Parole - Zeitschrift des BGS

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26.08.2021 23:14 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 11:48)
avatar  harbec
#31
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... zu Beitrag # 27!

Ich kann Ratzes Angaben bestätigen. Es wurde in keinster Weise durch Dienstvorgesetzte versucht, die Beamten politisch
zu beeinflussen. Bei Wolfgang war es eine Stunde Politikberieselung die Woche durch den Hundertschaftsführer. Bei uns
waren es die politischen Tagesfragen. Das war dann in der Ausbildungshundertschaft immer am Freitag mit 2 Stunden
im Dienstplan fest verankert. Teilnahmepflicht für das gesamte Ausbildungspersonal und die 4 Ausbildungszüge.
Aber diese Unterrichtung durch unseren Chef war so gut, dass ich teilweise freiwillig teilgenommen habe. Von den
Schoten aus diesen 2 Stunden wurde manchmal noch Wochen und Monate später im Kollegenkreis unter
Schenkelklopfen erzählt.

Auch in unseren berufsbegleitenden Unterrichtslehrgängen stand u.a. Staatsbürgerkunde auf dem Lehrplan, der
dann auch am Ende des Lehrgangs als Prüfungsarbeit abgeklopft wurde. In diesem Fach wurden alle möglichen
Themen der Politik besprochen und gelehrt, die auch schon im Lehrplan für diesen Lehrgang festgezurrt waren.

Diese Unterrichtungen wurden meistens von pensionierten Lehrern durchgeführt.


PS.: Zeitraum war ca. von 1976 bis 1992

Gruß Hartmut

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27.08.2021 08:05
#32
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Hallo, Guten Morgen,
Na ja, jeder hat es anders erlebt. Ich habe ja nach der Wende auch mit Angehörigen des BGS und auch der Buwe gesprochen. Einige betonten schon, dass auch dort so was wie ein Feindbild gegeben hat.
Gruß Frank


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27.08.2021 10:33 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 10:33)
avatar  Ratze
#33
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Es geht weiter.
Wir befinden uns jetzt gem. Zeitschrift im Sommer 1952, das war der Sprachgebrauch damals

Wie "kampfkräftig" die waren, bleibt für mich fraglich.


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27.08.2021 10:57 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 10:58)
avatar  R-363
#34
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Das mit den „24 Dienststellen, 24 Divisionen“ deckt sich mit den Angaben in dem Buch „Die getarnte Armee. Geschichte der kasernierten Volkspolizei“ von Diedrich/Wenzke. Das wären 8 Armeekorps mit je 3 Divisionen und ca. 360000 Mann (!) schon in Friedenszeiten gewesen. Größenwahn lässt grüßen … Die NVA-LaSK hatten 6 aktive Divisionen und 5 Mob-Divisionen.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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27.08.2021 12:14
avatar  Marder
#35
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Das Wort Feind sollte tunlichst vermieden werde. Sicherlich war der Gegner genau benannt und dahingehend auch die entsprechenenden Maßnahmen und Reaktionen.

Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


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27.08.2021 12:26
#36
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#35
Hallo,
OK, bei uns hieß es aber Feinbild.
Gruß Frank


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27.08.2021 13:25 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 13:25)
avatar  Fall 80
#37
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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #36
#35
Hallo,
OK, bei uns hieß es aber Feinbild.
Gruß Frank


@stabsfunkmeister

Ja es hieß schon Feindbild, aber wieviel Prozent haben sich das auch verinnerlicht?

In Gesprächen während des Grenzdienstes wurde vom BGS oder Zoll gesprochen und nicht vom Feind.

Man kann sich immer sehr verschätzen, wenn man andere Einschätzen will, welche neben der offiziellen Meinung auch noch eine private Meinung haben.

Musik, Konsumgüter, PKW aus dem Westen wurden von vielen begehrt und wer will schon so leben wie "seine Feinde" ?

Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht der einzige war, an dem das Rotlicht fruchtlos abgeprallt ist.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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27.08.2021 13:54 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 14:05)
#38
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Hallo,
ja man kann natürlichi mmer wieder alles zerpflücken. Davon war gar nicht die Rede, dass ist mir alles bekannt, ich habe nur die damalige Politik der damals Herrschenden wiedergegeben.
Gruß Frank
PS: im übrigen, Du scheinst Dich ständig zu überschätzen.


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27.08.2021 14:03 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 14:20)
avatar  94
#39
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94

An der OHS und der MAK sprach man militärisch vom Gegner *wink*

Dazu äußerte sich mal @Beethoven im an anderer Stelle vor Jahren, ich zitiere ...

Der Offiziersschüler bekam schon eine sehr umfangreiche Ausbildung im Fach "Gegnerkunde". Zu dem oben genannten kamen nun auch schon Uniformen, Aufbau von Gefechtsständen, rückwärtigen Einrichtungen, Gefechtsnormative in den Gefechtsarten und vieles mehr hinzu. Bis zur Ebene der gegnerischen Brigade / Division, sollte der zuküftige Offizier schon bescheid wissen. [...] An der Militärakademie gab es das Lehrfach ISK - Imperialistische Streitkräfte. Ein Hauptfach, welches mit einer schweren Prüfung abgeschlossen wurde und sich über die gesamte Studienzeit hinweg zog. Alle möglichen Varianten des Gefechtes, der Schlacht bis zur Ebene Armeekorps und Front wurden hier gelehrt und das für alle Teilstreitkräfte (Herr, Marine, Luftwaffe). Aufbau von Gefechtsordnungen in den Gefechtsarten, Unterbringung, Bereiststellungsraum, Märsche, man es war unwahrscheinlich viel was wir da lernen mußten. Vom (damals) G 3 bis zur Pershing II wurde alles gelehrt.
Quelle: http://neues-forum.info/forum/viewtopic.php?t=8482&start=36

Einen weiteren recht tiefgehenden Einblick zum Sprachgebrauch an der MAK findet ein 'auch' Interessierter zum Beispiel in einem Beitrag einer Festschrift der DSS zum 50. Jahrestag der Gründung der MAK "FE" in Dresden von E.Arnold. (Seite 91-97 des angehängten PDFs / Quelle: https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A32163/attachment/ATT-0/)

Der Terminus Feindbild dagegen war in der GWA geläufig, aber nicht im Bezug auf den Gegner. Gebraucht wurde dieser Begriff gern und (zu ?) oft im Zusammenhang mit Klassenfeind, Klassenstandpunkt, vorzugsweise mit dem Adjektiv 'gefestigter' und insbesondere dem Klassenkampf.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!

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27.08.2021 14:18 (zuletzt bearbeitet: 27.08.2021 14:19)
avatar  94
#40
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94

Auch wenn leicht neben dem Thema möchte ich einen weiteren aussagekräftigen Beitrag zum Sprachgebrauch auf beiden Seiten dem Forum nicht vorenthalten. So meinte E.Woit in 'Philosophieren über Krieg und Frieden im Kalten Krieg' ...

Das Feindbild des Kalten Krieges war auf beiden Seiten ein manichäisches Block-Denken; es war durch geringe Kenntnisse dieses Feindes, darauf basierende Pauschal-Urteile und Intoleranz ihm gegenüber gekennzeichnet. Dieses manichäische Denken sah in jedem, der nicht ausdrücklich zur 'eigenen' Seite gehörte, einen – zumindest potentiellen – Feind und sprach dem Feind in letzter Konsequenz die Qualität der Mitmenschlichkeit ab.
Beim Philosophieren über Krieg und Frieden wirkte das wie ein Vorzeichen in der Mathematik und gleichsam als Filter und Denk-Barriere gegen die Annahme von Erkenntnissen und Denk-Anstößen aus dem jeweils 'anderen Lager'.

Quelle: Seite 58 des angehängten PDFs ... https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A32557/attachment/ATT-0/

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!

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27.08.2021 14:21
#41
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#39
Hallo,
Das ist schon OK was Du geschrieben hast. Mir ging es ja nicht um die MAK oder OHS, sondern um das was jeden Soldaten mehr oder weniger eingebläut wurde bei jeder Gelgegenheit.Das beginnt schon beim Fahneneid.
Gruß Frank


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28.08.2021 15:50
avatar  Ratze
#42
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Ein Teil des für heute geplanten Auszuges aus der Parole steht schon weiter oben, aber da nur zur Hälfte
Es geht um Erpressung zur Spionage.
Angeblich sollte ein neu angeworbener Agent den britischen Secret Service ausforschen, ich meine, heute wird mit Secret Service die Einheit bezeichnet, die in den USA u.a. den Präsidenten schützt, aber vielleicht hieß der britische Geheimdienst ja auch mal so und nicht MI5/6, oder die Macher der Parole hatten keine Ahnung. Da irgendwo im Harz hatte mein Schwiegervater auch seine Schmuggelroute.


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29.08.2021 12:03
avatar  Ratze
#43
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Und die nächste Parole des Tages, hier: "Drei Tolle Tage an der Zonengrenze"
Es geht dabei um die Grenzschließung bei Harpke in Niedersachsen. Das Tagebauprojekt war Thema


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30.08.2021 10:52
avatar  Ratze
#44
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Moin
jetzt bricht ein Staudamm, nee nicht wirklich, aber bei einer Übung des BGS ging es genau darum.
Man hört ja eigentlich immer, dass die Übung funktionierte, aber diesmal wird darüber berichtet, dass die "Störer" sehr gut waren und damit die eingesetzten Kräfte scheiterten


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31.08.2021 14:24
avatar  Ratze
#45
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Ab zur VoPo, so erging es Jugendlichen angeblich, die keine Arbeit hatten.
Mädchen soll angeblich eine "Kopfgeldprämie" gezahlt worden sein, wenn sie einen Jungen überredeten zur VoPo zu gehen.
Richtig Sprache und Geschichten des Kalten Krieges. Heute mit Ungläubigkeit zur Kenntnis zu nehmen.


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