Unwetter-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

  • Seite 7 von 23
18.07.2021 10:15
avatar  RalphT
#91
avatar

Gestern zufällig im Fernsehen gesehen:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/4...inuten3154.html

Das war eine Sendung aus Sep. 2020. Hat also nichts mit diesem Fall zu tun. Aber hier geht es um die Starkregenopfer. Sehr interessant. Dort ist z.B. eine Gemeinde im Harz abgesoffen. Ein älteres Ehepaar hatte das Wasser knapp einen halben Meter im Haus. Natürlich nicht so extrem schlimm, wie derzeit in West-Deutschland. Aber diese 40cm Wasser im Haus haben auch viel zerstört.
Dieser Hausbewohner machte viel selber. Aber er musste auch die schwierigen Arbeiten von Fachfirmen machen lassen. Monatelang war die Warteliste. Und Geld gab es wohl nicht. Er musste einen Kredit aufnehmen. Und er hatte später noch viel Ärger mit der Bank.
Von wegen finanzielle Hilfe.

Jetzt möchte man diese Gemeinden besser durch zukünftigen Starkregen schützen. Es sollte vor dem Ort ein Auffangbecken gebaut werden. Das ist heute noch nicht fertig. Zuerst war eine Bürgerinitiative dageben. Dann mussten diverse Umweltgutachten eingeholt werden. Natürlich brüten dort seltene Vogelarten. War klar.
Dann werden einfache Dinge durch unterschiedliche Zuständigkeiten ausgebremst. Z.B. müsste der Straßenkanal angepasst werden.

Man stellte fest, dass das Wasser über die Felder in den Ort stürzte. Von den Feldern wurde das Erdreich abgetragen und in den Ort gespült. Der Landwirt sagte, dass er lieber Glyphosat einsetzen würde. Dann müsste er nicht pflügen. Denn pflügen erhöht die Erosionsgefahr. Die Erde könne leichter durch das Wasser abgetragen werden.

Es lohnt sich, diesen Beitrag mal anzusehen.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 10:23
avatar  R-363
#92
avatar

Zitat von RalphT im Beitrag #91
Das ist heute noch nicht fertig. Zuerst war eine Bürgerinitiative dageben.

Das ist doch in Deutschland fast überall so, wo etwas gebaut oder nicht gebaut oder abgeholzt (siehe mein Beitrag zur Verbuschung im Deichvorland an der Elbe) oder aufgeforstet werden soll. Hauptsache DAGEGEN! Das sind meist Typen, die generell gegen alles oder einfach nicht betroffen sind. Großstädter, die aufˋs Dorf ziehen und dann den Nachbarn verklagen, weil sein Hahn kräht oder sein Hund bellt.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 10:38
#93
avatar

Auch in Sachsen sollen ja teilweise wieder Flächen bebaut werden, die eigentlich frei bleiben sollten.
Da gab es vor einiger Zeit Mal einen Bericht, ich glaube an der Müglitz.

Da tastet man sich Schritt für Schritt wieder näher ans Ufer ran.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 10:50
avatar  RalphT
#94
avatar

Zitat von axelloko im Beitrag #93

Da tastet man sich Schritt für Schritt wieder näher ans Ufer ran.


Auch dieses Problem kommt im Beitrag gut rüber. Ein großer Teil der Entscheider/Verantwortlichen spielen die Gefahr runter. Ist ja noch nie was passiert. Na dann.

Die fahren einfach hohes Risiko. Bebauung bedeutet Einnahmen. Wenn dann was passiert, was solls. Dann war es eben eine verkehrte Entscheidung. Solange man nicht selber betroffen ist.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 10:57
#95
avatar

Kleiner Blick zurück und an die Elbe nach Riesa.

Zitat
Wie Sachsen zu seiner teuersten Wiese kam

Der Fall Röderau ist einmalig in Sachsen. Nach der Flut 2002 musste die Siedlung nahe Riesa gleich zweimal neu anfangen: Einmal Wiederaufbau, einmal Abriss. Knapp 40 Millionen Euro kostete es Bund und Land, die Elbaue von Röderau wieder zu dem zu machen, was sie immer bleiben sollte: ein Flutungs-Gebiet.
https://www.lr-online.de/nachrichten/wie...m-33417186.html
https://www.saechsische.de/plus/wir-sind...ed-2615036.html

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 11:08
avatar  Fall 80
#96
avatar

"Ein Krisenszenario mit extremen Überschwemmungen im Bundesgebiet hat die Bundesregierung bereits von Experten durchspielen lassen. Doch aus dem Strategiepapier haben Zuständige zu wenig gelernt.

Der Ortskern von Gelsdorf in Rheinland-Pfalz ist nach dem Starkregen überflutet. © dpa Der Ortskern von Gelsdorf in Rheinland-Pfalz ist nach dem Starkregen überflutet.
Vermisste und Tote, überflutete Häuser und gebrochene Dämme. Der Starkregen hält Teile Deutschlands fest im Griff und sorgt vielerorts für extreme Überschwemmungen. Was sich liest wie eine Zusammenfassung der dramatischen Szenen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, findet sich bereits in dem Strategiepapier „Risikoanalyse Bevölkerungsschutz Bund“ (Bundestagsdrucksache 17/12051), das die Bundesregierung vor rund acht Jahren dem Bundestag präsentierte. Sie ließ darin von Experten mögliche Umweltkatastrophen simulieren und durchspielen, wie das Land darauf am besten reagieren sollte. Darin: Das Krisenszenario eines Hochwassers, ausgelöst durch Schmelzwasser aus den Mittelgebirgen, gepaart mit starken Regenfällen. Es liest sich erschreckend aktuell – zumal wenn man bedenkt, dass womöglich manch ein Schaden hätte verhindert werden können, wenn einige Empfehlungen zügiger umgesetzt worden wären.

Krisenszenario Hochwasser"

Ist ja fast wie bei der Pandemie. Risikoanalysen werden gemacht, dem Bundestag vorgelegt und dann verschwinden sie Im Nirwana.

Das Problem mit den Einschnürungen der Flüsse und Vorfluter ist seit langen bekannt.

Wenn eine Flutwelle durch ist wird gesagt wir müssen dringend etwas tun, dann wird jahrelang geplant und zum Schluss verschwindet vieles in der Schublade.

An besonders neuralgischen Punkten wird geklotzt wie z.B. bei Hitzacker oder in Grimma, aber gerade bei den kleinen Bächen und in kleinen Kommunen passiert meist nichts.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 11:14 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2021 11:51)
#97
avatar

Ein kleiner Fluß namens Weida könnte hier im Seegebiet Mansfelder Land auch großes Unheil anrichten.
Der Salzige See war 1892 wegen Wassereinbrüchen im Bergbau des Mansfelder Reviers nahezu komplett verschwunden, geschätzt 30 Mio Kubikmeter und nahm damals große Teile dieser Wassermassen auf.
Der See war bei einem Hochwasser der Weida im Jahre 1953 fast wieder voll gelaufen und man war froh, daß man die Senke hatte die auch heute noch Naturschutzgebiet ist.
Wenn man die Wassermassen dieser aktuellen Katastrophen so sieht meint man, daß 30 Mio Kubikmeter gar nicht allzu viel ist, immerhin ist erst 1 Mrd. Kubikmeter ein Kubikkilometer und diese Differenz scheint gewaltig zu sein.
Interessant wäre in der Nachbereitung welche Bruttowassermassen diese Regengebiete hatten, das wird aber kaum seriös zu ermitteln sein, um zukünftig Vorkehrungen treffen zu können.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 11:29 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2021 11:31)
avatar  Fred.S.
#98
avatar

zu 96
Hallo Fall 80,
Du erwähntest zum Schluß mein Lieblingsort an der damaligen Elbgrenze, die Stadt Hitzacker.
Ich erlaube mir drei Bilder zu Deinen Beitrag ohne Kommentar mit bei zu fügen. mfg. Fred

18.07.2021 11:36
#99
avatar

Bei uns im Oderbruch wurden die Deiche alle saniert.Die Oderflut sitzt den Anwohnern immer noch in den Knochen.Es gibt jetzt Probleme mit dem geschützten Bieber,der die gut sanierten Deiche unterhöhlt und viele Bäume ohne Fällgenehmigung umlegt.Also bei uns hat man Vorsorge getroffen.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 11:36
avatar  Fall 80
#100
avatar

@Fred.S.

Du bist ja heute wieder vornehm.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 11:39
#101
avatar

Die Natur wert sich gegen die grüne Umweltpolitik. Draußen war es mir etwas zu warm, drum bin ich nun wieder hier drinnen, voll klimatisiert bei 23 Grad, da kann man es gut aus halten. (Wenn man draußen nichts zu tun hat.) Schlimme Sache mit dem Hochwasser, hier bei mir wird es so etwas nicht geben.

Cambrino


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 12:20 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2021 12:26)
avatar  Hanum83
#102
avatar

Zitat von Freienhagener im Beitrag #87
Zitat von Fred.S. im Beitrag #78
zu 77

Die sensationslüsternden Presseleute warten doch nur darauf.



Ja endlich mal keine Hofberichterstattung.
Erst diese macht Vertreter eben dieses "Hofes" so dreist und damit unvorsichtig.

Ich bin in in der freien Sat-Schüsselwelt jetzt eher bei den kleinen Alpen-Nachbarn medial angekommen, erfrischend ehrlicher.
Da verzeiht man auch mal den Armin Steinmeier.
Den will ja hierzulande die Masse gar nicht und Österreicher müssen den Vogel ja echt nicht kennen müssen.
Sogar der ORF als deren Staatsmedium sticht da positiv hervor.

--------------------------------------------------------------------------
Wer nichts weiß muss alles glauben.

 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 13:41
avatar  Tobeck
#103
avatar

Zitat von axelloko im Beitrag #61
Wer das Wetter in seinem lokalen Umfeld beobachtet erkennt ja auch Veränderungen.
Hier in der Wetterau hat sich das Klima in den vergangenen 30 Jahren eindeutig geändert.
Selbst die Hitzeperioden, die es auch früher Mal gab, fühlen sich heute anders an. So war es früher bei großer Hitze meist Windstil, während wir heute oft einen heißen Wind haben.


In den siebziger und achtziger Jahren gab es auch im Tiefland noch "richtige" Winter mit längeren Phasen mit Schnee. Da ist der Unterschied zu heute am Deutlichsten zu spüren.


 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 14:38
#104
avatar

Was mich wundert und zu Denken gibt, die Herren und Damen aus der Politik haben wohl den Kontakt zu den verschmutzten Helfern gescheut um sie in ihr Gespräch einzubinden. Feine unterschiede und der Klassenhinweis.

Es ist besser, wenig zu wissen und dafür denken zu können. Dies zweifeln manche Leute an.

 Antworten

 Beitrag melden
18.07.2021 15:48 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2021 15:54)
avatar  RalphT
#105
avatar

Hier mal ein kurzer Ausschnitt, wie es vor Ort läuft:

Video von einem Helfer zur Lage.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!