Regimentsübung im GKM

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22.09.2021 16:35 (zuletzt bearbeitet: 22.09.2021 16:42)
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#1
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Aus gegebenem Anlaß:

@Oberelch1954

Zitat
... würde mich freuen, von nächsten Treffen rechtzeitig zu erfahren, da ich aus meinem Erfahrungsschatz zur Grenze zu Ber lin viel zu berichten weis, vor allem wie wir auf dem TÜP Streganz im HKO mindestens 2 mal im Jahr den Kampf in Berlin (West) probten und 1984 zur Inspektion vom MfNV sogar verstärkt durch Teile der 1. MSD die Note "gut" erreichten.
Da hatten wir als GT aber fast 4 Wochen geübt und jeder Grashalm grüßte mich persönlich ...



Bitte Oberelch wenn du willst kannst du loslegen.


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24.10.2021 04:22 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 04:30)
#2
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In Vorbereitung der Inspektion wurden wir als GK auf den TÜP Streganz mit unseren SPW PSH verlegt.
Damals war ich STKCPA und machte alle Übungen mit den mir Unterstellten mit ( z.B. Sturmbahn, 3000-Meterlauf usw.)
Alles in allem haben wir ca 3 Wochen trainiert im Gelände, bei Schießübungen und auf dem Häuserkampfobjekt.
Alle die in einem GR des GKM gedient haben müßten Streganz eigentlich kennen und könnten aus Ihren Erfahrungen berichten.
Jedenfalls wurden wir zum Schluß als GK im Angriff über das HKO gejagt, mit scharfen Schuß auf Zielscheiben, Einsatz von Napalm, Durchkriechung von Tunneln, Einnahme von Gebäuden einschließlich einer S-Bahn Station.
Insgesamt erhielten wir die Note gut und wurden am Ende des AHJ als Beste Kompanie und mit dem "Roten Ehrenbanner" ausgezeichnet.
Im Gegensatz zu den GK an der Grenze West waren wir mindestens 6 Tage halbjährlich auf dem TÜP in Streganz oder Rüthnick und probten
mit unseren SPW PSH auch Angriffshanlungen.
Bei einer Regimentsübung 1978 sogar das Übersetzen über die Elbe bei Klietz ( Da war ich noch ZF und Ltn.). Da war ich Reseve des Regimentskommandeurs und mein SPW Fahrer bekam auf Grund von Panik das Wasserstahltriebwerk nicht an. Zum Glück hatte ich an der OHS 3 Jahre SPW-Ausbildung genossen und konnte uns aus der Lage befreien, da dar eigentliche SPW-Kommandant ( Uffz.)
auch in Hektik verfiel.


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24.10.2021 09:47
avatar  MKF
#3
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MKF

@Oberelch1954

Gab es diese mehrtägigen Übungen der GR auf den TÜPs auch Mitte/Ende der 1980er noch in halbjährlichen Abstand?
In einem anderen Beitrag hatte ich schon einmal berichtet, dass der Stab des GKM selbst von 1986 bis 1989 nur noch 2mal (1x 1 Tag, 1x 3 Tage) auf einen TÜP verlegt wurde. Alle anderen Übungen wurden im TAZ (taktisches Ausbildungszentrum) im Keller des GKM durchgeführt.


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24.10.2021 09:48
avatar  B Man
#4
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Zitat von Oberelch1954 im Beitrag #2
Bei einer Regimentsübung 1978 sogar das Übersetzen über die Elbe bei Klietz ( Da war ich noch ZF und Ltn.). Da war ich Reseve des Regimentskommandeurs und mein SPW Fahrer bekam auf Grund von Panik das Wasserstahltriebwerk nicht an


Den Platz gibt es immer noch bei Storkau und wird heute von der Bundeswehr genutzt.

Befestigter Übergang
Ich war im Sommer an einer Übergangsstelle an der Spree, das sieht eher gemütlich aus.
Wenn man sieht wie hier das Wasser der Elbe vorbeirauscht, kann man den Fahrer schon verstehen.


Unbefestigt mit frischen Spuren von modernem Gerät der BW.


Was die BW nicht nutzt ist Naturparadies


Deichübergang

Gruss Andreas


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24.10.2021 10:49
avatar  andyman
#5
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Zitat von Oberelch1954 im Beitrag #2

Alle die in einem GR des GKM gedient haben müßten Streganz eigentlich kennen und könnten aus Ihren Erfahrungen berichten.


Die TÜP Streganz,Klietz,Rüthnick sind mir auch noch bekannt,es gab auch noch 1-2 kleinere deren Namen mir entfallen sind.Hier Stabskompanie 26 GKM Berlin Karlshorst (7) hab ich mal was dazu geschrieben.
In Klietz war ich auch 1978,da war Streß wenn die Eisenschweine übersetzen mußten und die eigentlich unerfahrenen Fahrer damit über die Elbe sollten.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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24.10.2021 11:23 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 11:41)
#6
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Hallo,
Klietz kenne ich von den Anfang 70-ziger Jahren auch. War damals schon ein großes und gut ausgebautes Übungsgelände.Das Sperrgebiet war ziemlich groß. Viele werden nicht wissen, dass sich in diesen Sperrgebiet noch ein weiteres befand. Dort fanden u.a. Speziallehrgänge statt. Einige wenige werden das wissen.
Gruß Frank


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24.10.2021 11:53
avatar  MKF
#7
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MKF

Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #6
Viele werden nicht wissen, dass sich in diesen Sperrgebiet noch ein weiteres befand. Dort fanden u.a. Speziallehrgänge statt. Einige wenige werden das wissen.


@stabsfunkmeister

Kannst du darüber mehr berichten?


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24.10.2021 12:10
avatar  B Man
#8
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Das man mal die Grössenordnung sieht

Google Earth Screenshot mit den Grundstücksgrenzen von geschichtsspuren.de



Gelb ist NVA
Das rote mitten drin GSSD
links unten sieht man den Wasserübungsplatz

Was die GT da geübt hat dürfte noch im kleinen Rahmen gewesen sein.

Z.B am Wasserübungsplatz hat die NVA so was geübt:
https://www.pioniertechnik.de/pmp.htm

Der Übungsplatz ist heute auch Bundeswehr und Militärischer Sicherheitsbereich.
Die haben es nicht so gern wenn ich da mit dem Fahrrad herum fahre

Gruss Andreas


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24.10.2021 12:37
avatar  R-363
#9
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Zitat von MKF im Beitrag #7
Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #6
Viele werden nicht wissen, dass sich in diesen Sperrgebiet noch ein weiteres befand. Dort fanden u.a. Speziallehrgänge statt. Einige wenige werden das wissen.


@stabsfunkmeister

Kannst du darüber mehr berichten?

Er meint vermutlich das „Militärwissenschaftliche Institut“, das der Verwaltung Aufklärung im MfNV unterstellt war.

Zitat
… Die 1952 gegründete Schule der Verwaltung Aufklärung in Klietz wurde 1979 zum Militärwissenschaftlichen Institut (MWI) der Nationalen Volksarmee, entsprach einer Fakultät der Militärakademie Friedrich Engels und hatte das Recht, den akademischen Abschluss des Diplom-Militärwissenschaftlers zu verleihen. Das MWI hatte den Auftrag, den personellen Nachwuchs für die 1. und 2. Verwaltung sowie für den Informationsdienst auszubilden und war dazu in Lehrstühle, Unterabteilungen und Arbeitsgruppen gegliedert.[9] Die Forschungsarbeit konzentrierte sich darauf, die Erfahrungen und aus der Praxis gewonnenen Normativen der agenturischen und strategischen Aufklärung wissenschaftlich zu dokumentieren, analysieren, Optimierungsthesen und daraus Vorschläge für die Qualifizierung dieser Bereiche zu entwickeln. …



Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Militärische_Aufklärung_der_Nationalen_Volksarmee

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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24.10.2021 13:54
#10
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Hallo,
dass mit dem Militärwissenschaftlichen Institut bzw. seinen Vorgänger ist eine ganz andere Nummer.Da ist auch heute noch nicht viel bekannt, denn man kommt an die Unterlagen nicht ran bzw. wurden vielleicht vernichtet. Damit hatte ich nichts tun.Das gesamte Gelände umfaßt ja über 10000 Hektar.Dort übten ja fast alle Waffengattugen der NVA und auch der Russen. Es gab dort auch eine Ausbildungsbasis zur Problematik
der, wie es bei uns genannt wurde, Kerrminen der US Streitkräfte in Deutschland .Zum Beispiel gab es dort Nachbauten der sogenannten Kernminenschächte. Dazu fanden dann Spezialverwendungslehrgänge zur Problematik Kernminen statt. Da ging es praktisch um die Verteidigungslinie des V. Armeecorps der US Streitkräfte in Deutschland. Das sollte im Ernstfall das sogenannte Fulda Gap verteidigen. Sie verfügten über die entsprechenden Kernminen die in den vorbereiteten Kernminenschächte dann verbracht werden sollten bzw. es gab auch Typen die abgeworfen werden konnte.Die Aufklärung dieser Schächte war von großen Interesse. Was natürlich die Bevölkerung im Grenzgebiet westlich nicht wußten, im Ernstfall wären auch sie betroffen gewesen und wären auch geopfert worden durch die Zündung dieser atomaren. Mittel.
Gruß Frank


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24.10.2021 13:58
avatar  R-363
#11
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Zitat
… Es gab dort auch eine Ausbildungsbasis zur Problematik der, wie es bei uns genannt wurde, Kerrminen der US Streitkräfte in Deutschland . …



Das wäre meine zweite Vermutung gewesen. An entsprechenden Lehrgängen dort nahmen regelmäßig auch Offiziere der Truppenaufklärung teil.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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24.10.2021 14:59
avatar  R-363
#12
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Wer sich für das vorbereitete Sperrsystem der NATO im „Kalten Krieg“ interessiert, dem empfehle ich die Lektüre auf www.geschichtsspuren.de, besonders das hier: https://www.geschichtsspuren.de/artikel/...allmeister.html

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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24.10.2021 15:17
avatar  B Man
#13
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So einen Schacht hatte ich ja zu meinem grossen Erstaunen auf einem GSSD Übungsplatz gefunden.
Ich bin extra noch mal hin um rein zu gucken was die damit gemacht haben.




Irgendwo schrieb schon mal jemand hier im Forum das es das in Klietz auch gab.
Wenn der Platz aber von der BW genutzt wird, kommt man eben gar nicht hin oder die Spuren davon sind verschwunden.

Gruss Andreas


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24.10.2021 17:15 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2021 17:16)
avatar  Gert
#14
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Zitat von Oberelch1954 im Beitrag #2
In Vorbereitung der Inspektion wurden wir als GK auf den TÜP Streganz mit unseren SPW PSH verlegt.
Damals war ich STKCPA und machte alle Übungen mit den mir Unterstellten mit ( z.B. Sturmbahn, 3000-Meterlauf usw.)
Alles in allem haben wir ca 3 Wochen trainiert im Gelände, bei Schießübungen und auf dem Häuserkampfobjekt.
Alle die in einem GR des GKM gedient haben müßten Streganz eigentlich kennen und könnten aus Ihren Erfahrungen berichten.
Jedenfalls wurden wir zum Schluß als GK im Angriff über das HKO gejagt, mit scharfen Schuß auf Zielscheiben, Einsatz von Napalm, Durchkriechung von Tunneln, Einnahme von Gebäuden einschließlich einer S-Bahn Station.
Insgesamt erhielten wir die Note gut und wurden am Ende des AHJ als Beste Kompanie und mit dem "Roten Ehrenbanner" ausgezeichnet.
Im Gegensatz zu den GK an der Grenze West waren wir mindestens 6 Tage halbjährlich auf dem TÜP in Streganz oder Rüthnick und probten
mit unseren SPW PSH auch Angriffshanlungen.
Bei einer Regimentsübung 1978 sogar das Übersetzen über die Elbe bei Klietz ( Da war ich noch ZF und Ltn.). Da war ich Reseve des Regimentskommandeurs und mein SPW Fahrer bekam auf Grund von Panik das Wasserstahltriebwerk nicht an. Zum Glück hatte ich an der OHS 3 Jahre SPW-Ausbildung genossen und konnte uns aus der Lage befreien, da dar eigentliche SPW-Kommandant ( Uffz.)
auch in Hektik verfiel.

Ich dachte immer und das hat die NVA auch immer getönt, die NVA und der Warschauer Pakt seien ein Verteidigungsbündnis. War wohl nicht so. Ich habe mal in einem Gespräch mit neuen Freunden in Düsseldorf am Rhein nach meiner Flucht über die Absichten des WP gesagt, wenns los geht, zeigt mir wie euer Gewehr zu bedienen ist, den Rest kenne ich. Dann springe ich auf den nächsten Leo und wir schlagen sie zurück. Sie kommen niemals an den Rhein. Zum Glück sind sie nie gekommen, es kam nicht zur Nagelprobe und ich konnte mit meinen Freunden weiterhin friedlich mein Bierchen trinken


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24.10.2021 17:16
#15
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@MKF


Gab es diese mehrtägigen Übungen der GR auf den TÜPs auch Mitte/Ende der 1980er noch in halbjährlichen Abstand?
In einem anderen Beitrag hatte ich schon einmal berichtet, dass der Stab des GKM selbst von 1986 bis 1989 nur noch 2mal (1x 1 Tag, 1x 3 Tage) auf einen TÜP verlegt wurde. Alle anderen Übungen wurden im TAZ (taktisches Ausbildungszentrum) im Keller des GKM durchgeführt.

Danke für diesen Beitrag

Antwort: Ja die GK gingen halbjährlich auf den Tüp entweder in Streganz oder Rütnick. Dazu
wurden Sie aus der GSi herausgelöst und hatten dann Gefechts- und Schießausbildung, die SPW-Fahrer absolvierten Ihre Fahrausbildung unter Anleitung des Panzertechnikers und die Richtschützen schossen
Ihre Übungen mit dem Turm MG 7,62 mm


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