Unfälle im Dienst an der innerdeutschen Grenze

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22.10.2009 14:33von Angelo
Frage
Unfälle im Dienst an der innerdeutschen Grenze

Wie sah das eigentlich mit Unfälle während dem Dienst an der innerdeutschen Grenze aus ? Gab es in eure Dienstzeit schwere Unfälle ? Was war dann zu tun ? Und was waren das für Unfälle ?

27.01.2012 22:05von GKUS64
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Hallo erstmal,

Will das Thema wieder mal ans Tageslicht befördern.

In der GK Untersuhl, es muss ca. Herbst 1964 gewesen sein, bekamen wir in unseren Zug einen Offiziersschüler zu einer Art Praktikum. Er sollte sich also am Kanten mit der Praxis seines zukünftigen Wirkungskreises vertraut machen.
Er wurde meist zum normalen Grenzdienst als Posten eingesetzt. Er hatte also wieder einmal Dienst (es war oberhalb der Straße nach Riechelsdorf) und war als Posten eingeteilt. In diesem Abschnitt befand sich in der Minensperre eine sogenannte Gasse (Für Nichtwisser: Minenfreier Durchlass z.B. zur Durchfahrt von Landwirtschaftsfahrzeugen für Feldarbeiten hinter dem Zaun auf noch DDR-Gebiet [100-200m]). Zur Verhinderung eventueller Grenzdurchbrüche war dort ein Signalgerät bestehend aus gespannter Perlonschnur (ich meinte natürlich DeDeRon-Schnur) an deren Ende ein Rohr mit Abschussbolzen zur Aufnahme von Signalpatronen befestigt war. Diese Geräte wurden in jeder Schicht auf Funktionsfähigkeit überprüft. Der neue Posten-Praktikant kannte diese Geräte bereits, aber an diesem Tag hatte ihn trotz aller Belehrungen die Neugierde gepackt und er schaute von oben direkt in das Rohr. Er hatte dabei nicht an seine Fernglastasche, die ihm vorm Bauch hing gedacht! Sie pendelte an die Schnur und löste das Geschoss aus (Ergebnis nachträglicher Ermittlungen), dass ihn direkt ins Auge und tiefer traf. Schwer verletzt lag er am Boden und der Postenführer konnte nur eingeschränkt erste Hilfe leisten und über GMN Hilfe rufen. Das Gelände
War sehr unwegsam und mit Fahrzeugen schwer zu erreichen Unter großen Schwierigkeiten hat man ihn dann mit kompanieeigenem Fahrzeug geborgen (Ich glaube Jawa350 kann darüber berichten) und einem SANI-Fahrzeug übergeben.
Auf dem Transport nach Eisenach ist er leider verstorben.
Ich war kein direkter Augenzeuge, aber der Postenführer hat uns das so erzählt.

Gut das dieser Irrsinn vorbei ist!!!

Viele Grüße vom GKUS64

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28.01.2012 10:59von Fall 80
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Ich habe 1991-92 einen Angehörigen der GT (Hauptmann?) in Heiligenstadt getroffen, er hatte eine Beinprothese. Er soll das Bein durch eine Minendetonation verloren haben. Ich wollte damals aber nicht weiter Fragen. Vielleicht kennt Ihn ja Jemand.

Zitat von
Im Juni 1980 wurden Minensucharbeiten im Bereich Wirpketal durchgeführt. Am 4. Juni um 13:35 Uhr brachte ein Pionier eine verlegte Mine zur Detonation. Der Soldat arbeitet mit einer Minensonde. Der verletzte Soldat wurde von zwei anderen Gresos zum Sanitäts - Kfz gebracht. Die Arbeiten wurden für kurze Zeit unterbrochen, später wurden sie ganz eingestellt. Inwieweit der Pionier verletzt war, konnte von unserer Seite nicht festgestellt werden. *** Ich kann mir vorstellen, das es bei diesen Arbeiten öfters mal zu Unfällen kam.

Ich habe mal ein Bild angehängt: Pionier mit Gesichtsschutz und Suchstange beim aufspüren von Minen. Das Foto stammt aus Juni 1976 als im Bereich ostwärts von Offleben nach Minen gesucht wurde. Damals war der gesamte Maschinen- und Kfz Park auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Offleben (PC402782) abgestellt.

29.01.2012 17:17von 94
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Zitat von GKUS64
(Ich glaube Jawa350 kann darüber berichten)

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94
30.01.2012 14:21von ( gelöscht )
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Mensch "94" Du einen aber auch nerven - "GKUS64" hat doch schon fast alles geschrieben.

Ich werde versuchen mit dem damaligen Postenführer zu telefonieren, denn ich glaube es war ein klein wenig anders...
Dann werde ich im Thema der GK Untersuhl berichten!

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30.01.2012 15:37von Mholzmichel
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Zitat von Rostocker
Ich kann nur sagen,wenn man aus dem Grenzdienst kam und der Zug auf den Hof stand zu Waffenkontrolle.Das hin und wieder mal vergessen wurde das volle Magazin aus der Waffe zu nehmen.Und dann passierte es,aber meisten nach den Nachtdienst,zum Glück nie was passiert.
Wie hieß es doch noch gleich,bei der Waffenkontrolle durch den Zugführer.Genosse sowieswo--Waffe entladen,Patronenlager frei.


Und genau das ist mir in Berlin passiert. Nach einer Nacht und Nebelschicht. Nachder Ablösung musste ich am Führungsturm noch mal absitzen (Akkus holen), Magazin rein hoch auf den Turm wieder runter und drauf auf den W50.
Auf dem Hof dann Waffenkontrolle, ging ja ratz fatz, der Ltnt. hatte Glück dass er mit dem Kopf schon an meinem Lauf vorbei war. Im Moment hatte ich es gar nicht geklickert, dass es meine Flinte war.

30.01.2012 15:51von ( gelöscht )
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Was sollte, aus meiner Sichtweise, im Falle einer Minendetonation da noch wirklich schützen?
Okay ich sehe diese Pioniere als "Kanonenfutter" an!

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30.01.2012 17:12von eisenringtheo
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Zitat von Freedom
Was sollte, aus meiner Sichtweise, im Falle einer Minendetonation da noch wirklich schützen?
Okay ich sehe diese Pioniere als "Kanonenfutter" an!




Quelle des Bildes?
Theo

30.01.2012 17:57von ( gelöscht )
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Freedom
Was sollte, aus meiner Sichtweise, im Falle einer Minendetonation da noch wirklich schützen?
Okay ich sehe diese Pioniere als "Kanonenfutter" an!




Quelle des Bildes?
Theo





Seite 3!

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30.01.2012 19:20von eisenringtheo
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Zitat von Freedom
(...)
Seite 3!


Dort ist leider auch keine Quelle angegeben. Ich tippe mal: BGS.
Theo

30.01.2012 19:21von exgakl
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Freedom
(...)
Seite 3!


Dort ist leider auch keine Quelle angegeben. Ich tippe mal: BGS.
Theo




den Tipp abzugeben war ja nun nicht schwer Theo

01.02.2012 12:23von GeMi
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Mahlzeit,

in unserer Kompanie (Lockstedt bis Mai 78) hat ein LO-Fahrer bei Schichtende neben den Grenzern noch diverse Betonplatten auf der Ladefläche. Die Soldaten hatten alle die Füße oben drauf als die ganze Ladung ins Rutsche kam. So hat niemand seine Beine eingebüßt. Das LO-Fahrerhaus ist von einem Peitschenmast mittig halbiert worden und mein Lieblingsfahrer lag im Krankenhaus.
Erstaulicherweise ist nichts Schlimmes passiert. Konsequenzen für die Kompanieleitung gab es glaube icht nicht.

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03.02.2012 20:37von VNRut
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Nach einem Grenz-Alarm im Winter 1982/83 mussten auch Soldaten des Grenzausbildungsregiment 40 (Oranienburg/Falkensee) zur Absicherung im Hinterland mit ausrücken. Während der Schicht ging ein Motorrad kaputt, das nach der Ablösung der dienenden Kräfte mit auf den LKW verladen wurde um es ins Objekt zurück zu führen. In einer vereisten Kurve geriet der LKW außer Kontrolle und überschlug sich mehrmals. Das Krad verletzte zwei (oder drei) Soldaten tödlich. Fortan gab es den Befehl, keine schweren Güter mehr mit Personen zu befördern.

03.02.2012 21:07von ( gelöscht )
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Ich glaube es war 1983 im GK Nord. Nach Dienstschluss raste ein P3 mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Weg zur Kompanie frontal gegen einen Baum. Es war in einer Kurve, bei regennasser Fahrbahn und Kopfsteinpflaster. Zwei Tote, 2 Schwer verletzte und er Hund hat auch etwas abbekommen. Wehr den P3 kennt, der Fahrersitz war bis auf den Boden heruntergedrückt. Der Wagen war Totalschaden. Wir wurden damals in der Nacht zum Unfallort geholt. Es kam dann noch schlimmer, den Eltern es schonend beizubringen.

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03.02.2012 22:01von ( gelöscht )
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Anfang der siebziger Jahre ist ein Grenzer in der Grenzkompanie Dahrendorf im Grenzdienst durch einen Blitzschlag getötet worden. Mein Vater war damals Offizier in besagter Grenzkompanie.

Andreas

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04.02.2012 09:35von Fall 80
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Hier mal ein Pressebericht aus der HNA. Kann sich jemand an diesen Vorfall erinnern?

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