Parole - Zeitschrift des BGS

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16.08.2021 16:50
avatar  Ratze
#1
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Moin
mir wurden zur späteren Weiterleitung an das Grenzmuseum in Schlagsdorf die Hefte 3/51 - 6/56 der Parole übergeben.
Ich lese noch, es stehen schon interessante Berichte drin. Ich werde versuchen hier in loser folge einige einzustellen
Natürlich sind die geprägt aus der Zeit
Wenn man liest "Brauchen wir mehr Grenzschutz?" oder "Spitzel bespitzeln Spitzel" sollte man immer die politische Situation im Auge behalten.
Ich meine aber die Artikel sind Zeitdokumente.
Wahrscheinlich hat @Thunderhorse alle bereits durchgearbeitet und hat sicher auch die Hefte 1 und 2 aus 51 und die Folgenummern ab 56, aber ich bin schon froh, diese alten Dinger lesen zu dürfen.
Ich hoffe Ihr habt auch Spaß daran.
Ich fange mal mit dem Titelblatt und dem Aufsatz eines Ministerialdirektors im BMI zum Thema Grenzschutz an.


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16.08.2021 21:24
avatar  harbec
#2
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... ist schon interessant zu lesen. Habe leider vor vielen Jahren diverse Ordner mit diesen Zeitungen alter Art bis hin zur Neuzeit in Ratzeburg zur Schuttkuhle gegeben. Wer konnte das alles ahnen.

Freue mich schon auf die nächsten Einstellungen von Ratze.

Gruß Hartmut

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17.08.2021 10:56
avatar  Ratze
#3
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Moin
hier ein weiterer Bericht
Kommentiert wird der Aufbau einer „Grenz-Kripo“ in Sachsen. Es sind vor Ort „Zuträger“ zu rekrutieren, die Infos weitergeben. Es wird ein „Fahndungsbuch" erstellt in dem folgenden Daten aufzunehmen sind:
1. verdächtige Personen
2. politisch verdächtigte Personen
3. Zeugen Jehovas
4. Personen die gegen das Wirtschaftsgesetz verstoßen haben
5. Grenzführer
6. Personen, die illegalen Grenzgängern Unterschlupf bieten
7. Personen mit Westkontakten
Könnte dies u.a. die Grundlage für die Zwangsevakuierung Aktion "Ungeziefer" in 52 gewesen sein?
Kennt jemand von den Oldies diese Einheit oder hat davon gehört?


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17.08.2021 11:00
#4
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@Ratze dies ist ein guter Gedanke von dir. Haben ist das eine, dein Vorschlag vom "Geben" uns sichtbar machen deshalb ein großer Zugewinn.

Es ist besser, wenig zu wissen und dafür denken zu können. Dies zweifeln manche Leute an.

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17.08.2021 11:09 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2021 11:09)
#5
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Man merkt schon, dass in den fünfziger Jahren, der Kalte Krieg von beiden Seiten geführt wurde
Auffällig ist aber, dass WestdeutschePropaganda sehr schwer zu bekommen ist. Von den z.B. per Ballon in die DDR beförderten Schriften dürfte kaum etwas erhalten sein.
Schriften der KgU sind ebenfalls kaum erhalten geblieben.


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17.08.2021 11:16
avatar  Ratze
#6
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Kannst Du mir sagen was KgU heißt?
Flugblätter hätte ich auch gern. Egal von welcher Seite.
Wenn man die Berichte liest ist klar der "Kalte Krieg" zu spüren.


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17.08.2021 11:24
#7
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KgU = Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit. Diese Gruppierung verübte u.a. Sabotageakte in der DDR.
Sitz war West Berlin, es wurde ein monatliches Info Blatt herausgegeben.
Dieses ist aber gar nicht zu bekommen, selbst in Archiven nur. Unvollständig vorhanden.


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17.08.2021 11:26 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2021 11:26)
#8
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Kannst Du mir sagen was KgU heißt?
Flugblätter hätte ich auch gern. Egal von welcher Seite.
Wenn man die Berichte liest ist klar der "Kalte Krieg" zu spüren.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Habe mal nachgeschaut-----KgU = Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit-----
Oh--hat sich überschlagen.


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17.08.2021 21:31 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2021 12:32)
avatar  Fall 80
#9
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Das da von beiden Seiten gehetzt wurde ist ja nachvollziehbar, da sich ja beide Seiten im "Recht" fühlten.

Ich gehe aber davon aus, dass die Hetze nicht wie erhofft gefruchtet hat, sonst wäre es zur Eskalation gekommen.

Auf beiden Seiten wussten die Leute schon wem sie trauen konnten oder wer nur Öl ins Feuer kippen wollte.

Was mich immer wundert, dass man die plumpen Agitationsversuche fast bis zum Mauerfall aufrecht erhalten hat.

Welcher DDR Bürger hat denn die Schei...hausparolen denn wirklich ernst genommen. Selbst überzeugte Anhänger haben über die platten Parolen nur noch den Kopf geschüttelt.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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18.08.2021 11:44
avatar  Ratze
#10
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Es geht weiter
Vor dem nächsten Artikel eine Geschichte, die ich von einem Teilnehmer dieser Aktion kenne
Herbst 51, in St. Hubertus war die Alarmhundertschaft untergebracht, die für den gesamten Bereich SH/Mecklenburg zuständig war. Mein "Informant" war Kraftfahrer und wurde später Leiter der Kfz Werkstatt in RZ.
Die Geschichte spielt in Wietingsbek, direkt an der Grenze. Der Bauer war auf dem Heuboden und warf Heu nach unten, seine Frau verteilte das Futter unten an die Tiere. Plötzlich hörte die Frau von oben Stimmen, russische Sprache. Drei Sowjetsoldaten waren eingedrungen um sich etwas zu essen zu besorgen. Die Frau schickte ihren Sohn zum Bürgermeister mit dem Auftrag die Situation an den BGS zu melden.
Der Alarm lief in St. Hubertus auf und ein Fahrzeug mit vermutlich 16 Mann rückte mit Blaulicht und Musik aus.
Die ca. 20 km hinten auf dem Lkw waren sicher nicht amüsant.
Kurz vor der Scheune saßen 4 Mann ab und öffneten das Scheunentor, der Fahrer fuhr hinein und der Zugführer befahl einen Feuerstoß aus dem MG, es war auf der Lafette auf dem Fahrerdach montiert.
die Russen gaben Fersengeld und die Lage war entspannt, dachten alle.
Aber die BGS´ler hätten erst nach Freigabe durch die Britten ausrücken dürfen, also gab es Streß.
Alle wurden befördert, Hundertschaftführer und Zugführer auf einen höheren Dienstposten an einem anderen Standort und die Mannschaft an die Grenze zu Belgien/Holland zum Einsatz gegen Kaffeeschmuggel.

Davon erzählt auch der Bericht aus der Parole die es heute zu lesen gibt.


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18.08.2021 11:57
#11
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hallo ratze und interessierte,
mehr bgs-zeitungen gibts hier:https://heinzjonas.beim-alten-bgs.de/Die%20Parole.htm
viel spaß beim stöbern.
mfg klaus


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18.08.2021 12:09 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2021 12:10)
#12
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Über das Unternehmen "Himmelleiter* und den Kaffeeschmuggel in der Eifel gab es vor kurzem einen Bericht im WDR TV. Da wurde hart gekämpft und es gab einige Tote auf beiden Seiten.
Diese Toten an der Westgrenze der Bundesrepublik wurden von der DDR natürlich aufgegriffen und propagandistisch dargestellt.


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18.08.2021 14:04
avatar  RainAir
#13
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Den Bericht habe ich auch gesehen und war schockiert.

Ist zwar OT aber hier ein kurzer Auszug aus Wikipedia:

"Die Aachener Kaffeefront war das Zentrum des Kaffeeschmuggels zwischen Belgien und den Niederlanden sowie Deutschland in den Jahren 1945 bis 1953.
Die Hauptschmuggellinien lagen südlich von Aachen in den Ausläufern der Eifel, mit Zentren in Aachen-Hitfeld und Mützenich.

In dieser Zeit kamen nach einer offiziellen Statistik 31 Schmuggler und zwei Zöllner ums Leben. Hunderte, darunter auch Unbeteiligte, wurden durch Schüsse zum Teil schwer verletzt. So wurde u. a. am 27. Dezember 1947 der 14-jährige Schüler Hans Kunder durch einen Kopfschuss getötet, was öffentliches Aufsehen erregte. Letzter Toter war am 22. Februar 1964 der 36-jährige Arbeiter Franz Herder. Der Schütze, Zollsekretär Heinrich Becher, wurde im folgenden Prozess unter Berufung auf § 11 UZwG (Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes) freigesprochen. Über den Schmuggel wurde auch eine theologische Abhandlung erstellt."


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19.08.2021 11:49
avatar  Ratze
#14
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Der BGS hat früh Sicherungsaufgaben in Bonn übernommen.
Dort war das Kommando West stationiert, genau wie in den Anfangsjahren in Lübeck.
Jahre später wurde ein neues Kommando West gegründet, die neben der GSG 9 und der Hubschraubergruppe Kräfte für die Sicherung von verschiedenen Einrichtungen hatte. Viele Kräfte wurden damals (70 er Jahre und folgende) gegen ihren Willen dahin abgeordnet und mussten wache schieben.
Hier ein Bericht aus den Anfangsjahren.


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20.08.2021 11:08
avatar  Ratze
#15
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Mittagszeit, da ist Zeit für den nächsten Artikel
Diesmal aus Heft 1 des 2. Jahrganges also Januar 52
Es geht um illegalen Handel über die Grenze, an der wir gedient haben, wenn auch unser Dienst zur anderen Zeit ablief. Aber Geschichten von den Anfängen der Grenze sind m.E. immer wieder interessant. Wenn man den Kalten Krieg ausklammert, könnte man meinen, so was wäre heute an anderen Grenzen noch normal, denn Geschäftemacher gibt es überall auf der Welt, aber lest selbst!


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