grenzerrolle

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08.10.2021 21:57
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#31
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Berndk5,
meinen kritisierten Beitrag habe ich aus der Sicht eines damals betroffenen GWD geschrieben, der zuerst die Kompaniesicherung erlebte und dann die Bataillionssicherung mit den aufgezeigten Nachteilen.
Ich kann natürlich nicht die strategischen Aspekte aus Sicht des Verteidigungsministeriums beurteilen, die für eine Bataillionssicherung damals sprachen.
Zumindest die topografischen Gegebenheiten, der Straßenzustand und anderes ließen die Bat.Sicherung gegenüber der Kompaniesicherung als suboptimal erscheinen.


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08.10.2021 21:57
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#32
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #26
#24
Hallo,
hab ich das richtig gelesen, dass ein Uffz. bei der Planung der Gsi mitgemacht hat?
Gruß Frank

Habe es zwar schon etliche mal geschrieben, aber jetzt noch mal.
1968 gab es in der Hundestaffel, Stabskompanie, keine UfZ. mehr, dann viel der Staffelführer auch noch aus.
Plötzlich wurde ich als Staffelführer eingesetzt und war für den Einsatz der DHF und Wachhundeführer verantwortlich. Zugang zu Unterlagen, VD, waren mir nun möglich, Dienstsiegel, hatte ich auch usw. und sofort.
Ehli , der nur ein Gefreiter aus Sachsen war.

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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08.10.2021 22:14
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#33
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Zitat von berndk5 im Beitrag #30

Manchmal bedauere ich es wirklich, dass man solche schlauen Leute wie Dich, @birx20 damals nicht im Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR hatte.
Aber mal ehrlich, überlegst Du überhaupt, bevor Du etwas schreibst, oder rattern Deine Finger nur über die Tastatur, ohne dass der Grips eingeschaltet ist? Hauptsache, man schreibt irgend etwas?

Vielleicht kann sich ja der völlig unvoreingenommene Leser in die geschichtliche Zeitepoche zurückdenken.
Da war doch wirklich etwas weltpolitisches mit 2 bis auf den Tod verfeindeten Machtblöcken. Warschauer Vertrag und NATO, sozialistisch/kommunistisches Machtgebiet und kapitalistischer Herrschaftsbereich. Weltweit aufgeteilt. Machtkämpfe in Indochina, auf dem afrikanischen Kontinent etc. . Muss man das noch alles aufzählen und belegen, oder reicht der Rest noch vorhandener Allgemeinbildung?
Nun könnte man sich fragen, wie denn zum Beispiel (mal vereinfacht dargestellt) die militärischen, taktischen Denkweisen ausgesehen haben könnten?
Da müsste man natürlich (wenigstens oberflächlich) etwas zur Entwicklung der Grenztruppoen der DDR wissen. Wie das denn mit der Grenzpolizei, dann der Deutschen Grenzpolizei, der NVA Kommando Grenze und später den GRENZTRUPPEN DER DDR so war. Und warum es so war.
Da waren keine besoffenen Generale am Werk, die mal nur so den GWD`ler knechten wollten mit Bataillonssicherung und unterschlagenen Ablösezeiten.
Ernsthafte Denkweisen bedeuten doch nicht gleich, dass man das GUT finden muss, oder dass da etwas verherrlicht werden soll.
Es soll einfach nur ganz schnöde erklärt werden- mehr nicht.
Ganz einfach und verkürzt dargestellt, ging es von der "polizeilichen Grenzüberwachung (im freien Sinn)", die polizeiliche Grenzsicherung mit der Deutschen Grenzpolizei dann nach Gründung der NVA und besonders nach 1961 zur "Militärischen Grenzsicherung" über.

Dieses System sollte und MUSSTE (aus Sicht der SED-Militärs) perfektioniert und den damaligen militärischen Anforderungen, resultierend aus dem damals empfundenen Kräfteverhältnis , angepasst und perfektioniert werden.
Wen interessierten (von der damaligen Militärführung) Dienstzeiten? Die Bezeichnung "Dienst-, Arbneits- und Lebensbedingungen" war damals noch nicht erfunden worden.
Es ging nur darum, von den vielen (zahlenmäßig ja ermittelbaren) Einheiten und Truppenteilen an der Grenze, möglichst eine hohe Anzahl gleichzeitig "komplett einsatzbereit" zu haben.
Wie solte das gehen, wenn in der Kompaniesicherung immer ein Zug gerade an der Grenze war- von jeder Kompanie vom Norden, bis in den Süden ? uind das an der WEST-Grenze der DDR?
Die Idee mit der Bataillonssicherung war doch eigentlich genial und so primitiv einfach.
Eine Kompanie ist komplett an der Grenzer, und drei Grenzkompanieen stehen als tatsächlich voll ausgerüstete und aufmunitionierte Kampfeinheiten jederzeit in x+20 min. Abmarschbereit zur Verfügung.

Natürlich ist das eine Milchmädchen-rechnung- aber das Prinzip und der beabsichtigte Effekt sind erkennbar.
Was zählten da in den Augen der Miltär-Strategen irgendwelche Ablöse-Zeiten, Ruhezeiten oder zu fahrende Kilometer.

Das wirtschaftliche Denken, kam erst durch die wirtschaftlichen Zwänge. Zusammen mit anderen Überlegungen.
Außerdem muss man davon ausgehen, dass der DDR kaum ein Aufwand zu hoch war, wenn er ..."im Sinne der Landesverteidigung".. war.
Das muss man nachvollziehen können. damit meine ich nicht VERSTEHEN oder gut finden.
Man muss einfach nur zur Kenntnis nehmen, dass es damals solche Denkweisen gab.

Wer die Suppe als GWD`ler auslöffeln musste, das wissen wir ja- das soll ja auch weder bestritten noch schöngeredet werden.

Es wäre also aus meiner Sicht gut, wenn man einfach nur sachliche Fragen stellt, wenn man keine Ahnung von irgend welchen Sachen hat und sich nicht als Dr. Allwissend über Dinge und Leute von damals erhebt, zu denen man nicht nur keine Ahnung hat, sondern die man auch gar nicht begreifen will.


@berndk5 Es kann ja sein, dass ich als einfacher Kraftfahrer und nicht gerade Dienstgeiler GWD etwas falsch einschätze, da ich ja mit Sicherheit aus einer anderen Perspektive sehe als ein KC.

Meiner Info nach hat sich die Stärke jeder einzelnen GK bei der Umstellung auf Bataillonssicherung nicht wesentlich verändert. Ich gehe jetzt mal vom Bataillon Geismar/Hildebrandshausen aus.

Naturgemäß müsste sich ein Postenpaar in den max. fünf Postengebieten schneller und besser auskennen als auf den 25 Postengebieten des Bataillons.

Vorteil war, dass auf der GK mehr Ruhe war und das Ausbildung, Fahrzeugpflege und ähnliches einfacher zu organisieren war.

Ob in einer Krise drei Reservekompanien die eine im Aufzug stehende unterstützen konnte hatte nicht mehr Effekt, als ob von vier GK je ein Zug im Dienst und drei Züge in Reserve waren. Rein rechnerisch ist das ein Nullsummenspiel.

Die langen Ablösezeiten auf dem Bataillonsabschnitte gingen zu Lasten der Einsatzzeit im E Fall. Wer mit dem Fahrzeug unterwegs war, war oftmals schlecht oder manchmal auch nicht erreichbar. Zumindest mit der Steinzeitfunktechnik im Jahre 76/77.

Das der Mensch in Vordergrund steht, konnte man zwar täglich in der Zeitung lesen, aber die Realität war eben anders.

Wenn ich mal die Kompanieabschnitte mit rund 10 Kilometern ansetze, (das Bati hatte insgesamt 39 Kilometer) komme ich auf mindestens ein Vierradfahrzeug/Grenzkilometer und das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Bevor jetzt jemand schreibt, dass ich nicht rechnen kann. Wir hatten strukturmäßig fünf LO, drei P 3, zwei Trabis auf der GK, wobei es in dem Jahr nur ein Trabi war, aus welche Gründen auch immer. die anderen GK waren nicht schwächer bestückt.

Uli


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08.10.2021 22:29
avatar  berndk5
#34
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Uli, da hast Du vollkommen Recht.
Keines Deiner Worte soll in Zweifel gezogen werden.
Dennoch muss man zur Kenntnis nehmen, dass es in diesen Ebenen der milit. Hirarchie gänzlich andere Überlegenungen gab.

Man hat hier nur mit Kampfverbänden gerechnet.
Da wären in den drei Grenzbataillonen eines Regimentes, ganze drei Grenzkompanien an der Linie verblieben und jeweils 3 x 3, also 9 Kompanien hätte man einschließlich mindestens 2 Bataillonsstäben + Teilen eines Regimnentsstabes zur Verfügung gehabt. Wofür und wohin auch immer. das war der taktische Hintergrund der Bataillonssicherung.
Was die Kenntnisse in den Postenbereichgen, selbst die Verhinderungvon Grenzdurchbrüchen anging hatte man hier in der Überlegung der Vorbereitung eines Verteidigungsfalles andere Prioritäten gesetzt.
Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass so etwas wirklich nicht so leicht zu begreifebn ist- aber man war da wirklich nur als Kompanie die Figur auf dem Sandkasten- egal ob als Soldat GWD oder Offiizier.
Gut, dass es niemals dazu kam.
Wer spricht heuter noch davon, dass es mal beiderseits dieser Grenze Atomraketen gab?
Auf der einen Seite der Grenze hat man dagegen demonstriert, auf der anderen Seite wurde alles totgeschwiegen und bestritten.

Wir beide waren nicht an den Sandkästen dieser Stäbe, in denen solche Spiele exerziert wurden.


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08.10.2021 22:29
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#35
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Wimre hatten unser Bataillon in dem einen Jahr meiner Dienstzeit 16 Unfälle/Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Zum Glück keine Toten und keine Schwerstverletzten.

Bei 14 Unfällen soll die Schuldfrage eindeutig beim MKF gelegen haben, jedenfalls wurde es so bekannt gegeben.

Ich weiß, dass junge Kraftfahrer manchmal etwas übermütig waren, da nehme ich mich auch nicht aus. Meine Beifahrer hat es immer gefreut, dass ich auch da noch gefahren bin wo es eigentlich untersagt war.

Pech hatte ich zum Glück nur einmal, als mir ein 11 jähriger Junge ins Auto gefahren ist. Noch mehr Glück hatte der Junge, denn außer dem Fahrrad war alles i.O.

Uli


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08.10.2021 22:42
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#36
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Zitat von berndk5 im Beitrag #34
Uli, da hast Du vollkommen Recht.
Keines Deiner Worte soll in Zweifel gezogen werden.
Dennoch muss man zur Kenntnis nehmen, dass es in diesen Ebenen der milit. Hirarchie gänzlich andere Überlegenungen gab.

Man hat hier nur mit Kampfverbänden gerechnet.
Da wären in den drei Grenzbataillonen eines Regimentes, ganze drei Grenzkompanien an der Linie verblieben und jeweils 3 x 3, also 9 Kompanien hätte man einschließlich mindestens 2 Bataillonsstäben + Teilen eines Regimnentsstabes zur Verfügung gehabt. Wofür und wohin auch immer. das war der taktische Hintergrund der Bataillonssicherung.
Was die Kenntnisse in den Postenbereichgen, selbst die Verhinderungvon Grenzdurchbrüchen anging hatte man hier in der Überlegung der Vorbereitung eines Verteidigungsfalles andere Prioritäten gesetzt.
Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass so etwas wirklich nicht so leicht zu begreifebn ist- aber man war da wirklich nur als Kompanie die Figur auf dem Sandkasten- egal ob als Soldat GWD oder Offiizier.
Gut, dass es niemals dazu kam.
Wer spricht heuter noch davon, dass es mal beiderseits dieser Grenze Atomraketen gab?
Auf der einen Seite der Grenze hat man dagegen demonstriert, auf der anderen Seite wurde alles totgeschwiegen und bestritten.

Wir beide waren nicht an den Sandkästen dieser Stäbe, in denen solche Spiele exerziert wurden.


@berndk5 Das für die GK nach meiner Zeit schwerere Waffen zugeführt werden sollten hörten wir im Buschfunk, aber ebenso hörten wir da auch, dass wir im E Fall schon auf der Verlustliste stehen würden.

Wir hatten da immer so einen nicht ausgesprochenen Gedanken: "Wenn wir beim echte Alarm nicht allzu schnell sind, dann verteilen die Amis das Kaugummi schon auf dem Hof der GK bevor wir rausfahren konnten.

Ja in der Bundesrepublik hat man gegen Atomwaffen demonstrieren können, bei uns wurden Unterschriften gegen die Waffen der Nato gesammelt. Die sind sogar ins Haus gekommen. Mein Vater hat gesagt: "Ich unterschreibe da nur, wenn es gegen alle Waffen und nicht nur gegen die Waffen der Nato geht" Daraufhin wurde er als Befürworter eines Krieges bezeichnet. Die Person mit der Liste hat nach dem Gespräch unseren Hof nie wieder betreten.

Uli


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08.10.2021 22:43
avatar  Mike59
#37
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Nun spiel mal die Bälle flach 80er.
# 33 bist du ja voll der Grenztaktiker und das als ? ... .. Anwesender.
Die Teilnehmer an der Party haben alle eine eigene Erinnerung. Meine deckt sich nicht mit deiner .


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08.10.2021 22:47 (zuletzt bearbeitet: 08.10.2021 22:56)
avatar  berndk5
#38
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Zitat von birx20 im Beitrag #31
Berndk5,
meinen kritisierten Beitrag habe ich aus der Sicht eines damals betroffenen GWD geschrieben, der zuerst die Kompaniesicherung erlebte und dann die Bataillionssicherung mit den aufgezeigten Nachteilen.
Ich kann natürlich nicht die strategischen Aspekte aus Sicht des Verteidigungsministeriums beurteilen, die für eine Bataillionssicherung damals sprachen.
Zumindest die topografischen Gegebenheiten, der Straßenzustand und anderes ließen die Bat.Sicherung gegenüber der Kompaniesicherung als suboptimal erscheinen.


Ja @birx20 , das verstehe und akzeptiere ich voll und ganz.
Wenn ich da etwas harsch und unfreundlich reagiere (um es mal untertrieben zu beschreiben), dann nur, weil genau so Meinungsbildung entsteht. Vielleicht nicht absichtlich, dennoch tatsächlich . Und das meist bei Leuten, die es ja gar nicht anders wissen können. Die orientieren sich dann an den Beiträgen, die gediente Grenzer dann schreiben. Die müssen es ja wissen.
Das sind die Punkte, wo mir der Hut hoch fliegt. zugleich bin ich mir aber bewußt, dass das ein Zusatnd ist, der zukünftig eher zunehmen wird, als dass Versachlichung eintritt.
Es ensteht der Eindruck (ob gewollt oder nicht) dass die Alle nur blöd waren und sich so etwas nur grundlos ausgedacht haben.
Grundlos war da gar nichts- weder in diesem Thema, noch bei der Bespitzelung noch dem so genannten Schießbefehl, der Vergatterung, oder was Du sonst noch nehmen willst.
Selbst das Paradoxum, dass man nach einem Grenzdurchbruch oder Fahnenflucht die Wandzeitung der Kompanie in die Bewertung der politischen Arbeit auf der Kompanie einbezogen hat, das sind alles solche krassen Beispiele.
Jahrzehnte nach dem Ende dieses Zeitabschnittes habe ich eine veränderte Sichtweise auf die Dinge- dennoch sind mir als (Teil-) Insider natürlich bestimmte Zusammenhänge besser bekannt, als vielen anderen Menschen.
Diese Zusammenhänge versuche ich so gut wie möglich ohne jede Glorifizierung sachlich darzustellen. Dabei bin ich mir der immensen Kosten für das Volk der DDR und den Belastungen für die AGT (Angehörigen der Grenztruppen) jederzeit bewußt.


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08.10.2021 22:51
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#39
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Ich habe mich nie als Grenztaktiker gesehen und auch niemanden gebeten mir beizupflichten.

Was die großen Taktiker beim Militär geleistet haben hat man beim Russlandfeldzug im II. WK gesehen. Wenn es dem Esel zu gut geht....

Auch der Anspruch die Grenze unüberwindbar zu machen ist mehr oder weniger gescheitert.

Uli


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08.10.2021 22:59
avatar  berndk5
#40
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Auch diese Worte in #39 muss man nicht kommentieren, weil sie wahr sind.

Entscheidend ist für mich, dass es zu keiner Eskalation an dieser Grenze gekommen ist, und dass ich das Glück und die Ehre hatte, aktiv am Mauerabbau in Berlin und am Grenzabbau in Thüringen bis zum 31.03.1992 teilnehmen zu können.


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08.10.2021 23:20
avatar  vs1400
#41
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #26
#24
Hallo,
hab ich das richtig gelesen, dass ein Uffz. bei der Planung der Gsi mitgemacht hat?
Gruß Frank


wenn der zf länger ausfiel und dass gab es, dann nahm sein stellv. teil.
welche wertigkeit seine teilnahme hatte, dass steht auf einem anderen blatt. da gab es dann schon eine erkennbare ellenbogensystematik. das stellv.zf auch ausgeladen wurden, hätte sich niemand bei einem zf gewagt, durfte ich auch erleben.

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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09.10.2021 00:51
avatar  anjo
#42
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Hallo Berndk5, ich finde Deinen Beitrag sehr gut. Es ist eine Zeit gewesen, in der viele Umbrüche stattgefunden haben. Bei mir ist das 2 Jahre nach meinem ersten Studium gewesen, und dann von 1981 bis 1983 ein Zusatzstudium an der TU Karl-Marx-Stadt ( für die jungen jetzt wieder Chemnitz). Nach dem Zusatzstudium bin ich voll in die Entwicklung in meinem Fachbereich einbezogen gewesen. Genau wie wie Du geschrieben hast
"Die Idee mit der Bataillonssicherung war doch eigentlich genial und so primitiv einfach.
Eine Kompanie ist komplett an der Grenzer, und drei Grenzkompanieen stehen als tatsächlich voll ausgerüstete und aufmunitionierte Kampfeinheiten jederzeit in x+20 min. Abmarschbereit zur Verfügung.

Natürlich ist das eine Milchmädchen-rechnung- aber das Prinzip und der beabsichtigte Effekt sind erkennbar.
Was zählten da in den Augen der Miltär-Strategen irgendwelche Ablöse-Zeiten, Ruhezeiten oder zu fahrende Kilometer.

Das wirtschaftliche Denken, kam erst durch die wirtschaftlichen Zwänge. Zusammen mit anderen Überlegungen.
Außerdem muss man davon ausgehen, dass der DDR kaum ein Aufwand zu hoch war, wenn er ..."im Sinne der Landesverteidigung".. war.
Das muss man nachvollziehen können. damit meine ich nicht VERSTEHEN oder gut finden.
Man muss einfach nur zur Kenntnis nehmen, dass es damals solche Denkweisen gab.

Wer die Suppe als GWD`ler auslöffeln musste, das wissen wir ja- das soll ja auch weder bestritten noch schöngeredet werden."

Ich denke diesen Bereich kennst Du sehr gut!

Wie dies in der Denkweise der Betriebe gewesen ist, will ich hier nicht ausbreiten, mit anderen Worten aber genauso. Aber dies ist ein Grenzerforum und kein Forum für den Bereich der "Volkseigenen Industrie"
Gruß an alle
anjo


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09.10.2021 01:02
#43
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #26
#24
Hallo,
hab ich das richtig gelesen, dass ein Uffz. bei der Planung der Gsi mitgemacht hat?
Gruß Frank

Ja, @stabsfunkmeister, das ist richtig.
Wenn ich, als Polit der Kompanie, die Planung für die nächsten 24 Stunden gemacht habe, habe ich mir die greifbaren Zugführer herangeholt und bin mit ihnen die Vorplanung der Züge durchgegangen. Die Planungsbücher der Züge waren VVS und wurden im VS-Koffer der Kompanieführung aufbewahrt. Es hätte gereicht, wenn man da reingeguckt hätte. Ich habe lieber mit den Zugführern gesprochen, besonders wenn es darum ging, Vakanzen aufzufüllen, was ja in der Regel mit Umplanung von Dienstfrei einherging.

Da Stefan Sommer als UAZ Stellvertreter Zugführer war, wurde er von mir in dieser Rolle genauso herangeholt, wie andere auch. Wir haben ihn schließlich auch auf der Führungsstelle als Kommandeur Grenzsicherung eingesetzt. Da war das entsprechende Vertrauen da.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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09.10.2021 07:23
#44
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Also bei uns oder mal so gesagt zu meiner Zeit 74/75--wurde die Kompanie, aus dem Bat.Stab Lassahn heraus geführt. Draußen in den 4 Kompanieabschnitten auf den Füst. saßen die jeweiligen Zugführer--auch Ufz.
Um mal auf die Kompanie oder der Bat. Sicherung zu kommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, das sich ein GWD-Leistender darüber den Kopf zerbrochen hat. Der GWDer--kam nach einen halben Jahr Ausbildung, an den Kanten und ihm war es völlig schnuppe---ob Bat.oder Kompaniesicherung. Man kannte den Vergleich nicht. Für den GWDer war es wichtig, sich zu sagen---ein Jahr noch und die Zeit ist rum.


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09.10.2021 08:14
#45
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Ich habe beides kennengelernt und wie ich schon mal schrieb,war die Umstellung von Kompanie auf Bat.Sicherung sehr einschneidend und unbeliebt.Aber,unser Meckern blieb natürlich ungehört.grins.Schon die Ablösezeiten waren sehr lang und für uns Lenker anstrengend.


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