Spruch, welcher immer bestätigt wird.

Nochmal zum mitmeisseln.

1. Die LPG war auch zu DDR Zeiten nur Nutzer und kein Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen. Eigentümer waren die Bauern, welche der LPG beigetreten sind, Erben welche nicht in der Landwirtschaft tätig waren und bei den volkseigenen Flächen der Staat. Erben, welche nicht in der Landwirtschaft tätig waren bekamen über den Rat des Kreises einen Nutzungsvertrag angeboten und die LPG bewirtschaftete diese Flächen mit.

2. Nach der Wende starteten die neuen Betriebe meist mit den Flächen neu, welche sie schon seit Jahren bewirtschaftet hatten. Die Bewirtschaftung erfolgte in der Regel auf Pachtbasis.

3. Manche Eigentümer versuchten aus finanziellen Gründen umgehend ihre Flächen zu verkaufen. Oftmals sehr billig, da dieser Markt in den neuen Ländern noch nicht gut funktionierte. Viele Erben verkaufen momentan Flächen, welche sie ohne GPS in der Flur gar nicht finden würden. Da fehlt die Verbundenheit zum Boden und man sieht das schnelle Geld. Aus ökonomischen Gründen ist Verpachtung für einen Eigentümer immer lukrativer als ein einmaliger Verkauf. Außer es geht um Flächen, welche durch Bebauung eine Wertsteigerung erfahren.

Uli

Nachtrag: Mir ist bekannt das es Bestrebungen gegeben hat, den Privatbesitz an LN langfristig in Volkseigentum zu überführen. In einigen voreiligen Grundbuchämtern wurden da auch schon Unterlagen geschwärzt.

Da das eine ganz heiße Kiste war hat man es erst einmal zurückgestellt und auf die biologische Lösung gehofft.

Viele Erben haben erst nach der Wende davon erfahren, dass die Großeltern LN hatten und noch ein Nutzungsvertrag bestanden hat. Da sind nicht wenige über Nacht wie die Jungfrau zum Kind gekommen.

Ich habe für die Agrargenossenschaft damals fast alle Pachtverträge abgeschlossen. Da kamen Erben von Eigentümern, welche schon lange verstorben waren und die Erben noch nicht im Grundbuch standen. War für mich unvorstellbar, aber weil die Verfügbarkeit eingeschränkt war, haben viele keinen Bezug mehr dazu gehabt.


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05.10.2021 08:44
#72
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Ackerland: Der größte Irrtum der DDR-Bilanz
https://www.ndr.de/geschichte/chronologi...z,acker232.html

Auch passend dazu:

Die „Herzoglich Sachsen Coburg und Gotha´sche Forstverwaltung“ bewirtschaftet ca. 9.000 ha Wald. Rund 2.000 ha kaufte Familienoberhaupt Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha erst 1996 für die Familie zurück. Weitere rund 7.000 ha kamen nach einem juristischen Tauziehen mit abschließendem Vergleich um die Jahrtausendwende hinzu. Der Forst derer von Sachsen-Coburg und Gotha ist heute der größte zusammenhängende Privatwald in Ostdeutschland...]

Haus Wettin: Daniel Prinz von Sachsen leitet seit 2007 die Wettinische Forstverwaltung. Die Wettinische Forstverwaltung ist ein privater Familienforstbetrieb und entstand 2002 durch den Rückkauf eines Teils des ehemaligen Familienwaldes der ehemaligen Könige von Sachsen. Der Forstbetrieb bewirtschaftet über 1.000 ha Wald zwischen Radebeul und Friedewald Landkreis Meißen.

Kleiner Beitrag aus "wem gehört der Osten?" kam 2015 im MDR
1990 fielen etwa zwei Millionen Hektar Agrarland sowie knapp zwei Millionen Hektar Wald- und Forstfläche aus dem "Volkseigentum" der DDR in die Verwaltungshoheit der Treuhand. Die Flächen sollten schnell verkauft werden, um Geld in die Bundeskassen zu spülen. Grundsätzlich sollten, wie im Einigungsvertrag festgehalten, die Regelungen der Bodenreform und damit auch die Enteignung von Großgrundbesitzern nach dem Zweiten Weltkrieg keine Neubewertung erfahren. Bis heute ranken sich zahllose Streitigkeiten und Entschädigungsfragen um genau diesen Beschluss. Denn vor allem auf dem Land betrifft das riesige, wirtschaftlich attraktive Flächen, Wälder und Felder.

Zitat:
Enteignet wurden auch die Vorfahren des Fürsten Heinrich XIV Reuß. Bis dahin gehörte der Familie seit Hunderten von Jahren ein beträchtliches Stück vom Osten – 18.000 Hektar Wald und Land in Sachsen und Thüringen. Geblieben sind dem Fürsten heute u.a. 1.100 Hektar Wald, die er zu Beginn der 1990er-Jahre für 1 Million DM zurückkaufte. Die Flächen sind heute das Siebenfache wert. "Natürlich freut man sich, dass der Wert des Waldes gestiegen ist, aber für mich ist das nur eine Zahl auf dem Papier. […] Ich will für meine vier Kinder wenigstens ein bisschen wieder von dem aufbauen, was wir früher einmal hier hatten", sagt Fürst Reuß.
...
Davon können die Schachtschabels bisher nur träumen. Seit 25 Jahren kämpfen sie mittlerweile um ein alleiniges Nutzungsrecht der Flächen, die ihnen laut Grundbuch gehören. Sie betreiben einen bäuerlichen Familienbetrieb in Thüringen. In den 90ern war Rainer Schachtschabel Abteilungsleiter der dortigen Agrargenossenschaft – der rechtlichen Nachfolgegesellschaft der LPG. Bei deren Auflösung wurde er Zeuge skrupelloser Vermögensauseinandersetzungen: "Die einfachen LPG-Mitglieder wurden auf Kosten von Wenigen betrogen." Heute besitzt Schachtschabel zwar einige Hektar Land, doch er kann sie nicht einmal vollständig nutzen, die Agrargenossenschaft, legt ihm noch immer Steine in den Weg...]


....

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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05.10.2021 08:55
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#73
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....für mich ist es auch eine Frage ob zeitnah die gefühlte Einheit gelingt , die Geschichte beider Seiten gleichwertig zu betrachten , denn die Seite im Osten findet sich gefühlt in der deutschen Geschichte nicht wieder , als hätten wir fast ein halbes Jahrhundert hier nicht existiert und auch wir haben in Anspruch genommen deutsche zu sein und beide Staaten wären nicht das geworden was sie wurden ohne dieser Teilung , wer bestimmt eigendlich das man mit bösen Fingern nur auf uns zeigt ..mit Sicherheit nicht einige "Spezialisten" hier ....denn der Kapitalismus ist nur übriggeblieben, hat nicht gesiegt ...


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05.10.2021 09:06
#74
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Das trifft auf die zu, die es erlebt haben. Und die werden immer weniger.
Den Nachgeborenen scheint das weitgehend egal zu sein.

Deren Geschichtsvergessenheit bedeutet nicht, daß sie den Sozialismus übersehen. Im Gegenteil, sie übersehen dessen Scheitern.
Zumindest in der Großstadt gibt es sozialistische Blütenträume. Hammer und Sichel sind zu sehen, Parolen von Klassenkampf und Sprüche wie "Nur der Kommunismus kann uns retten".

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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05.10.2021 09:31
avatar  Ratze
#75
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@Rainair, ob ich daran denke, ist zweifelhaft, denn ich bin selbst nur 2 - 3 mal da gewesen
Meistens habe ich an dem Tag was anderes vor, z.B. Dienst im Grenzhus
Aber ich werde mich bemühen


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