Prozess gegen ehem. KZ-Sekretärin wegem Beihilfe

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02.10.2021 18:54
#46
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ist jetzt OT:
in dieser Zeugenvernehmung geht es um Befehlsverweigerung etc. Hatte noch ganz viele Sunden gehört wo es darum ging. Das finde ich natürlich nicht so schnell, leider. Ich suche aber weiter.

Gruß


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02.10.2021 18:57
avatar  Gert
#47
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@Freienhagener

Zitat
Andere haben diesen Hang zur Selbstzerfleischung nicht.
Japan, mit ähnlicher Geschichte zur selben Zeit, ehrt immer noch offiziell Kriegsverbrecher im bedeutendsten Heiligtum das Landes als nationale Helden. Eine Entschuldigung in Richtung überfallener Völker hat es meines Wissens bis heute nicht gegeben.


das ist auch eine ziemliche Schande für die Japaner, so sehe ich das. Ich war selbst in Thailand, unter anderem an der berüchtigten Brücke am River Kwai. Dort besuchten wir ein Museum, in dem beschrieben und mit Foto belegt war, wie sie mit den Völkern der besetzten Gebiete und den britischen Kriegsgefangenen umgegangen sind. Es war die selbe unmenschliche Art, wie es unsere Vorfahren gemacht haben. Wir Nachgeborenen brauchen deshalb nicht in Sack und Asche herumlaufen, nur weil wir dem Volk der " Herrenmenschen " angehören aber Empathie und Mitgefühl mit diesen damals Geschundenen halte ich für wichtig. Das sollten sich auch die Japaner mal zu Gemüte führen einschl. ihrem Kaiser der die Spitzenposition unter den japanischen Kriegsverbrechern eingenommen hat. Ich verstehe überhaupt nicht, warum die USA ihn 1945 geschont haben. Vermute mal, die Konfrontation mit Stalin deutete sich damals schon an und da wollte man Japan auf seine rSeite haben.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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02.10.2021 19:10
avatar  Gert
#48
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Nach allem was ich so weiß und auch recherchiert habe, sind Angehörige der SS die den Dienst in den Lagern verweigerten, nicht bestraft worden. Sie wurden lediglich zu Kampfeinheiten der Waffen SS an die Fronten abkommandiert. Dort war es natürlich etwas mehr mit Gefahren verbunden, das Leben zu verlieren, als bei dem Wachdienst im Lager. Das wird natürlich jeder gewusst haben und es sich 3 x überlegt haben, ob er diesen Schritt geht.
Ein Jugendfreund meiner Mutter aus Wien hatte sich nach dem Einmarsch der Deutschen zur SS verpflichtet. Er wurde in Buchenwald/Weimar ausgebildet und war dort auch während des ganzen Krieges bei den Wachmannschaften auf den Türmen rund um das Lager.
Nach dem Krieg hat ihn ein Häftling / Jude aus Wien in einer Wiener Straßenbahn wieder erkannt und direkt angezeigt. Er wurde zu mehreren Jahren Kerker verurteilt. Ich weiß nicht genau was Kerker in Österreich bedeutet, vermute mal identisch mit unserem früheren Zuchthaus

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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02.10.2021 19:22
#49
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Der Beitrag aus der Welt könnte weiter helfen:
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-w...keine-Wahl.html
Doch schon bald nach Gründung der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg, die alle Ermittlungen wegen NS-Verfahren koordinierte, wurde diese Annahme wissenschaftlich überprüft. Eindeutiges Ergebnis: Es gab damals und gibt bis heute keinen einzigen nachweisbaren Fall, in dem einem SS-Mann, der einen Mordbefehl verweigert hatte, selbst Gefahr für Leib und Leben drohte.

Im Gegenteil konnte durch zahlreiche Zeugenaussagen, aber auch durch Dokumente belegt werden, dass Befehlshaber von Mordeinheiten wie dem Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101 wiederholt ihren Männer freistellten, sich an Mordaktionen nicht zu beteiligen. Wer sich so entschied, wurde nachweislich nicht bestraft.

Tatsächlich kam es vor, dass solche Männer als „Schwächlinge“ oder „Feiglinge“ geschmäht und aus der Kameradschaft ausgegrenzt wurden. Doch solche relativ milden Nachteile rechtfertigen die Annahme eines Befehlsnotstandes nicht.

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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02.10.2021 19:28
avatar  Lutze
#50
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Wer kennt ihn nicht?
Eberhard Cohrs,bekannt als DDR-Komiker war Rottenführer im KZ Sachsenhausen,
obwohl seitens der Stasi bekannt,kann ich mich an eine Verurteilung Cohrs nicht erinnern
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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02.10.2021 20:11 (zuletzt bearbeitet: 02.10.2021 20:19)
avatar  Ehli
#51
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Zitat von Lutze im Beitrag #50
Wer kennt ihn nicht?
Eberhard Cohrs,bekannt als DDR-Komiker war Rottenführer im KZ Sachsenhausen,
obwohl seitens der Stasi bekannt,kann ich mich an eine Verurteilung Cohrs nicht erinnern
Lutze

Lutze es wäre schön, wenn Du nicht immer nur einen Satz schreibst , sondern uns aufklärst.
Eberhard Cohrs: Das Geheimnis des Komikers
Eberhard Cohrs bewahrte bis ans Ende seines Lebens ein düsteres Geheimnis. Erst auf dem Sterbebett machte er vage Andeutungen, die von Dokumenten später zweifelsfrei belegt werden: Der sächsische Komiker war ein SS-Mann.
https://www.mdr.de/zeitreise/artikel88766.html


Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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02.10.2021 20:13
avatar  Fall 80
#52
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Zitat von Schlutup im Beitrag #40
Zitat von RalphT im Beitrag #39

Jeder Richter und normale Mensch weiß, was das an Konsequenzen für die Frau bedeutet hätte. Die hätte man wahrscheinlich noch im Lager erschossen.


Hallo @RalphT ,

fühle dich bitte nicht persönlich angriffen, aber dieser Satz stimmt so nicht.. Seit ich denken kann interessiere ich mich für die deutsche Gesichte ab 1933. Vom ersten Weltkrieg weiß ich fast nichts.
Glaube mir einfach, das kein SS- Soldat der sich geweigert hat Juden zu erschießen, selber an die Wand gestellt wurden ist. Er wurde versetzt oder seine Eignung für die SS überprüft. Deshalb wäre auch eine Tippse nicht erschossen worden.

SS Soldaten , die sich bereichert haben an Gold oder Geld Wertgegenstände die für das Reich bestimmt waren, wurden an die Wand gestellt.

Wenn du mir nicht glaubst, kann ich gerne hörbare Aussagen von SS Richtern dazu besorgen.

Also sei mir bitte nicht Böse, aber diesen Satz habe ich selber früher mal geglaubt und bin eines bessern belehrt wurden.

Viele Grüße aus dem Norden.

PS: ich hab völliger Blödsinn gestrichen. So sollte man das nicht schreiben.


@Schlutup @RalphT

Wie mit Wehrmachts- und SS Angehörigen nach einer Verweigerung eines Befehles umgegangen wurde hing auch sehr von den direkten Vorgesetzten und der aktuellen Situation ab.

Wenn einer einer an bestimmten Maßnahmen nicht teilnehmen wollte, dann wurde er in der Regel versetzt. Oftmals kam er dann vom Regen in die Traufe und nicht in ein Erholungsheim.

Mein Vater war Angehöriger einer Elitedivision und hat mir da einige Fälle erzählt.

Ebenso war es bei den Dienstverpflichteten Frauen. Widersprochen hat meist kaum jemand schon aus Angst davor die eigene Lage zu verschlimmbessern. Meine Tante war dienstverpflichtet in einem Lazarett.

Ich habe als Angehöriger der GT auch manchmal geschluckt und die Gusche gehalten. Wobei man den Grenzdienst bei weitem nicht mit dem Kriegseinsatz vergleichen kann.

Wir hatten einen Zieltermin für die Entlassung und Urlaub vor Augen. Im Normalfall wurde nur auf dem Schießplatz geschossen und da galten noch besondere Sicherheitsbestimmungen, damit niemand zu Schaden kommen sollte.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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02.10.2021 22:22
avatar  Ehli
#53
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Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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03.10.2021 07:44 (zuletzt bearbeitet: 03.10.2021 20:33)
avatar  Fall 80
#54
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #26
Zitat von Rostocker im Beitrag #25

......
Ja es fällt schwer, wenn ein Land, seine eigene Geschichte aufarbeiten muß.



Andere haben diesen Hang zur Selbstzerfleischung nicht.
Japan, mit ähnlicher Geschichte zur selben Zeit, ehrt immer noch offiziell Kriegsverbrecher im bedeutendsten Heiligtum das Landes als nationale Helden. Eine Entschuldigung in Richtung überfallener Völker hat es meines Wissens bis heute nicht gegeben.


@Freienhagener

Ja es ist schon verblüffend zu erleben, wie sich Deutschland ständig verbal und noch lieber mit dem Scheckbuch zu entschuldigen versucht.

Keine Frage, Deutschland hat entscheidende Anteile an der Zuspitzung der Lage vor den beiden Weltkriegen und im II. WK den Krieg auch definitiv begonnen. Ebenso die Aktionen der kaiserlichen Armee in den Kolonien sind mehr als Fragwürdig.

Ich habe kein Problem damit, wenn man aus heutiger Sicht diese Völkerrechtswidrigen Handlungen verurteilt und im besonderen Falle auch überlebenden der KZ bzw. ehemaligen Zwangsarbeitern eine "Entschädigung "zahlt. Wobei man diese Dinge auch mit Geld nicht gerade rücken kann.

Die Rückforderung von geraubten Kulturgütern sehe ich als gerechtfertigt an und da kann man ja bei heutiger Technik gute Repliken für unsere Museen anfertigen.

Obwohl fast alle anderen Länder ihre Kriegshelden aller Couleur ehren bin ich froh darüber, dass man sich bei uns da jetzt doch davon distanziert.

Was jedoch vollkommen irre ist, dass man auf Geldforderungen von Nachfahren der zweiten und dritten Generation damaliger Opfer eingeht.

Meine Vorfahren waren im Krieg 1870/71 und im ersten Weltkrieg mit im Einsatz. Mein Vater, zwei Onkel und meine Tante im zweiten Weltkrieg. Niemand davon war freiwillig dabei und keiner hatte einen Offiziersdienstgrad.

Warum soll ich irgendwelche Gelder an Nachfahren der Opfer erarbeiten.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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03.10.2021 07:59 (zuletzt bearbeitet: 03.10.2021 07:59)
#55
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Einerseits ist die deutsche Aufarbeitung der Vergangenheit vorbildlich.
Aber sie geht immer mehr ins Extreme.
Inzwischen ist man im Kaiserreich angelangt und sogar in den Befreiungskriegen um 1813.
Plötzlich ist der Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft antifranzösisch und fremdenfeindlich. Ernst Moritz Arndt wurde somit zur Unpersönlich erklärt.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.10.2021 10:39
#56
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Hier ein sehr langer aber trotzdem gut lesbarer und interessanter Beitrag zu der gesamten Thematik anhand des letzten Stutthoffprozesses im Jahr 2020. Angeklagt und nach Jugendstrafrecht verurteilt war ein damals 17-jähriger, der im August 1944 eingezogen und wegen Kampfunfähigkeit als Wachmann bis April 1945 nach Stutthoff geschickt wurde. Im Beitrag werden viele Aspekte beleuchtet, ein eindeutiges Fazit kann auch da nicht gezogen werden, auch wenn es sogar einen extra Gliederungspunkt dazu gibt....
https://www.zukunft-braucht-erinnerung.d...rozess-hamburg/

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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04.10.2021 18:20
avatar  Mike59
#57
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Geht noch weiter, einen haben wir noch.


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05.10.2021 18:52
#58
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05.10.2021 18:57
avatar  birx20
#59
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Jetzt muss die 96 jährige eine Fussfessel tragen, damit sie nicht wieder vor dem Prozess verschwinden kann.
Es nimmt abstruse Züge an.


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05.10.2021 19:00
avatar  Gert
#60
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Zitat von birx20 im Beitrag #59
Jetzt muss die 96 jährige eine Fussfessel tragen, damit sie nicht wieder vor dem Prozess verschwinden kann.
Es nimmt abstruse Züge an.


Ist aber besser und ihr zuträglicher als im Knast zu sitzen. Knast für eine 96 jährige finde ich unwürdig.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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