Tag der Deutschen Einheit 03.10.2021

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04.10.2021 12:40 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 12:53)
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#31
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Zitat von Dynamo53 im Beitrag #20
...was man auch mit Beharrlichkeit und noch so geschönten Worten nicht ausblenden kann ,ist bei vielen immer noch der Frust wie damals die Treuhand unter Wissen der damaligen Regierung hier im Osten alles platt gemacht hat, da zählte der Mensch nicht mehr, da braucht man jetzt auch nicht jammern . Und wie hier richtig geschrieben wurde , es war keine Wiedervereinigung sondern eine Unterwerfung, ....


Was viele immer wieder vergessen - die Treuhand wurde von den neuen Ländern gegründet. Und die Regierungen der neuen Ländern wurden von der Bevölkerung der neuen Länder gewählt. Was vielen nicht bewusst war, waren die Folgen dieses Systemwandels. Aber man kann nicht mal irgendjemandem einen Vorwurf machen. Viele hatten sich damals geirrt, gingen von einer anderen Entwicklung aus. Die deutschen Banken unterlagen auch dem Irrtum, dort würde nun über Nacht der große Aufschwung kommen und versenkten viel Geld im Osten. Ob Kohl damals bewusst log oder falsche Vorstellungen hatte? Ich denke eher Letzteres. Viele Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft nahmen die DDR-Wirtschaftsstatistiken als Grundlage - nur die waren von vorne bis hinten gefälscht, geschönt oder wie auch immer man diese Manipulationen nennt. Darum auch der Irrtum von Rohwedder, als er meinte, die DDR-Betriebe seien 600 Mrd. wert.

Die Bundesbank warnte damals vor dem Umtauschkurs, das dieser der Todestoss für die ostdeutsche Wirtschaft sei. Aber niemand wollte auf sie hören, weder die ostdeutsche Bevölkerung, die verständlicherweise viel harte Währung für Ihre Ersparnisse bekommen wollte, noch die Politik, die sich diesem Wunsch nicht widersetzte, weil sie ja wiedergewählt werden wollte. Woher sollte die Bevölkerung das auch wissen? Tiefgreifende volkswirtschaftliche Kenntnisse hat max. 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung. Der gleiche Fehler, einer schwachen Volkswirtschaft eine harte Währung zu einem - aus Sicht der Bevölkerung - günstigen Umtauschkurs überzustülpen, machte man bei der europäischen Währungsunion, der Einführung des Euros. Die Folgen für Griechenland und andere Südländer waren fatal.

Es gibt also nicht den einzigen Grund für die Probleme nach der Wende. Es ist eine Mischung aus dem Glauben an gefälschte DDR- Wirtschaftsstatistiken, einem falschen Umtauschkurs, einer zu mindestens einem Drittel veralteten, maroden, nicht mehr zu rettenden Wirtschaft. Man darf nicht vergessen, dass im Osten der (notwendige) Strukturwandel in wenigen Jahren vollzogen wurde, der im Westen in Jahrzehnten stattfand. Das z.B. große Teile der Textilindustrie, des Bergbaus u.s.w. auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig waren und keine Zukunfstperspektive mehr hatten. Solche nicht mehr konkurrenzfähigen Branchen auf Dauer mit Subventionen am Leben zu erhalten, ist genauso, als ob man einen Gehirntoten mit Maschinen am Leben erhält. In NRW hat man das mit dem Bergbau auch lange gemacht - ohne Erfolg. Das Geld wäre - wie in Bayern - sinnvoller in Zukunftsindustrien investiert worden. Auch Thatcher wurde von den Betroffenen (nachvollziehbar) für die wirtschaftliche "Rosskur", die sie in Großbritannien durchführte, gehasst. An ihrem Todestag spielten sie das Lied "The witch is dead". 30 Jahre später stand Großbritannien aber wirtschaftlich besser da als in den siebziger Jahren, als es der "kranke Mann" Europas war.

Man darf auch nicht vergessen, dass man mit einem Systemwechsel von einer soz. Planwirtschaft zu einer Marktwirtschaft keinerlei Erfahrungen hatte. Mit dem umgekehrten Weg hatte man Erfahrungen, aber nicht mit diesem Weg.


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04.10.2021 13:02
#32
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Ein kleiner Erklärbär zur Treuhandanstalt:

Im Rahmen der Wende und friedlichen Revolution in der DDR stellte sich für die neuen Verantwortlichen die Frage, wie mit den Volkseigenen Betrieben (VEB) verfahren werden sollte. Neben der Möglichkeit, sie in eine im Westen übliche Unternehmens-Rechtsform zu überführen, wurde auch die Gründung einer Dachgesellschaft – gleichsam einer „Staats-Holding“ – für das gesamte volkseigene Vermögen der DDR diskutiert.

Am 12. Februar 1990 legte die Oppositionsgruppe Demokratie Jetzt (DJ) eine Vorlage für die Sitzung des Runden Tisches mit dem „Vorschlag zur umgehenden Bildung einer ‚Treuhandgesellschaft‘ (Holding) zur Wahrung der Anteilsrechte der Bürger mit DDR-Staatsbürgerschaft am Volkseigentum der DDR“ vor. Erarbeitet worden war diese Vorlage von einer Gruppe mit dem Namen Freies Forschungskollegium Selbstorganisation für Wissenskatalyse an Knotenpunkten um den Theologen Wolfgang Ullmann, den Ingenieur Matthias Artzt und den Physiker Gerd Gebhardt.[1] Der Entwurf sah ein System von an die DDR-Bürger auszugebenden Anteilsscheinen vor (vgl. Coupon-Privatisierung); dies wurde im Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion nur noch als Kann-Bestimmung aufgeführt und letztlich nicht umgesetzt.[2]

Am 1. März 1990 beschloss der Ministerrat der DDR (Modrow-Regierung) die Gründung der „Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums“. Sie sollte das Volkseigentum wahren und im Interesse der Allgemeinheit verwalten. Die Haupttätigkeit dieser ersten „Treuhand“ bestand in der Entflechtung von Kombinaten und der Umwandlung der Nachfolgeunternehmen in Kapitalgesellschaften. Ihr erster Präsident war kurzzeitig der frühere stellvertretende Ministerpräsident in der Modrow-Regierung Peter Moreth (LDPD).

Die Arbeit der Treuhandanstalt über die Wiedervereinigung hinaus basierte auf dem noch von der Volkskammer der DDR am 17. Juni 1990 beschlossenen Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) in Verbindung mit dem Einigungsvertrag und dem Staatsvertrag vom 18. Mai 1990. Am 1. Juli 1990 waren der Treuhand etwa 8500 Betriebe unterstellt, in denen mehr als vier Millionen Menschen arbeiteten. Mit der Wiedervereinigung wurde sie eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts unter der Fachaufsicht des Bundesfinanzministeriums.

https://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt

Die Treuhand wurde jedenfalls nicht von den neuen Ländern gegründet...sondern vor deren Neugründung....Sachsen z.B. am 3. Oktober 1990

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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04.10.2021 13:05 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 13:21)
avatar  Tobeck
#33
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Zitat von axelloko im Beitrag #30
Der Osten hat sich doch längst zum " Mezzogiorno" Deutschlands entwickelt.
Was fehlt, sind richtig große Betriebe, die das Lohnniveau heben.
Aber die hätte man unmittelbar, nach der Wende gezielt ansiedeln müssen.
So hat sich das. Bild als Niedriglohngebiet verfestigt.


Man muss ganz klar sagen, dass in den Neunziger Jahren der Zug für Neuansiedlungen überwiegend abgefahren war. Die Wiedervereinigung kam mindestens 30 Jahre zu spät. 1960 wäre die Entwicklung eine ganz andere gewesen. Eine Neuansiedlung ist nicht so einfach wie es sich viele vorstellen. Da müssen viele Standortfaktoren stimmen, dass sich "Cluster" bilden - siehe "Silicon Valley", siehe die Region in und um München. Die Versuche von Neuansiedlungen sind auch in NRW - um die weggebrochene Montanindustrie zu ersetzen - bis heute im großen Ganzen gescheitert.

Man darf auch nicht vergessen, dass es weniger das Problem fehlender Neuansiedlungen ab 1990 war, sondern die Abwanderung von Industrien, Unternehmen und dem Fachpersonal bis 1961. Was weg ist, ist weg. Das kann man nicht einfach so ersetzen.


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04.10.2021 13:27
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#34
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Passt als Anschauungsmaterial auch zum Thema:

Ich war 30 Jahre Mitarbeiter im Traditionsbetrieb PENTACON, dem Hersteller der Praktica-Kameras. Im Dresdner Raum waren dort (1990)
ca. 5000 Arbeitskräfte beschäftigt. Bis zum 2.Oktober 1990 hatten wir noch Hoffnung, dass es, wenn auch in reduzierter Form, weiter geht.
An diesem Tag (einen Tag vor dem "Tag der Deutschen Einheit") wurde dann den Mitarbeitern die traurige Mitteilung unterbreitet,
der Betrieb wird liquidiert! Die beigefügte Anlage enthält die damalige Information an die Mitarbeiter.


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04.10.2021 13:32
avatar  Gert
#35
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Zitat von Tobeck im Beitrag #33
[quote="axelloko"|p812751]Der Osten hat sich doch längst zum " Mezzogiorno" Deutschlands entwickelt.
Was fehlt, sind richtig große Betriebe, die das Lohnniveau heben.
Aber die hätte man unmittelbar, nach der Wende gezielt ansiedeln müssen.
So hat sich das. Bild als Niedriglohngebiet verfestigt.


Man muss ganz klar sagen, dass in den Neunziger Jahren der Zug für Neuansiedlungen überwiegend abgefahren war. Die Wiedervereinigung kam mindestens 30 Jahre zu spät. 1960 wäre die Entwicklung eine ganz andere gewesen. Eine Neuansiedlung ist nicht so einfach wie es sich viele vorstellen. Da müssen viele Standortfaktoren stimmen, dass sich "Cluster" bilden - siehe das "Silicon Valley", siehe die Region in und um München. Die Versuche von Neuansiedlungen sind auch in NRW - um die weggebrochene Montanindustrie zu ersetzen - bis heute im großen Ganzen gescheitert.

Man darf auch nicht vergessen, dass es weniger das Problem fehlender Neuansiedlungen ab 1990 war, sondern die Abwanderung von Industrien, Unternehmen und dem Fachpersonal bis 1961. Was weg ist, ist weg. Das kann man nicht einfach so ersetzen.[/quote]

@Tobeck da nennst du einen wichtigen Faktor für die Deindustrialisierung in den neuen Ländern. Unter dem Schutzschirm der sowjetischen Militäradministration hat die SED eine große Anzahl von Industriebetrieben entschädigungslos enteignet. Man jagte die Unternehmer, leitenden Angestellten usw. aus dem Lande. Sie nahmen ihre ERfahrung, Ihr Wissen , Ihre Patente, Markennamen usw. mit. Das war ein Wissensabfluß gigantischen Ausmaßes. Zum Zeitpunkt der Enteignung waren das sicher moderne Produktionsbetriebe. Ahnungslos, wie Parteifunktionäre nun mal waren, glaubten sie, sie könnten ewig auf diesen Anlagen produzieren ohne Modernisierug und Neuinvestitionen. Jedoch nach Jahrzehnten waren die Anlagen abgenudelt, die Gebäude verschlissen, Die Herstellungsmethoden veraltet und überholt. Diesen gigantische Schrotthaufen sollte die Treuhand dann verkaufen. Da war aber nix mehr zu verkaufen außer dem Grund und Boden. Ich arbeitete für einen großen Chemiekonzern, der auch Chemieanlagen verkaufte. In den 70ern kaufte die DDR eine komplette PVC Fabrik bei meiner Firma. Da erzählten mir Ingenieure, mit welchen Methoden dort zuvor gearbeitet wurde. Das waren Methoden, die schon Anfang 50er Jahre in unseren Werken durch modernere ersetzt wurden. Der letzte Todesstoß kam dann mit der Einführung der DM zum 1.Juli 1990. Da waren die Arbeitsplätze in solchen Betrieben zum Sterben verurteilt. Wer wollte denn harte Devisen dafür zahlen, dass er Produkte kaufte , die nicht mehr konkurrenzfähig waren ?
Das wollen aber einige Hartgesottene hier nicht hören, stattdessen wird das Hohe Lied gesungen, die Treuhand ist schuld, die Westdeutschen sind schuld usw.. Sie wollen oder können die wahren Ursachen nicht erkennen.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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04.10.2021 13:37 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 13:40)
#36
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Zu Tobeck in #31: Was viele immer wieder vergessen - die Treuhand wurde von den neuen Ländern gegründet. Und die Regierungen der neuen Ländern wurden von der Bevölkerung der neuen Länder gewählt. Was vielen nicht bewusst war, waren die Folgen dieses Systemwandels.

Was immer wieder viele vergessen, um mit Deinen Worten zu schrieben, daß die Chefs der Treuhand i.d.R. keine Ostdeutschen ware, sondern vom Westen eingesetzt wurden. Mit einem ganz bestimmten Auftrag. Nirgendwo schriftlich fixiert, das wäre ja auch den Ostdeutschen nicht vermittelbar gewesen, sondern in den Hinterzimmern abgesprochen. Beweise dazu gibt es wohl kaum, aber das ist die einzige Schlussfolgerung aus dem, was mit Hilfe der Treuhand so abging. Wie hätte es sonst in großem Maßstab geschehen können, daß gut gehende Firmen zerschlagen wurden, aufgekauft und die Maschinen rausgeholt, Joint Ventures verhindert, Übernahmen durch das bisherige ostdeutsche Management abgblockt, staatliche Hilfen für deren Erhalt aber im westdeutschen Betrieb eingesetzt wurden u.s.w.?
In meinen Augen war die Treuhand über viele Strecken eine kriminelle Vereinigung, organisierte Wirtschaftskriminalität und der Tod Rohwedders wurde ebenso wie der von Kennedy nie wirklich aufgeklärt, weil dann sehr mächtige Leute Probleme bekommen hätten.


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04.10.2021 13:58
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#37
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Das Desaster der Treuhand ging richtig los als die "gute Breul" die Nachfolge von Rohwedder antrat.
Unter ihrer Führung wurde nur noch abgewickelt und vertauscht. Mit Rohwedder an der Spitze der Treuhand hätten einige Unternehmen aus dem Osten saniert werden können.
Breul war mit der Aufgabe vollkommen überfordert.


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04.10.2021 14:06
#38
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....die Treuhand war gedacht um die Unternehmen zu verwalten und um eine spontane Privatisierung zu vermeiden .
....nur ein Beispiel aus dem engsten Familienkreis wie dies lief , betreffs Plamag Plauen, ein Unternehmen seit 1946 und da wurde bis zum Schluss auf absoluten Weltniveau im Bereich Druckmaschinen gearbeitet. Der Vater meiner Partnerin hat dort gelernt und bis zum Schluss da gearbeitet, ja er hatte sogar Patente , deshalb kenne ich die Einzelheiten wie alles lief nicht das was der Öffentlichkeit präsentiert wurde , es gab keinen Grund dieses Unternehmen abzuwickeln, nach der Wende wurde ein westdeutscher " Chef " eingesetzt , nicht einmal ein Jahr dann war Ruhe. Der Vater meiner Partnerin hat dies bis heute nicht verkraftet und ist davon gezeichnet , sicher Einzelschicksale und sicher hätte die Weiterführung einzelne Arbeitsplätze gekostet aber es hätten vielmehr Firmen erhalten werden können die ja bis zum Schluss für jedes Versandhaus im Westen reichlich protiziert haben und der Westen war doch sogar froh über diese Entwicklung , war doch der Tisch mit deutschsprachigen bestens handwerklich und fachlich ausgebildeten Arbeitskräften reich gedeckt , leider haben wir uns alle zu billig verkauft..


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04.10.2021 14:06 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 14:13)
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#39
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #36
Zu Tobeck in #31: Was viele immer wieder vergessen - die Treuhand wurde von den neuen Ländern gegründet. Und die Regierungen der neuen Ländern wurden von der Bevölkerung der neuen Länder gewählt. Was vielen nicht bewusst war, waren die Folgen dieses Systemwandels.

Was immer wieder viele vergessen, um mit Deinen Worten zu schrieben, daß die Chefs der Treuhand i.d.R. keine Ostdeutschen ware, sondern vom Westen eingesetzt wurden. Mit einem ganz bestimmten Auftrag. Nirgendwo schriftlich fixiert, das wäre ja auch den Ostdeutschen nicht vermittelbar gewesen, sondern in den Hinterzimmern abgesprochen. Beweise dazu gibt es wohl kaum, aber das ist die einzige Schlussfolgerung aus dem, was mit Hilfe der Treuhand so abging. Wie hätte es sonst in großem Maßstab geschehen können, daß gut gehende Firmen zerschlagen wurden, aufgekauft und die Maschinen rausgeholt, Joint Ventures verhindert, Übernahmen durch das bisherige ostdeutsche Management abgblockt, staatliche Hilfen für deren Erhalt aber im westdeutschen Betrieb eingesetzt wurden u.s.w.?
In meinen Augen war die Treuhand über viele Strecken eine kriminelle Vereinigung, organisierte Wirtschaftskriminalität und der Tod Rohwedders wurde ebenso wie der von Kennedy nie wirklich aufgeklärt, weil dann sehr mächtige Leute Probleme bekommen hätten.


Zum rot markierten: Dir ist aber schon bewusst, das dies eine Verschwörungstheorie ist. Verschwörungstheorien können manchmal ein Fünckchen Wahrheit haben, oft sind sie aber schlicht Erfundenes. Du schreibst ja selbst, dass es keine Beweise gibt. Aber wie kann man dann solche Behauptungen aufstellen? Es sind Vermutungen. Mit dem Satz "mit einem ganz bestimmten Auftrag" willst Du unterstellen, dass sie von finsteren Mächten (wohl westdeutsche Konzerne) den Auftrag hatten, alles zu zerschlagen, Konkurrenz auszuschalten. Und keiner der hunderten oder tausenden Beteiligten hat Jahrzehnte später etwas von der Verschwörung Preis gegeben. Weil man jedem mit seiner Ermordung gedroht hat? Das mag es ja in schlechten Hollywoodfilmen geben, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Wenn es einen solchen Auftrag gegeben hätte, könnte man so etwas angesichts der vielen Beteiligten nicht unter der Decke halten. Das funktioniert in der Realität nicht.

Auch die Ermordung Rohwedders, weil man angeblich einen Hauptbeteiligten Verschwörer ausschalten wollte, ist nichts als Verschwörungstheorie. Ein Haar eines Täters, das man am Tatort gefunden hat, konnte eindeutig dem RAF-Terroristen Grams (Bad Kleinen) zugeordnet werden. Nun könnte man die Verschwörungstheorie weiterspinnen und behaupten, Grams sei in Wirklichkeit ein Mitarbeiter eines deutschen Geheimdienstes gewesen, der in die Treuhandverschwörung eingebunden war und Rohwedder ausschalten sollte. Und nachdem er die Drecksarbeit erledigt hatte, wurde er seinerseits ausgeschaltet. Wer´s glaubt... .


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04.10.2021 14:19 (zuletzt bearbeitet: 16.10.2021 15:38)
#40
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04.10.2021 14:23 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 14:24)
avatar  Gert
#41
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Zitat
...hätte die Weiterführung einzelne Arbeitsplätze gekostet aber es hätten vielmehr Firmen erhalten werden können die ja bis zum Schluss für jedes Versandhaus im Westen reichlich protiziert haben und der Westen war doch sogar froh über diese Entwicklung , war doch der Tisch mit deutschsprachigen bestens handwerklich und fachlich ausgebildeten Arbeitskräften reich gedeckt , leider haben wir uns alle zu billig verkauft..



Dir ist offenbar nicht bekannt, zu welchen Preisen die DDR diese Waren an die Versandhäuser verramscht haben. Sie wurden zu Preisen verkauft die unter den Gestehungskosten lagen. Das Ziel der SED war nicht Gewinne zu erwirtschaften, das Ziel der SED war Devisen zu erlangen.
Das ist wie der Witz mit dem Eierveräufer, der die Eier für 19 ct. einkaufte und für 17 ct. wieder verkaufte. Gefragt, warum er denn einen solchen Blödsinn macht sagte: die Menge bringts

Mit anderen Worten ab 1.Juli 90 mussten die Produkte kostendeckend und gewinnorientiert in DM kalkuliert werden. Dieser Konkurrenzsituation waren die meisten nicht gewachsen. Subventionen und MIlchmädchenrechnungen der Partei entfielen.
Der @GKUS64 hat doch ein sehr schönes Dokument eingestellt aus dem das klar hervorging. Lest das mal.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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04.10.2021 15:11 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2021 15:20)
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Drei mal darfst Du raten, warum sich bestimmte Kreise so vehement gegen eine Aufarbeitung der Rolle der Treuhand stemmen.

Ja, Tobeck #39, es gab diese sog. "finsteren Mächte". Es scheint, Du hast das Wesen des Großkapitals nicht erkannt. Es ist da eine Folge der Logik, daß diese bestmöglichen Einfluss auf Entscheidungen wichtiger Treuhandmitarbeiter nehmen. Sonst wäre es keine Kapitalisten. Und dafür fliest Geld. Es macht einen Unterschied, für eine Ostfirma, die alles Andere als eine Schrottimmobilie ist und z.B. mit 20 Mio DM taxiert ist, dafür dem Bearbeiter (oder noch höher) eine Nobelkarosse vor die Tür zu stellen und dafür die Firma für einen Bruchteil zu kaufen. Abgehakt, wieder ein Unternehmen an den Mann gebracht. Was meinst Du, woher der Begriff "Lobbyisten" kommt ? Influenzer könnte man heute sagen, mit reichlich Money für ihre Arbeit ausgestattet. Auch wenn es oft ostdeutsche Beschäftigte der Treuhand waren, die diese vielen kleinen Kapitalverbrechen begangen, alle hatten sie einen westdeutschen Vorgesetzten. Die Politik diesem Treiben einen Riegel vorschieben ? Denkste. Die damals Regierenden aus konservativen, also wirtschaftsfreundlichen Parteien waren die Erfüllungsgehilfen dieser Ganoven.

Und wenn Du schon von Verschwörungstheorien sprichst, erinnere Dich mal, was alles in die Politik der DDR und ihrer Akteure hineininterpretiert und hineingedichtet wird, weil man es eben so sehen und noch eins draufsetzen will. Gerade von Leuten, die nie näher mit der Arbeit von diesen Kreisen Kontakt hatten.


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04.10.2021 15:24
#43
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Sicherlich gab es in der Treuhand kriminelle Elemente. Aber ein großer Teil der Arbeit war eben Kapitalismus pur.
Und in erster Linie ging es auch darum, westdeutsche Industrieunternehmen zu schonen.

Es gab doch damals den Satz "kein Arbeitnehmer in Westdeutschland, darf durch die Wiedervereinigung seinen Arbeitsplatz verlieren". Das war das oberste Prinzip, und man hätte das nicht erreichen können, wenn man mehr Betriebe im Osten erhalten hätte


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04.10.2021 15:24
#44
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Allein die Tatsache, dass Firmen für eine Mark verkauft wurden, deren Immobilienwert allein nicht selten im 5, 6 oder gar 7- stelligen Bereich lag lässt doch tief in die Geschäftspraktiken dieser Gesellschaft blicken. Nicht umsonst gab seinerzeit den Spruch "Die Treuhand ist das Beste, was man für Geld kaufen kann".


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04.10.2021 15:56
#45
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Eines der großen Debakel--der Treuhand Mafia--war --Bischofferode in Thüringen-- Und Fakt ist und war bis heute--diese Organisation ,hat kein gutes Licht hinterlassen.


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