Kolonnenweg, das heutige Grüne Band - Grenzerfahrung mit dem Rad

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19.08.2021 19:21
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#16
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Zitat von der_neue im Beitrag #15

Von der GK Schwickershausen konnte ich nichts mehr erkennnen, wurde die abgerissen? ..oder zum Seniorenheim umgebaut?



ist zum seniorenlandhaus umgebaut worden die ehemalige 1.kompanie des grenzregiment 9 meiningen.

ist im video gleich am anfang zusehen, links das längliche gebäude.


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20.08.2021 07:05
#17
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Danke, also war ich an der richtigen Stelle. In Behrungen ist es nicht so gut umgebaut worden

~ mit der Zeit wird so manches verklärt ~

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20.08.2021 09:27 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2021 14:41)
#18
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Tag 3 : Behrungen - Mendhausen

Gestartet bin ich in Behrungen in nördliche Richtung, um den letzten Punkt vom Vortag wieder aufzunehmen. Es war sonnig und Gewitterstimmung ringsum, aber was solls.
Nach ca. 1,5km stieß ich auch schon auf den Kolonnenweg und folgte diesen bis zur Autobahn, wieder in der Spur. Ein kleines Teilstück ist Acker, am Wegesrand stehen zwei große Grenzsteine. Einer davon hat, meiner Meinung nach, mehrere Einschußlöcher.
Ich querte ein kleinen Bach, etwas matschig aber okay. Im Bereich der A 71 wurde der Ko-weg durch ein Sammelbecken überbaut, drumherum Grünfläche und Bäume. Die roten Markierungen zeigen ungefähr den Verlauf des Weges.
In dem Mini Biotop gibt es auch Leben, direkt neben der Autobahn.. Das letzte Bild ist die Sicht von bayerischer Seite, wo sich auch in etwa der OP12 befand.

Um meinen Weg fortzusetzen, machte ich kehrt und radelte in südliche Richtung weiter. Wieder ein Warnschild.. Brücke über den Erbach, kurz danach querte ich die Straße zwischen Behrungen und Sondheim. Auffällig war das in dem Bereich vor allem Platten lagen und nicht die normalen Betonkekse
Immer weiter dem Weg folgend kam ich an die Straße zwischen Behrungen und Rappershausen.

Es hatte mittlerweile zu Regnen angefangen, Unterstellmöglichkeit gab es nicht, also weiter zu dem Turm in Rappershausen, welcher zum Deutsch-deutschem Freilandmuseum gehört. Da angekommen, total durchnässt, habe ich Mittagspause gemacht. Die Sachen konnten in der Sonne, welche wieder fett vom Himmel brannte, trocknen. Und die nächsten Unwetter zogen auf oder vorbei..

Nach mehr als 1 Stunde radelte ich auf direktem Wege nach Behrungen. Ich hatte eine Verabredung zum Kaffee mit entfernter Verwandschaft. Wir hatten ein sehr nettes und interessantes Gespräch, danke dafür. In diesem erfuhr ich, dass er Ende der 60er in Behrungen Grenzdienst geleistet hat und in dem Ort hängen geblieben ist
Zu seiner Zeit standen noch die Wachtürme aus Holz. Er kann mir heute noch zeigen welches Fenster/Zimmer er in der Kaserne hatte. Manches vergisst man eben nie. Darüber das es in seiner Dienstzeit keine Vorfälle gab, ist er froh.
Aber man kann nicht nur essen und pausieren. Wenn auch der Aufenthalt kurzweilig war, der Weg für diesen Tag war noch nicht zu Ende, auf geht's.

Ich war kurz davor für diesen Tag abzubrechen, da es überall mal donnerte und das Wetter nicht einzuschätzen war für mich. Ich fuhr dann aber, am Friedhof vorbei, über ein Kolonnenzuweg (oder wie die auch genannt werden) und ein Stück Straße wieder Richtung ehemalige Grenze. Auf dem einem Bild sieht man links die dunklen Wolken, dahin sollte mich der Weg weiterführen. Von Wiesen und Feldern wechselte die Natur zu Wald, Behrunger Wald - Aspig - Seeben .. wobei der Tümpel recht trocken schien..

Dann tauchten so langsam die Ersten Anzeichen des Deutsch-deutschem Freilandmuseum auf. Auf dem Gelände hab ich einige Zeit verbracht. Frage mich ob das alles am Originalplatz steht, oder doch so manches nur hingeschustert wurde.. Im Turm steht eine Puppe in Uniform am Fenster. Der Ort macht einen irgendwie seltsamen Eindruck auf mich.
Grundsätzlich finde ich es gut das es Menschen gibt, die diesen Ort für die Nachwelt vor der Zerstörung gerettet haben. Wenngleich auch die Situation nach der Grenzöffnung verständlich war, alles abzureißen, stand nun lang genug und muß weg.

Weiter ging es auf den Spuren der Grenzer dem Kolonnenweg in östliche Richtung folgend. Ca. 700m vom BT entfernt, schaute ich nochmal zurück. Die Strecke hatte was von Berg und Talbahn, aber das ist nicht nur hier so.
Von einer Anhöhe (ca. 370m ü. NHN - 50.399321, 10.454959) hatte man einen guten Ausblick Richtung Irmelshausen /Unterfranken. Dann gings aber flott den Hügel hinab.

Es ging durch blühende Wiesen (Landschaften, hatte Kohl ja versprochen.. ) Ein zwei Feldwege kreuzten dann noch und ich hatte die Straße zwischen Mendhausen und Irmelshausen erreicht. Direkt neben der Straße lagen einige große Betonplatten..

Das war der Kolonnenweg für diesen Tag. Über Mendhausen radelte ich die doch etwas bequemere Landstraße nach Behrungen zurück, wo mein Auto stand.


Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit

20.08.2021 11:21
avatar  B Man
#19
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Zitat von der_neue im Beitrag #18
Auffällig war das in dem Bereich vor allem Platten lagen und nicht die normalen Betonkekse


Oberhalb vom Harz findet man die öfter. Auch über sehr lange, meist ebene Strecken.

Ich dachte mir das hat wohl was mit der Bodenbeschafenheit zu tun

Gruss Andreas


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20.08.2021 14:25 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2021 14:27)
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#20
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Glaube mich zu erinnern das die DDR zwei Arten von Straßenplatten hatte, die massive mit Anschlagösen an den Stirnseiten die bei dauerhafter Verlegung zubetoniert wurden und die leichtere Ausführung mit Wabe.
Dafür gab es eine Anschlaghilfe die in die Waben gesteckt wurde, nach der Erinnerung eine Sache wo erhöhte Vorsicht geboten war.


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20.08.2021 14:34 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2021 14:37)
#21
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Es gab 2 Arten von Straßenplatten:

- die konische für Baustraßen zur Wiederverwendung

. die rechteckige zur Dauerverlegung, z. B. Panzerstraßen




Die Kolonnenwegplatten waren kein Straßenlatten

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!


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20.08.2021 14:54
#22
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Die keilförmigen waren bei Bedarf für Kurvenverlegung auf der Baustelle.Dauerhaft verlegt wurden die Platten bei uns garnicht,war eben nur Baustraße.Die rechteckigen waren massiv ohne Durchbrüche.Wir hatten auch vereinzelt Platten ,wie die an der Grenze.Für die schweren Tieflader und Betonfahrzeuge wurden bevorzugt die massiven verlegt.


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20.08.2021 15:07 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2021 15:11)
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#23
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( gelöscht )

Ich kenne schon so einige Stellen der Fotostandorte. Langsam sind es verfallende Relikte einer langsam aus dem Gedächtnis verschwindenden Zeit. Menschen die diese Zeit miterlebt haben, haben versucht solche Relikte zu retten und zu erhalten. Für mich ist das Übrigbleibsel des ehemaligen Grenzübergang Henneberg ein Schutthaufen. Ich kenne ihn noch bis Mitte der 90ziger Jahre als er immer ein lohnender Halt war.
Gut die Goldene Brücke mit den Orginalgrenzsteinen eine chronistisch gerettete Zeit mit den Zeitzeugen.
Positiv finde ich das Zutun der User hier mit ihren Fotos die Erinnerung und Mahnung sind. Geld zur Erhaltung ist nicht mehr vorhanden für diese Zwecke.
Freue mich schon auf weitere folgende Beiträge und bitte auch mal ein kerniges Bier mit Bratwurst ins Bild bringen.
@der_neue nochmals eine schöne Bereicherung von dir.


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20.08.2021 15:07 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2021 15:09)
avatar  B Man
#24
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Zitat von Harsberg im Beitrag #21
Die Kolonnenwegplatten waren kein Straßenlatten


Genau

Die geschlossenen Platten am Kolonnenweg hatten auch 3 Kranösen
http://up.picr.de/26804061bv.jpg

Diese Platten wurden ja nicht nur an der Grenze verwendet.
Genauso wie z.B. die Wachtürme und andere Betonfertigteile findet man die auch an anderen NVA Standorten.

Gruss Andreas


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20.08.2021 15:38
#25
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Viele dieser Platten, wurden auch auf Genossenschaften (LPG) verlegt oder fanden dort ihren Verwendungszweck:


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20.08.2021 20:31
avatar  mibau83
#26
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Zitat von der_neue im Beitrag #18

Dann tauchten so langsam die Ersten Anzeichen des Deutsch-deutschem Freilandmuseum auf. Auf dem Gelände hab ich einige Zeit verbracht. Frage mich ob das alles am Originalplatz steht, oder doch so manches nur hingeschustert wurde..



original ist dort nur der bt-6.
obwohl in der nähe von behrungen stehend, war das früher die füst der gk mendhausen. die behrunger füst steht in der nähe der talsperre schwickershausen und die schwickershäuser füst auf dem dachsberg bei hermannsfeld.

dem besitzer andreas erhard aus üchtelhausen bei schweinfurt bin ich mal an der füst begegnet. der hatte sich gewundert das es ehem. ddr-grenzer gibt die einen fränkischen dialekt sprechen.


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21.08.2021 07:56 (zuletzt bearbeitet: 21.08.2021 08:16)
#27
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Zitat von mibau83 im Beitrag #26
original ist dort nur der bt-6.
obwohl in der nähe von behrungen stehend, war das früher die füst der gk mendhausen. die behrunger füst steht in der nähe der talsperre schwickershausen und die schwickershäuser füst auf dem dachsberg bei hermannsfeld.

dem besitzer andreas erhard aus üchtelhausen bei schweinfurt bin ich mal an der füst begegnet. der hatte sich gewundert das es ehem. ddr-grenzer gibt die einen fränkischen dialekt sprechen.

Dacht ich mir fast, also für die Touristen aufgebaute Kulisse.. wenn man so will

Zitat von B Man im Beitrag #19
Oberhalb vom Harz findet man die öfter. Auch über sehr lange, meist ebene Strecken.Ich dachte mir das hat wohl was mit der Bodenbeschafenheit zu tun

Das war auch mein Gedanke, sumpfig weicher Boden usw., aber ob das auch so ist wer weiß.. denn an genügend sumpfigen Stellen liegen oft "nur" die 4x7

Also mir sind auf den bisher gefahrenen Kilometern mehrere Arten von Platten unter gekommen.. (bei den 3 Ösen ratterts auch ordentlich alle paar Meter)
- die allseits bekannte 4x7 Waben
- die mit den drei Ösen
- und welche mit glatter Oberfläche, ohne sichtbare Ösen



Des weiteren die erwähnten Straßenbauplatten(LPG usw) hier Kolonnenzuweg im Milzgrund (Bild rechts)

..und direkt auch im Kolonnenweg, eventuell nachträglich verändert? oder eher doch nicht




..und auch die konische Form im Bereich um Schwickershausen (Talsperre und Kolonnenzuweg an der Füst)





Bei dem ganzen "rat tat tat" ist mir beim letzten mal auch aufgefallen,
das es mich nicht immer gleich durchschüttelt und siehe da..
Ich habe mal angehalten und gemerkt, dass ich mich während der Fahrt doch nicht getäuscht habe.
Es gibt da zwei verschiedene Betonkekse..

~ mit der Zeit wird so manches verklärt ~

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18.01.2022 22:59
avatar  Gompi73
#28
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Super Beitrag und Klasse Fotos von Dir !...Ich habe von Dezember 1972 - März 1973 dort oben den Auftakt für den Bau der GÜST mit erlebt und abgesichert. Im Dezember 72 waren waren wir ca.15 Grenzer aus verschiedenen Kompanien im Objekt 1.Kompanie Schwickershausen untergebracht. Zum Jahreswechsel wurde personell aufgestockt ( mit Vorgesetzten ca. 50 Leute ) und ab da waren wir in dem alten Gebäude " Fasanerie " ( wie im Bild ) im Wald bei Henneberg / Hermannsfeld stationiert. Anfang März wurde die Truppe aufgelöst und ca. 20 Grenzer verblieben dort, machten Dienst in Dreierposten zur Absicherung des Zolls. Ich bin wieder in meine alte Kompanie Gompertshausen zurück. Auf der " Schanz " war ich seit ca.2006 mehrmals zu Besuch.


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18.01.2022 23:39 (zuletzt bearbeitet: 18.01.2022 23:40)
avatar  anjo
#29
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Zitat

Ja wie bekommt man das Zitat wirklich hinein????

Mal schauen ob das zitieren klappt. Ich bin auch noch nicht solange hier.
Aber im Bäderland bin ich nach der Wende Stammgast gewesen. Aber außer den braunen Schildern habe ich nichts zur Kenntnis genommen. Hatte diese ZEIT EINFACH GESTRICHEN. Aber schöner Beitrag. Fahrrad fahren ist aber nicht unser Ding gewesen.
Jetzt kann aber vielleicht ja ohne Kraftanstrengung mit dem E bike gefahren werden. Da brauch man ja inzwischen nicht mehr treten.
Vielen Dank "Neuer"


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18.01.2022 23:44
avatar  Ehli
#30
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Zitat von anjo im Beitrag #29
Jetzt kann aber vielleicht ja ohne Kraftanstrengung mit dem E bike gefahren werden. Da brauch man ja inzwischen nicht mehr treten.

Ach, Anjo, treten musst Du doch.

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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