Prozess gegen ehem. KZ-Sekretärin wegem Beihilfe

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02.10.2021 11:33
#31
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Zitat
Was hält die Forengemeinde von dieser Aussage? Enthält diese Aussage nicht ein Körnchen Wahrheit! Oder ?



Nicht nur ein Körnchen, sondern einen ganzen Getreidesack voll.
Im übertragenen Sinne ritzen wir uns ständig bis wir bluten und schlagen uns gleichzeitig mit der Geisel-Peitsche auf den Rücken, ohne dass wir damit irgendjemand der es brauchen könnte helfen.


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02.10.2021 11:47
avatar  Lutze
#32
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Ich bleibe mal bei den Fakten,
die Angeklagte war Sekretärin eines Lagerkommandanten,
sie wusste über die Verbrechen in diesen KZ Bescheid,
viele andere dieser NZ-Diktatur auch,
hat sie als 18jährige Sekretärin eigenhändig KZ-Häftlinge umgebracht?
wohl kaum,sie war eine Mitwisserin dieser Verbrechen,
nach fast 80 Jahren soll sie dafür verurteilt werden?
bin schon auf das Urteil gespannt
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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02.10.2021 12:07
#33
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Obwohl ich sonst mit dem Begriff "Politische Justiz" hier in Deutschland sehr vorsichtig bin, findet hier genau so ein Fall statt. Durch die entsprechenden Gesetzesänderungen wird hier der Justiz vorgegeben diese Verfahren noch durchzuführen.
Es besteht der Wunsch, das kolossale Versagen der Justiz im Umgang mit NS Verbrecherin in der Bundesrepublik nach 1949 vergessen zu machen.
Nun betrifft es halt alle, die jetzt noch greifbar sind und seien sie auch noch so alt.
Doch die Geschichte lässt sich nun mal nicht nachträglich umschreiben.


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02.10.2021 12:30
#34
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Seit wann befindet sie sich eigentlich im Fokus der deutschen Justiz, fand nirgends Details darüber?

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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02.10.2021 12:37
#35
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Zitat von Hohenstücken7072 im Beitrag #34
Seit wann befindet sie sich eigentlich im Fokus der deutschen Justiz, fand nirgends Details darüber?


Wie in der Quelle beschrieben, wurde sie bereits 1954 und 1962 in der Sache einvernommen. Sie ist also seit fast 70 Jahren in ihrer damaligen Rolle amtsbekannt.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig...tutthof204.html

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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02.10.2021 12:46 (zuletzt bearbeitet: 02.10.2021 12:51)
#36
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Danke @buschgespenst, dauerte also bis zur Klageerhebung mindest drei Staatsanwaltgenerationen...alle Achtung!

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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02.10.2021 14:34 (zuletzt bearbeitet: 02.10.2021 14:34)
#37
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Moin,
das hat jetzt zwar nichts mit dem aktuellen Fall zutun, finde es aber trotzdem interessant. Ganz ohne persönliche Wertung darüber.




Gruß


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02.10.2021 15:49
avatar  Fred.S.
#38
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zu 37
Danke für das Video Schlutup.
Eine persönliche Wertung kann man wirklich nicht abgeben, dazu sind die beiden Aussagen in einen Gegensatz.
Sie wurde damals verurteilt. Stellt sich da nicht die Frage:
Nun noch einmal durch ein deutsches Gericht ? Damals waren die Zeugen doch noch selber Augenzeugen, des Verbrechen und konnten die Täter die dort sagen, auf sie zeigen und anklagen. Fred


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02.10.2021 17:21
avatar  RalphT
#39
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Ich habe auch keine Ahnung, was das Ganze soll.

Die war doch da wohl nur eine Tippse? Ich war ja nun selber nicht dabei, aber man meint ja, dass sie von den Tötungen im Lager wohl Kenntnisse hatte. Was wollen die jetzt von ihr? Hätte sie sich gegen das System entscheiden sollen? Am Besten noch einen offenen Brief an den Führer, der das sofort einstellen soll?
Jeder Richter und normale Mensch weiß, was das an Konsequenzen für die Frau bedeutet hätte. Die hätte man wahrscheinlich noch im Lager erschossen.

Was mich dabei auch so stört ist, dass jeder Täter vom Miriclan besser behandelt wird, als die Frau. Dieser Prozess scheint ja bei unserer überlasteten Justiz sehr wichtig zu sein.
Und dann auch in den Knast stecken. Hätte es nicht gereicht die Omi für einen Tag direkt im Heim unter Arrest zu stellen und dann zur Verhandlung mit einem Dienstfahrzeug abzuholen?


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02.10.2021 17:56 (zuletzt bearbeitet: 02.10.2021 18:01)
#40
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Zitat von RalphT im Beitrag #39

Jeder Richter und normale Mensch weiß, was das an Konsequenzen für die Frau bedeutet hätte. Die hätte man wahrscheinlich noch im Lager erschossen.


Hallo @RalphT ,

fühle dich bitte nicht persönlich angriffen, aber dieser Satz stimmt so nicht.. Seit ich denken kann interessiere ich mich für die deutsche Gesichte ab 1933. Vom ersten Weltkrieg weiß ich fast nichts.
Glaube mir einfach, das kein SS- Soldat der sich geweigert hat Juden zu erschießen, selber an die Wand gestellt wurden ist. Er wurde versetzt oder seine Eignung für die SS überprüft. Deshalb wäre auch eine Tippse nicht erschossen worden.

SS Soldaten , die sich bereichert haben an Gold oder Geld Wertgegenstände die für das Reich bestimmt waren, wurden an die Wand gestellt.

Wenn du mir nicht glaubst, kann ich gerne hörbare Aussagen von SS Richtern dazu besorgen.

Also sei mir bitte nicht Böse, aber diesen Satz habe ich selber früher mal geglaubt und bin eines bessern belehrt wurden.

Viele Grüße aus dem Norden.

PS: ich hab völliger Blödsinn gestrichen. So sollte man das nicht schreiben.


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02.10.2021 18:03
avatar  RalphT
#41
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Zitat von Schlutup im Beitrag #40
Glaube mir einfach, das kein SS- Soldat der sich geweigert hat Juden zu erschießen, selber an die Wand gestellt wurden ist.


Ok, das weiß ich natürlich nicht, hätte ich aber so geglaubt. Ich habe auch viel aus dieser Zeit gelesen, aber wurden die dann wirklich nur auf die Eignung in der SS überprüft? Kein Zuchthaus oder ähnliches? Kann mir das momentan nicht so ganz vorstellen.
Aber ok, wenn du dazu viele Informationen bekommen hast, dann glaube ich dir das natürlich.


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02.10.2021 18:04
#42
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Moin,

ist jetzt ja OT, aber das interessiert bestimmt einige. Ich suche das mal raus.

Gruß


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02.10.2021 18:07
avatar  RalphT
#43
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Zitat von Schlutup im Beitrag #42
Moin,

ist jetzt ja OT, aber das interessiert bestimmt einige. Ich suche das mal raus.

Gruß


Ja mach mal. Also ich hätte Interesse.


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02.10.2021 18:22
avatar  Tobeck
#44
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #24
Dass es jetzt noch Anklagen wegen Mordes und Beihilfe wegen Naziverbrechens gibt, hat mit einer höchstrichterlichen Änderung der Rechtsprechung aus dem Jahre 2010 zu tun. Bis zu diesem Zeitpunkt war ein Einzeltäternachweis erforderlich, damit jemand wegen Mordes verurteilt werden konnte. Das Personal auf den Wachtürmen oder im Bürodienst blieb deshalb vor 2010 straffrei.


Das hat dann aber mit dem Rechtsstaatsprinzip nichts mehr zu tun. Ähnlich bei den Stammheim-Prozessen gegen RAF-Mitglieder, bei denen auch der Einzeltäternachweis plötzlich nicht mehr erforderlich war. Da konnte jemand dann auch wegen "gemeinschaftlich begangenen Mord" verurteilt werden, auch wenn er persönlich keinen Mord begangen hat - die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation war völlig ausreichend, um als Mörder verurteilt zu werden. Ich will das jetzt gar nicht weiter werten und weder die RAF-Terroristen noch die KZ-Sekretärin in Schutz nehmen, ich will nur auf die Problematik hinweisen.


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02.10.2021 18:28
avatar  Tobeck
#45
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #26
Zitat von Rostocker im Beitrag #25

......
Ja es fällt schwer, wenn ein Land, seine eigene Geschichte aufarbeiten muß.



Andere haben diesen Hang zur Selbstzerfleischung nicht.
Japan, mit ähnlicher Geschichte zur selben Zeit, ehrt immer noch offiziell Kriegsverbrecher im bedeutendsten Heiligtum das Landes als nationale Helden. Eine Entschuldigung in Richtung überfallener Völker hat es meines Wissens bis heute nicht gegeben.


Dieser Hang zum Extremen, die deutsche Mentalität, hat Churchill mit der Aussage "man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen" beschrieben. Jetzt sind die Deutschen gerade in der letztgenannten Phase.


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